2020.14 – Über Fehlschläge

Heute soll es mal über Fehlschläge in meiner Imkerei gehen, denn die passieren überall. Die allermeisten Fehlschläge gehen auf Fehler des Imkers zurück, Nachlässigkeiten, Unzulänglichkeiten, Schlamperei oder Unachtsamkeit.
Und natürlich bin ich da keine Ausnahme.

Die Imker, die ihre Aufgabe als Bienenhirte ernst nehmen, sind diejenigen, die in einem Gespräch auch offen zugeben, Fehler zu machen, und diese zu teilen, damit andere nicht in die gleichen Fallstricke laufen. Misstrauisch sollte man denjenigen gegenüber sein, die meinen sie hätten so viel Wissen, Erfahrung, Routine – sie würden keine Fehler machen.

Gerade Routine verführt zu Nachlässigkeiten…

TBE, und alle Bienen vor der Beute

Da macht man eine TBE, schlägt die Völker in tolle, jungfräuliche Dadant-Beuten, und bei der Kontrolle einen Tag später, hängen alle Völker in einer Traube vor und unter ihren Beuten.

Der Grund ist schnell gefunden: Es wurde nach der TBE nicht SOFORT gefüttert, sondern erst 4 Stunden später.

Damit war die neue Behausung komplett uninteressant, weil nur Mittelwände, vier Wände, ein Deckel und sonst nichts vorhanden war.

Also habe ich erst Brutwaben der Brutscheunen rein gehangen, ohne Erfolg – die Bienen sind nicht wieder eingezogen. Dann habe ich, mittlerweile drei Tage nach der TBE, alle Völker unter ihren Kisten rausgeholt, so, wie man auch Schwärme fängt, und in ihre Kisten geschlagen.
Das war alles sehr mühsam und sehr zeitintensiv, wenngleich es letztlich aber zum Erfolg geführt hat.

Räuberei

Zu dieser Jahreszeit ist Räuberei ein täglicher Begleiter. Rähmchen aus der TBE einschmelzen? Zack, die Luft ist voller hektischer Spürbienen.
Ganz schlimm: Versehentlich einen klitzekleinen Spalt eines Fensters zum Schleuderraum auflassen, in dem noch die honigfeuchten Waben in ihren Zargen stehen.

“Da fliegt der Schleuderraum!” ist eine passende Umschreibung, die ich bei einem Altimker gehört habe. Und natürlich ist mir das dieses Jahr auch passiert.

Die ganze Nummer ließ sich auch nicht mehr einfangen, bis ich die Notbremse gezogen, und alle geschleuderten Honigräume an einen ganz anderen Platz gefahren habe.
Auch hier wieder: Ohne Ende Sonderfahren und Zeit investiert, um ein Problem zu lösen, welches vermeidbar gewesen wäre.

Genauso das Überlaufen eines Kanisters mit Sirup. Sirup aus dem Rührfass abfüllen, nur schnell etwas holen gehen wollen, und schon läuft der Kanister über und ergießt sich in großer Pfütze auf der Terrasse. Man muss schon schnell sein, einen Wasserschlauch heranzuschaffen und die Plörre anständig zu verdünnen.

Oder Brutscheunen: Brechen mitunter überraschend schnell zusammen, und wenn man an den Stand kommt, gibt es diese eine Beute mit dem ganz verklebten Flugloch, und drin keine einzige Biene und kein Fitzelchen Futter mehr. Dafür ahnt man, dass diese Scheune ihre Milbenlast munter über den Stand verteilt hat.

Königinnen killen!

Königin zeichnet, wieder über Oberträger zusetzen wollen und plötzlich hebt das Mistvieh ab und fliegt weg. Hoffen, dass sie den Weg zurück findet, weil sie dort ja auch begattet wurde, aber eine Woche später feststellen, dass Nachschaffungszellen gezogen wurden.

