2019.19 So viel läuft derzeit nicht

Es ist etwas ruhiger hier, was daran liegt, dass nicht so viel Aufregendes passiert:

  • Ich zähle sehr viel, vor allem Milben. Dazu werde ich beizeiten etwas schreiben. Da wachsen gerade die Datenbestände.
  • Ich schließe aktuell die Fütterung ab. Dabei klatschen mir die Völker die Brutnester mit Futter zu und ich hoffe, die schaffen da noch rechtzeitig wieder Platz für den Wintersitz.
  • Ich habe die ersten Königinnen entweder weggegeben oder abgedrückt und Völker vereinigt oder umgeweiselt. Damit bin ich noch nicht ganz fertig, aber viel bleibt nicht mehr zu tun. Ich werde wohl testweise Ableger in Styro-Frankenablegerkästen in den Winter führen, und schauen, was draus wird.
  • Die Varroalast in manchen Völkern ist überraschend hoch. Ich kann nicht sagen, was aus diesen Völkern wird, aber ich sehe kein DWV oder Paralyse Anzeichen.

So viel für dieses Mal…

2019.18 Erste Vergleiche VarroMed und Oxalsäure

Zur Zeit verbringe ich sehr viel zeit mit Milben zählen und behandeln. Das erste Mal verwende ich VarroMed, nachdem insbesondere in sozialen Medien und Foren immer mehr positive Erfahrungsberichte auftauchen.

Was ich bisher beobachte, stimmt mich nachdenklich, ob VarroMed wirklich effektiv funktioniert. Aber zu endgültigen Aussagen ist es viel zu früh.

Es fallen recht wenige Milben nach einer VarroMed Anwendung

Insbesondere im Vergleich zu einer OXS-Sublimation fallen nach einer VarroMed Behandlung recht wenige Milben, wobei man natürlich anmerken muss, dass ohne eine exakte Feststellung der Milbenlast in den zu vergleichenden Völkern Aussagen bezüglich der Effektivität schwer zu treffen sind – wo im Zweifel wenig Milben drin sind, wird im Zweifel auch wenig fallen. Trotzdem vergleiche ich aktuell eine Reihe von gleichstarken Völkern mit einem vermuteten sehr ähnlichem Befall, welche sich hinsichtlich OXS und VarroMed sehr voneinander unterscheiden.

Aber da muss ich noch mehr Daten sammeln, bevor ich das weiter aufarbeiten werde.

Wie läuft es mit dem Pollenfutterteig?

Ich habe eine Reihe selbstgemachter Pollenfutterteigpakete in die Völker gegeben – jeweils zwischen 250 und 350 Gramm.

Fast alle Völker haben den Futterteig gut angenommen. Manche hatten alles schon restlos aufgefuttert, andere hatten noch etwas übrig behalten.

Aufgefallen ist mir bei allen ein oberflächlicher grüner Schimmelbefall auf dem Wachspapier. Dieser Befall war aber wirklich nur oberflächlich. Hat man das Papier abgezogen, war der Teig darunter tadellos, auch die Innenfläche des Papiers.
Ich überlege, ob es daran liegen könnte, dass sich Kondenswasser auf dem Papier niederschlägt und dann zu der Schummelbildung führt.

Ich kann nicht feststellen, dass sich am Brutverhalten so kurzfristig etwas geändert hätte. Die Frage ist auch eher, ob die Winterbienen besser mit Fettreserven ausgestattet werden, als nur bei einer reinen Sirupgabe. Aber dazu sind die kleinen Teigrationen auch einfach zu wenig.

Brutnester bei den Begattungsablegern

Ich habe zwar nur noch in einem BGA Kalkbrutmumien (und werde da die Weisel kurzfristig ersetzen), aber auch fast alle anderen BGA mit Königinnen, die ich selber habe begatten lassen, zeigen lückige Brutnester, die mir nicht gefallen.

Ich habe drei normale Brutwabenableger, die sich eigene Königinnen gezogen haben, die weitaus schönere, geschlossenere Brutnester nach wie vor anlegen, und die aus unterschiedlichen Herkünften stammen. Gleiches gilt für die begatteten Königinnen, die ich dieses Jahr gekauft habe. Die haben zwar keine großen Brutnester – was auch nicht zu erwarten war, weil die Ableger sehr klein waren – aber diese sehen in sich geschlossen aus.

Ich befürchte fast, ich kann den Großteil dieser bei mir am Stand begatteten Zuchtweiseln verwerfen.
Das gilt interessanterweise auch für jene 3 Zuchtweiseln, die ich an einem anderen Standort habe begatten lassen, wo es keine Kalkbrut gab. Auch hier sind die Brutnester lückig, eine der drei ist bereits still umgeweiselt worden.
Im Ergebnis sind von 15 gekauften Weiseln 13 begattet worden, eine wurde später umgeweiselt und von den 12 verbleibenden zeigen etwa 8 ein unbefriedigendes Brutbild.

Was die Ursachen betrifft, kann ich nur spekulieren. Vielleicht doch noch Kalkbrut, auch wenn man keine Mumien findet? Fehlbegattungen? Zu schwaches Volk?

Die Volksstärke ist meist nicht mal kritisch, die Einheiten haben in der Regel an Bienenmasse zugenommen. Vermutlich hätte ich mich vor einem Jahr daran noch nicht einmal gestoßen. Aber mitterweile habe ich eben einfach noch ganz andere Brutbilder gesehen, um bei diesen Königinnen zufrieden zu sein.

Trotzdem werde ich versuchen, so viele wie möglich testweise über den Winter zu nehmen, werde aber auch hier und da noch tauschen und zusammenlegen.

CO2 Tester, Vergleich September und Anfang Oktober

Ich habe letztes Jahr sehr unterschiedliche Werte bei CO2 Tests Anfang September und Anfang Oktober gemessen und darauf im Imkerforum den Sachverhalt geschildert und nach Rat gefragt.

Hier hat sich ein wirklich gehaltvoller, interessanter Austausch entwickelt.

Ich halte das hier für mich fest, weil ich jenen Faden völlig verdrängt hatte und mich durch das Forum wieder darauf stoßen lassen musste…

2019.17 Varroa Status – so sieht es derzeit aus

Ich arbeite immer noch an einem Varroakonzept, welches zu mir und meiner Betriebsweise passt.
Da ich immer noch an meiner Betriebsweise arbeite, meine Imkerei dieses Jahr wieder enorm gewachsen ist und mein Erfahrungsschatz entsprechend mit wächst, ist alles ständig im Wandel. Und das gilt auch für mein Varroamanagement.

