2021.2 – Völker verkaufen

Mein Postfach brennt. Ich habe vergangenes Wochenende eine Annonce geschaltet, dass ich Bienenvölker abzugeben habe.
Innerhalb von 12 Stunden lagen Reservierungen für alle verfügbaren Völker vor, und auch danach ließ der Strom an Interessenten nicht nach. Ich habe jetzt eine ziemlich lange Warteliste und ich werde nachher die Ausschreibung aus dem Netz nehmen.

Für mich war es das erste Mal, dass ich im Frühjahr Völker angeboten habe. Bisher habe ich immer allen Überschuss genutzt, um meine Imkerei zu vergrößern. Aber dieses Jahr soll der DNM Krempel raus, alles soll auf Dadant umgestellt werden: Daher trenne ich mich auch von allen Bienen, die in DNM Kisten stecken.

Mich hat die Resonanz völlig überrascht. Hätte ich gewusst, wie hoch der Bedarf ist, hätte ich letztes Jahr mehr Ableger erstellt. Ich hatte genug Ressourcen und das Wissen habe ich mittlerweile auch. Aber nachdem ich im Sommer und Spätsommer keine Ableger verkauft bekommen habe, und kaum jemand auf meine Anzeigen antworten wollte, war ich skeptisch, was mit den vielen Völkern im Frühjahr hätte werden sollen.
Jetzt weiß ich es: Aktuell habe ich Anfragen in einem Umfang von rund 80 Völkern – die ich natürlich nie und nimmer bedienen könnte.

Bitte keine Kunstschwärme!

Die Leute wollen Bienen. Entweder haben sie Verluste zu verzeichnen, oder sie wollen expandieren. Und scheinbar ist der hiesige Markt bereits leer gefegt. Anders kann ich mir die große Nachfrage nicht erklären.

Jetzt treibt mich die Sorge um, dass die vielen unbefriedigten Kaufinteressenten auf das Internet und Segnungen des freien europäischen Binnenmarktes zurückgreifen und Kunstschwärme aus Italien kaufen könnten.

Da fällt einem dann gleich das Stichwort “Kleiner Beutenkäfer” ein, und mit jeder LKW Fuhre an Kunstschwärmen oder Königinnen aus Italien, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass da ungebetene Gäste mit eingeschleppt werden.

Man kann nur appellieren: Kauft keine Kunstschwärme im April. Die kommen immer von südlich der Alpen, die sind immer gefährlich!

Wir Imker müssen alle deutlich mehr vermehren!

Meine wahnwitzige These ist: Die Winterverluste werden aufgrund der Klimakatastrophe zunehmen. Milde Winter, zu heiße Sommer mit zu schlechter Pollenversorgung, schwache Winterpopulationen, höhere Anfälligkeit für Viruserkrankungen, zu wenig fortschrittliches Varroamanagement.

Es erscheint daher sinnvoll, an alle, die es können oder wollen, zu appellieren, deutlich mehr Völker als für den eigenen Bedarf anzulegen, zu überwintern und im Frühjahr auf den Markt zu werfen. Damit der Bedarf des Marktes aus regionalen Bienenbeständen gedeckt werden kann.

Gleichzeitig würde ich mir wünschen, dass bei Institutsfortbildungen noch mehr auf die Betriebsweise der großzügigen Völkervermehrung gesetzt würde. Die Jungimker sollten gleich mit einem Konzept vertraut gemacht werden, dass man immer doppelt so viele Völker vorhalten sollte, wie man eigentlich haben möchte. Dann kann man Winterverluste ausgleichen und ggf. noch Überschuss an notleidende Kolleg:innen abgeben.

Nur die brauchbaren Völker verkaufen!

Ich werde nur verkaufen, was ich auch selber kaufen würde.
Entsprechend wird der Bestand an verkaufsfähigen Völkern sich noch reduzieren. Was nicht taugt, wird aufgelöst, zu neuen Ablegern verarbeitet und damit neu gestartet.

Ich schaffe es nicht, Anfängern irgendeinen Mist zu verkaufen, der ein paar Bienen und eine legende Königin hat.
Auch kann ich die Frage, die mir oft gestellt wird, nicht seriös beantworten: “Wie stark sind denn die Völker?”

Die Durchlenzung steht uns noch bevor. Ich weiß nicht, wie die Völker danach aussehen werden. Aber die eine oder andere Kiste wird schon noch wegfallen.

Ich habe bei manchen Anfragen den Eindruck, man will Bienen shoppen, und erwartet ein bestimmtes, konkretes Produkt. Und ich sehe auch, dass manche Kollegen in ihren Anzeigen das nur allzu gerne versprechen: “Starke Völker!”, “leistungsstark!”, “sanftmütig!”
Mir ist schleierhaft, wie man das jetzt versprechen kann. Ich weiß noch gar nicht, ob meine 2020er Königinnen wirklich leistungsstark sind. Die haben noch keine Honigsaison hinter sich. Und nur weil die Mutter einen prima Stammbaum hat, sagt das erst einmal wenig über die Töchter.
Sanftmut muss sich auch erst beweisen. Satte Völker sind das eine. Wie verhalten sich Kisten, wenn sie eine wochenlange Trachtpause durchstehen müssen? Wie verhalten sie sich Ende Juli, wenn die Räubereisaison beginnt? Bienen sind Lebewesen, ihre Eigenschaften unterliegen einer Vielzahl von Parametern.