Hätte ich nur ein, zwei Wochen gewartet, wäre die Königin flugunfähig gewesen, weil voll in Eilage. So aber war eine gute Weisel mit guter Herkunft verloren.

Beim Umweiseln verliert man auch gerne Königinnen.
Drei Völker, alle am Vormittag entweiselt und nachmittags über Spundloch ein Apidea aufgesetzt. Zwei Völker nehmen die Weiseln an, eine wird gekillt. Hätte ich 9 Tage gewartet, wäre die Wahrscheinlichkeit einer Annahme viel höher gewesen, als die tatsächlichen 66%, aber ich hatte ja keine Zeit.

Königin verletzten, abquetschen bei der Durchsicht – ist mir auch schon passiert, wenn auch unbemerkt.

Völker killen mit Ameisensäure!

Eigentlich funktioniert so ein Nassenheider Verdunster ja zuverlässig. Aber wenn man keine Zeit hat, nach 24 Stunden die Verdunstungsmenge zu kontrollieren, funktioniert er garantiert nicht wie gedacht, obwohl er das vorher viele dutzend Male sehr wohl getan hat – so will es Murphys Gesetz.

So auch dieses Jahr, wo ich nach 5 Tagen die Verdunstungsmengen endlich kontrollieren wollte, nur um festzustellen, dass ein Volk hinüber war, und alle anderen Brutschäden hatten. Während dort die Königinnen noch lebten, lag bei einer Kiste das halbe Volk tot im Boden, samt Königin, der klägliche Rest hing vor dem Flugloch an der Beutenwand oder beim Nachbarn als kleine Traube im Apfelbaum.

Solche Nachlässigkeiten werden gnadenlos bestraft, allerdings trifft die Strafe dann die Bienen, die nichts dafür können.

Mir war so sehr nach heulen zumute, dass ich mir vorgenommen habe, nie wieder Ameisensäure zu verwenden. Was immer ich in Zukunft auch mit der Varroa anstelle – Ameisensäure nicht mehr, egal wie unproblematisch die Anwendung in den Jahren zuvor auch gewesen sein mag.

Brutscheunen klappen ab

Dieses Jahr die TBE einfach mal drei Wochen später gemacht, und schon ist die Milbenlast in den Brutsammlern so hoch, dass auffällig viele Brutscheunen zu schwach sind für eine Einwinterung. Eine Brutscheune hat es gleich ganz erwischt (siehe oben).

Auch ist der Begattungserfolg der zugesetzten Weiseln eher dürftig. Etwa die Hälfte ist OK in Eilage gegangen, die andere Hälfte hat entweder keine Weisel oder bereits Zellen einer Stillen Umweiselung.

Da kann ich die kommenden Wochen noch viel zusammenlegen und dann Waben einschmelzen.

Altwaben werden wieder lebendig

Da macht man eine TBE, um Kuntsch Kisten abzulösen und packt die alten Brutwaben bienendicht weg, weil man sie nicht weiter verwenden will.
Wenn man diese Waben dann ausversehen eine Woche lang vergisst…

Bei sommerlichen Temperaturen verwesen Dinge erstaunlich schnell. Und Maden tauchen auch plötzlich von irgendwoher auf. Das gilt auch für Bienenbrutwaben.

Hätte ich das ganze mal von Anfang an zuende gedacht, hätte ich die Brut auch von einem unerwünschten Rähmchenformat sammeln und ausbrüten lassen können, um dann 10 Tage später darauf Kunstschwärme zu machen.
Aber ich hatte die Dinge natürlich nicht zuende gedacht – und so roch es mit einem mal so komisch im Wabenlager, und als ich dem auf den Grund ging, fand ich den Schlamassel.

Dann sitzt man fluchend spät abends, von tausenden Räuberbienen umschwirrt, auf der Terrasse und schmilzt duzende Rähmchen ein, die bereits ein erneutes Eigenleben entwickelt haben.

Worüber ich aber froh bin…

Ich habe die Saison bisher gesund überstanden… toi, toi, toi.
Mein Rücken hat mitgemacht, mein Immunsystem ebenfalls. Das darf gerne so bleiben.