Völker mit TBE (Totale Brutentnahme)

Das Konzept der TBE ist ein sehr Schlüssiges. Allerdings halte ich mittlerweile den Zeitpunkt für entscheidend.
Ich habe meine TBE wieder Ende Juni durchgeführt (21.6. und 22.06.)
Da noch Honigräume auf den Völkern verbleiben mussten, habe ich dieses mal nur mit einer Fangwabe gearbeitet. Diese Fangwaben habe ich dann neun Tage später voll verdeckelt entnommen und daraus einen weiselrichtigen Sammelbrutableger gebildet, der mit Ameisensäure behandelt worden ist.
Die TBE-Völker selber wurden mit keiner Säure behandelt, sondern eben nur mit Fangwabe.

Ich habe Anfang der Woche eine Kontrolluntersuchung unter Zuhilfenahme von Oxalsäure durchgeführt und jetzt – 2 Monate nach der TBE – feststellen müssen, dass dabei zwischen 45 und 90 Milben pro Tag gefallen sind (wohlgemerkt nach OXS, nicht der natürliche Milbenfall!).
Das hat mich überrascht: Der Milbenfall nach OXS deckt sich im Ergebnis nicht unbedingt mit meinen CO2 Tests!

Begattungsableger

Die Begattungsableger habe ich Ende Mai gebildet, Anfang Juni beweiselt und Mitte Juni bei Brutfreiheit (naja, Stifte gab es schon) mit OXS behandelt.
Laut stichprobenartiger CO2 Tests sind diese Einheiten unauffällig.
Allerdings scheint es mir geboten, hier auch noch einmal einen OXS-Kontrollversuch zu starten, und sei es nur bei ein bis zwei Einheiten.

Update 26.06.

Das stimmt so nicht ganz: Eine schlichte Messung des natürlichen Milbenfalls mit Windel brachte eine Reihe Kandidaten zutage, die über dem Grenzweet von 4 Milben/Tag liegen. Andere Eingheiten sind aber auch laut Windel unauffällig.

Brutwabenableger aus dem Mai

Diese sahen bisher laut CO2 Tests auch gut aus. Allerdings kann das eigentlich nicht sein. Wurden diese zwar Mitte bis Ende Mai brutfrei mit OXS behandelt, so lagen jedoch sehr viele Brutzyklen zwischen der Behandlung und jetzt, sodass es reichlich Gelegenheit für die Milbe gab, sich zu vermehren.
Auch hier will ich eine Kontrollbehandlung mit OXS durchführen und den anschließenden Milbenfall zählen. Ich habe den Verdacht, dass diese Völker stärker belastet sind, als der CO2 Test es mir anzeigt.

Update 26.06.

Nach der Kontrollbehandlung fielen Milben, die sich um den Grenzwert von 50 Milben/Tag bewegten. Ein Ableger, der nur mit Windel beurteilt wurde, sieht hingegen unauffällig aus.

Unbehandelter Ableger: 10% befallene Brut

Ich habe einen Begattungsableger bewusst nicht behandelt. Dieser Ableger, auch Ende Mai aus Brutwaben von Wirtschaftsvölkern gebildet, auch Anfang Juni beweiselt, war ein Anschauungsobjekt.

Er wurde am 23.7. einmal mit OXS behandelt, allerdings unter Vorhandensein geringer Anteile an verdeckelter Brut.
Diese (mit Absicht verspätete) Behandlung hat nicht ausgereicht, den Milbenbefall ausreichend zu reduzieren. Kurz darauf traten die ersten Fälle von DWV zutage, die Anzahl an Bienen nahm zusehends ab, das Brutnest war löchrig.

Mitte August habe ich dann eine TBE vorgenommen (nicht um den Ableger zu retten, sondern ihn für eine Auflösung vorzubereiten) und die Brutwaben auseinander gepult.

Der Befall der Brutzellen durch Milben lag bei etwas über 10 %.

Im September wäre die Kiste leer gewesen.

“Ich habe kaum Milben, das ist kein Milbenjahr!”

Das lese ich derzeit immer wieder, bspw. im Imkerforum. Allerdings deckt sich das nicht mit meinen Beobachtungen.

Richtig ist, dass auf den Windeln kaum Milbenfall zu sehen ist. Dort liegen jene Völker, bei denen ich eine Windel drunter geschoben habe, deutlich unter den Grenzwerten. Wenn man aber genauer hinsieht, dann findet man auch mehr Milben, als einem lieb ist.
Zwar sehen meine Völker, wenn man Brut und Bienen betrachtet, unauffällig aus (keine DWV Bienen, keine großen Lücken im Brutnest, keine ansitzenden Milben), aber die Milben sind bereits wieder da – trotz TBE.

Ich habe daher die Befürchtung, dass es sich bei dem “ist kein Milbenjahr!” um einen fatalen Irrtum handeln könnte.

VarroMed Tests voraus

Ich höre und lese immer mehr über VarroMed. Die bisherigen Erfahrungen, von denen ich höre, klingen allesamt positiv. Ich wäre daher normalerweise auch positiv, dass VarroMed ein super Produkt sein könnte, wenn ich nicht Frau Dr. Rademacher im Ohr hätte, die bei einer Fortbildung – auf das Produkt angesprochen – meinte, sie hätte keine Idee, wie und warum das wirken sollte. Allerdings musste VarroMed ein europäisches Zulassungsverfahren durchlaufen, und so werde ich VarroMed dieses Jahr das erste Mal an einem Stand testen – eben wegen des Zulassungsverfahrens und der positiven Erfahrungen.

Der Grund, warum ich überhaupt einen entsprechenden Test durchführe:
Die Juni-TBE Völker haben mehr Milben, als ich in den Winter mitnehmen und jetzt bei der Winterbienenaufzucht im Volk haben will.
Eine Ameisensäurebehandlung wäre möglich, ist aber zum einen stark wetterabhängig (was VarroMed nicht sein soll), zum anderen eine starke Belastung für das Volk über einen längeren Zeitraum (was keine grundsätzliche Kritik an der AS sein soll).

