2020.17 – So langsam Zielgrade

Langsam läuft wieder alles zusammen:
Die Völker sind eingefüttert, die Ableger zusammengefasst, zu schwache oder kranke Völker vereinigt oder aufgelöst und die Mini Plus größtenteils zusammengefasst.

Hier und da habe ich noch etwas Futter nachgereicht, teilweise sind die Futterzargen schon runter, Umweiseln ist durch und die Windeln bei einigen auch schon wieder raus.

Kurzfristig steht noch an, zwei Völker zu vereinigen, alle Futterzargen abzuräumen, überall die Windeln rauszuziehen, Mäusegitter zu stecken und hier und da den einen oder anderen Bayvarol Streifen zu entfernen. Außerdem muss ich bei den zuletzt umgeweiselten Einheiten noch prüfen, ob alles glatt gegangen ist.

Und dann beginnt die Wintersaison.

Wintersaison

Keine Zeit für Langeweile:
Ich muss immer noch viel am neuen Bienenhaus machen – umbauen, reparieren, einrichten. Der alte Standort ist fast leer gezogen, aber da muss dann vor Übergabe auch noch geputzt werden.

Es ist noch etlicher Krempel zum Wertstoffhof zu fahren, die ganze Imkerhardware, die über die Saison so im Einsatz war, muss gereinigt, teilweise repariert, nachgestrichen und auch desinfiziert werden. Außerdem muss noch Wachs eingeschmolzen, geklärt und schließlich zur Umarbeitung gebracht werden. Rähmchen müssen ausgekocht und gereinigt werden, um dann neue Mittelwände zu erhalten.

Außerdem will ich den Schleuderraum auf Vordermann bringen: Andere Deckenlampen, etwas Hebetechnik einbauen, Böcke für Klärfass und Rührwerk bauen, eventuell das Waschbecken gegen etwas aus Edelstahl tauschen, eventuell den Fußboden neu machen.

Im Bienenhaus selbst müssen die alten Hinterbehandlungsbeuten raus, die dann offene Wand teilweise verschlossen werden, und dann noch ein paar Ablagen geschaffen werden, damit das Haus dann ab dem Frühjahr meine Ableger aufnehmen kann.

Insgesamt haben wir aber schon eine ganze Menge geschafft.
Unter anderem habe ich schon ein paar hundert Rähmchen ausgeschmolzen und die größte Wachsmottenzucht der Welt aufgelöst. Einiges an Sperrmüll ist auch schon weg und der Lagerraum ist jetzt auch tatsächlich Lagerraum und mittlerweile fühlt sich alles noch etwas mehr nach “meins” an.

Es ist noch eine Menge Arbeit voraus, aber es ist auch schon eine Menge Arbeit erledigt, und langsam bekommt alles ein Gesicht.

Honig abfüllen

Habe ich oben noch nicht erwähnt: Es ist noch etliches an Honig abzufüllen.
Um mir das Leben zu erleichtern, ist ein Melitherm als neuestes Hilfsmittel dazu gekommen. Allerdings ist ziemlich viel dann mit der Hand zu rühren und ich schwanke immer, ob ich jetzt schon das Geld für ein Rührwerk in die Hand nehme oder nicht.

Das Problem ist, dass ich noch keine Vermarktungskanäle habe, die es dauerhaft als sicher erscheinen lassen, so eine Tonne Honig zuverlässig an den Mann und die Frau zu bringen. Insofern stellt sich die Frage, wie viel Geld ich von jetzt auf gleich in die Honigbearbeitung stecke. Aber diese ganzen Eimer manuell nach dem Melitherm auch noch zu rühren, am besten jeden Tag zwei mal – so viel Zeit habe ich gar nicht.

Aber wenn man mit einem Rührwerk anfängt, dann kommen die nächsten Fragen von ganz alleine: Wie bekomme ich die 100+ KG Honig aus dem Rührwerk wieder hinaus? Damit ich das Rührwerk einfach befüllen kann, steht es ja eher tiefer, in Bodennähe. Aber daraus kann ich dann schlecht abfüllen – ich kann mich ja schlecht dazu auf den Boden setzen.
Also denkt man zwangsweise über eine Honigpumpe nach.

(Die gleichen Überlegungen kommen übrigens, wenn man über ein Klärfass nachdenkt)

Der Kompromiss, auf welchen ich jetzt gekommen bin: Einen Bock bauen, der so hoch ist, dass ein 25 KG Eimer unter den Auslass eines Rührwerkes und eines Klärfasses passt.
Dann kann ich in einen Eimer ablassen und dann in einen Abfüller umkippen.

Insgesamt mag der geneigte Langzeitleser mir folgen, wenn ich sage, die ganze Imkerei ist ganz schön aus dem Ruder gelaufen.

Hebe- und Transporttechnik

Das ist auch so ein Thema, welches sich im Laufe des Jahres immer mehr aufgedrängt hat – die Hebe- und Transporttechnik.

Ich kann nicht dauerhaft die Beuten zum Auto schleppen. Das macht mein Rücken irgendwann nicht mehr mit. Das Zeug wiegt mitunter ziemlich viel, ist unhandlich und muss teilweise über 30 Meter weit geschleppt werden, und dann gleich im Dutzend.

Ich liebäugle daher im Moment mit einem Kaptarlift. Der wäre theoretisch auch eine Hilfe bei Durchsichten, wenn man die Honigräume runter machen muss (runter geht ja meistens noch – aber rauf…) Gerade bei den Massentrachten, wie Linde, wenn man vier, fünf Honigräume heben muss, habe ich mir dieses Jahr oft mechanische Hilfe gewünscht.

Das gleiche gilt für den Schleuderraum.
Ich kann zum Beispiel den Motor der Schleuder nicht alleine runterheben. Der ist einfach zu schwer.
Oder der Siebkübel – wenn der voll ist, wiegt der rund 50 KG. Um den abzulassen, muss ich ihn hochstellen. Das bekomme ich alleine nicht hin, gar nicht zu sprechen von einem Klärfass oder einem Rührwerk.

Ich denke daher gerade drüber nach, im Schleuderraum eine kleine elektrische Seilwinde samt Schwenkarm einzubauen. Kostet nicht viel, aber kann dem Rücken sehr viel Last abnehmen und Flexibilität schaffen.

Letztes Thema, Transporttechnik:
Ich bekomme in meinen Bus 6 Beuten. Das ist schon echt OK. Aber da ich Stände gerne mit 10+ Völkern anwandere (soll sich ja lohnen), muss ich immer mehr als einmal fahren.
Von daher sieht es ganz so aus, als wenn ein Anhänger eine sinnvolle Investition sein kann, zumal Imkerei immer nicht viel mehr ist, als ein Logistikunternehmen mit ein paar Insekten dabei. Ein Hänger würde sich auch ganz wunderbar mit dem Kaptarlift ergänzen.

Ich darf das alles gar nicht durchrechnen….

