Kurze Notiz an mich

  • Am 9. Februar auf wenige Völker Futterteig aufgelegt – Futter war knapp.
  • Der schwächste Ableger, der schon längst hätte tot sein müssen, ist jetzt auch wirklich tot.
  • Alle Völker für Sturm Sabine gesichert. Stand heute standen noch alle.
  • Ich bin immer noch unsicher, wie viele Völker durchkommen. Bin ich aber jedes Jahr.
  • Ich habe 1-2 Sanierungskandidaten. Überlege aber, solche Spielchen nach den Erfahrungen letztes Jahr sein zu lassen.
  • Wenn man die Beute öffnet, die Waben belässt, wo sie sind, und nur von oben rein schaut, ist der Wärmeverlust zu vernachlässigen (gemessen mit der HiveWatch Waage).
  • PS: Mein Mitgliedsantrag für den Landesverband MV ist jetzt auch schriftlich draußen. Wird wohl klappen…

Warten, dass es losgeht

Im Moment passiert nicht so viel in der Imkerei. Ich habe vor kurzem Proben mit Totenfall aus den Test-Völkern gekratzt und zum LIB Hohen Neuendorf geschickt.
Außerdem war ich in der Nähe von Hamburg, beim SMR-Methodentag, und vergangenes Wochenende in Leipzig, beim 5. Mitteldeutschen Buckfastimkertag.
Ich habe dort mit den beiden potentiell für mich infrage kommenden Landesverbänden gesprochen, und anschließend, noch am gleichen Tag, meinen Antrag an den Landesverband Mecklenburg-Vorpommern abgeschickt.

Wenn ich nicht gerade die “Zucht”-Planung für die kommende Saison mache, stehe ich in der Werkstatt. Derzeit baue ich kleine Paletten, die als Beutenständer dienen, aber auch das transportieren der Völker per Sackkarre erleichtern sollen.
Außerdem will ich noch Adapterzargen bauen, in denen ich M+ Rähmchen hängen kann, damit diese, über starke Völker gehängt, ausgebaut und mit Brut belegt werden können. Umgekehrt sollen dann im Herbst die Adapterzargen dazu dienen, unter die Brutzarge gegeben, mit ASG abgetrennt, etwaige Brut auslaufen zu lassen – so man denn das M+ nicht über den Winter führen will.

Außerdem recherchiere ich gerade wegen einer neuen Schleuder. Die alte 4 Waben Tagential macht einfach keine Strecke, wenn man 300-400 Rähmchen ausschleudern will. Und in diese Größenordnung würde ich meine Imkerei gerne bewegen.

In einer Woche lege ich wieder Windeln unter die Völker. Dann werden Milben gezählt und kurz darauf der Versuch mit dem Pollenfutterteig gestartet.
Allerdings bin ich mit dem Kopf hauptsächlich bei der Zucht. Im Sommer soll von guten Herkünften umgelarvt und die Töchter auf eine Belegstelle verbracht werden.

Gelm und die Oie, die von mir präferierten Belegstellen, passen terminlich nicht. Jetzt habe ich mit Ralf Kolbe telefoniert, und bei seiner Belegstelle sieht es terminlich für mich deutlich entspannter aus. Und zu guter letzt machte der Ralf Kolbe am Telefon einen super sympathischen Eindruck, und einen guten Ruf haben seine Bienen sowieso.

Wenn alles klappt (was es nie tut), dann will ich dieses Jahr die Grundlagen für ein solides Buckfast-Fundament in meiner Imkerei legen.

Geplante Testreihe: Wirkung UltraBee im zeitigen Frühjahr

Letztes Frühjahr habe ich die Wirkung von Neopoll Futterteig getestet. Das Ergebnis war ernüchternd, eine Wirkung des vermeintlichen Eiweißfutterteiges war nicht festzustellen.

Wir wissen aber durch die Untersuchung Randy Olivers, dass Pollen-Subs einen wichtigen Beitrag zur Populationsentwicklung des Bienenvolkes beitragen kann.

Im Zuge der sich ändernden klimatischen Verhältnisse, stellt sich die Frage, ob und wie man Völker, die aufgrund von höheren Temperaturen zeitig das Brutgeschäft wieder aufnehmen, bei der Versorgung mit den notwendigen Nährstoffen unterstützen kann.