Ich erhoffe mir, dass die TBE Völker, die ja bereits eben durch die TBE einen Großteil ihrer Milben verloren haben, mit einem Durchgang VarroMed so weit entmilbt werden, dass ein zweiter Durchgang nicht mehr nötig wird. Ein weiterer Grund: Ich schaffe es zeitlich nicht, alle notwendigen Völker mit der dritten (und bienenverträglichsten) Methode – der OXS Bedampfung – zu behandeln (zumal das in Deutschland auch nicht zulässig wäre). Also bleibt Ameisensäure mit dem Nassenheider Verdunster oder der Test mit VarroMed.

Auf dem Papier ist VarroMed schnell und sicher zu applizieren. Wenn es auch noch wirkt, dann wäre das eine Erleichterung in meinem Varroamanagement.

Daher werde ich einen vergleichenden Test vornehmen:
Ein Stand mit Juni-TBE Völkern wird klassisch behandelt, ein anderer Stand mit VarroMed.

Update 26.06.

Nach den letzten Tests sind jetzt vorerst 13 Völker in der VarroMed Behandlung.
Bei Wirtschaftsvölkern, die in 6 Tagen weniger als rund 150 Milben fallen lassen, wird die Behandlung nicht fortgeführt (bei Ablegern, je nach Größe bei einem Milbenfall von 40-90 Milben in 6 Tagen). Ansonsten geht es nach 6 Tagen in eine zweite Behandlungsrunde.
Ich bin auch gespannt, was mit der Brut passiert.

Fazit TBE

Die TBE hat Vorteile:

  • Ein Großteil der Milben wird entfernt, egal ob mit Fangwabe oder mit OXS als Nachbehandlung.
  • Die TBE Völker bauen dann allesamt mustergültige Brutnester wie aus dem Lehrbuch.
  • Wabenhygiene ist auch erledigt.

Allerdings scheint es mir, dass bei einer zu frühen Durchführung (also schon Ende Juni) der Effekt der Milbenreduktion bis zum September, Oktober hin verpufft.
Sicherlich: Ohne eine entsprechende Behandlung würden es Völker vielleicht gar nicht bis zum Oktober schaffen. Aber dass eine irgendwie geartete weitere Behandlung notwendig wird, stört mich – zumal ich dann aus Zeitmangel heraus wieder zu organischen Säuren greifen muss, die ich den Bienen gerne erspart hätte.

Ich werde zusehen, nächstes Jahr die TBE vier Wochen nach hinten, auf die letzte Juli-Woche, zu schieben.

Dann erspare ich mir (und den Bienen) hoffentlich jede weitere Behandlung vor der Restentmilbung im Dezember.

Ein Wochenende in Franken – Maden pulen und Milben zählen für die gute Sache

Das Wochenende vom 9. August an habe ich in der Nähe von Nürnberg in Franken verbracht, auf Einladung des LV Buckfastimker Bayern e.V, die dieses Jahr wieder freiwillige Helfer rekrutiert haben, ihnen bei der VSH Auszählung ihrer aktuellen Zuchtköniginnen zu helfen.

VSH Auszählung – worum geht es?

Vereinfacht gesagt: Es wird versucht, Bienen zu züchten, die ohne Behandlung durch den Menschen mit der Varroamilbe zurecht kommen.

Fachchinesisch: Durch Selektion, Einfachdrohnbesamung, künstlicher Infektion von Prüfvölkern mit Milben und anschließendem Auswerten der Brut und der Milbenentwicklung, lassen sich Königinnen finden, deren Arbeiterinnen die Milbenreproduktion in einem Maße stören, dass die Milbe sich nicht mehr ausreichend vermehren kann, und die Völker so überleben können.
Dabei wird hart auf das Merkmal “VSH – Varroa-Sensitive-Hygiene” selektiert (auch mithilfe von SDI – single drone insemination), um dieses möglichst zu isolieren – unter Außerachtlassung aller anderen wünschenswerten Merkmale.

Wie läuft das grundsätzlich ab?

Es werden gezielt Linien angepaart, von denen man einen hohen VSH Wert erwartet. Die Anpaarung läuft über künstliche Besamung, um Herr über die Genetik zu sein. Es gibt also eine definierte Mutter, und deren Tochter (die zu prüfende Königin) wird mit dem Sperma eines Drohns einer ausgewählten anderen Königin “betankt”. Die zu prüfende Königin, die in ihrer Spermatheka jetzt definierte Chromosomensätze spazieren trägt, legt jetzt Töchter, von denen man bestimmte Eigenschaften erwartetn bzw. erhofft.

Ob sie diese Erwartungen erfüllen, galt es an diesem Wochenende herauszufinden.

Was jetzt in einem Absatz relativ kurz und knapp beschrieben werden kann, ist in Wahrheit ein unglaublicher Aufwand:

  • Zu einem definierten Zeitpunkt müssen hunderte von Prüfkandidatinnen “fertig” sein, denn die werden alle an einem Wochenende künstlich besamt.
  • Es müssen hunderte von Königinnen künstlich besamt werden, und dafür ,üssen aus den Drohnenlinien die entsprechenden, vitalen Drohnen bereit sein.
  • Nach der künstlichen Besamung müssen die Königinnen legen, und ein eigenes Völkchen aufbauen.
  • Frühestens nach 9 Wochen, wenn es nur noch Töchter der Königin aus der künstlichen Besamung gibt, also die Genetik im Volk definierbar ist, wird jedes Prüfvolk mit einer definierten Menge an Milben infiziert.
  • Also müssen zu einem festen Termin tausende von Milben aus Völkern “gewonnen”, grob abgezählt und in die Prüfvölker gegeben werden.
    Dies geschieht mittels Puderzucker und sehr großen Schüttelbechern – ähnlich der Puderzuckermethode.
  • Und dann folgt das Wochenende der Wahrheit: Zwischen der künstlichen Infektion und der Auswertung muss ein festgelegter Zeitraum vergehen, bevor eine Auswertung stattfinden kann.

Und der richtige Zeitpunkt für diese Auswertung war das vergangene Wochende.

Was für ein Aufwand!

Mit den Vorbereitungen an den Königinnen ist es ja nicht getan!
Eine ganze Gastwirtschaft wird für dieses Event hergerichtet. Ein Saal, in dem sonst lokale Rockkapellen Konzerte geben, werden Tische aufgebaut und mit Binokularen bestückt. Über dreißig davon sind vorhanden.