2020.16 – Vorläufiger Bericht zur Varroasituation 2020 und zur TBE

In diesem Blogpost soll es um aktuelle Beobachtungen zur Totalen Brutentnahme (TBE), Varroamanagement im Allgemeinen und finanzielle Aspekte dabei im Besonderen gehen.

Aktuelle Beobachtungen zum Thema TBE

Ich bin ja ein bekennender Anwender der Totalen Brutentnahme. Ich erschlage damit mehrere Fliegen mit einer Klappe: Ich entferne große Teile der Milben aus einem Volk, ich bilde Ableger, die ich im Frühjahr als Reserven nutzen kann, und ich erschlage die Bauerneuerung gleich mit.

Aber insbesondere eine Beobachtung zwingt mich zu Verbesserungen: Ein Drittel bis die Hälfte der Völker hat jetzt im September noch mehr Milben im Volk, als ich das gut finde.

Wenn ich in einer Dadant-Kiste auf einer Windel nach 48 Stunden mehr als 10 Milben pro Tag finde, empfinde ich das als zu hoch.
Diese Empfindung wird in der Regel durch einen Blick auf die Volksstärke gestützt – diese Völker sehen schwächer aus als ihre Nachbarn, die <5 Milben pro Tag fallen lassen.

Ich habe ganz vereinzelt Völker, die trotz TBE mehr als 50 Milben am Tag haben fallen lassen. Zumindest ein Volk davon zeigt DWV Bienen, das Brutnest ist ungewöhnlich löchrig für ein TBE-Volk und die Volksstärke so gering, dass eine Einwinterung bei derzeitigem Zustand nicht sinnvoll erscheint.

Ich greife also im Moment bei rund einem Drittel der Völker ein und behandele nach, um die Milbenlast für die letzten +-2 Brutzyklen zu senken.

Meine Frage lautet: Was ist da schief gelaufen, dass so viele Kisten 2 Monate nach der TBE bereits wieder so viele Milben haben?

Erklärungsversuch

Ein Volk hat, wie gesagt, ein ernsthaftes Milbenproblem, trotz TBE am 10.7. mit darauf folgender OXS Restentmilbung.
In der Folge einer weiteren OXS Behandlung, die aufgrund des hohen Milbenfalls auf der Windel Anfang September durchgeführt wurde, fielen so viele Milben, dass die Windel braun eingefärbt war.

Man hätte gut und gerne unterstellen können, dass das Volk dieses Jahr noch nicht behandelt worden ist.
Wo kommen da die ganzen Milben wieder her?

Als erste Erklärung wird immer wieder die Reinvasion ins Feld geführt. Ich halte allerdings diese Erklärung für nicht schlüssig, weil:
Wenn sterbende Völker aus der Umgebung sich bei mir einbetteln, und damit ihre Milben mitbringen (Push Effekt), dann würden sich die Bienen paritätisch über meinen Bienenstand verteilen und nicht insbesondere ein spezielles Volk belasten.

Wenn man annimmt, dass meine Bienen sterbende Völker in der Umgebung ausräubern und damit auch die Milben mitbringen (Pull-Effekt), dann wären es insbesondere die starken Völker, welche Überfallkommandos losschicken könnten, aber nicht ein Volk, welches bereits selbst durch die Milbe geschwächt ist.

Ich glaube also in diesem Fall nicht an die Reinvasionstheorie.

Plausibler finde ich die Theorie der Reinvasion von innen. Nach der TBE bleiben so viele Milben übrig, dass in der Folge zu viele Brutzellen befallen und damit zu viele Bienen geschädigt werden, während zu viele Milben nachwachsen.
Ich kann nur vermuten, dass es sich dabei um eine Wechselwirkung handelt zwischen:

Vorbelastung der Bienen vor der TBE, und damit der fehlenden Kraftreserven, die ein Volk bei einer TBE eigentlich aufbringen müsste – einerseits.

Absolute Zahl der Milben, die eine TBE samt OXS überleben, und dann als neue Startpopulation das Volk schwächen – andererseits.

Das o.g. schwache Volk hatte vor der TBE einen gemessenen phoretischen Milbenbefall von 5% (gemessen mit der Alkoholauswaschmethode).
Dieser Wert lag deutlich über dem Standdurchschnitt.

Ich schlussfolgere Zweierlei daraus:
Die Bienen, welche die anstehende TBE meistern mussten (Wabenwerk neu aufbauen, einen ganzen Brutsatz kompensieren, der ja entnommen wurde, und neue Brut aufziehen), waren durch die hohe Milbenlast vorgeschädigt und weniger leistungsfähig. Dies betrifft insbesondere die Leistungsfähigkeit hinsichtlich der arbeitsintensiven Brutpflege.
Dies hatte einen geringeren Brutumfang zur Folge.

Durch den anfangs hohen Milbenbefall war auch die Anzahl der absolut überlebenden Milben höher als bei anderen Völkern. Weiterhin spielt insbesondere bei der OXS Behandlung auch der Zeitpunkt eine Rolle – je weniger Bienen unterwegs sind, und je mehr Bienen in der Beute sitzen, umso wirksamer ist die Behandlung.

Zu dem genauen Behandlungszeitpunkt kann ich nichts mehr sagen, aber die klar ist, dass die Startpopulation der Milben höher gewesen sein muss.

Wenn jetzt der Brutumfang geringer ist, die Anzahl der Milben aber höher als erwartet, so hat das eine prozentual höhere Befallsrate der Brutzellen zur Folge, was wiederum letztlich zu einem Mangel an fitten Jungbienen führt – in der Folge erholt sich das Volk gar nicht, oder nur sehr langsam, während die Zahl der Milben weiter steigt.

Unterstützt wird die Annahme von einem weiteren Volk, welches mittlerweile aufgelöst wurde.
Dieses hatte einen noch deutlich höheren phoretischen Milbenbefall (irgendetwas zwischen 40 und 60%) und wurde ebenfalls am 10.7. einer TBE unterzogen.

Zwar wurde nach der TBE noch am Wabenwerk gebaut und ein erstes handtellergroßes Brutnest angelegt, allerdings flogen binnen 3 Wochen so viele Bienen ab, dass das Volk nur noch aufgelöst werden konnte. Dieses Volk war innerhalb von 6 Wochen von “groß und stark” zu einem nahezu vollständigen Kahlfliegen zusammengeklappt.
Der Zusammenhang zwischen der Belastung durch eine TBE und der fehlenden Kraft der Pflegebienen zum Neuaufbau war hier insofern offensichtlich, als dass die TBE den Kahlflug noch zu beschleunigen schien.

Unterschiede bei der OXS Applikation

Ich habe eine Testgruppe von Völkern nicht OXS besprüht, sondern bedampft.
Die bedampften Völker, obwohl nur eine Woche nach den besprühten gebildet, haben allesamt einen unauffälligen Varroastatus.
Man könnte glatt meinen, das Verdampfen wäre effizienter als das Besprühen.