Ich tue mich schwer, den Leute eine Art Kaufhaus-Ware zu versprechen. Wenn ich dieses Jahr Königinnen aus dem VSH Material nachziehe, werde ich das den Kunden nicht mitgeben. Von mir bekommen die nur eine Buckfast F1. Wenn man dem Käufer sagt, “hier, da steckt auch VSH Genetik drin”, dann habe ich Sorge, dass da das Varroamanagement drunter leidet, weil beim Käufer falsche Erwartungen geweckt wurden.

Ich denke manchmal, ich bin da auch kein guter Geschäftsmann.
Ich kann den Anfängern vermutlich jedes windige Volk für viel Geld verkaufen. Aber ich bekomme das nicht hin.
Ich hoffe also einfach, dass die Völker noch alle gut durchs Frühjahr kommen, und ich dann ein paar Leute glücklich machen kann.

Trotzdem muss man das mit der gezielten Völkeraufzucht zwecks Frühjahrsverkauf mal etwas näher betrachten. Und ich würde an dieser Stelle einfach jedem empfehlen, über den eigenen Bedarf hinaus zu vermehren.

Achso: Und verschenkt Völker wenn nur an Freunde oder Bekannte. Nehmt Geld dafür. Es sind Lebewesen, und dem Käufer sollte es das auch Wert sein – sonst respektiert er weder eure Arbeit, noch die Bienen.

Überlegungen zur Zuchtauswahl

Bei der Zucht habe ich zwei Probleme, die voneinander abhängen:

  • Ich muss eine gute Selektion vorantreiben,
  • bei gleichzeitig knapper Zeit.

Ein Bienenjahr ist (zu) kurz um pro Jahr eine Zuchtmutter zu kören, erst recht dann, wenn sie im gleichen Jahr geschlüpft ist und begattet wurde. Eigentlich müsste man die potentiellen Kandidatinnen in die nächste Saison mitnehmen und dort auf Herz und Nieren prüfen, und sie dann erst zur Zucht verwenden. Das bedeutet aber, dass eine Königin, die dieses Jahr schlüpft, erst 2023 als Zuchtstoffspenderin dienen kann, und dann ist sie wieder in einem Alter, wo die Qualität der Larven möglicherweise schon am Nachlassen ist.

Wie geht man also damit um?

“Königinnen testen ist Töchter prüfen”

So oder so ähnlich hat es Peter Little in dem Buch “Interview with Beekeepers” umschrieben. Man prüft Königinnen, in dem man von ihnen Töchter zieht, die dann standbegattet werden. Wenn diese Töchter homogene Leistungen zeigen, in der gewünschten Ausprägung, dann – so Little – sind die Merkmale erbstabil vorhanden, die Mutter eignet sich entsprechend zur Weiterzucht.

Meine Überlegungen gehen jetzt also in genau diese Richtung, und ich werde sie hier mal versuchen, in eine verständliche Form zu bringen.

B3435(LS) als Ausgangsbasis

Ich habe eine Reihe von Kisten, in den stecken Töchter der B3435(LS), die folgendes Pedigree hat:

B3435(LS)=.18 – B3424(LS) otb S35(TK) :
.18 – B134(LS)1dr ins P24(KK)1dr :
.17 – B35(LS) ins B14Vt(RHO)
Pedigree B3435

Diese wurden verpaart auf der Belegstelle Annaburger Heide, gegen die Dronensippe der M61(DSU).

M61(DSU)=.18-M307(DSU)1dr(100%VSH) leyh B114(LS)1dr(88%VSH) :
.18-M16(IMR) ins B147Vt(LS) :
.15-M98(IC) mrk B53(MKK):
.14-M125(TR)ilv bal B54(TR):
.13-M62(TR) bal B47(MKK):
Dronensippe Annaburger Heide 2020

Der Schwerpunkt der Genetikauswahl lag auf potentiellen VSH Eigenschaften, wobei die Milbenzählung nach der OXS Behandlung Ende November hier noch keine besonderen Merkmale hervorbrachte, im Gegenteil.
Allerdings sind das allesamt durchgezüchtete Herkünfte, und mich interessiert neben VSH auch die eine oder andere Eigenschaft der Weiseln, sodass ich aus den vorhandenen Königinnen schon eine Auswahl treffen werde.

Ich werde also im Frühjahr die Entwicklung der einzelnen Völker beobachten und dokumentieren, um dann zwei bis drei potentielle Kandidatinnen auszuwählen, von denen dann jeweils eine erklägliche Anzahl Töchter gezogen wird. Ich hoffe, in meinem Imkerumfeld Kolleg*innen zu finden, die dann diese Königinnen in ihre Ableger stecken, um die dort zu bewerten – denn alleine habe ich keine ausreichende Zahl an Völkern zur Verfügung (zwar kann ich eine ganze Reihe Mini Plus beweiseln, aber diese sind in erster Linie dann für DIE EINE Kandidatin vorgesehen, und sollen auch auf Belegstelle gehen).