Die Organisatoren haben für die anreisenden Helfer Hotels und Pensionen gebucht und sich um die Verpflegung gekümmert, Arbeitsunterlagen und Formulare vorbereitet, Einweiser und Helfer organisiert und ausreichend Platz für Autos und hunderte von Miniplus Kästen geschaffen. Aus dem Landesverband allein sind schon so viele Helfer anwesend, dass man spüren kann, mit welchem Ernst und Ehrgeiz hier an die Sache herangegangen wird.

Es gibt die “Experten”, Projektteilnehmer, die über reichlich Erfahrung verfügen und neue Teilnehmer wie mich einweisen und unermütlich die immer gleichen Fragen wieder und wieder beantworten.

Alles ist mit großem Aufwand perfekt organisiert und eingerichtet, dass wir “Auswerter” ungestört unserer Arbeit nachgehen können:
Brutwaben auseinanderpulen und Milben suchen!

Wonach sucht man?

Kurz gesagt: Man sucht nach Völkern, in denen die reguläre Milbenreproduktion irgendwie gestört oder verzögert abläuft.
Da der Vermehrungszyklus der Milbe immer nach einem bestimmten Schema abläuft, kann man – wenn man das Alter der Bienenpuppen kennt – einen SOLL-IST Vergleich anstellen:
Entspricht der Stand der Milbenvermehrung im Verhältnis zum Entwicklungsstadium der Biene den Erwartungen, oder ist daran irgendetwas anders? Und wenn etwas anders ist, was ist es?
Zum Beispiel kann die Muttermilbe tot in der Zelle liegen, oder die die Anzahl der Nachkommen ist geringer als erwartet, oder es existiert kein Männchen, oder, oder, oder.
Manchmal findet man keine Milben mehr im Volk, obwohl es kurz vorher stark kontaminiert worden ist.

Man kann das Ergebnis des SOLL-IST Vergleich am Ende in einen prozentualen VSH Wert ausdrücken. Dazu füllt der Prüfer einen Bogen aus, in welchem er Zustände standadisiert beschreibt. Diese Standardisierung macht es möglich, eine Excel Tabelle auszufüllen, welche dann einen VSH Wert errechnen kann.

Was macht man als Auswerter/Prüfer?

Man sitzt rund 10 Stunden über ein Binokular gebeugt und sucht auf Brutwaben nach Bienenbrutzellen im richtigen Alter, entnimmt die Puppen und untersucht die Zellen und Puppen auf Milbenbefall. Wenn man Milben findet, untersucht und bewertet man den Zustand des Reproduktionszykluses – gibt es eine Muttermilbe? Eine männliche Milbe? Weibliche Nachkommen, und wenn ja, in welchem Alter? Passt das Bild zum Alter der Biene? In welchem Brutstadium befindet sich die Biene genau? Oder handelt es sich um einen Mehrfachbefall?

Pro Probe werden entweder so viele Zellen mit Puppen im richtigen Alter geöffnet, bis man 10 einfach befallene Zellen gefunden hat, oder 300 Zellen einer Probe – je nachdem, welcher Fall zuerst eintritt.
Dabei öffnet man etwa noch einmal 50-100% Prozent an Zellen zusätzlich, um Zellen im richtigen Alter zu finden.
Man popelt pro Tag also tausende von Zellen auf, zieht Bienenbrut mit einer Pinzette heraus und sammelt Berge von Bienenföten neben sich auf Küchenkrepp.

Durch die Vergrößerung bekommt man eine Sicht auf Bienen und Milben, wie sie einem sonst verborgen bleibt.

Hat man eine Probe fertig, wird der dazugehörige Bogen von einem der Experten noch einmal kritisch überprüft, bevor er dem strengen Zuchtmeister Stefan Luff übergeben wird, der die Datensätze in Exceltabellen klappert.

Kaum ist man mit einer Probe fertig, wird man auch schon losgeschickt, sich die nächste Wabe zu holen um von vorne anzufangen.

Ergebnisse?

Ich habe keine konkreten Zahlen. Allerdings habe ich mitgenommen, dass die VSH Werte der Völker im Schnitt gestiegen sind. Völker, die einen aktuell ermittelten VSH Wert von 75% zeigen, sind schon uninteressant für die weiterführende Zucht. Dafür gibt es genug bessere Königinnen mit höheren Werten.

Insgesamt haben wir wohl über 300 Völker ausgezählt. Natürlich waren da viele Kandidatinnen dabei, die schlechte VSH Werte zeigten, aber insgesamt scheint der Plan aufzugehen, das Merkmal “VSH/SMR” gezielt zu isolieren.

Wenn ich einen Link für eine detaillierte Auswertung bekommen sollte, werde ich diesen nachreichen.

Meine persönlichen Eindrücke

Ich war und bin total überwältigt von der großen Anzahl an Menschen, die sich an diesem Wochenende mit so viel Hingabe und Leidenschaft in diese Arbeit gestürzt haben. Da war ganz viel geballte Kompetenz und Erfahrung vor Ort. Und alle begegneten sich auf Augenhöhe.
Es spielte keine Rolle, ob man Jungimker ist, oder von Außerhalb, oder zum Imkerestablishment vor Ort gehörte – jeder konnte mit jedem ins Gespräch kommen, Erfahrungen austauschen und nach Herzenslust über Bienen und die Imkerei quatschen.
Alleine dafür hat sich die Reise schon gelohnt, ganz zu schweigen von der perfekten Organisation.
Was ich zu Hause oft vermisse, ist dort selbstverständlich: Unterschiedliche Menschen arbeiten an einem gemeinsamen imkerlichen Ziel – in diesem Fall an einer varroatoleranten Biene.
Als ich Bettina am Tag der Abreise zu Bahn fahre, sind wir uns einig: Man müsste eigentlich schon deshalb dort hin ziehen, weil da so viele coole Leute am Imkern sind.

Und? Kommt jetzt die Biene, die ohne Behandlung überlebt?