Vorläufiges Fazit

Im Falle einer zu großen Belastung eines Volkes Mitte Juli durch Milben ist eine TBE kein geeignetes Mittel, das Volk zu sanieren. Ob zu einem früheren Zeitpunkt im Jahr, beispielsweise im Mai, eine TBE noch etwas retten kann, kann ich nicht beurteilen, würde aber vermuten, dass das grundsätzliche Problem Kraftbedarf-TBE im Verhältnis zu Ausreichend-fitte-Arbeiterinnen auch hier ungünstig ist.

Insbesondere das vollständige Entfernen der Brut verlangt von den übrig bleibenden Arbeiterinnen, einen ganzen Brutzyklus (plus n Tage für Wabenbau) auf Verstärkung warten zu müssen.
Zwar haben sie in diesem Moment nicht die schwere Arbeit der Brutpflege zu leisten, dafür haben sie aber ihr komplettes Wabenwerk verloren und und fangen hier wieder bei Null an.

Das ist dann überhaupt kein Problem, wenn das Volk noch genug fitte Arbeiterinnen zur Verfügung hat.
TBE Völker sehen nach einer TBE richtig gut aus, aber eben nur, wenn die Bienenmasse stimmt, und der Milbenstatus einen phoretischen Befall von etwa 3% nicht überstiegen hat – so meine bisherige Arbeitshypothese.

Bei stärker befallenen Völkern würde ich künftig eine andere Strategie fahren wollen, die darauf abzielt, die Brut nicht zu entfernen und auch nicht durch aggressives Nebenwirkungen (wie beispielsweise bei der Ameisensäure) zu schädigen.

Stattdessen würde ich in diesen Fällen entweder eher auf eine OXS Blockbehandlung setzen, bzw. auf Präparate wie BayVarol oder Apivar zurückgreifen (letzteres ist m.E. rezeptpflichtig).

Die Voraussetzung für ein entsprechendes Handeln ist aber eine genaue Kenntnis des Varroalevels in den Völkern.

Dazu dann gleich mehr.

Ein paar Gedanken zum Varroamanagement

Varroamanagement geht auch im Blindflug. Es gibt genug Imker, die behandeln nach ihrem Schema, welches in der Vergangenheit immer gut funktioniert hat, und sie kommen damit dann auch gut über den Winter.

Meine eigenen Interessen gehen da in eine etwas andere Richtung. Ich möchte noch mehr über die Entwicklungsdynamiken der Milbe im Volk verstehen lernen und meine Behandlungen dann ggf. individuell gestalten.

Die Notwendigkeit einer individuellen Behandlung von Völkern ergibt sich aus den Bemühungen rund um die Zucht einer “varroa surviving bee” (VSB) – einer “Varroa überlebenden Biene”.
Ich arbeite bin Mitglied im Zuchtverband der Buckfastzüchter von Mecklenburg Vorpommern, in dem es auch eine Zuchtgruppe rund um das Thema VSH/VSB gibt.

Ich habe entsprechenden Zuchtstoff umgelarvt, aufgezogen und auf einer Belegstelle anpaaren lassen.
Will ich von diesen Königinnen diejenigen finden, die auch tatsächlich Anzeichen auf VSH/SMR zeigen, dann muss diese Völker regelmäßig und zuverlässig auf ihren Milbenbefall hin prüfen, und ggf. auch nur dann behandeln, wenn bestimmte Grenzwerte gerissen werden, bzw. eben nicht behandeln, wenn der Milbenstatus konstant unter bestimmten Threshholds verbleibt.

Randy Oliver hat zu dem Thema, wie man zuverlässig mit Alkohol Milben auswäscht, diverse gute Artikel verfasst – siehe u.a. hier.

Aber ich will an dieser Stelle gar nicht so viel über die Zucht reden, als über die betriebswirtschaftlichen Aspekte des Varroamanagements.

Varroa und Geld

Ich habe bisher zwei Völker durch eine zu spät erkannte hohe Varroalast verloren. Eines ist schon weg, eines werde ich sehr wahrscheinlich am Ende einer Behandlung noch auflösen.

Von meinen Wirtschaftsvölkern behandle ich derzeit noch etwas mehr als ein Drittel gegen die Milbe, eventuell werde ich sie noch mit Ablegern verstärken.

Ich dachte darüber nach, warum ich so unzufrieden mit der Situation bin. Und im Ergebnis lag es daran, dass ich meine selbst gesteckten Ziele für dieses Jahr nicht erreicht hatte: Ich wollte Ende April, Ende Mai und Ende Juni Alkoholtests über alle Völker laufen lassen, habe dann aber letztlich keinen einzigen Test durchgeführt.

Grund war Zeitmangel, und erst als Schäden offensichtlich wurden, habe ich die ersten Tests gemacht, dann allerdings zu spät.

Ich habe darüber nachgedacht, wie sich das mit dem Zeitaufwand für die Tests und den finanziellen Aspekten verhält.

Wenn ich von Bienen leben muss, muss ich vermutlich auch einen fiktiven Stundenlohn ansetzen und bestimmen, ob sich gewisse Arbeiten überhaupt rechnen.
Würde sich der Alkoholtest, der Material und vor allem Zeit kostet, letztlich rechnen?

Dazu folgende Annahmen:

Ein Volk kostet etwa 150€, ein Kilo Honig bringt in der Direktvermarktung sagen wir 10€, meinen Stundenlohn lege ich jetzt einfach mal mit 20 Euro fest (ist das ansatzweise realistisch?) und ein Alkoholtest benötigt bei einer regulären Durchsicht etwa 5 Minuten länger. Material für den Test (Isopropanol Alkohol kostet 10€/Liter, ein Varroa EasyCheck rund 25€) könnten wir ebenfalls mit einrechnen.

Die beiden Völker, die ich verloren habe, kosten in Summe rund 300€, da ich sie weder verkaufen noch nächstes Jahr für die Trachten nutzen kann. Gehe ich davon aus, dass jedes der beiden Völker 30KG Honig gebracht hätte (eine sehr pessimistische, konservative Schätzung), summiert sich der Verlust zu einem Betrag von 600€ auf. Dabei ist nicht berücksichtigt, dass beide Völker jeweils noch einen Ableger hätten ergeben können, also zumindest theoretisch durch den Verkauf noch mal etwa Umsätze von 200-300€ zu erzielen gewesen wären.

Wenn ich davon ausgehe, dass aufgrund meiner Nachlässigkeiten etwas mehr als ein Drittel der Völker schwächer in den Winter gehen als notwendig, und damit auch schwächer aus dem Winter kommen, als geplant, dann verliere ich auch hier Geld, nämlich in der Frühtracht: Völker, die im Frühjahr erst aufholen müssen, bringen in der Frühtracht kein Geld.
Müssen diese Völker mit Ableger verstärkt werden, damit sie doch Geld bringen, bringen diese Ableger jedoch kein Geld mehr durch einen Verkauf.

Jedes Volk, das zu schwach aus dem Winter kommt, kostet grob überschlagen 150€ (entweder pessimistisch veranschlagte 15KG Frühtracht, oder einen Ableger, welchen man nicht mehr verkaufen konnte).