Möglicherweise werde ich dieses Jahr auf Risiko gehen müssen, und nach Intuition und Daten, die ich bis Anfang Mai habe, eine Königin auserwählen, um als Zuchtmutter zu dienen, von der aus ich dann weitermache.
Von dieser Mutter mache ich dreißig Töchter klar, die allesamt auf die Belegstelle gehen und dann bis September in ihren Mini Plus bleiben und dort vorgeprüft werden.

Von den besten 2-3 2021 Töchtern ziehe ich dann im August F1, die in die Wirtschaftsvölker kommen.

Im Frühjahr 2022 weiß ich dann vielleicht, welche 2021 Königinnen das Zeug zur Zuchtmutter haben: Sie haben von Beginn an unter vergleichbaren Bedingungen gelegt, haben unter vergleichbaren Bedingungen überwintert und Töchter gestellt, die sich im Frühjahr 2022 beweisen konnten.

Vergleichbarkeit

Der zentrale Punkt ist die Vergleichbarkeit. Da ich möglichst viel miteinander vergleichen können will, bieten sich Mini Plus an. Königinnen, die mehr Brut anlegen, deren Bienen langlebiger sind, die weniger gefüttert werden müssen, weil sie viel finden, die friedlicher sind als ihre Schwestervölker, die sollten auch in Mini Plus vorausgewählt werden können.
Der dann entscheidende Test mit den F1 läuft dann über die Wirtschaftsvölker im nächsten Frühjahr.

Ein Vergleichstest, auf den ich gekommen bin, wenn es um die F1 geht, ist das späte Umweiseln mit schlupfreifen Zellen, wie Bernhard Heuvel es vorschlägt:
Man hängt im August in ein Volk eine schlupfreife Zelle. Zu dieser Zeit bereiten Völker mitunter auch natürlich stille Umweiselungen vor – und so bietet sich eine Möglichkeit, diesen Effekt zu nutzen: Die Jungweisel schlüpft, geht bestenfalls auf Begattungsflug und fängt an zu legen. Mitunter gehen beide Weiseln – die alte und die neue – parallel in den Winter, und erst im Frühjahr entscheidet sich das Volk für eine der beiden.
Sollte ich im Frühjahr jetzt feststellen, dass die F1 einer bestimmten Zuchtmutter häufiger nach wie vor vorhanden ist (also vom Volk trotz Alt-Weisel akzeptiert wurde), dann wäre das womöglich ein Indiz, dass die Mutter gute F1 hervorbringt.

Alles nur Gedankenmodelle

Bei allem handelt es sich um Gedankenmodelle. Das meiste daran ist der Tatsache geschuldet, dass ich keine 200 Völker oder mehr zur Verfügung habe, trotzdem aber nach Wegen suche, zielführend zu züchten, bzw. zu selektieren.

Es ist völlig unklar, ob diese Ideen zum richtigen Ergebnis führen, aber diese Suche ist ja auch der Spaß daran.

Ich denke, dass die Ausgangsbasis mit der o.g. Verpaarung vielversprechend sein kann. Ich weiß nur nicht, wie die richtige Auswahl unter den Nachkommen zu treffen ist. Es wird immer wieder vor Blendern gewarnt – Königinnen, die herausragend sind, deren Nachkommen aber die Eigenschaften zu sehr aufspalten.

Ich hatte so etwas letztes Jahr feststellen können: Ich hatte eine sehr solide Carnika F1, von der ich nachgezogen habe. Von den rund 20 Töchtern haben vielleicht 18 ein Verhalten an den Tag gelegt, welches man nicht in seiner Imkerei dauerhaft haben möchte. Sanftmut wurde hier in der Standbegattung zu sehr aufgespaltet.

Von daher eben die Prüfung der Zuchtmütter über die Töchter.
Mal sehen, was am Ende dabei herauskommt.

2021.1. – Viel ist ja nicht zu tun

Willkommen im neuen Jahr, liebe treue Mitleser.
Neues Jahr, neue Überschriftennummerierung, aber tatsächlich gibt es wenig bis gar nichts aus der imkerlichen Praxis zu berichten.

Neue Charge rühren

Die zeitaufwändigste Arbeit aktuell ist das fertigmachen einer neuen Charge Honig, die zuvor noch in ihren Eimern auf das Rühren und Abfüllen gewartet hat.

6×25 KG Eimer müssen durch das Melitherm und anschließend in den Rührer.
Mittlerweile bin ich damit durch, der Rührer ist voll, muss sich aber noch etwas abkühlen.

Dabei habe ich gelernt, dass Deckelwachs, welches man im Sommer nicht abgeschäumt hat, es durch das Seituch in den Honig schafft, und dann sich im Rührer abermals oben absetzt und abgeschäumt werden kann.