Mein Wissen, meine Erfahrung reichen nicht aus, um diese Frage glaubhaft beantworten zu können.
Aber:
Es ist manchmal für diese Arbeitsgruppe eine Herausforderung, genug Milben für die künstlichen Infektionen zusammenzubekommen.
Stefan Luff hat mich einmal angeschrieben, als er mitbekommen hat, dass ich ein vermilbtes Volk hatte. Er würde die Milbenschleuder gerne gegen einen Ableger aus der Arbeitsgruppe eintauschen.
Daraus ist letztlich nichts geworden, aber es zeigt, mit welchem Luxusproblem man dort mitunter zu kämpfen hat – nämlich das im Völkerbestand im Umfeld der VHS Zuchtgruppe die Anzahl der Milben sehr gering ist.
Es gibt auch einzelne Völker, die ohne Behandlungen durch den Winter gehen.

Es hängen sehr viele Wenn und Aber bei diesem Projekt im Raum. Das kann alles auch schnell wieder kippen. Aber ich verstehe die bisherigen Erfolge so, dass der sogenannte Proof Of Concept gelungen ist.
Davon ausgehend kann weiter gearbeitet werden. Allerdings braucht es wohl einen langen Atem.
Wenn man bedenkt, dass diese Gruppe erst seit 2015* daran arbeitet, VSH Königinnen zu züchten, dann sind die oben genannten Ergebnisse sicherlich ermutigend. Und ich hatte das Gefühl, dass man dort fest an den Erfolg glaubt.
Folgerichtig würde ich die gestellte Frage, nach der Möglichkeit der varroatoleranten/varroaresistenten Biene, mit Ja beantworten. Ich glaube, dass das funktionieren kann.

*) Das stimmt nicht ganz: Die Grundlagen dazu hat Josef Koller gelegt, der schon seit 20 Jahren auf Varroaresistenz hinzüchtet, und so das Fundament für die jetzigen Arbeiten gelegt hat.

Mein Fazit

Ich bin aus dem Wochenende rausgegangen mit der Motivation, das gezielte Vermehren von Königinnen zu lernen. Zucht kommt dann sicherlich irgendwann von alleine, aber erst einmal das Handwerk lernen.

Und später dann würde ich gerne auch in das Projekt einsteigen, und eigene Königinnen der Prüfung anmelden. Dazu gehört aber viel mehr, als “nur” Weiseln zu ziehen. Das passiert auch nicht von heute auf morgen, aber man muss ja irgendwo anfangen.

Ansonsten war es schön, viele Leute aus dem Imkerforum (wiederzu-)treffen. Es war fast ein kleines IFT. Wir haben zwei tolle Abende verbracht und natürlich auch herzhaft über andere Forumsteilnehmer gelästert 🙂

Kurzum: Wenn Stefan mich haben will, bin ich nächstes Jahr wieder dabei.

Ein paar Detailaufnahmen

Diese Aufnahmen hat mir freundlicherweise Ralf Höling zugeschickt.
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich auf den Landesverband der Bayrischen Buckfastimker verlinken.

Brutstadium 1 – man beachte die Protonymphen auf 9 und 11 Uhr, eine davon ist möglicherweise das Männchen
Brutstadium 1, vermutlich mit Muttermilbe (für eine Tochter ist die schon etwas dunkle)
Ganze Milbenfamilie: am Zellgrund das Männchen, 11 Uhrt die Mutter, 6 und 9 Uhr die Töchter
Milbenfamilie

2019.15 Varroatestung und Fortsetzung Kalkbrut-Ableger

CO2 Varroatestung

Ich unterteile meine Völker grob in folgende Kategorien:

  • Wirtschaftsvolk mit Totaler Brutentnahme (TBE)
  • Ableger
  • Sammelbrutableger mit Fangwaben aus der TBE

Ich habe dieses Jahr die TBE wenn, dann nur mit Fangwabe gemacht und nicht in Kombination mit einer Oxalsäurebehandlung (OXS), weil zur Behandlungszeit die Honigräume noch auf den Völkern war. Das war dann auch etwas weniger effektiv als erhofft:

Wirtschaftsvölker, die ich bereits im Mai einer TBE unterzogen habe (zumeist wegen eines zu hohen Varroabefalls), haben keine Fangwabe behalten. Folglich ist der Varroabefall aktuell mitunter schon wieder zu hoch (>1% phoretischer Befall). Ursächlich ist hierfür vor allem die fehlende Fangwabe, die noch einmal einen Großteil der Milben mit entfernt hätte, als auch der frühe Zeitpunkt der TBE und damit einhergehend die zusätzlichen Brutzyklen.

Wirtschaftsvölker, die Ende Juni einer TBE mit Fangwabe unterzogen wurden, haben einen phoretischen Befall von 0,2-0,7%. Das toleriere ich derzeit einfach und prüfe dann Ende August noch einmal den Befallsgrad.

Ableger, also jene Völker, die ich aus 2-3 Brutwaben oder aus abgeschwärmten Völkern gebildet habe, sehen bisher sehr gut aus: Diese Einheiten, alle Ende April bis Ende Mai gebildet, sind alle im brutfreien Zustand mit OXS behandelt worden. Hier sind pro Einheit maximal 1 Milbe gefallen, was einem Befall von rund 0,1% entspricht.

Sammelbrutableger aus Fangwaben unterteilen sich noch einmal in zwei Kategorien:

  • Brut auslaufen lassen und im brutfreien Zustand mit OXS behandelt,
  • Sammelbrutableger gleich beweiseln und später mit AS behandeln.

Bei erster Kategorie fällt im CO2 Tester so gut wie nichts. Bei der zweiten Kategorie, welche nie brutfrei war und dank Königinnen den Milben eine fortwährende Vermehrung ermöglichte, sind während der Ameisensäurebehandlung mehr Milben gefallen, als die Ameisen wegtragen konnten.

Fazit: Soweit ich das sehe, ist es bisher ein normales Milbenjahr. Wenn man den Vermehrungszyklus der Milbe nicht unterbrochen hat, hat sie sich entsprechend gut entwickelt, wenn man zwischendurch eingegriffen hat, ist der Befall entsprechend niedriger.

Ende August entscheide ich dann, welche Einheiten vor dem Winter noch einmal behandelt werden müssen.

Was wurde aus den Kalkbrutablegern?

Tatsächlich scheint es an dieser Front einiges an Beruhigung gegeben zu haben. Nur ein Ableger zeigt noch offenkundig wenige Mumien, wobei diese auch schon längere Zeit auf dem Beutenboden liegen. Bei den anderen Völkern habe ich keine Mumien mehr in der Beute oder vorm Eingang gefunden.

