So arbeite ich mit dem CO2 Tester

Der CO2 Tester ist ein Hilfsmittel zum Bestimmen des Varroabefalls in einem Bienenvolk. Dabei wird die Anzahl der auf den Bienen sitzenden Milben ermittelt, was dann in einen prozentualen phoretischen Befall umgerechnet werden kann, wenn man die Anzahl der Bienen kennt, die man beprobt.
Anders ausgedrückt: Wenn man weiss, dass man 300 Bienen im Tester hat, und aus diesem 3 Milben “extrahiert”, dann entspricht das einem phoretischen Befall = 1%

Vorteile des CO2 Testers

Der eine wesentliche Vorteil: Man hat nach wenigen Minuten Klarheit über den Befall seines Volkes.

Nachteile des CO2 Testers

Der eine wesentliche Nachteil: Es macht mehr Arbeit, eine CO2 Testung durchzuführen, als eine Windel unter ein Volk zu schieben. Es sei denn, der Bienenstand ist durch eine längere Anfahrt zu erreichen – dann ist die Auswertung der Windeln wieder mit viel Aufwand verbunden.

Ambivalentes

Es gibt unterschiedliche Meinungen zu der Aussagekraft des CO2 Testers. Mancher bewertet ihn als nicht zuverlässig genug. Dr. Ralph Büchler kommt aber zu dem Ergebnis, dass der Tester für den Praxiseinsatz gut geeignet ist.

Was wird benötigt?

Das alles wird benötigt
  • Der CO2 Tester, welchen man einmal gewogen haben sollte.
  • Ausreichend CO2 Patronen mit Schraubgewinde.
  • Eine Lupe
  • Einen CO2 Spender – der mitgelieferte hat bei mir sehr schnell den Geist aufgegeben. Findet man u.a. als Fahradzubehör.
  • Ein Notizblock.
  • Eine elektronische Briefwaage (gibt es für wenig Geld).
  • Ein kleines Stück Folie (ca. 20x30cm)

Schritt 0 – Eine kleine Tabelle erstellen

Ich mache mir derzeit eine Tabelle, die etwa folgende Spalten enthält:

  • Datum
  • Volk Nummer
  • Gewicht der Probe
  • (darauf resultierende) Bienen
  • gezählte Milben
  • Prozentualer Befall

Schritt 1 – Probe entnehmen

Man öffnet das Volk, stellt den Tester mit geöffnetem Deckel sowie die Folie in Griffweite und sucht eine passende Wabe.
Ich nehme gerne Waben aus dem Brutnest, wenn ich sicher ausschließen kann, dass die Königin nicht auf dieser Wabe rumläuft. Habe ich die Königin geortet, nehme ich eine Wabe, die zwei Positionen entfernt steckt.

Jetzt entnehme ich diese Wabe, halte sie in einer Hand, lege mit der anderen Hand die o.g. Folie auf die restlichen Oberträger, und prüfe die Wabe noch einmal kurz, ob sie auch offene Brut enthält.
(Ich nehme dazu nicht mehr die Abdeckfolie. Diese war mir immer zu groß und zu unhandlich, um sie mit einer Hand auszubreiten )

Jetzt schüttelt man mit ein, zwei kräftigen Stößen die Bienen auf die Folie, lehnt die Wabe langsam an die Beute, greift ruhig die beiden Enden der Folie und legt die Enden leicht aneinander, sodass eine Art Folienrutsche entsteht.

Es werden viele Bienen auffliegen, es fühlt sich alles sehr wuselig und unruhig an, was den Imker zu Hektik verleiten könnte, weil er um die Probenmenge fürchtet. Tatsächlich bleiben aber bei einem ruhigen Arbeiten noch genug Bienen für eine Probe auf der Folie.

Die Folienrutsche benutzt man nun dazu, den Tester zu befüllen. Dabei lasse ich die beiden roten Eichstriche außer acht. Mit der einen Hand halte ich die Folienenden zusammen, mit der anderen fasse ich unter die Folie und “schubse” so die Bienen von der gerundeten Folie in den Tester.

Auch hier wieder muss zügig aber nicht hektisch gearbeitet werden, auch hier werden wieder etliche Bienen den Tester verlassen. Wichtig ist, dass der Plastikdeckel in Griffweite liegt und man den Tester umgehend verschließen kann.