Was auch spannend ist: Auch wenn die Raumtemperatur bei 3°C liegt, so hält der doppelwandige Rührer auch ohne angeschalteter Heizung den Honig nach dem Melithermen auch nach 24 Stunden auf rund 25 Grad. Aber gut, 140 KG Lindenhonig haben scheinbar so viel Masse zum Energie speichern.

Bienenmonitoring – Proben nehmen

Pünktlich im Januar bekomme ich jedes Jahr Post vom LIB Hohen Neuendorf, mit freundlichen Neujahrswünschen von Frau Prof. Dr. Genersch und einem verspäteten Weihnachtsgeschenk, nämlich 10 Proberöhrchen für Totenfall.

Während ich also darauf gewartet habe, dass der Honig durch das Melitherm läuft, habe ich tote Bienen vom Gitterboden gekratzt und abgefüllt.

Als praktische Hilfsmittel dafür haben sich ein langer Haken aus der Hinterbehandlungsimkerei und eine Müllschippe erwiesen.

Wenn alles glatt geht werde ich die Proben morgen im Institut abwerfen, und dann steht der nächste Termin im März an, wenn Proben von lebenden Bienen entnommen werden.

Mein Vorteil als Imker bei der Teilnahme am DeBiMo ist neben einer kleinen Aufwandsentschädigung vor allem, dass ich von meinen eingereichten Proben immer auch das Ergebnis mitgeteilt bekomme: Wie hoch war der Milbenbefall, gab es Nachweise von Nosema, welcher Pollen ist in meinen Honigen etc. pp.

Außerdem habe ich regelmäßig einen sehr netten Plausch mit Marcello, dem durchführenden Imker vom Institut 🙂

Stockende Vorbereitungen

Ich habe noch viel auf dem Zettel: Beuten streichen, Zargen streichen, kleine Rampe für den Kaptarlift basteln, hunderte Mittelwände einlöten, Futter bestellen, pipapo.
Aber das Wetter lässt das Streichen nicht zu (zu kalt, keine beheizte Werkstatt vorhanden), das Wachs ist noch nicht aus der Umarbeitung zurück (und wenn es das ist, will ich das erste Mal das Wachs untersuchen lassen – inspiriert durch einen Vortrag von Jelle über Bienenwachs) und bei der Futterbestellung warte ich immer noch auf ein Angebot.

Die anderen Jahre lief das alles irgendwie weicher. Aber da war auch kein Corona, man konnte von Freunden die Werkstatt nutzen oder in den Baumarkt fahren (ach ja, ich wollte ja eigentlich noch die Drohnenrahmen frisieren) und alles war viel kleiner als heute.

Aber diese Woche kommt der Bus in die Werkstatt und bekommt eine Anhängerkupplung.
Da passiert zumindest mal etwas.

Überlegungen zur Zuchtauslese

Peter Little sagte es in dem Buch “Interview with Beekeeprs”: Zuchtauslese ist Töchter testen.
Man findet die Zuchtmutter über die Töchter. Selten hatte ich bei Lesen eines einzigen Satzes so einen Aha Effekt. Jemand namens Markus Gann, Züchter, hat das später in einem langen Vortrag auf YouTube in ähnlicher Form ebenfalls erwähnt.

Seitdem denke ich darüber nach, wie ich das mit meiner überschaubaren Zahl an Völkern realisieren kann, und so habe ich ein paar konkrete Ideen, die sich rund um Mini Plus drehen.
Aber dazu werde ich bei Gelegenheit einen eigenen Artikel schreiben.

Ansonsten plane ich derzeit grob meine kommende Zuchtsaison, und denke, dass ich wieder in die Annaburger Heide fahren werde. Das scheint sowohl von der Drohnenlinie als auch vom Organisatorischen für mich gut zu passen.

Wenn ich irgendwie eine Sammelverschickung erwische, werde ich auch versuchen, eine unserer Vereinsbelegstellen zu beschicken. Aber ich schaffe es zeitlich nicht, selber die Oie zu beliefern – das ist zu krass mit den Ankunftszeiten.

Der springende Punkt ist aber zunächst: Wie werde ich eine meiner B3435er, die ja letztes Jahr auf der Annaburger Heide waren, auswählen, um als Zuchtmutter herzuhalten?

Da bin ich irgendwie mit mir noch nicht im Reinen, wie ich das anstellen will, wo ich letztes Jahr noch keine Töchter gezogen habe.

Aber auch dazu später mehr.

Points of no Return in der Imkerei

Es gibt in der Imkerei meiner Ansicht nach Momente, da muss man sich entscheiden, ob man jetzt die Notbremse zieht, und die Anzahl der Völker beibehält, bzw. reduziert, oder ob man weiter wächst, aber dafür richtig Geld in die Hand nimmt, um die passende Technik zu kaufen.
Wenn man sich dafür entscheidet zu wachsen, dann kann man nicht im Kleinklein wachsen – sondern dann muss man gleich bis zur nächsten Stufe investieren.
Was das bedeutet, darum soll es im folgenden Artikel gehen.

15 Völker

Wenn man anfängt, hat man 2-8 Völker, eine 4 Waben Tangentialschleuder, ein Entdeckelungsgeschirr, eine Gabel, ein Doppelsieb und ein paar Eimer.