Auch die Brutnester werden langsam besser, geschlossener. Nicht alle sind so schön ebenmäßig, wie ich mir das wünschen würde, aber insgesamt verbessert sich die Situation.

Ich kann nur raten, welche Faktoren hier in Frage kommen könnten:

  • Ich habe die Völkchen vom Begattungsstand zum Bienenhaus verlegt – sprich: Es gab einen Ortswechsel.
  • Seit zwei Wochen werden die Einheiten regelmäßig dünn gefüttert.
  • Die Völker haben jetzt fast nur noch Bienen, welche bereits auf die neuen Königinnen zurückgehen.

Ich glaube in diesem Fall nicht so recht an den Standort als Faktor für Kalkbrut: Der Begattungsplatz lag luftig, trocken und sonnig. Das ist das Gegenteil dessen, was standortbedingt i.d.R. für KB verantwortlich gemacht wird.

Das Füttern regt den Putztrieb an, und gehört damit zu den Standardmaßnahmen bei der Kalkbrut.

Ebenso das Hygieneverhalten der Bienen, welche jetzt auf einen anderen genetischen Ursprung zurückgehen, als die erste Generation, die in den Kisten war.

Insgesamt bin ich noch etwas skeptisch, wie sich das entwickeln wird, aber es sieht besser aus, als noch vor vier Wochen befürchtet.
manchmal muss man einfach abwarten…

Weitere Wintervorbereitungen

Neben des Varroamanagements steht aktuell vor allem die Auffütterung an.
Da bei mir die Völker nach der TBE immer noch viele Waben ausbauen müssen, werden sie aktuell noch dünn (1:1) gefüttert. Die harte Auffütterung (dicker Sirup – gleich zum Einlagern) folgt dann ab Ende August.

Es gibt Ableger, zeitig Anfang Mai gebildet, denen habe ich eine zweite Zarge mit ausgebauten Waben spendiert. Die Königinnen sind mittlerweile auch schon nach oben gegangen, und haben dort angefangen zu stiften.

So arbeite ich mit dem CO2 Tester

Der CO2 Tester ist ein Hilfsmittel zum Bestimmen des Varroabefalls in einem Bienenvolk. Dabei wird die Anzahl der auf den Bienen sitzenden Milben ermittelt, was dann in einen prozentualen phoretischen Befall umgerechnet werden kann, wenn man die Anzahl der Bienen kennt, die man beprobt.
Anders ausgedrückt: Wenn man weiss, dass man 300 Bienen im Tester hat, und aus diesem 3 Milben “extrahiert”, dann entspricht das einem phoretischen Befall = 1%

Vorteile des CO2 Testers

Der eine wesentliche Vorteil: Man hat nach wenigen Minuten Klarheit über den Befall seines Volkes.

Nachteile des CO2 Testers

Der eine wesentliche Nachteil: Es macht mehr Arbeit, eine CO2 Testung durchzuführen, als eine Windel unter ein Volk zu schieben. Es sei denn, der Bienenstand ist durch eine längere Anfahrt zu erreichen – dann ist die Auswertung der Windeln wieder mit viel Aufwand verbunden.

Ambivalentes

Es gibt unterschiedliche Meinungen zu der Aussagekraft des CO2 Testers. Mancher bewertet ihn als nicht zuverlässig genug. Dr. Ralph Büchler kommt aber zu dem Ergebnis, dass der Tester für den Praxiseinsatz gut geeignet ist.

Was wird benötigt?

Das alles wird benötigt
  • Der CO2 Tester, welchen man einmal gewogen haben sollte.
  • Ausreichend CO2 Patronen mit Schraubgewinde.
  • Eine Lupe
  • Einen CO2 Spender – der mitgelieferte hat bei mir sehr schnell den Geist aufgegeben. Findet man u.a. als Fahradzubehör.
  • Ein Notizblock.
  • Eine elektronische Briefwaage (gibt es für wenig Geld).
  • Ein kleines Stück Folie (ca. 20x30cm)

Schritt 0 – Eine kleine Tabelle erstellen

Ich mache mir derzeit eine Tabelle, die etwa folgende Spalten enthält:

  • Datum
  • Volk Nummer
  • Gewicht der Probe
  • (darauf resultierende) Bienen
  • gezählte Milben
  • Prozentualer Befall

Schritt 1 – Probe entnehmen

Man öffnet das Volk, stellt den Tester mit geöffnetem Deckel sowie die Folie in Griffweite und sucht eine passende Wabe.
Ich nehme gerne Waben aus dem Brutnest, wenn ich sicher ausschließen kann, dass die Königin nicht auf dieser Wabe rumläuft. Habe ich die Königin geortet, nehme ich eine Wabe, die zwei Positionen entfernt steckt.

Jetzt entnehme ich diese Wabe, halte sie in einer Hand, lege mit der anderen Hand die o.g. Folie auf die restlichen Oberträger, und prüfe die Wabe noch einmal kurz, ob sie auch offene Brut enthält.
(Ich nehme dazu nicht mehr die Abdeckfolie. Diese war mir immer zu groß und zu unhandlich, um sie mit einer Hand auszubreiten )

Jetzt schüttelt man mit ein, zwei kräftigen Stößen die Bienen auf die Folie, lehnt die Wabe langsam an die Beute, greift ruhig die beiden Enden der Folie und legt die Enden leicht aneinander, sodass eine Art Folienrutsche entsteht.

Es werden viele Bienen auffliegen, es fühlt sich alles sehr wuselig und unruhig an, was den Imker zu Hektik verleiten könnte, weil er um die Probenmenge fürchtet. Tatsächlich bleiben aber bei einem ruhigen Arbeiten noch genug Bienen für eine Probe auf der Folie.

Die Folienrutsche benutzt man nun dazu, den Tester zu befüllen. Dabei lasse ich die beiden roten Eichstriche außer acht. Mit der einen Hand halte ich die Folienenden zusammen, mit der anderen fasse ich unter die Folie und “schubse” so die Bienen von der gerundeten Folie in den Tester.

Auch hier wieder muss zügig aber nicht hektisch gearbeitet werden, auch hier werden wieder etliche Bienen den Tester verlassen. Wichtig ist, dass der Plastikdeckel in Griffweite liegt und man den Tester umgehend verschließen kann.

Jetzt ist das Schlimmste geschafft.
Während der Auswertung der Probe kann das Volk noch offen bleiben.