Manche Dinge haben auch gut geklappt, beispielsweise bisher die Nach- und Aufzucht einer ersten Buckfastlinie (die Mutter ist eine VSH starke Buckfast von Stefan Luff aus Bayern, die Töchter, die von mir gezogen wurden, sind mit einer VSH starken Linie auf der Belegstelle Annaburger Heide angepaart worden)

Auch der Honigertrag war anständig – wenngleich ich Sorge habe, wie ich diese Mengen vermarkten soll.

Für die Menge an Völkern hielt sich die Menge an Schwärmen in Grenzen und ich konnte letztlich doch – zumindest bisher – die Bienen so weit managen, dass es keine größeren Ausfälle gab. Die Frage ist natürlich immer, ob das auch so bleibt…

2020.13 – Absturz

Die letzten vier Wochen hatten es in sich.
Es stand alles an: Honigernte, Totale Brutentnahmen, Oxalsäurebehandlungen, Völker fahren, Völker umwohnen, neue Imkerei einrichten.

Der Arbeitsumfang war stramm, der Zeitplan noch strammer und zwischendurch kam wieder einmal der Moment, wo ich keine Lust mehr hatte, wo ich auch einfach nur erschöpft und kaputt war. So sollte kein Hobby sein.

Ich werde zu gegebener Zeit ausführlicher berichten, aber aktuell stecke ich noch mitten in den Arbeiten für die Wintervorbereitung.
Ich habe neulich mal Völker durchgezählt, und mit den Mini Plus kam ich bei einer Anzahl von etwa 60-70 Kisten raus, in denen Bienen mit einer Königin sitzen. Entsprechend rotiere ich auch gewaltig, das alles gemanaged zu bekommen.

Richtig ist, dass ich die enge Varroakontrolle, die ich angestrebt hatte, zeitlich nicht hinbekommen habe. Die Folge ist, dass ich ein erstes Volk als Varroaschaden – beinahe kahl geflogen – aufgelöst habe.

Das kommende Frühjahr werde ich hoffentlich viele Ableger aus diesem Jahr verkaufen können – ich packe es zeitlich und kräftemäßig nicht, so viele Völker zu führen. Ich weiss jetzt aber auch, wo die Schwachstellen im Betriebsablauf liegen, und ich weiss auch, mit welcher Beute ich künftig weiter arbeiten möchte.

Viele Sachen sollen kommende Saison rausfliegen: Alles mit DNM, Ablegerkästen und Apideas.
Es sollen nur übrig bleiben: 10er Dadant-Kisten, alle von einem Hersteller, Flachzargen für die Honigräume und Mini Plus für die Königinnenaufzucht. Mehr nicht.

Dazu muss noch etwas Hebetechnik her, zwei Klärfässer und vielleicht ein Rührfass, wobei manche Kombinationen nur dann Sinn ergeben, wenn auch eine Honigpumpe dazu kommt. Aber das sind Planungen für den Winter.

Ich muss ein paar hundert Altwaben einschmelzen und bis September noch fast eine Tonne Zucker zu Sirup verarbeiten. Da müssen andere Dinge noch warten…

2020.12 – Zurück von der Belegstelle

Am Freitag bin ich nach Sachsen-Anhalt gefahren, um meine Begattungseinheiten von der Belegstelle Annaburger Heide zu holen.

Vorher hatte ich noch schnell ein paar Transportvorrichtungen für Mini Plus Beuten gebaut, was dann vor Ort das Verladen deutlich erleichtert und zu einer guten Ladesicherung geführt hat. Aber da steckten auch wieder vier Abende Arbeit drin, die vorher nicht eingeplant waren.

Die 26 Einheiten habe ich dann zu unserem neuen Imkereigelände gefahren und dort aufgestellt, um dann am Sonntag den Begattungserfolg zu prüfen. 22 von 26 sind in Eilage, eine Königin ist zwar da, aber diese hing bei Abholung unter der Beute, umgeben von einer Traube Bienen, und hatte noch nicht richtig anfangen können zu brüten.