Damit kommt man gut hin: Bei 8 Völkern hat man vielleicht 16 bis 24 Honigräume, also etwa – wenn es richtig gut läuft mit der Tracht – so 250 Rähmchen, die geschleudert werden müssen.
Bei einer 4 Waben Tangentialschleuder heisst das, dass man jede Wabe beim Schleudervorgang zwei mal Wenden muss, also insgesamt rund 750 Wendungen zu machen sind. Außerdem muss man mit rund 62 Schleudergängen rechnen, um alle Waben zu ernten. Wenn man pro Schleudergang, inklusive Schleuder beladen, Schleudern, Wenden, Schleuder entladen, 10 Minuten rechnet, dann sind das 620 Minuten, oder etwa 10 Stunden, reine Schleuderzeit – ohne die Nebenarbeiten drumherum (Schleuder-Setup aufbauen, nach der Arbeit alles reinigen und wieder abbauen).

Bei 8 Völkern ist man bei einer guten Tracht mit allem Pipapo sicherlich gut einen ganzen Samstag und den halben Sonntag beschäftigt.

Und jetzt stelle man sich das gleiche Setup (4 Waben Schleuder) mit 15 Völkern vor.
Alleine die Schleuderzeit wird sich dann Richtung 20 Stunden bewegen, und sagen wir so: Wenn man das ein paar mal gemacht hat, beginnt man sich zu fragen, ob es nicht alternative Lösungen gibt, die einem das Ernten vereinfachen.

Und so kommt man schließlich drauf: Eine größere Schleuder wäre doch eine sinnvolle Investition!

Die Schleuder – der Weg in den finanziellen Ruin

Wenn man eine größere Schleuder hätte, dann wäre das Leben viel leichter.
Man würde viel mehr Rähmchen in einem Schleudergang schleudern können, kann würde ja nur noch einen Bruchteil der Zeit benötigen, wie mit der 4 Waben Schleuder.

Also begibt man sich auf die Suche nach der passenden Schleuder, und findet sehr schnell Selbstwendeschleudern.

Aber eine 6 Waben Selbstwendeschleuder für zweieinhalb, dreitausend Euro?
Wieso sind die denn so teuer? Ach ja, die haben ja die relativ aufwändige Wendemechanik verbaut!

Aber es gibt ja diese Radialschleudern – die sind viel günstiger, und die haben Platz für viel mehr Rähmchen!

Man entscheidet sich dann also vielleicht für eine Radialschleuder, denn eine 42 Waben Radialschleuder kostet immer noch 1k Euro weniger, als eine 6 Waben Selbstwendeschleuder… und hey: 42 (!) Waben!

Das erste, was man dann bei einer ernsten Recherche lernt: Wenn Radialschleuder, dann aber großer Kessel und Flachzargen im Honigraum.
DNM Waben neigen unter den Fliehkräften der Radialschleuder zu Wabenbruch, und man bekommt auch keine 42 DNM Waben in eine Radialschleuder, sondern vielleicht 28 oder so.

Weil der eigene Rücken DNM Honigräume mittlerweile sowieso doof findet, ist die Idee, dann gleich auch auf flache Honigräume zu wechseln, eigentlich gar nicht so verkehrt.

Aber das gibts halt nicht umsonst.

Wenn man erst mal die 42 Waben Radialschleuder stehen hat, und auch die dazugehörigen 20 Völker, und auch die passenden Honigräume, dann tun sich völlig neue interessante Herausforderungen auf, an die man vorher gar nicht gedacht hat.

Zum Beispiel hat man vorher gar nicht so genau nachgerechnet, wie viele Honigräume bei einem Flachzargenbetrieb mit 20 Wirtschaftsvölkern zusammen kommen (so etwa 80), und dass bei guter Tracht dann auch tatsächlich so 700 bis 750 schleuderbare Rähmchen zusammen kommen können.
Das sind dann bei der tollen Schleuder nur etwa 17 Schleudergänge, denkt man sich zunächst – was für ein Fortschritt! – bis man realisiert, dass man die ganzen Zargen ja auch in den Schleuderraum transportieren muss.

Gesegnet ist der, der einen Bus sein eigen nennt, und wenn man nicht in den Fahrzeugschein nach dem zulässigen Gesamtgewicht schaut, dann bekommt man auch mit rund zwei Touren alles zum Schleuderraum gekarrt.
Spannend wird dann, ob man im Scheuderraum genug Platz für alle Zargen findet, aber auch das wird man irgendwie hinbekommen.

Das Entdeckeln mit der Gabel ist immer noch sehr mühsam – und war vorher die Schleuder der Flaschenhals, so ist es jetzt mitunter die Entdeckelung. Die 42er Radialschleuder schleudert die 42 Rähmchen in rund 10 Minuten leer, aber man entdeckelt keine neue Fuhre mit 42 Rähmchen in der Zeit, geschweige denn, dass man den Platz hätte, diese zwischenzulagern.
Zumindest das Entdeckelungstempo kann man steigern, beispielsweise mit einem elektrisch beheizten Entdeckelungsmesser.