Jetzt ist das Schlimmste geschafft.
Während der Auswertung der Probe kann das Volk noch offen bleiben.

Schritt 2 – Bienen betäuben

Vorher…

Ich stellte den Tester auf einen stabilen, geraden Untergrund. Der untere Deckel muss ebenfalls angebracht sein.
Ich lege einen geraden Stein auf den oberen Deckel, weil dieser von sich aus zu locker sitzt und bei einströmendem CO2 weggepustet werden würde.

Jetzt wird stoßweise CO2 eingelassen, mit kurzen Pausen. Am Anfang passiert nicht viel. Oftmals fallen dann aber die Bienen plötzlich zusammen.

Man gibt so viel CO2 dazu, bis die Bienen wirklich regungslos sind.

Nachher.

Während der Wartezeit von 20 bis 30 Sekunden gebe ich die entnommene Wabe zurück ins Volk und schiebe die Waben wieder zusammen. Die Beute lasse ich aber noch offen.

Schritt 3 – Wiegen!

Diesen Schritt vergesse ich auch ganz gerne. Wenn die Bienen betäubt sind, lassen sie sich einfacher wiegen.

Ich notiere den Wert in der Tabelle, ggf. ziehe ich gleich das Gewicht des Probebehältnisses ab und habe damit das Gewicht der Bienen. Das Gewicht der Bienenprobe in Gramm, geteilt durch 0,1 ergibt dann die ungefähre Anzahl der Bienen.
Diese notiere ich für später ebenfalls.

Schritt 4 – Schütteln

Mittlerweile ist genug Zeit vergangen, und man kann die Bienen schütteln.
Ich schüttele nicht nur vertikal, sondern auch ähnlich wie einen Brandy – im Kreis. Und dann wieder vertikal, auch mal horizontal – einfach sehr gründlich von allen Seiten.

Die Bienen werden dabei schmierig schwarz, koten unkontrolliert ab und sehen danach ziemlich elendig aus. Aber sie leben.

Ich schüttele 15-25 Sekunden.

Schritt 5 – Auszählen

Jetzt kommt der wichtige Teil, wo ich von der Anleitung abweiche, denn ich zähle an unterschiedlichen Stellen, und ich benutzte immer eine Lupe.

Der Bodendeckel – dieser wird als erstes ausgezählt. Milben sind hier gut zu erkennen.

Bodendeckel – Milbe auf 2 Uhr.

Eine Lupe verwende ich deshalb, weil Kotspritzer manchmal keine Kotspritzer, sondern helle, junge Milben sind, welche ich mitzähle.

Sieb, Bodenseite, sowie die unteren Wände – Jetzt suche ich mit der Lupe die Unterseite des Siebes ab, insbesondere die Falz, welche das Sieb hält. Hier rutschen gerne mal Milben runter. Die Wände des Testers werden ebenso abgesucht.

Unterseite – man beachte die geriffelte Falz, welche das Sieb hält.

Raum mit den Bienen, Sieb samt Falz von oben – Auf jener Seite des Siebes, auf welche die Bienen geschlagen werden, bleiben auch gerne Milben hängen, ebenso in der Falz. Daher wird hier alles einmal gründlich abgesucht, und dabei der Becher leicht gedreht, damit die Bienen nach rutschen und den Blick auf alle Bereiche frei geben. Zu dieser Zeit sind die Bienen noch betäubt.

Innenraum ebenfalls begutachten

Alle gefundenen Milben werden zusammenaddiert und in die Tabelle eingetragen.

Nicht vergessen: Die betäubten Bienen wieder vorsichtig zurück ins Volk schütteln.

Schritt 6 – Auswertung

Mit der Anzahl der Bienen und der Anzahl der Milben lässt sich der prozentuale Befall ermitteln (Anzahl Milben / Anzahl Bienen * 100 = p%)

Und dann weiss man im Grunde bescheid.

Grenzwert

Mein Grenzwert liegt bei > 1%. Dabei ist mir die Jahreszeit egal, zu welcher ich messe.
Den Wert habe ich von einem Vortrag mitgenommen, bei welchem es um die Varroatoleranzzucht der bayrischen Buckfastimker ging.

Wenn also ein höherer Befall als 1 % nachgewiesen wird, werde ich tätig, darunter nicht.