Manche Königinnen hatten schon verdeckelte Brut, andere noch offene, aber insgesamt sah das Ergebnis besser als erhofft aus.

Verflug

Bei der Durchsicht der BGE ist mir folgendes aufgefallen:
Ich hatte eine reine Carnica Begleitmannschaft den Königinnen mitgegeben – alle Bienen hatten das Carnica Grau, ohne Ringe.
Nach den 14 Tagen Belegstelle war ein Viertel bis ein Drittel der Damenschaft rot geringelt.
Obwohl die BGE alle in Einzelaufstellung stehen, die Beuten selbst sehr unterschiedlich in Form und Farbe sind, betteln sich sehr viele Fremde Bienen in die kleinen Kistchen ein.

Für mich war das ein Augenöffner, insbesondere hinsichtlich der Implikationen bei der Verbreitung von Krankheiten an einem Stand.

M+ sichern

Ein Tipp: Wenn man mit neuen M+ auf Reisen geht, sollte man die Rähmchen mit Pinwand-Nägeln fixieren. Andernfalls rutschen sie etwas herum oder auseinander, und der Beespace stimmt dann nicht mehr, was sich nach zwei Wochen dann mitunter unangenehm zeigen kann.

Ableger platzen immer noch

Ich habe meine Ableger inseriert, aber niemand will sie derzeit kaufen. Ich schätze mal, alle haben selber genug Bienen, und niemand möchte welche kaufen.

Also muss ich die jetzt alle irgendwie aufheben und über den Winter bringen und dann im Frühjahr verkaufen.
Nach einem Winter sollte der Bedarf an Völkern in der Regel höher sein als jetzt…

Was allerdings komisch ist: Wenn man Buckfast Ableger hat, dann wollen das alle kaufen. Warum eigentlich?

Hatte ich geschrieben, dass ich alles, was nicht Dadant und Mini Plus ist, abgeben und verkaufen möchte?

2020.11 – Belegstelle, Ableger platzen und Linde

Linde

Die ersten Linden sind zwar aufgegangen, aber die Stockwaagen zeigen kaum Zunahmen. Letztes Jahr verhielt es sich genau so, und ich hoffe jetzt einfach, dass sich der Nektar noch einstellen wird. Regen ist jedenfalls gefallen, auch in relevanten Mengen.

Durchsichten mit Problemen

Nachdem die Robinie an fast allen Standorten komplett ausgefallen ist, aber ich an den meisten Standorten zufüttern müssen.
Zuvor friedliche Völker sind auf einmal recht biestig. Was ich in den vergangenen Tagen gestochen worden bin, geht auf keine Kuhhaut.

Eine meiner besseren Ertragsvölker hat seine Königin verloren – warum auch immer. Hier musste jetzt eine frische Schwarmkönigin als Überbrückung herhalten. Diese hatte, als zweite Nachschwarmkönigin, nicht mehr viel Belegschaft in der Kiste, aber einen unbändigen Legedrang, und das Ertragsvolk keine Weisel mehr, sodass ich jetzt beide vereinigt habe, in der Hoffnung, dass die noch Ertrag bringen.

Neue Serie

Heute geht vermutlich eine neue Serie an Königinnen an den Start. Diesmal wieder von der bereits genannten Carnica Zuchtmutter.

Eigentlich wollte ich dazu einen Adamstarter basteln, aber da fehlte bisher die Zeit, und jetzt starten wir die Serie in einer weisellosen Hinterbehandlungsbeute. Ob das etwas wird, kann ich nicht sagen, aber schauen wir mal.

Rückstau

Ich komme im Moment mit vielen Dingen nicht so richtig hinterher.
Ich muss zum Beispiel an unserem neuen Standort noch Beutenständer bauen, vorerst für 20 Mini Plus und für rund 20 Ableger.