Was ich in der negativen Rechnung, also jener, die ein schlechtes Varroamanagement zugrunde legt, noch nicht berücksichtigt habe: Die Zeit, die ich aktuell aufwende, die Milbenlevel für die kommenden Brutsätze zu senken, damit der Schaden sich möglichst in Grenzen hält.

Hätte ich allerdings von Beginn an ein konsequentes Monitoring gefahren, wäre das zwar nicht für umsonst zu haben gewesen (Anzahl Völker x 5 Minuten / 60 x 20€ + 35€ Materialkosten, multipliziert mal drei, über den Sommer verteilt), aber das wäre allemal billiger gewesen, als Völker unkontrolliert einem russisch Roulette auszusetzen.

Insofern stellt sich mir die Frage, ob auch nicht jene Berufsimker, die ihr funktionierendes Schema haben, Geld liegen lassen.
Denn oft beinhaltet dieses Schema die Inkaufnahme von Varroaschäden, die dann durch eine gezielte Vermehrung ersetzt werden.

Letztlich ist es aber eine Abwägung, welche Strategie für wen Sinn macht.

Fazit

Ich habe mir ein konsequentes Milbenmonitoring jetzt schön gerechnet. Ich bin es auch leid, im September immer nur halb zufrieden mit meinem Varroastatus zu sein. Ich bin es auch leid, im September, wenn ich auf die Imkerei eigentlich keinen Bock mehr habe, noch so viel durch die Gegend zu fahren und Dinge gerade zu biegen.

Deswegen will ich versuchen, kommendes Jahr nach der Durchlenzung konsequenter mittels Alkohol die Völker zu beproben, um dann ggf. rechtzeitig eingreifen zu können.

Ein Grund dafür ist sicherlich auch, den Erfolg der vermeintlichen VSH/SMR Königinnen zu prüfen und ggf. von der richtigen Nachkommen zu ziehen.

Es handelt sich also um ein Gesamtpaket an Vorteilen, die ich mir davon erhoffe.
Und wie heißt es so schön: Der Imker lebt immer in der Hoffnung.

2020.15 – Es herbstlt so vor sich hin

Umweiseln

Ich habe damit angefangen, jede Woche ein paar Völker umzuweiseln. Die Alt-Königinnen, die noch gut sind, habe ich teilweise verkauft, teilweise verschenkt (von Privatleuten nehme ich etwas Geld, von gemeinnützigen Projekten, wie einer Schulimkerei, nehme ich keines).

Ich verarbeite jetzt vor allem die Buckfast B3435, die ich dieses Jahr in der Annaburger Heide habe anpaaren lassen. Die müssen dann kommendes Jahr in so etwas wie eine Leistungsprüfung.

Füttern

Ich füttere derzeit, immer kleine Portionen so bis 2,5, 3 KG pro Futtergabe und Volk- einmal pro Woche, und hoffe, so bis Ende September auf das Endgewicht zu kommen.

Da Zeit knapp ist, habe ich aufgehört, selber Zucker anzurühren, und fahre nun jede Woche zu meinem Imkerbedarfsladen und lasse mir 140 KG Futter abfüllen. Insgesamt kotze ich etwas, weil das enorm viel Geld kostet, während da ein paar hundert Kilo Zucker im Lager stehen, aber ich habe meine Zeit gegen mein Geld abgewogen, und da fiel die Wahl zugunsten meiner Zeit.

Erfolgreiche Wachsmottenzucht

Ich löse gerade das alte Kuntsch-Wabenlager auf, bzw. das, was davon noch übrig ist.
In der ganzen Hektik der letzten Wochen fiel das Schwefeln des Wabenlagers aus, und das rächt sich dann durch Wachsmotten, die sich hungrig durch den Wabenschrank gefressen haben.

Mein Dampfwachsschmelzer hat sich schon rentiert. Wenn der erst einmal läuft, dann bekomme ich da ziemlich viele Waben durch, und so leert sich dieser Wabenschrank langsam aber sicher.

Ist der leer, wird er rausgerissen und entsorgt, um Regalen Platz zu machen. Ein Wabenlager in der Form werde ich nicht weiter führen – auch das Schwefeln zur Wachsmottenabwehr finde ich als lästig und unangenehm. Ich werfe Waben lieber in eine verschließbare Kiste vom Baumarkt und lege ein Schwammtuch mit Ameisensäure drauf.

Es gibt Bereiche der Imkerei, die finde ich unangenehm – wachsmottenzerfressene Waben einschmelzen gehört definitiv dazu.

Im gleichen Raum habe ich übrigens auch eine sehr erfolgreiche Wespenzucht: In der Zwischendecke, am Dachfenster, hat sich eine Wespenkolonie erfolgreich eingenistet. Das würde mich alles auch nicht so großartig stören, wenn die wenigstens die Wachsmotten platt gemacht hätten. Und wenn sie nicht den ganzen Raum voll koten würden. So nerven die einfach nur.

Varroa

Es gibt Völker, die haben – nur nach einer kurzen Windelanalyse, jetzt schon wieder zu viele Milben.
Trotz: TBE, OXS nach 10 Tagen.
Ich weiss nicht, was ich davon halten soll. Eigentlich erklärt sich das nur mit Reinvasion, von der aber immer mehr Leute behaupten, dass es die so nicht gäbe. Es gäbe eher eine Reinvasion von innen. Aber ich frage mich, wie viel man bei einer TBE falsch machen muss, damit man den Milbenbefall nicht merklich gesenkt bekommt?!

Ich will am WE da mal genauer nachsehen. Alkohol ist dann das Mittel der Wahl. Und dann mal sehen.

Das große Zusammenfassen!11!

Wenn ich jetzt mit den Futterkanistern über meinen Bienenstand marodiere, bin ich so lange allein mit Füttern beschäftigt, dass ich jedesmal neue Motivation empfinde, im Oktober großzügig Völker zusammenzufassen.

Ich muss das machen. Wenn ich das nicht mache, und schon wieder fast alles überlebt, dann fliegt mir im nächsten Jahr alles um die Ohren.

Natürlich kann man im Frühjahr gut Völker verkaufen, und das will ich auch, aber ich möchte gerne Qualität verkaufen – also nur Völker mit brauchbarer Volksstärke und Königin. Deswegen muss ab Oktober auch selektiert werden. Ich drehe sonst nächstes Jahr durch.

Ach ja, und die Mini Plus fasse ich auch gerade zusammen.
Die Königinnen wandern in Vollvölker, die übrig gebliebenen Zargen werden kleineren Einheiten aufgesetzt. So entstehen mit der Zeit 3-Zargen M+, in denen ich dann Reserveköniginnen über den Winter nehmen will. So der Plan. Das ist ja mein erstes Jahr mit M+, da fehlt mir jedes Gefühl für Futter und Bienenmasse, die man für den Winter benötigt. Aber das wird schon irgendwie…

2020.14 – Über Fehlschläge

Heute soll es mal über Fehlschläge in meiner Imkerei gehen, denn die passieren überall. Die allermeisten Fehlschläge gehen auf Fehler des Imkers zurück, Nachlässigkeiten, Unzulänglichkeiten, Schlamperei oder Unachtsamkeit.
Und natürlich bin ich da keine Ausnahme.