Dieses Jahr möchte ich die Versuchsreihe wiederholen, diesmal aber in etwas abgeänderter Form:

  • Es kommt UltraBee Pollen-Futterteig zum Einsatz. Während Neopoll lediglich 2% Eiweiß enthält, sind es bei UltraBee zwischen 12-18% Proteine.
  • Die Testvölker werden vor auflegen eines Futterteigs nach Größe bewertet, indem die besetzten Wabengassen von oben und von unten ermittelt werden.
  • Es werden die von der Größe her vergleichbaren Völker zu Pärchen zusammengestellt (sprich: auf dem Papier – es werden keine Völker tatsächlich bewegt!).
  • Dabei werden – wenn möglich – Geschwisterköniginnen einander gegenübergestellt.
  • Alle Testvölker bekommen Apifonda Futterteig.
  • Jeweils ein Volk einer 2er-Gruppe bekommt zusätzlich einen UltraBee Pollenpattie.
  • Rund eine Woche nach auflegen des Futters wird der Verbrauch der Futtergaben überprüft.
  • Diese Prüfung wird vier Wochen nach Beginn des Tests wiederholt.
  • Ende März, also rund 6 Wochen nach Beginn des Tests, werden erneut die besetzten Wabengassen oben und unten gezählt.
  • Wenn das Wetter es zulässt, erfolgt zum Ende hin eine Bewertung nach der Liebefelder Schätzmethode.

Kann ein Pollenfutterteig, der einen maßgeblichen Anteil Eiweiß enthält, in meinen Breitengraden, früh genug gegeben, einen Unterschied in der Frühjahrsentwicklung ausmachen?

Robinie wird wohl nichts in diesem Jahr

Gestern war Imkervereinstreffen. Neben dem Thema Zucht gab es auch auch aktuelle Themen.

Dabei hat sich dann irgendwann Werner B. gemeldet, der seit mehr als 60 Jahren imkert, und zwei Zweige aus seiner Tasche geholt. Es handelte sich um Robinienzweige, welche entweder erfrorene oder stark unterentwickelte Blütenstände zeigten. Seiner Vermutung nach wird die Robinie dieses Jahr kaum Honig bringen, da sie sich letztes Jahr zu sehr verausgabt hat und dieses Jahr erschwerend Nachtfröste die Blütenansätze geschädigt haben.

Meine Hoffnungen für eine ergiebige Frühtracht ruhten maßgeblich auf der Robinie. Diese kann ich jetzt wohl vermutlich begraben.

2019.4 Schwarmsaison ist eröffnet

Das Wetter war die letzte Woche eher bescheiden, Gewichtszunahmen Fehlanzeige. Stattdessen hockten die Damen viel zu Hause rum und hatten Langeweile. Diese Langeweile haben dann einige Völker dazu genutzt, Schwarmzellen anzulegen. Ab jetzt sind die Durchsichten arbeitsintensiv, denn letztlich darf keine einzige Schwarzelle übersehen werden, sonst ist so ein Volk schnell weg.

Ansonsten: Ich habe mir endlich einen Sonnenwachsschmelzer bestellt.
Das ist ein Elend, den Drohnenschnitt irgendwo aufzubewahren, bis man mal wieder den Dampfwachsschmelzer anwirft. Und so ein Sonnenwachsschmelzer kann diese Arbeit einfach nebenbei erledigen.

Varroamonitoring mit Puderzucker

Ich habe das Varroamonitoring mit Puderzucker ausprobiert.
Mal abgesehen, dass die zwei Völker, die ich getestet habe, ohne Befund geblieben sind, ist die Methode eine ganz schön krümelige, umständliche Sauerei.

Es gibt Untersuchungen, die belegen, wie zuverlässig diese Methode ist, gerade im Vergleich zu der von mir sonst angewandten CO2 Testmethode, aber ich empfang das Vorgehen zeitraubend und umständlich.

Am Bieneninstitut hat man mir dann auch erklärt, dass der Puderzucker die Tracheen der Bienen so sehr schädigt, dass diese das auch nicht unbeschadet überstehen.

Im Moment neige ich dazu, entweder bei der CO2 Methode zu bleiben, oder asynchron zu arbeiten: Wenn die Kiste auf ist, ein Urinbecher mit Bienen füllen (durch abstreifen), Deckel drauf und Bienen ersticken lassen, bzw. wenn verfügbar, gleich in den Tiefkühler geben. Anschließend werden die Bienen zu Hause einer Auswaschprobe unterzogen.

Bevor jetzt das Entsetzen ausbricht: Eine vernünftige Varroabefallsmessung ist Grundlage einer jeden seriösen Behandlung. Man opfert vielleicht 300-500 Bienen, um letztlich das Überleben der gesamten Kolonie zu sichern!

10er Dadant Beuten

Vor Kurzem kamen ja die neuen 10er Dadant-Beuten von der Bergwiesenimkerei an. Diese wurden jetzt gestrichen, Mittelwände eingelötet und die Rähmchen gestempelt.

Die stehen jetzt bereit, um Ende Juni mit Kunstschwärmen und Zuchtköniginnen befüllt zu werden

Rähmchen stempeln

Ich bin gespannt auf die kleinen Änderungen, die mit einem testweisen Umstieg auf Dadant einhergehen werden. Das Arbeiten mit Großwaben im DNM 1,5 Format ist schon erheblich einfacher als mit dem relativ kleinen DNM, aber Dadant liegt noch einmal etwas anders in der Hand.