Jetzt lernt man aber ein völlig neues Problem kennen – wieder einmal:
Wenn man 42 Waben auf einmal schleudert, dann können da schon mal 50 KG Honig in einem Rutsch freigesetzt werden. Da macht das beste Doppelsieb relativ schnell schlapp.
Also braucht man dafür eine andere Lösung, etwas das mit dieser Menge mithalten kann.
Ein Siebkübel wäre eine mögliche Lösung.
Eine bezahlbare Lösung ist ein 50 KG Siebkübel. Das Problem mit diesem Teil: Es muss volllaufen, damit es funktioniert, aber dann wiegt es halt auch 50 KG, und man kann es nicht ablassen, weil es ja auf dem Boden unter der Schleuder steht. Zum Ablassen muss man es anheben, damit der untere Hahn geöffnet werden kann – und alleine ist das einfach unmöglich. Tja.

Man benötigt auch genug Platz für die vielen 25 KG Eimer, die man kurzfristig zur Hand haben muss, und da pro Schleudergang etwa anderthalb bis zwei Eimer gefüllt werden, muss man auch sehr viele Eimer, die allesamt schwer sind, irgendwie im Schleuderraum rum rangieren.
Bei einer Ernte von 20 Völkern, die gut und gerne 600 KG und mehr betragen kann, sind das 24 und mehr Eimer. Und zu allem Überfluss, muss man diese ganzen Eimer auch noch kurzfristig nach der Ernte abschäumen…

An diesem Punkt, wenn die Honigräume im Schleuderraum stehen, man mit der Gabel entdeckelt und die Eimer rumwuchtet, dann hat man schon diverse neue Flaschenhälse entdeckt.
Und eventuell ist man völlig entnervt, weil man zwar schneller voran kommt, aber immer noch viel langsamer als erhofft und die Arbeit immer noch hart, anstrengend und ermüdend ist.

Ein ganz neues Thema ist dann das Deckelwachs. Bei 20 Völkern kommt da bei einer Ernte wirklich ein ganze Menge zusammen. Erst recht, wenn man mit einem Entdeckelungsesser arbeitet. Irgendwo muss das Zeug auch hin, und so schaufelt man es aus der Not heraus in einen Honigeimer um, um Platz im Entdeckelungsgeschirr zu schaffen. Diese Eimer (es werden zwangsläufig mehrere) stellt man dann in irgendeine Ecke, wo man sie vergisst – bis man im Herbst wieder drüber stolpert, mittlerweile zu betonharten Honig-Wachs Klumpen versteinert.

Wenn es doch nur irgendein Stück Technik geben würde, was einem hier das Leben leichter macht! Und dann kommt man drauf: Der Deckelwachsschmelzer!
Noch ein Gerät! Noch mehr Edelstahl!

Dort das ganze Deckelwachs rein, Schmelzvorgang starten und 5 Stunden später den Honig, der im Wachs steckte ablassen und den Wachskuchen oben entnehmen!
Genial!
Gibt es leider auch nicht für lau.

Und da war ja noch das Problem mit den vielen Eimern im Honigraum, während der Ernte, wo Platz immer knapp ist.
Und dann alle einzeln abschäumen… 20 Eimer am nächsten Tag abzuschäumen, so viel Zeit hat man gar nicht, von der Lust mal ganz zu schweigen!

Ein Klärfass wäre toll. Ein großer Kessel, wo erst mal alles reingeht was aus der Schleuder kommt.
Da kann sich dann das restliche Wachs und die Luftbläschen oben sammeln, und man kann alles auf einmal abschäumen.
Das wäre ein echter Fortschritt!

Jedenfalls sieht man irgendwann ein, dass eine große Schleuder alleine kein Problem löst – man muss den ganzen Prozess optimieren: Vom Honigräume holen, dem Entdeckeln, schleudern, filtern, lagern, abschäumen, rühren und – vor allem -Honig verkaufen!

Es ist nämlich so, dass man die 600 KG Honig, die man geerntet hat, nicht mehr so schnell verkauft bekommt.
Früher, als man 8 Völker hatte, reichte manchmal ein einzelnes Hoffest, um die ganze Ernte zu verkaufen, und so hatte man vier Wochen nach der Ernte nur noch Restbestände.
Vorher war der Honig gefiltert, aber ungerührt ins Glas gewandert und unmittelbar verkauft worden.

Jetzt zieht sich das mit dem Verkauf – und während der Lagerbestand sich nur langsam leert, wird er im Eimer hart, womit abermals ein neues Problem um die Ecke geschlichen kommt: Wie bekommt man den festen Honig in den Eimern wieder flüssig?

Die Antwort ist ein Wärmeschrank. Den kann man sich für relativ wenig Geld selber bauen, wenn man einen leeren Kühlschrank und ein wenig Kram von Amazon kauft – Kostenpunkt mit gebrauchten Kühlschrank von Kleinanzeigen vielleicht 150-200€.

Das Problem ist jedoch, dass so ein Wärmeschrank den festen Honig zwar antaut, aber nicht wieder vollständig verflüssigt bekommt. So etwas geht nur mit einem Melitherm.