Die Imker, die ihre Aufgabe als Bienenhirte ernst nehmen, sind diejenigen, die in einem Gespräch auch offen zugeben, Fehler zu machen, und diese zu teilen, damit andere nicht in die gleichen Fallstricke laufen. Misstrauisch sollte man denjenigen gegenüber sein, die meinen sie hätten so viel Wissen, Erfahrung, Routine – sie würden keine Fehler machen.

Gerade Routine verführt zu Nachlässigkeiten…

TBE, und alle Bienen vor der Beute

Da macht man eine TBE, schlägt die Völker in tolle, jungfräuliche Dadant-Beuten, und bei der Kontrolle einen Tag später, hängen alle Völker in einer Traube vor und unter ihren Beuten.

Der Grund ist schnell gefunden: Es wurde nach der TBE nicht SOFORT gefüttert, sondern erst 4 Stunden später.

Damit war die neue Behausung komplett uninteressant, weil nur Mittelwände, vier Wände, ein Deckel und sonst nichts vorhanden war.

Also habe ich erst Brutwaben der Brutscheunen rein gehangen, ohne Erfolg – die Bienen sind nicht wieder eingezogen. Dann habe ich, mittlerweile drei Tage nach der TBE, alle Völker unter ihren Kisten rausgeholt, so, wie man auch Schwärme fängt, und in ihre Kisten geschlagen.
Das war alles sehr mühsam und sehr zeitintensiv, wenngleich es letztlich aber zum Erfolg geführt hat.

Räuberei

Zu dieser Jahreszeit ist Räuberei ein täglicher Begleiter. Rähmchen aus der TBE einschmelzen? Zack, die Luft ist voller hektischer Spürbienen.
Ganz schlimm: Versehentlich einen klitzekleinen Spalt eines Fensters zum Schleuderraum auflassen, in dem noch die honigfeuchten Waben in ihren Zargen stehen.

“Da fliegt der Schleuderraum!” ist eine passende Umschreibung, die ich bei einem Altimker gehört habe. Und natürlich ist mir das dieses Jahr auch passiert.

Die ganze Nummer ließ sich auch nicht mehr einfangen, bis ich die Notbremse gezogen, und alle geschleuderten Honigräume an einen ganz anderen Platz gefahren habe.
Auch hier wieder: Ohne Ende Sonderfahren und Zeit investiert, um ein Problem zu lösen, welches vermeidbar gewesen wäre.

Genauso das Überlaufen eines Kanisters mit Sirup. Sirup aus dem Rührfass abfüllen, nur schnell etwas holen gehen wollen, und schon läuft der Kanister über und ergießt sich in großer Pfütze auf der Terrasse. Man muss schon schnell sein, einen Wasserschlauch heranzuschaffen und die Plörre anständig zu verdünnen.

Oder Brutscheunen: Brechen mitunter überraschend schnell zusammen, und wenn man an den Stand kommt, gibt es diese eine Beute mit dem ganz verklebten Flugloch, und drin keine einzige Biene und kein Fitzelchen Futter mehr. Dafür ahnt man, dass diese Scheune ihre Milbenlast munter über den Stand verteilt hat.

Königinnen killen!

Königin zeichnet, wieder über Oberträger zusetzen wollen und plötzlich hebt das Mistvieh ab und fliegt weg. Hoffen, dass sie den Weg zurück findet, weil sie dort ja auch begattet wurde, aber eine Woche später feststellen, dass Nachschaffungszellen gezogen wurden.

Hätte ich nur ein, zwei Wochen gewartet, wäre die Königin flugunfähig gewesen, weil voll in Eilage. So aber war eine gute Weisel mit guter Herkunft verloren.

Beim Umweiseln verliert man auch gerne Königinnen.
Drei Völker, alle am Vormittag entweiselt und nachmittags über Spundloch ein Apidea aufgesetzt. Zwei Völker nehmen die Weiseln an, eine wird gekillt. Hätte ich 9 Tage gewartet, wäre die Wahrscheinlichkeit einer Annahme viel höher gewesen, als die tatsächlichen 66%, aber ich hatte ja keine Zeit.

Königin verletzten, abquetschen bei der Durchsicht – ist mir auch schon passiert, wenn auch unbemerkt.

Völker killen mit Ameisensäure!

Eigentlich funktioniert so ein Nassenheider Verdunster ja zuverlässig. Aber wenn man keine Zeit hat, nach 24 Stunden die Verdunstungsmenge zu kontrollieren, funktioniert er garantiert nicht wie gedacht, obwohl er das vorher viele dutzend Male sehr wohl getan hat – so will es Murphys Gesetz.

So auch dieses Jahr, wo ich nach 5 Tagen die Verdunstungsmengen endlich kontrollieren wollte, nur um festzustellen, dass ein Volk hinüber war, und alle anderen Brutschäden hatten. Während dort die Königinnen noch lebten, lag bei einer Kiste das halbe Volk tot im Boden, samt Königin, der klägliche Rest hing vor dem Flugloch an der Beutenwand oder beim Nachbarn als kleine Traube im Apfelbaum.

Solche Nachlässigkeiten werden gnadenlos bestraft, allerdings trifft die Strafe dann die Bienen, die nichts dafür können.

Mir war so sehr nach heulen zumute, dass ich mir vorgenommen habe, nie wieder Ameisensäure zu verwenden. Was immer ich in Zukunft auch mit der Varroa anstelle – Ameisensäure nicht mehr, egal wie unproblematisch die Anwendung in den Jahren zuvor auch gewesen sein mag.

Brutscheunen klappen ab

Dieses Jahr die TBE einfach mal drei Wochen später gemacht, und schon ist die Milbenlast in den Brutsammlern so hoch, dass auffällig viele Brutscheunen zu schwach sind für eine Einwinterung. Eine Brutscheune hat es gleich ganz erwischt (siehe oben).

Auch ist der Begattungserfolg der zugesetzten Weiseln eher dürftig. Etwa die Hälfte ist OK in Eilage gegangen, die andere Hälfte hat entweder keine Weisel oder bereits Zellen einer Stillen Umweiselung.

Da kann ich die kommenden Wochen noch viel zusammenlegen und dann Waben einschmelzen.

Altwaben werden wieder lebendig

Da macht man eine TBE, um Kuntsch Kisten abzulösen und packt die alten Brutwaben bienendicht weg, weil man sie nicht weiter verwenden will.
Wenn man diese Waben dann ausversehen eine Woche lang vergisst…

Bei sommerlichen Temperaturen verwesen Dinge erstaunlich schnell. Und Maden tauchen auch plötzlich von irgendwoher auf. Das gilt auch für Bienenbrutwaben.

Hätte ich das ganze mal von Anfang an zuende gedacht, hätte ich die Brut auch von einem unerwünschten Rähmchenformat sammeln und ausbrüten lassen können, um dann 10 Tage später darauf Kunstschwärme zu machen.
Aber ich hatte die Dinge natürlich nicht zuende gedacht – und so roch es mit einem mal so komisch im Wabenlager, und als ich dem auf den Grund ging, fand ich den Schlamassel.