Ich habe auch noch 12 Dadant-Beuten, die geliefert worden sind, die kurzfristig gestrichen werden wollen. Außerdem habe ich dazu noch die Rähmchen, in welche Mittelwände eingelötet gehören.

Weil das noch nicht genug ist, müssen noch ein paar hundert Kilo Honig abgefüllt und etikettiert werden – wobei mir für zumindest eine Sorte noch ein Etikett fehlt.

Es fehlt auch noch ein “Firmen”-Schild für das neue Imkereigrundstück, außerdem muss ich den schon fertigen Honig ausliefern.

Weil das noch nicht genug ist, müssen die ältesten Ableger in normale Beuten umziehen und erweitert werden – die platzen gerade aus allen Nähten. Die jungen Königinnen wollen einfach legen, auf Teufel komm’ raus.

Belegstelle

Am Freitag habe ich 26 Einheiten auf die Belegstelle Annaburger Heide gefahren.
Ich bin wirklich gespannt, was dabei raus kommt, werde das Ergebnis aber erst in zwei Wochen erfahren. Das sind, wie erwähnt, Buckfast Königinnen, deren Drohnen nächstes Jahr für die Oie vorgesehen sind. Auch die Verpaaarung ist interessant, eine Rüppel-Herkunft mit wohl sehr guten VSH Werten. Also mal abwarten, was dabei raus kommt.

TBE voraus

In 4 Wochen steht die TBE an. Da kommt dann noch mal eine richtige Arbeitsspitze, die sich aber bei den Auswinterungsergebnissen immer wieder bezahlt macht.

Im Moment schlaucht es etwas. Ich bin froh, wenn es wieder etwas ruhiger wird. Und ich denke im Moment, dass ich nächstes Jahr die Anzahl der Wirtschaftsvölker halten, und nicht erweitern will. Erst einmal lernen, so viele Kisten effektiv zu managen. Dann kann man weitersehen.

2020.10 – Mehr Frühlingshonig

Schleudern!

Am Wochenende haben wir ein weiteres Mal geschleudert, um Honigräume leer zu bekommen, bevor die Linde los geht.
Vermutlich werden wir aber kommendes Wochenende noch eine Runde zwischenschieben, um Robinie zu ernten. Insgesamt lief das Frühjahr eher durchwachsen – gerade der Raps hat nicht so viel gebracht, wie erhofft.

Königinnen!

Am 29. Mai war ich in Lübeck, Zuchtstoff holen. Von 50 Larven haben es 29 in den Brutschrank geschafft, als verdeckelte Zellen, welche (hoffentlich) übermorgen schlüpfen werden. Am Wochenende gehts dann auf die Belegstelle. Dafür muss ich aber noch reichlich Begattungseinheiten aus dem Hut zaubern…

Ansonsten sind haben die meisten Ableger jetzt eine legende Königin, und der Unterschied dieser Königinnen im Vergleich zu Nachschaffungsköniginnen ist relativ offensichtlich: Sie geben gleich richtig Gas.

Drei Wochen nach Stecken der Zellen hatten bis auf eine alle schon drei Waben großflächig belegt, teilweise schon verdeckelt, die vierte Wabe war in Arbeit.

Wärmeschrank!

Ich habe Rapshonig, der sehr schön fest geworden ist. Und damit ich den ins Glas bekomme, muss ich ihn auftauen.

Nun hätte ich einfach einen Einweckautomaten kaufen können, aber tatsächlich habe ich im Netz eine einfachere Alternative gefunden: Einen alten Kühlschrank, eine temperaturgesteuerte Steckdose und ein kleiner Heizradiator.

Mit diesen drei Zutaten bastelt man buchstäblich in 10 Minuten einen Wärmeschrank, der einwandfrei funktioniert.

Ich werde dazu mal bei Gelegenheit eine kleine Anleitung schreiben, bzw. die Komponenten vorstellen.