Imkern ist auch immer Ausprobieren.

2019.3 – Geschwärmt?!

Sieht so aus, als wäre mir ein Volk geschwärmt, vermutlich gestern oder heute Vormittag. Gefunden habe ich sie aber nicht mehr.

Wir waren die letzten drei Tage verreist, und ich bin schon mit einem mulmigen Gefühlt heute nach Hause gefahren. Also bin ich sofort zu den Bienen weiter. Beim Blick in die Beute verstärkte sich die Vorahnung zu so etwas wie Gewissheit: Verdammt leer in der Bude, da fehlt doch mehr als die halbe Mannschaft.

Schwarmverhinderung kann ich eigentlich ganz gut. Aber hier habe ich es verbockt, denn es waren ein paar schön verdeckelte Schwarmzellen zu finden, plus noch eine Reihe weiterer angeblasener Zellen mit Maden.

Ich habe diese Zellen stehen lassen und in einen Dreierboden-Ablegerkasten aufgeteilt, versehen mit Futterwabe und Mittelwand, und sie dann auf einen anderen Stand gekarrt.

Warum es so wichtig ist, sich mit seinem Material wohl zu fühlen!

Ich habe das Volk letzte Woche nicht wirklich gründlich durchgesehen, obwohl es eines der stärksten am Stand war. Aber es war auch eines der Launischsten. Und es steckte in einer Segeberger Beute.

Ich mag die Segeberger nicht. Alles ist eine Spur zu eng, ich muss zu sehr an den Rähmchen rumrütteln, um sie zu lösen, die Bienen werden dann noch unruhiger – kurz gesagt: Die Segeberger empfinde ich immer als Graus, wenn es um Durchsichten geht (wobei man ihr zugute halten muss: Völker wintern wirklich sehr stark aus und sind früh auf Betriebstemperatur!).
Natürlich ist das hoch subjektiv! Aber es geht mir ja auch im die Meta-Ebene:

Ich habe ein anderes, ähnlich starkes und unruhiges Volk, allerdings in einer Holzkiste.
Hier kann ich auf Metallschienen die Rähmchen bequem schieben, Platz schaffen und selbst festgekittete Rähmchen lassen sich mit geringem Kraftaufwand lockern.
Alles ist in der Kiste etwas weiter, entspannter, luftiger (subjektiv empfunden).

Ergo bearbeite ich das Volk in seiner Holzkiste viel entspannter und ruhiger, und daher auch gründlicher.

Bei der Segeberger Beute habe ich letzte Woche zwei Spielnäpfchen gefunden.
Die Schwarmzellen, die zu dieser Zeit schon angelegt worden sein müssen, habe ich deshalb nicht gesehen, weil die an einer Stelle im Brutnest steckten, welche weiter drinne, verkittet und verkleistert war, sodass ich wenig Motivation verspürte, diese Rähmchen da herauszulösen, was nur mit Aufwand und Gerüttel möglich gewesen wäre. Also dachte ich, ganz naiv, wie ich manchmal bin: Wird schon bis nächste Woche gut gehen!
Denn dann wollte ich die ganze Bagage in eine Holzkiste umloggieren, und dann würde ich da auch gründlicher reinschauen. Wie hoch wäre denn bitte die Wahrscheinlichkeit, dass die mir genau in dieser einen Woche abhauen?

Tja.

Kurzum: Es ist von enormer Wichtigkeit, sich mit seinem Material wohl und sicher zu fühlen. Die Imkerei ist schon genug von Unsicherheiten und Selbstverunsicherung geprägt. Da sollte man sich nicht mit Werkzeugen (und eine Beute ist ein Werkzeug) belasten, bei welchem man sich nicht wohl fühlt.

Der Schwarm jedenfalls ist verloren. Vielleicht finden sie eine Behausung, aber selbst wenn, wird sie die Varroa diesen oder spätestens nächsten Winter dahin raffen.

Es ist auch aus tierseuchenhygienischen Aspekten Mist, wenn man einen Schwarmabgang zu verzeichnen hat.

Dieses Jahr habe ich schon mehr Pleiten verursacht, als das ganze letzte Jahr zusammen. Da ist mir nix eingegangen und nix geschwärmt.

Das lehrt mich alles vor allem auch Demut.
Vielleicht habe ich meine Pläne auch zu hoch gesteckt und bin zu schnell gewachsen.

Beobachtungen mit den Stockwaagen

Ich habe zwei Völker auf Stockwaagen, ausgestattet mit Temperaturfühlern, die seit dem Wochenende in den Honigräumen hängen.

Die Beobachtungen sind ganz interessant, denn es ist deutlich der Unterschied in der Volksstärke an den Werten ablesbar, ebenso die Trachtreife.