Dann sitzt man fluchend spät abends, von tausenden Räuberbienen umschwirrt, auf der Terrasse und schmilzt duzende Rähmchen ein, die bereits ein erneutes Eigenleben entwickelt haben.

Worüber ich aber froh bin…

Ich habe die Saison bisher gesund überstanden… toi, toi, toi.
Mein Rücken hat mitgemacht, mein Immunsystem ebenfalls. Das darf gerne so bleiben.

Manche Dinge haben auch gut geklappt, beispielsweise bisher die Nach- und Aufzucht einer ersten Buckfastlinie (die Mutter ist eine VSH starke Buckfast von Stefan Luff aus Bayern, die Töchter, die von mir gezogen wurden, sind mit einer VSH starken Linie auf der Belegstelle Annaburger Heide angepaart worden)

Auch der Honigertrag war anständig – wenngleich ich Sorge habe, wie ich diese Mengen vermarkten soll.

Für die Menge an Völkern hielt sich die Menge an Schwärmen in Grenzen und ich konnte letztlich doch – zumindest bisher – die Bienen so weit managen, dass es keine größeren Ausfälle gab. Die Frage ist natürlich immer, ob das auch so bleibt…

2020.13 – Absturz

Die letzten vier Wochen hatten es in sich.
Es stand alles an: Honigernte, Totale Brutentnahmen, Oxalsäurebehandlungen, Völker fahren, Völker umwohnen, neue Imkerei einrichten.

Der Arbeitsumfang war stramm, der Zeitplan noch strammer und zwischendurch kam wieder einmal der Moment, wo ich keine Lust mehr hatte, wo ich auch einfach nur erschöpft und kaputt war. So sollte kein Hobby sein.

Ich werde zu gegebener Zeit ausführlicher berichten, aber aktuell stecke ich noch mitten in den Arbeiten für die Wintervorbereitung.
Ich habe neulich mal Völker durchgezählt, und mit den Mini Plus kam ich bei einer Anzahl von etwa 60-70 Kisten raus, in denen Bienen mit einer Königin sitzen. Entsprechend rotiere ich auch gewaltig, das alles gemanaged zu bekommen.

Richtig ist, dass ich die enge Varroakontrolle, die ich angestrebt hatte, zeitlich nicht hinbekommen habe. Die Folge ist, dass ich ein erstes Volk als Varroaschaden – beinahe kahl geflogen – aufgelöst habe.

Das kommende Frühjahr werde ich hoffentlich viele Ableger aus diesem Jahr verkaufen können – ich packe es zeitlich und kräftemäßig nicht, so viele Völker zu führen. Ich weiss jetzt aber auch, wo die Schwachstellen im Betriebsablauf liegen, und ich weiss auch, mit welcher Beute ich künftig weiter arbeiten möchte.

Viele Sachen sollen kommende Saison rausfliegen: Alles mit DNM, Ablegerkästen und Apideas.
Es sollen nur übrig bleiben: 10er Dadant-Kisten, alle von einem Hersteller, Flachzargen für die Honigräume und Mini Plus für die Königinnenaufzucht. Mehr nicht.

Dazu muss noch etwas Hebetechnik her, zwei Klärfässer und vielleicht ein Rührfass, wobei manche Kombinationen nur dann Sinn ergeben, wenn auch eine Honigpumpe dazu kommt. Aber das sind Planungen für den Winter.

Ich muss ein paar hundert Altwaben einschmelzen und bis September noch fast eine Tonne Zucker zu Sirup verarbeiten. Da müssen andere Dinge noch warten…

2020.12 – Zurück von der Belegstelle

Am Freitag bin ich nach Sachsen-Anhalt gefahren, um meine Begattungseinheiten von der Belegstelle Annaburger Heide zu holen.

Vorher hatte ich noch schnell ein paar Transportvorrichtungen für Mini Plus Beuten gebaut, was dann vor Ort das Verladen deutlich erleichtert und zu einer guten Ladesicherung geführt hat. Aber da steckten auch wieder vier Abende Arbeit drin, die vorher nicht eingeplant waren.

Die 26 Einheiten habe ich dann zu unserem neuen Imkereigelände gefahren und dort aufgestellt, um dann am Sonntag den Begattungserfolg zu prüfen. 22 von 26 sind in Eilage, eine Königin ist zwar da, aber diese hing bei Abholung unter der Beute, umgeben von einer Traube Bienen, und hatte noch nicht richtig anfangen können zu brüten.

Manche Königinnen hatten schon verdeckelte Brut, andere noch offene, aber insgesamt sah das Ergebnis besser als erhofft aus.

Verflug

Bei der Durchsicht der BGE ist mir folgendes aufgefallen:
Ich hatte eine reine Carnica Begleitmannschaft den Königinnen mitgegeben – alle Bienen hatten das Carnica Grau, ohne Ringe.
Nach den 14 Tagen Belegstelle war ein Viertel bis ein Drittel der Damenschaft rot geringelt.
Obwohl die BGE alle in Einzelaufstellung stehen, die Beuten selbst sehr unterschiedlich in Form und Farbe sind, betteln sich sehr viele Fremde Bienen in die kleinen Kistchen ein.

Für mich war das ein Augenöffner, insbesondere hinsichtlich der Implikationen bei der Verbreitung von Krankheiten an einem Stand.

M+ sichern

Ein Tipp: Wenn man mit neuen M+ auf Reisen geht, sollte man die Rähmchen mit Pinwand-Nägeln fixieren. Andernfalls rutschen sie etwas herum oder auseinander, und der Beespace stimmt dann nicht mehr, was sich nach zwei Wochen dann mitunter unangenehm zeigen kann.

Ableger platzen immer noch

Ich habe meine Ableger inseriert, aber niemand will sie derzeit kaufen. Ich schätze mal, alle haben selber genug Bienen, und niemand möchte welche kaufen.

Also muss ich die jetzt alle irgendwie aufheben und über den Winter bringen und dann im Frühjahr verkaufen.
Nach einem Winter sollte der Bedarf an Völkern in der Regel höher sein als jetzt…

Was allerdings komisch ist: Wenn man Buckfast Ableger hat, dann wollen das alle kaufen. Warum eigentlich?

Hatte ich geschrieben, dass ich alles, was nicht Dadant und Mini Plus ist, abgeben und verkaufen möchte?

2020.11 – Belegstelle, Ableger platzen und Linde

Linde

Die ersten Linden sind zwar aufgegangen, aber die Stockwaagen zeigen kaum Zunahmen. Letztes Jahr verhielt es sich genau so, und ich hoffe jetzt einfach, dass sich der Nektar noch einstellen wird. Regen ist jedenfalls gefallen, auch in relevanten Mengen.