Abfüllen!

Wir wollen diese Woche auch abfüllen.
Das passiert etwas aus der Not heraus: Füllen wir nicht ab, werden wir die Honigeimer bei der Lindenernte schmerzlich vermissen.

Außerdem haben wir Kunden, die in den Startlöchern stehen und Honig brauchen.
Wir werden dieses Jahr dabei ein interessantes Sortiment haben:

  • Frühtracht mit viel Raps
  • Obstblüte, geimpft mit etwas Raps (und dann hoffentlich schön streichzart, cremig)
  • Obstblüte ungeimpft (also eher flüssig)
  • Robinie (klopft auf Holz, dass das noch etwas wird)
  • Linde (toi toi toi), wenn es den klappt

Wir haben jetzt eigene Etiketten am Start – insgesamt entwickelt sich also unser kleines Franchise 🙂

Hinterbehandlungsbeuten!

Aus Gründen lerne ich gerade die Arbeit mit klassischen DDR Hinterbehandlungsbeuten, allerdings auf Kuntsch.

Ich sage mal so: Es ist wieder etwas ganz anderes. Und es ist so etwas wie Brauchtumspflege.

Noch mal zu dem Ablegern…

Ich bin mir nicht sicher, ob ich jetzt schon Ableger verkaufen soll, oder ob ich so viele wie möglich über den Winter nehme und im Frühjahr verkaufe.
Im Moment geht mir aber der Platz und vor allem die Kisten aus.

Ich glaube, ich inseriere welche.

2020.9 – Hamsterrad

Jetzt ist jener Punkt in der Saison erreicht, in dem die Arbeitsprozesse alle zerfasern, und man wie ein Hamster in seinem Rad rennt und rennt, und doch nicht vom Fleck kommt.

Wenn man alles als Volk zählt, was eine Königin und Bienen in der Kiste hat, dann hat sich mein Bestand in den letzten 5 Wochen etwa verdoppelt.

Zu Beginn einer Saison ist alles irgendwie halbwegs gleich. Es gibt stärkere und schwächere Völker, bei manchen muss man etwas unternehmen, aber in der Regel reicht es, wenn man einmal pro Woche zu den Bienen fährt und Durchsichten macht, wenn überhaupt.

Irgendwann beginnt man dann mit der Königinnenvermehrung und Ablegerbildung.
Das ist aber alles Termingeschäft. Der Rhythmus geht immer rund um die Abstände 1,5,7,21 Tage zwischen den unterschiedlichen Arbeitsschritten. Manches geht auch schief, sodass man spontan nacharbeiten oder sonstwie eingreifen muss, und die Zählzeiten zwischen Arbeitsschritten sich verschieben.

Gleichzeitig wandert man seine Völker in unterschiedliche Trachten, sodass sich der Bestand im Umkreis verteilt, und man jetzt nicht mehr einen Tag, sondern eher zwei oder drei Nachmittage benötigt, um alle Stände abzufahren.

Zwischendurch muss noch Honig geerntet, geschleudert und gerührt werden – Arbeiten, die man irgendwo zwischen quetscht. Und dann passiert es, dass man im Schleuderraum steht, und plötzlich das Smartphone klingelt, mit aufgeregten Nachbarn am anderen Ende, weil gerade ein Schwarm aus einer Kiste raus ist, und alle in heller Aufregung sind, man ins Auto springt, durch den Landkreis gondelt, den Schwarm einfängt und wieder zurück zum Honig fährt.

Irgendwie ist immer etwas zu tun, sei es, man rührt Futter an, rührt den Honig, fängt einen Schwarm ein, füllt Honig ab, designed Etiketten, fährt Völker von A nach B oder kümmert sich um die Zucht.
Am Freitag fahre ich beispielsweise 3 Stunden nach Lübeck, Zuchtstoff holen. Am gleichen Tag fahre ich die 3 Stunden auch wieder zurück. Am Samstag stecke ich die angepflegten Zellen in Pflegevölker, um sie dann die Woche darauf in den Inkubator umzusiedeln. Am 13. Juni fahre ich mit den dann geschlüpften Königinnen nach Sachsen, auf eine Belegstelle, um diese Kisten dann, zwei Wochen später, wieder abzuholen.