Schritt 2 – Bienen betäuben

Vorher…

Ich stellte den Tester auf einen stabilen, geraden Untergrund. Der untere Deckel muss ebenfalls angebracht sein.
Ich lege einen geraden Stein auf den oberen Deckel, weil dieser von sich aus zu locker sitzt und bei einströmendem CO2 weggepustet werden würde.

Jetzt wird stoßweise CO2 eingelassen, mit kurzen Pausen. Am Anfang passiert nicht viel. Oftmals fallen dann aber die Bienen plötzlich zusammen.

Man gibt so viel CO2 dazu, bis die Bienen wirklich regungslos sind.

Nachher.

Während der Wartezeit von 20 bis 30 Sekunden gebe ich die entnommene Wabe zurück ins Volk und schiebe die Waben wieder zusammen. Die Beute lasse ich aber noch offen.

Schritt 3 – Wiegen!

Diesen Schritt vergesse ich auch ganz gerne. Wenn die Bienen betäubt sind, lassen sie sich einfacher wiegen.

Ich notiere den Wert in der Tabelle, ggf. ziehe ich gleich das Gewicht des Probebehältnisses ab und habe damit das Gewicht der Bienen. Das Gewicht der Bienenprobe in Gramm, geteilt durch 0,1 ergibt dann die ungefähre Anzahl der Bienen.
Diese notiere ich für später ebenfalls.

Schritt 4 – Schütteln

Mittlerweile ist genug Zeit vergangen, und man kann die Bienen schütteln.
Ich schüttele nicht nur vertikal, sondern auch ähnlich wie einen Brandy – im Kreis. Und dann wieder vertikal, auch mal horizontal – einfach sehr gründlich von allen Seiten.

Die Bienen werden dabei schmierig schwarz, koten unkontrolliert ab und sehen danach ziemlich elendig aus. Aber sie leben.

Ich schüttele 15-25 Sekunden.

Schritt 5 – Auszählen

Jetzt kommt der wichtige Teil, wo ich von der Anleitung abweiche, denn ich zähle an unterschiedlichen Stellen, und ich benutzte immer eine Lupe.

Der Bodendeckel – dieser wird als erstes ausgezählt. Milben sind hier gut zu erkennen.

Bodendeckel – Milbe auf 2 Uhr.

Eine Lupe verwende ich deshalb, weil Kotspritzer manchmal keine Kotspritzer, sondern helle, junge Milben sind, welche ich mitzähle.

Sieb, Bodenseite, sowie die unteren Wände – Jetzt suche ich mit der Lupe die Unterseite des Siebes ab, insbesondere die Falz, welche das Sieb hält. Hier rutschen gerne mal Milben runter. Die Wände des Testers werden ebenso abgesucht.

Unterseite – man beachte die geriffelte Falz, welche das Sieb hält.

Raum mit den Bienen, Sieb samt Falz von oben – Auf jener Seite des Siebes, auf welche die Bienen geschlagen werden, bleiben auch gerne Milben hängen, ebenso in der Falz. Daher wird hier alles einmal gründlich abgesucht, und dabei der Becher leicht gedreht, damit die Bienen nach rutschen und den Blick auf alle Bereiche frei geben. Zu dieser Zeit sind die Bienen noch betäubt.

Innenraum ebenfalls begutachten

Alle gefundenen Milben werden zusammenaddiert und in die Tabelle eingetragen.

Nicht vergessen: Die betäubten Bienen wieder vorsichtig zurück ins Volk schütteln.

Schritt 6 – Auswertung

Mit der Anzahl der Bienen und der Anzahl der Milben lässt sich der prozentuale Befall ermitteln (Anzahl Milben / Anzahl Bienen * 100 = p%)

Und dann weiss man im Grunde bescheid.

Grenzwert

Mein Grenzwert liegt bei > 1%. Dabei ist mir die Jahreszeit egal, zu welcher ich messe.
Den Wert habe ich von einem Vortrag mitgenommen, bei welchem es um die Varroatoleranzzucht der bayrischen Buckfastimker ging.

Wenn also ein höherer Befall als 1 % nachgewiesen wird, werde ich tätig, darunter nicht.

2019.11 Totale Brutentnahme – TBE

Alle Wirtschaftsvölker, die bisher keine TBE hatten, waren dann am Freitag an der Reihe. Dabei wurde ein Teil der Völker testweise auf 10er Dadant umgewohnt, der Rest von DNM auf DNM 1,5.

Warum jetzt schon eine TBE?

Hätte ich nicht jetzt die TBE vorgenommen, wäre aus terminlichen Gründen das nächste Zeitfenster erst Ende Juli gewesen. Ich möchte aber, dass Ende Juli bereits eine fitte, gesunde, möglichst gering varroabelastete Bienengeneration zur Verfügung steht, die ab Ende Juli die Winterbienen erbrütet und aufzieht. Daher hatte ich keine andere Wahl, als jetzt eine TBE mit Fangwabe vorzunehmen, also die Varroa ohne jede Form von Säuren zu dezimieren.

Entstanden sind eine Reihe von Brutscheunen, die ich Mitte der Woche über Absperrgitter beweiseln will, indem ich jeweils ein Kieler Begattungskästchen über Spundloch aufsetze.
Die Idee: Ich lasse die ersten 5 Tage die Brutscheunen nachschaffen und Bienen aus den Brutwaben schlüpfen, ohne das ich etwas unternehme. Weil ich 14 Tagen nach Bildung der Brutscheunen die restliche, verbliebene verdeckelte Brut entnehmen und die Brutscheunen mit OXS behandeln möchte, ohne das verdeckelte Brut übrig bleibt, packe ich nach 14-9 Tagen (9 Tage wegen der Verdeckelungszeit) – sprich nach 5 Tagen, die Weiseln mit den Begattungskästchen auf den Sammelbrutableger.
Dabei soll die Königin samt Gefolge das begattungskästchen nach unten, in einen großen Brutraum verlassen und dort anfangen, Eier zu legen. Sie kann aber durch das Absperrgitter nicht nach unten, zur schlüpfenden Brut und dort legen. So gibt es dann 14 Tage nach Bildung zwar in einer Zarge frische offene Brut, aber nach Entnahme der darunterliegenden Brut aus den Sammelbrutableger, keine verdeckelte Brut mehr – dafür aber viele geschlüpfte Jungbienen.
Die ganze Mannschaft wird dann auf eine Zarge zusammengefasst, was hoffentlich eine ausreichend starke Belegschaft für den Winter ergibt, plus einen milbenarmen Status, wenn im Brutfreien Zustand behandelt worden ist.