Durchsichten mit Problemen

Nachdem die Robinie an fast allen Standorten komplett ausgefallen ist, aber ich an den meisten Standorten zufüttern müssen.
Zuvor friedliche Völker sind auf einmal recht biestig. Was ich in den vergangenen Tagen gestochen worden bin, geht auf keine Kuhhaut.

Eine meiner besseren Ertragsvölker hat seine Königin verloren – warum auch immer. Hier musste jetzt eine frische Schwarmkönigin als Überbrückung herhalten. Diese hatte, als zweite Nachschwarmkönigin, nicht mehr viel Belegschaft in der Kiste, aber einen unbändigen Legedrang, und das Ertragsvolk keine Weisel mehr, sodass ich jetzt beide vereinigt habe, in der Hoffnung, dass die noch Ertrag bringen.

Neue Serie

Heute geht vermutlich eine neue Serie an Königinnen an den Start. Diesmal wieder von der bereits genannten Carnica Zuchtmutter.

Eigentlich wollte ich dazu einen Adamstarter basteln, aber da fehlte bisher die Zeit, und jetzt starten wir die Serie in einer weisellosen Hinterbehandlungsbeute. Ob das etwas wird, kann ich nicht sagen, aber schauen wir mal.

Rückstau

Ich komme im Moment mit vielen Dingen nicht so richtig hinterher.
Ich muss zum Beispiel an unserem neuen Standort noch Beutenständer bauen, vorerst für 20 Mini Plus und für rund 20 Ableger.

Ich habe auch noch 12 Dadant-Beuten, die geliefert worden sind, die kurzfristig gestrichen werden wollen. Außerdem habe ich dazu noch die Rähmchen, in welche Mittelwände eingelötet gehören.

Weil das noch nicht genug ist, müssen noch ein paar hundert Kilo Honig abgefüllt und etikettiert werden – wobei mir für zumindest eine Sorte noch ein Etikett fehlt.

Es fehlt auch noch ein “Firmen”-Schild für das neue Imkereigrundstück, außerdem muss ich den schon fertigen Honig ausliefern.

Weil das noch nicht genug ist, müssen die ältesten Ableger in normale Beuten umziehen und erweitert werden – die platzen gerade aus allen Nähten. Die jungen Königinnen wollen einfach legen, auf Teufel komm’ raus.

Belegstelle

Am Freitag habe ich 26 Einheiten auf die Belegstelle Annaburger Heide gefahren.
Ich bin wirklich gespannt, was dabei raus kommt, werde das Ergebnis aber erst in zwei Wochen erfahren. Das sind, wie erwähnt, Buckfast Königinnen, deren Drohnen nächstes Jahr für die Oie vorgesehen sind. Auch die Verpaaarung ist interessant, eine Rüppel-Herkunft mit wohl sehr guten VSH Werten. Also mal abwarten, was dabei raus kommt.

TBE voraus

In 4 Wochen steht die TBE an. Da kommt dann noch mal eine richtige Arbeitsspitze, die sich aber bei den Auswinterungsergebnissen immer wieder bezahlt macht.

Im Moment schlaucht es etwas. Ich bin froh, wenn es wieder etwas ruhiger wird. Und ich denke im Moment, dass ich nächstes Jahr die Anzahl der Wirtschaftsvölker halten, und nicht erweitern will. Erst einmal lernen, so viele Kisten effektiv zu managen. Dann kann man weitersehen.

2020.10 – Mehr Frühlingshonig

Schleudern!

Am Wochenende haben wir ein weiteres Mal geschleudert, um Honigräume leer zu bekommen, bevor die Linde los geht.
Vermutlich werden wir aber kommendes Wochenende noch eine Runde zwischenschieben, um Robinie zu ernten. Insgesamt lief das Frühjahr eher durchwachsen – gerade der Raps hat nicht so viel gebracht, wie erhofft.

Königinnen!

Am 29. Mai war ich in Lübeck, Zuchtstoff holen. Von 50 Larven haben es 29 in den Brutschrank geschafft, als verdeckelte Zellen, welche (hoffentlich) übermorgen schlüpfen werden. Am Wochenende gehts dann auf die Belegstelle. Dafür muss ich aber noch reichlich Begattungseinheiten aus dem Hut zaubern…

Ansonsten sind haben die meisten Ableger jetzt eine legende Königin, und der Unterschied dieser Königinnen im Vergleich zu Nachschaffungsköniginnen ist relativ offensichtlich: Sie geben gleich richtig Gas.

Drei Wochen nach Stecken der Zellen hatten bis auf eine alle schon drei Waben großflächig belegt, teilweise schon verdeckelt, die vierte Wabe war in Arbeit.

Wärmeschrank!

Ich habe Rapshonig, der sehr schön fest geworden ist. Und damit ich den ins Glas bekomme, muss ich ihn auftauen.

Nun hätte ich einfach einen Einweckautomaten kaufen können, aber tatsächlich habe ich im Netz eine einfachere Alternative gefunden: Einen alten Kühlschrank, eine temperaturgesteuerte Steckdose und ein kleiner Heizradiator.

Mit diesen drei Zutaten bastelt man buchstäblich in 10 Minuten einen Wärmeschrank, der einwandfrei funktioniert.

Ich werde dazu mal bei Gelegenheit eine kleine Anleitung schreiben, bzw. die Komponenten vorstellen.

Abfüllen!

Wir wollen diese Woche auch abfüllen.
Das passiert etwas aus der Not heraus: Füllen wir nicht ab, werden wir die Honigeimer bei der Lindenernte schmerzlich vermissen.

Außerdem haben wir Kunden, die in den Startlöchern stehen und Honig brauchen.
Wir werden dieses Jahr dabei ein interessantes Sortiment haben:

  • Frühtracht mit viel Raps
  • Obstblüte, geimpft mit etwas Raps (und dann hoffentlich schön streichzart, cremig)
  • Obstblüte ungeimpft (also eher flüssig)
  • Robinie (klopft auf Holz, dass das noch etwas wird)
  • Linde (toi toi toi), wenn es den klappt

Wir haben jetzt eigene Etiketten am Start – insgesamt entwickelt sich also unser kleines Franchise 🙂

Hinterbehandlungsbeuten!

Aus Gründen lerne ich gerade die Arbeit mit klassischen DDR Hinterbehandlungsbeuten, allerdings auf Kuntsch.

Ich sage mal so: Es ist wieder etwas ganz anderes. Und es ist so etwas wie Brauchtumspflege.

Noch mal zu dem Ablegern…

Ich bin mir nicht sicher, ob ich jetzt schon Ableger verkaufen soll, oder ob ich so viele wie möglich über den Winter nehme und im Frühjahr verkaufe.
Im Moment geht mir aber der Platz und vor allem die Kisten aus.

Ich glaube, ich inseriere welche.

2020.9 – Hamsterrad

Jetzt ist jener Punkt in der Saison erreicht, in dem die Arbeitsprozesse alle zerfasern, und man wie ein Hamster in seinem Rad rennt und rennt, und doch nicht vom Fleck kommt.

Wenn man alles als Volk zählt, was eine Königin und Bienen in der Kiste hat, dann hat sich mein Bestand in den letzten 5 Wochen etwa verdoppelt.