Man kann es an diesem Punkt drehen und wenden, wie man will, aber am Melitherm führt irgendwie dann auch kein Weg vorbei. Denn es führt kein Weg am Rühren vorbei, und damit man den Honig rühren kann, muss er flüssig sein.

Achso: Es führt deswegen kaum ein Weg am Rühren des Honigs vorbei, weil die Kunden sich das in der Regel wünschen. Also sie wünschen sich jetzt nicht ausdrücklich gerührten Honig, das nicht, aber sie wollen Honig in möglichst Nutella-ähnlicher Konsistenz.
Ein Honig, der langsam von unten nach oben durchkristallisiert, wie das beispielsweise bei einem unbearbeiteten Lindenhonig der Fall sein kann, kommt keim Kunden gar nicht gut an.
Was der Kunde letztlich möchte, ist einen Honig, der kontrolliert kristallisiert. Das weiß er zwar so genau nicht, aber das ist eben der Trick dahinter – der Honig muss gerührt werden.

Man kann die Eimer chargenweise per Hand rühren. Aber wenn man, so wie wir, Haustiere hat (Katzen, Hunde), dann kann man in der Regel nicht zu Hause rühren, weil das bei den umherfliegenden Tierhaaren ein Hygieneproblem ist.

Also muss man in der Imkerei, im Schleuderraum rühren. Jetzt ist es nur zeitlich weder machbar, noch vertretbar, zwei Mal am Tag in die Imkerei zu fahren und 5-10 Eimer Honig händisch durchzurühren, und so landet man sehr schnell bei einem Rührfass – einem Edelstahlkessel mit Motor und großem Rührflügel, der zeitgesteuert automatisch den Honig rühren kann.

Es gibt bei allem ein wiederkehrendes Problem: Der Honig muss immer wieder in unterschiedliche Höhen gebracht werden: Aus der Schleuder in den Eimer (Schwerkraft), aus dem Eimer ins Klärfass (Muskelkraft), aus dem Klärfass wieder in den Eimer (Schwerkraft), aus dem Eimer in den Melitherm (Muskelkraft), aus dem Melitherm ins Rührfass (Muskelkraft) und aus dem Rührfass in den Abfüllbehälter (Muskelkraft).

So ein Rührfass kann beispielsweise 140 KG fassen – das entspricht 5-6 25 KG Eimer.
Es ist mühsam, diese Eimer hintereinander in ein Rührfass zu kippen! Es ist erst recht mühsam, wenn man das Rührfass auf Tischhöhe stehen hat, damit daraus abfüllen kann.
Es ist erst recht mühsam, am Erntetag dutzende 25 KG Eimer in ein Klärfass umzufüllen, zumal man an dem Tag schon viele schwere Zargen geschleppt und gebuckelt hat.

Lande Rede, kurzer Sinn: Wenn man mit der Imkerei anfängt, und die ersten Male in Imkershops stöbert, stößt man vielleicht zufällig über ein Gerät, dass sich “Honigpumpe” nennt, und man denkt dann ganz verwundert: Wer braucht denn so einen Quatsch?
Nur wenige Jahre später weiß man dann, wer diesen Quatsch benötigt: Man selber!

Man will den Honig nicht ständig über Höhenunterschiede heben, auch nicht über kleine. Und so wird eine Pumpe zu einer sehr sinnvollen Investition.

Aber wenn es doch so einfach wäre! Für eine Pumpe braucht man an den Edelstahlbehältern, aus denen man etwas abpumpen will, vernünftige, passende Ventile. Hier gibt es derer viele auf dem Markt, und so muss man sich für etwas entscheiden.
Und ach – es ist gar nicht so leicht, für die unterschiedlichen Behältnisse, die man in den Jahren zuvor angeschafft hat, als man noch nichts über Pumpen und Ventile wusste, passende Ventile zu finden, denn es gibt eine unendliche Fülle an Gewindetypen, die in der Imkerei zu finden sind – wenn denn ein Gewinde am Edelstahlbehälter vorhanden ist.

Was man noch hinbekommt, so wie vor dem Point of no Return, ist das Abfüllen mit dem guten alten Abfüllbehälter mit seinem Quetschhahn. Aber während man abfüllt, liebäugelt man in Gedanken schon längst mit einer Abfüllmaschine…

Wie war es früher? Wie ist es jetzt?

Am Anfang lief es so: Man holte seine 10 Honigräume, entdeckelte Stück für Stück seine 100 Rähmchen, schleuderte entspannt in seiner 4 Waben Schleuder seine 100 KG Honig, die man dann auf vier Eimer aufteilte, einmal abschäumte und von der Oma die Woche drauf ins Glas abfüllen ließ. Nicht mal das Doppelsieb war ein Problem. Und dann kam das Sommerfest in der Kleingartenkolonie, und schon war der Großteil des Honigs verkauft. Was dann noch übrig war, wurde an Kollegen und Freunde abgegeben und im September war das Thema Honig mehr oder weniger bis zum nächsten Frühjahr erledigt.