So sieht zumindest bisher der Plan aus.
Am 5. Tag werde ich vor Aufsetzen der Königin schon mal unten nach Nachschaffungszellen schauen und diese ggf. brechen. Das Gleiche wiederhole ich dann am 9. Tag nach Bildung noch einmal, wobei ich hoffe, dass durch das Vorhandensein einer Weisel die Versuche der Nachschaffung abgebrochen werden.

Wird die Königin nicht abgemurkst?

Ich hoffe nicht – denn schließlich gebe ich sie nicht alleine bei, sondern mit ihrem kompletten Hofstaat. Außerdem kann sie dauerhaft legen, und bleibt damit für ein Volk ungemein attraktiv.

Was sonst noch?

Die Line knattert zumindest an einem Standort sehr vielversprechend – vorausgesetzt, die Volksstärke stimmt.
Mein zweiter Standort, wo die Linden vielleicht 150 Meter Luftlinie entfernt stehen, ist eine ziemliche Enttäuschung. Insgesamt wird das eine sehr durchwachsene Veranstaltung werden.

Noch ein Volk mit Kalkbrut!
Ich habe ein weiteres Volk mit Kalkbrut am Stand ausgemacht. Auch hier muss ich umweiseln. Ich weiss nur noch nicht so genau, wann ich das mache, aber vermutlich erst nach der Linde.
Das ganze ist sehr ärgerlich und auch irgendwie beunruhigend, weil die Symptomatik erst so verspätet aufgetreten ist.

Kalkbrut ist eigentlich etwas fürs Frühjahr. Jetzt, bei diesen warmen Temperaturen, ist es eher ungewöhnlich. Aber es kann sogar sein, dass beide Völker miteinander verwandt sind… leider sind da meine Aufzeichnungen zu umgenau.

Jedenfalls steht vorm Urlaub noch eine Menge Arbeit an…

2019.6 Futter wird knapp, Varroa-Monitoring und Vorbereitungen

Die wichtigste Nachricht erreichte mich kurz vor dem Wochenende: Die Königinnenlieferung wird sich um eine Woche verschieben. Also musste ich kurzfristig alles einmal umdisponieren. Aber so ist das in der Imkerei, das gehört einfach dazu.

Das schlechte Wetter im Mai hat dazu geführt, dass viele Völker die Futterreserven aus dem Honigraum verbraucht haben. Mitunter ist da nicht mehr viel vorhanden und jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, überlege ich, ob ich nicht besser Futterteig hätte einlegen sollen. Es kommt nämlich trotz schönem Wetter nicht allzu viel von draussen rein, wenn ich den Stockwaagen trauen darf.
Andererseits hat es bei der letzten Durchsicht bei allen Völkern mächtig aus den Brutwaben getropft – frisch eingetragene Nektar.

Das Problem bleibt trotzdem: Es wird mehr verbraucht, als reinkommt.
Nun kann sich das auch jeden Tag ändern, wenn bspw. die Robinien in der Nachbarschaft doch noch aufgehen und Honig bringen sollten. Aber Gewissheit gibt es nicht – und am Ende, wenn man nicht aufpasst, verhungern die Völker (was teilweise aktuell bei Kollegen schon passiert ist).
Wenn man allerdings Futterteig gibt, besteht Uneinigkeit darüber, ob das nicht zu Verfälschungen im Honig führen kann.

Varroa-Monitoring

Nachdem ich vor einer Woche eine kleine Stichprobe bezüglich Varroa-Befall durchgeführt hatte, und eine Probe durchaus einen zu hohen Wert zutage brachte, habe ich kurzerhand alle Völker untersucht.

Auswaschprobe

Dabei habe ich die Auswachmethode ausführlicher getestet. Der Vorteil: Die Proben sind schnell entnommen, die Auswertung kann später erfolgen. Dadurch kann man die eigentliche Durchsicht fix durchführen. Die Genauigkeit des Ergebnisses gilt als ausreichend valide. Der Nachteil: Man muss dazu 150-300 Bienen töten. Das fällt mir immer noch schwer.

Das Ergebnis war aber zunächst beruhigend. Wo die Stichprobe noch Schlimmes befürchten ließ, waren jetzt alle Völker, bis auf eines, völlig unauffällig (0 phoretische Milben, theoretisch 0 % Befall, was praktisch aber nicht stimmt). Lediglich eines liegt mit 1,3 % leicht über der 1 % Marke.

Interessant dabei: Eines der getesteten Völker fiel im Januar und Februar mit einem extrem hohen Milbenfall auf. Dieses Volk hatte ein vielfaches an Milben auf der Windel im Vergleich zu allen anderen Völkern. Das ließ Schlimmes erahnen. Allerdings winterte dieses Volk sehr stark aus. Die Probe zeigt nun überhaupt keine Milben an, was ich schon erstaunlich fand. Handelt es sich hier möglicherweise im VSH Genetik?

Das eine Volk, welches bei der Stichprobe einen zu hohen Milbenwert aufwies (3,3%) habe ich einer TBE unterzogen. Die entnommenen Waben, plus Pflegebienen eines schwarmbereiten Volkes, reifen jetzt als Sammelbrutableger zu einem Pflegevolk heran und werden bei Brutfreiheit behandelt…

Vorbereitungen

Anfang Juni sollen jetzt die unbegatteten Königinnen kommen. Daher habe ich das schöne Wetter genutzt und schon einmal die leeren Ablegerkästen mit den passenden Waben und Rähmchen ausgestattet. Dann kann das eigentliche Befüllen am kommenden Wochenende ensprechend schnell gehen.

Ablegerkästen

Es kommt eine Brutwabe und ein paar Extra-Bienen in jeden Kasten und nach 9 Tagen werden alle Nachschaffungszellen gebrochen und die unbegattete Königin hineingehangen. Das wird auf jeden Fall spannend.

Insgesamt war es ein arbeitsreiches Wochenende. Und es ist etwas frustrierend, dass kaum etwas reinkommt und man sich ständig Sorgen machen muss, wie es den Bienen geht, ob sie genug finden, ob man eingreifen sollte. Aber:

Der Imker lebt immer in der Hoffnung.