Schnelle Notizen

Trotz Urlaub komme ich nicht in Ruhe zum Schreiben, wobei es jetzt einiges zu berichten gibt. Es ist einfach so viel los und so viel zu tun. Deswegen nur ein paar Stichpunkte:

  • Ich habe ein Volk am Ende einer Sanierung verloren. Ursache: Verhungert. Das ist alles so ärgerlich, ich komme da nur schwer drüber hinweg. Ich schreibe dazu noch einen eigenen Beitrag. Ich glaube, das ist interessant – auch für andere.
  • Es sind gerade mal ein Viertel meiner Völker trachtreif. Es geht gerade nicht so richtig voran. Aber das war letztes Jahr auch schon so. Zur Robinie ging es dann richtig los.
  • Ein starkes Volk steht auf einer Stockwaage. Seit 2 Tagen holen sie weniger, als sie verbrauchen, während sie vorher teilweise Zunahmen von 1-3 KG/Tag hatten. Die extreme Trockenheit wird wohl Auswirkungen auf den Nektarfluss haben. MIr macht das alles große Sorgen.
  • Ich habe gestern stundenlang Rähmchen ausgeschmolzen. Es war ein Elend – das ist die einzige Arbeit in der Imkerei, die ich nicht ausstehen kann.
  • Meine extrem schönen, neuen Dadant-Beuten der Bergwiesenimkerei sind eingetroffen. Jetzt müssen die noch gestrichen werden, dann können da im Juni Bienen rein.
  • Das verhungerte Volk hat mich demütiger und bescheidener gegenüber meinen eigenen imkerlichen Fähigkeiten gemacht.
  • Es müsste viel häufiger regnen…

Kontakt zu den Nord-Berliner Immenfreunden – für interessierte Neuimker

Der Andreas, seines Zeichens einer der Kursleiter des anstehenden Einsteigerkurses der Nord-Berliner Immenfreunde, hat mir eine Mailadresse zukommen lassen, die gerne genutzt werden darf, um sich dort anzumelden: NordberlinerImmenfreunde@web.de

Im Anbetracht, dass Imkerkurse Mangelware sind, eine fundierte Ausbildung aber Voraussetzung für Spaß und Erfolg in der Imkerei ist, sollten Interessierte nicht zu lange zögern 🙂

Besuch bei den Nord-Berliner Immenfreunden

Nadja hatte mich schon vor einer ganzen Weile per E-Mail kontaktiert. Irgendwie war sie über das Imkerforum auf mich aufmerksam geworden, bzw. auf meinen Wohnort. Und nachdem wir uns sehr nett auf elektronischem Wege darüber ausgetauscht hatte, womit und wie jeder so imkert, hat sie mich zum Treffen der “Nord-Berliner Immenfreunde” eingeladen – einem neuen, zwanglosen Zusammenschluss von Imkern aus Nord-Berlin und Umgebung, der sich regelmäßig treffen und über Bienen reden möchte.

Nachdem ich das erste Treffen aus Zeitgründen versäumt hatte, gab Nadja nicht auf und lud mich auch für die nachfolgende Veranstaltung ein. Jetzt passte alles und so trafen man sich gestern in einem jugoslawischen Restaurant in Wittenau zum netten Erfahrungsaustausch.

Was für mich herausstach, im Vergleich zu meinen Vereinstreffen: Die Runde ist mit 12 – 15 Anwesenden so übersichtlich, dass man tatsächlich die Gelegenheit hat, sich fachlich auszutauschen und in ein Gespräch zu kommen. Bei Vereinstreffen ist es ja oftmals so, dass viel Zeit für administrative Fragen des Vereins drauf geht, und die Runden so groß sind, dass ein imkerliches Fachsimpeln so gar nicht mehr möglich ist. Also beschränkt man sich i.d.R. auf einen Vortrag mit anschließender Fragerunde.
Was mir gestern auch gut gefallen hat: Alle Ansichten und Meinungen wurden wohlwollend zur Kenntnis genommen. Unter Imkern werden ja oft verbitterte Debatten darüber geführt, wie man ein Problem denn nun “richtig (!)” löst, und oftmals fällt es Teilnehmern an solchen Diskussionen schwer, andere Lösungswege als den eigenen zu akzeptieren. So war es gestern aber nicht – jeder war für die Meinungen der anderen aufgeschlossen, was ich als sehr angenehm empfunden habe.