Kurz gesagt: Ein Volk ist trachtreif, das andere nicht. Dies zeigt sich auch im Wärmehaushalt des Honigraums.

Gewichtsentwicklung

Man kann am nachfolgendem Graphen schön erkennen, wie ein Volk innerhalb von 5 Tagen fast 7 KG an Gewicht zulegt, während das andere Volk nahezu unverändert bleibt (abgesehen von der Entnahme einer Futterwabe -FW). Beide Völker stehen am selben Standort, nebeneinander auf einem Beutenbock.

An der blauen Linie kann man erkennen, wie die Bienen tagsüber zunächst ausfliegen und der Stock leicht an Gewicht verliert, gefolgt von einer steten Gewichtszunahme, wärend die Sammelbienen Tracht einbringen. In der Nacht wird der Nektar getrocknet, und mit der aus dem Stock gefächerten Luftfeuchtigkeit sinkt auch das Gewicht des Stocks wieder messbar.

Temperaturentwicklung Honigraum

Ein interessanter Unterschied zeigt sich in den beiden Honigräumen.

Während das schwächere Volk bisher keinen nennenswerten Nektar im Honigraum einlagern musste (keine nennenswerte Gewichtszunahme), musste das stärkere Volk den Honigraum antragen und dort Nektar einlagern. Folglich das äußert sich dann auch deutlich im Temperaturverlauf.

Das starke Volk hält im Honigraum konstant eine Temperatur von um die 30 Grad Celsius, während im Honigraum des durchschnittlichen Volkes die Temperaturkurve sich an den Schwankungen der Tagestemperatur orientiert.

Entweder reguliert das starke Volk die Temperatur im Honigraum absichtlich, um eine optimale Trocknung des Nektars zu gewährleisten, oder aber es erzeugt so viel Brutwärme, die von unten nach oben steigt, dass sich dort einfach eine konstante Temperatur herausbildet.

Dem gegenüber steht das durchschnittlich starke Volk, welches sich bei abnehmenden Temperaturen zunehmend zu einer Traube zusammenziehen wird und den Honigraum frei macht. Unter dem Honigraum wird zwar auch Brutwärme erzeugt, aber nicht in dem Umfang. Auf keinen Fall hätte aber dieses Volk Grund zu einer gesteuerten Temperaturregulierung im Honigraum um Nektar zu trocknen – denn dieser ist noch nicht vorhanden.

Was ich weiss: Bienenvölker können gezielt Temperaturen im Stock regulieren. Dies geschieht insbesondere bei der Aufzucht der Brut, welche bei ~35 Grad Celsius erfolgt.
Was ich nicht weiss: Regulieren Bienen, neben der Brutnesttemperatur, auch die Honigraum Temperatur bewusst?

Ekelhaftes, Widerliches und Kinderarbeit!

Gestern sind der Lütte und ich zum Imkerhaus gefahren und haben Kleinigkeiten vorbereitet.

Während der Nachwuchs Absperrgitter reinigen durfte und Honigräume vorbereiten musste, habe ich jene Rähmchen ausgeschmolzen, die ich Mitte Februar beim Schieden entnommen hatte.

Man muss den Nachwuchs ja “sinnvoll” beschäftigen

Das Auschmelzen von alten Futterwaben, die aufgrund der Ruhr, die in einigen Völkern zeitweise auftrat, nicht mehr zum Einsatz kommen sollen, ist widerliche Drecksarbeit.

Die ganze Zuckerplörre fliesst zusammen mit dem Wachs über die Rähmchen, der Trester mittenmang. Alles klebt, es riecht nicht allzu lecker und die Reste dieses Gemansche von den Rähmchen zu kratzen, ist alles andere als erheiternd.

Das Reinigen alles zum Einsatz gekommenden Materials dauert länger als das Ausschmelzen selbst, aber am Ende hat man etwas Wachs, ein paar mehr Rähmchen (von denen ich zur Zeit, glaube ich, zu viele habe – ich habe mich verrechnet, scheints mir) und klebrige Hände.

Ich freue mich, wenn ich nächste Woche endlich mal wieder etwas mit den Bienen machen kann, und weniger mit den Nebengelassen der Imkerei.

Damit das funktioniert, hat der Nachwuchs Zargen genommen und selbige mit Mittelwände und ausgebauten Waben befüllt, jeweils so, dass jede Zarge einen Kern von ausgebauten Waben hat, in welche die Bienen sofort Nektar einlagern können. Die dafür notwendigen Absperrgitter hat er sauber gekratzt – und so steht kommendes Wochenende alles bereit, den Bienen ihre ersten Honigräume zu verpassen (sollte die Kirsche früher aufgehen, dann schiebe ich das vielleicht auch vorher irgendwo dazwischen).