Irgendwann läuft es dann aber ganz anders: Es passen nicht mehr alle Honigräume auf einmal ins Auto, der Rücken findet das Schleppen derselbigen irgendwann auch als sehr anstrengend, im Schleuderraum wird der Platz eng, und beim Entdeckeln ist jetzt Geschwindigkeit gefragt.
Also schafft man sich einen Hänger an, für den Rücken einen Kaptarlift und zum Entdeckeln ein Speedking Entdeckelungsmesser.
Damit das gut funktioniert, lässt man die Bienen in den Honigräumen Dickwaben bauen, und weil jetzt viel Deckelwachs anfällt, in dem außerdem noch viel Honig steckt, braucht man einen Deckelwachsschmelzer, am Besten gleich mit Dorn, um über ihn zu entdeckeln.

Der Honig läuft bei Schleudern in einen Siebkübel, von dort gefiltert in einen Eimer, der – je nach Füllstand – automatisch von der Honigpumpe leer gepumpt wird, hinein in ein Klärfass.

Am Ende des Tages wird der Deckelwachsschmelzer angeworfen, sowie die Heizung vom Klärfass.
Am nächsten Tag wird der Honig aus dem Deckelwachsschmelzer abgelassen – aus 30 KG Mischung lassen sich wohl bis zu 25 KG Honig heraustrennen, und das Klärfass wird abgeschäumt.
Jetzt kann der Honig auf Eimer gezogen oder aber ein Teil ins Rührwerk umgepumpt werden, damit man den ungeduldigen Kunden schon mal eine erste Charge fertig machen kann.

Später, im Herbst, holt man den Honig aus dem Lager, taut ihn im Wärmeschrank an und schickt ihn dann durch den Melitherm, damit er wieder gerührt werden kann.
Impfhonig rein, 2-3 Tage rühren lassen und dann, wieder mittels Pumpe, in den Abfüllbehälter umpumpen, damit er von dort ins Glas wandert.

Wo man eigentlich nur eine größere Schleuder wollte, weil das viele Wenden so anstrengend war, steht man plötzlich da mit: Der großen Schleuder, einen Siebkübel, einem Entdeckelungsmesser, Flachzargen, einer Pumpe, einem Klärfass und einem Rührfass, plus dem Wärmeschrank und Melitherm.

So hatte man das alles nicht geplant- so hatte man das alles gar nicht vorhersehen können… Irgendwann hatte es ihn unterwegs gegeben: Den Point of no Return!

The Point Of No Return

Am Anfang meiner jungen Imkerlaufbahn waren wir mit meinem Verein bei einem Nebenerwerbsimker im Brandenburgischen. Es war ein lauer Sommernachmittag, es gab Kaffee und Kuchen und man tauschte sich aus – der Kollege zeigte uns seine Völker und schließlich auch seinen Schleuderraum.

In diesem Schleuderraum war alles vorhanden, was ich mir damals auch nur vorstellen konnte, inklusive großer Schleuder, Deckelwachsschmelzer und, und und.

Dieser Nebenerwerbsimker hatte 40 Völker, und ich konnte mir nicht vorstellen, dass irgendwer so viele Völker würde haben wollen oder können, es sei denn, er sein ein richtig krasser Profi.
Im Gespräch mit ihm, erzählte er irgendwann eine kleine Begebenheit, eine kleine Anekdote mit einem Erwerbsimker.
Der Erwerbsimker, sein Freund, hatte für die Anzahl der Völker nur milden Spott übrig: “40 Völker? Das ergibt überhaupt keinen Sinn! Bei 40 Völker brauchst du die gleiche Technik, wie bei 100 Völkern, nur dass du nicht so viel Geld verdienen kannst! Das ist wirtschaftlicher Unsinn!”

Daran musste ich in letzter Zeit oft denken.
Es gibt diesen Punkt, an dem man sich entscheiden muss, ob man seine Imkerei jetzt exakt so lässt, wie sie ist. Wenn ja, dann hat man seine Größe, seine Grenzen gefunden.
Wenn man aber diesen Punkt überschreitet, dann muss man bis zur nächsten möglichen Größenordnung skalieren – dann aber durch die ganze Produktionskette.

So habe ich die oben genannte kleine Anekdote für mich interpretiert.
Meine aktuellen Investitionen gelten also dem Ziel, meinen “Betrieb” so weit fit zu machen, dass er mit meinen persönlichen Zielen mithalten kann – die Investitionen dienen einer langfristigen Strategie.

Manches davon wird nicht auf Anhieb klappen, bestimmte Erfahrungen müssen erst gesammelt und in Optimierungen umgemünzt werden, aber da ich nicht auf der grünen Wiese anfangen musste, und es Leute gibt, die gerne und ausgiebig über eigene Erfahrungen berichten, konnte ich mir viel abschauen.

Ich bin hinreichend optimistisch, was die neue Saison betrifft, und auch schon hinreichend gespannt, was alles nicht funktionieren wird.

Der nächste Point Of No Return liegt jetzt jedenfalls ein klein wenig in der Zukunft… November oder so.