Was ich auch sehr positiv finde: Man wird einen Kurs für Neuimker anbieten.
Die Termine stehen bereits, die Dozenten und die Stände für die praktischen Arbeiten sind alle organisiert. So etwas ist bei mir im Verein derzeit undenkbar. Insofern kann man mit Fug und Recht behaupten, dass den Machern hinter den Nord-Berliner Immenfreunden wirklich daran gelegen ist, die Imker-Community voranzubringen, und man mit einer entsprechend hohen Motivation da herangeht.

Ein nicht unerheblicher Teil des gestrigen Abends ging allerdings auch hier für Administratives drauf: Es galt einen Namen zu finden und Fragen nach einer gemeinsamen Kasse (und einem entsprechenden Beitrag) zu klären. Am Ende stand zumindest nach Abstimmung der Name fest: “Nord-Berliner Immenfreunde”.
Mein Bauchgefühl sagt mir, dass da ein neuer Imkerverein im Werden ist.

Meine eigenen Hoffnungen, weswegen ich dort gestern hingegangen bin, sehen wie folgt aus: Ich suche immer noch eine Gemeinschaft von Imkern, mit denen man sich intensiv fachlich austauschen kann, und mit denen man dann auch gemeinsam praktisch Zusammenarbeiten kann.
Mein Beispiel dafür: Wenn sich 5 Imker zusammenschließen, und eine Zuchtgruppe gründen, ihr Material sichten und dann gezielt selektieren und nachziehen, prüfen und erneut selektieren, dann könnte man vielleicht einen lokalen Ökotypus herausarbeiten, der in Nord-Berlin und Umgebung gut funktioniert.
Für so ein Projekt suche ich noch Anschluss, und vielleicht kann das ja hier gelingen – man wird sehen.

Falls ein stiller Mitleser Interesse hat, zu diesem Zusammentreffen dazu zustoßen, so möge man mich bitte über die Kontaktdaten im Impressum kontaktieren.

Frohes Fest!

Wir wünschen all unseren Besuchern und Honigkäufern ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest.
Nächstes Jahr gibts dann hoffentlich genug Honig, um euch auch ein paar nette Weihnachtsgeschenke anbieten zu können 🙂

Herzliche Grüße
Ralf und Familie

Amtsveterinär lässt Bienenvölker töten

In Berlin Reinickendorf musste ein Imker seine 10 Völker abtöten, nachdem bei 2 Völkern die Amerikanische Faulbrut nachgewiesen werden konnte. 8 Völker waren nachweisbar gesund, aber es erfolgte trotzdem eine Anordnung der Abtötung durch den Amtstierarzt.
Diese Entscheidung wurde gerichtlich bestätigt.

Das von dieser Verfahrensweise ausgehende Signal ist verheerend, da es Regelungen gibt, wie in solchen Fällen mit der Situation umzugehen ist, und wie ein betroffener Stand  saniert werden kann.
Die unsachgemäße Entscheidung des Amtstierarztes, bestätigt im Eilverfahren durch zwei Gerichtsinstanzen, wird bei Imkern zu der Erkenntnis führen, dass ein freiwilliges AFB-Monitoring gesamte Bestände gefährdet, wenn ohne weiteres auch gesunde Völker abgeschwefelt werden müssen, sobald das BA Reinickendorf Kenntnis von Laborergebnissen bekäme.
Ein weiteres Problem: Scheinbar hat die Bezirksverwaltung noch nicht verstanden, dass man mit dieser Maßnahme nur ein Symptom bekämpft, aber keineswegs die Ursache. Es ist nicht bekannt, dass man seitens des Amtstierarztes alle notwendigen Anstrengungen unternimmt, den Seuchenherd, die Infektionsquelle zu finden.

Alles in allem ein Desaster, welches vermeidbar gewesen wäre, wenn in der Bezirksverwaltung entweder die entsprechende Fachkunde vorhanden gewesen wäre, oder man Fachleute zurate gezogen hätte.

Jetzt gilt es, die Landes- und Bezirkspolitik darauf aufmerksam zu machen, dass es einheitliche Standards in der Bekämpfung von Bienenseuchen geben muss, und dass dazu für alle verbindliche Regelungen und Maßnahmen gefunden werden – gemeinsam mit Fachleuten, und nicht mit überforderten Amtstierärzten.

Stellungnahme des Imkervereins Reinickendorf e.V.

Link zur Petition