Zu Beginn einer Saison ist alles irgendwie halbwegs gleich. Es gibt stärkere und schwächere Völker, bei manchen muss man etwas unternehmen, aber in der Regel reicht es, wenn man einmal pro Woche zu den Bienen fährt und Durchsichten macht, wenn überhaupt.

Irgendwann beginnt man dann mit der Königinnenvermehrung und Ablegerbildung.
Das ist aber alles Termingeschäft. Der Rhythmus geht immer rund um die Abstände 1,5,7,21 Tage zwischen den unterschiedlichen Arbeitsschritten. Manches geht auch schief, sodass man spontan nacharbeiten oder sonstwie eingreifen muss, und die Zählzeiten zwischen Arbeitsschritten sich verschieben.

Gleichzeitig wandert man seine Völker in unterschiedliche Trachten, sodass sich der Bestand im Umkreis verteilt, und man jetzt nicht mehr einen Tag, sondern eher zwei oder drei Nachmittage benötigt, um alle Stände abzufahren.

Zwischendurch muss noch Honig geerntet, geschleudert und gerührt werden – Arbeiten, die man irgendwo zwischen quetscht. Und dann passiert es, dass man im Schleuderraum steht, und plötzlich das Smartphone klingelt, mit aufgeregten Nachbarn am anderen Ende, weil gerade ein Schwarm aus einer Kiste raus ist, und alle in heller Aufregung sind, man ins Auto springt, durch den Landkreis gondelt, den Schwarm einfängt und wieder zurück zum Honig fährt.

Irgendwie ist immer etwas zu tun, sei es, man rührt Futter an, rührt den Honig, fängt einen Schwarm ein, füllt Honig ab, designed Etiketten, fährt Völker von A nach B oder kümmert sich um die Zucht.
Am Freitag fahre ich beispielsweise 3 Stunden nach Lübeck, Zuchtstoff holen. Am gleichen Tag fahre ich die 3 Stunden auch wieder zurück. Am Samstag stecke ich die angepflegten Zellen in Pflegevölker, um sie dann die Woche darauf in den Inkubator umzusiedeln. Am 13. Juni fahre ich mit den dann geschlüpften Königinnen nach Sachsen, auf eine Belegstelle, um diese Kisten dann, zwei Wochen später, wieder abzuholen.

Das ist alles sehr aufwändig, aber irgendwie auch sehr schön. Ich lerne die ganze Zeit dazu, der Erfahrungsschatz wächst mit der Zahl der Völker, und die gleiche Zeit, die ich letztes Jahr investieren musste, investiere ich jetzt auch, nur dass ich doppelt so viele Völker gemanaged bekomme.

Trotzdem kommt immer irgendwann in der Saison der Punkt, an dem man die Nase voll hat, und sich fragt, warum man sich das alles freiwillig antut.

Aber dieser Punkt ist noch nicht gekommen. Noch nicht.

2020.8 Hochsaison

Die letzten Tage waren vollgepackt mit Arbeit, daher auch die Verzögerung bei den Postings.

Wir sind immer noch damit beschäftigt, die Wohnung meiner Mutter aufzulösen, während die Bienensaison auf Hochtouren läuft. Zwischendurch haben wir den Raps und die Obstblüte geschleudert und ein Teil der Völker aus dem Rap zurück gewandert.
Außerdem ist eine weitere Serie mit Königinnen in der Mache, diesmal Töchter von einer gekörten Carnica Zuchtmutter.

Raps – naja…

Der Rapsertrag blieb hinter meinen Erwartungen zurück. Hatte ich im Vorfeld gehofft, 15-20 KG Raps pro Volk zu ernten, so waren es am Ende nicht einmal 10 KG und Volk. Allerdings hat sich hier auch eine alte Imkerweisheit bewahrheitet: Wandere nur mit den stärksten Völkern!

Ich hatte alle Monitoring-Völker mitgenommen, egal wie stark oder schwach diese aus dem Winter gekommen waren. Und tatsächlich haben die Stärksten auch einen Ertrag um 15 KG eingesammelt, während der Schnitt dann von den Schwächsten nach unten gezogen wurde (manche haben gerade mal einen halben Honigraum mit Mühe voll bekommen).

Neue Schleudertechnik

Mit dem Raps- und der Obstblütenhonig wurde dann auch das erste Mal die große Radialschleuder eingesetzt.

Das Schleudern von Flachzargen in einer großen Radialschleuder ist ein Traum. Mit 42 Rähmchen beladen schickt man 3 1/2 Zargen in einem Rutsch durch das System, womit sich richtig gut Strecke machen lässt.

Ergänzend hatten wir einen Siebkübel beschafft, um die Menge an Honig, die mit einem Durchgang fällig wird, auch schnell weg zubekommen. Dabei ist uns schnell aufgefallen, dass der untergestellte Kübel sehr schnell so schwer wird, dass man ihn am Ende kaum heben kann, um ihn leerlaufen zu lassen. Also wurde die Taktik kurzfristig geändert: Der Siebkübel wurde aufgebockt, dass ein 25 KG Eimer drunter passte, und unter die Schleuder wurde ein weiterer 25 KG Eimer gestellt, ohne jedes Sieb.
War der Eimer unter der Schleuder voll, wurde er in den Siebkübel umgefüllt. Die Siebe im Kübel verstopften nicht, und so lief der Honig relativ schnell und gut vorgefiltert in den finalen Eimer.
Auf diese Weise entstand nirgends ein wirklicher Engpass, wenn es darum ging, den Honig aus der Schleuder gesiebt in einen Eimer zu bekommen.
Der Engpass war die Entdeckelungsgeschwindigkeit und die Aufbewahrungsmöglichkeiten für entdeckelte Rähmchen. Hier gibt es noch Verbesserungsbedarf.

Ein Problem bei der Schleuderung sind ganze DNM Rähmchen. Diese kann man nicht mit dem automatischen Schleuderprogramm durchlaufen lassen – die Gefahr von Wabenbruch ist zu groß.
Stattdessen muss man mit viel Gefühl und Geduld manuell langsam die Drehzahl der Schleuder erhöhen. Dann bekommt man die Waben auch durch, ohne das es Wabenbruch gibt. Ich muss aber an dieser Stelle darauf hinweisen, dass mein Schleuderkessel einen Durchmesser von 90 cm hat. Bei kleineren Radialschleudern macht es meines Erachtens keinen Sinn, große Waben reinzustecken.

Ansonsten: Wir haben den Schleuderraum auf bis zu 35 Grad aufgeheizt. Der Rapshonig ließ sich so völlig unproblematisch verarbeiten, auch wenn uns mitunter recht warm war.

Zu guter Letzt: Wir haben etwas weiter außerhalb ein Grundstück gefunden, welches es uns erlaubt, die Imkerei langfristiger und größer zu planen, als das bisher der Fall war. Wir sind gespannt, wie sich das alles in den kommenden Jahren entwickeln wird. Aber der Weg zur Nebenerwerbsimkerei ist eingeschlagen.