Das ist alles sehr aufwändig, aber irgendwie auch sehr schön. Ich lerne die ganze Zeit dazu, der Erfahrungsschatz wächst mit der Zahl der Völker, und die gleiche Zeit, die ich letztes Jahr investieren musste, investiere ich jetzt auch, nur dass ich doppelt so viele Völker gemanaged bekomme.

Trotzdem kommt immer irgendwann in der Saison der Punkt, an dem man die Nase voll hat, und sich fragt, warum man sich das alles freiwillig antut.

Aber dieser Punkt ist noch nicht gekommen. Noch nicht.

2020.8 Hochsaison

Die letzten Tage waren vollgepackt mit Arbeit, daher auch die Verzögerung bei den Postings.

Wir sind immer noch damit beschäftigt, die Wohnung meiner Mutter aufzulösen, während die Bienensaison auf Hochtouren läuft. Zwischendurch haben wir den Raps und die Obstblüte geschleudert und ein Teil der Völker aus dem Rap zurück gewandert.
Außerdem ist eine weitere Serie mit Königinnen in der Mache, diesmal Töchter von einer gekörten Carnica Zuchtmutter.

Raps – naja…

Der Rapsertrag blieb hinter meinen Erwartungen zurück. Hatte ich im Vorfeld gehofft, 15-20 KG Raps pro Volk zu ernten, so waren es am Ende nicht einmal 10 KG und Volk. Allerdings hat sich hier auch eine alte Imkerweisheit bewahrheitet: Wandere nur mit den stärksten Völkern!

Ich hatte alle Monitoring-Völker mitgenommen, egal wie stark oder schwach diese aus dem Winter gekommen waren. Und tatsächlich haben die Stärksten auch einen Ertrag um 15 KG eingesammelt, während der Schnitt dann von den Schwächsten nach unten gezogen wurde (manche haben gerade mal einen halben Honigraum mit Mühe voll bekommen).

Neue Schleudertechnik

Mit dem Raps- und der Obstblütenhonig wurde dann auch das erste Mal die große Radialschleuder eingesetzt.

Das Schleudern von Flachzargen in einer großen Radialschleuder ist ein Traum. Mit 42 Rähmchen beladen schickt man 3 1/2 Zargen in einem Rutsch durch das System, womit sich richtig gut Strecke machen lässt.

Ergänzend hatten wir einen Siebkübel beschafft, um die Menge an Honig, die mit einem Durchgang fällig wird, auch schnell weg zubekommen. Dabei ist uns schnell aufgefallen, dass der untergestellte Kübel sehr schnell so schwer wird, dass man ihn am Ende kaum heben kann, um ihn leerlaufen zu lassen. Also wurde die Taktik kurzfristig geändert: Der Siebkübel wurde aufgebockt, dass ein 25 KG Eimer drunter passte, und unter die Schleuder wurde ein weiterer 25 KG Eimer gestellt, ohne jedes Sieb.
War der Eimer unter der Schleuder voll, wurde er in den Siebkübel umgefüllt. Die Siebe im Kübel verstopften nicht, und so lief der Honig relativ schnell und gut vorgefiltert in den finalen Eimer.
Auf diese Weise entstand nirgends ein wirklicher Engpass, wenn es darum ging, den Honig aus der Schleuder gesiebt in einen Eimer zu bekommen.
Der Engpass war die Entdeckelungsgeschwindigkeit und die Aufbewahrungsmöglichkeiten für entdeckelte Rähmchen. Hier gibt es noch Verbesserungsbedarf.

Ein Problem bei der Schleuderung sind ganze DNM Rähmchen. Diese kann man nicht mit dem automatischen Schleuderprogramm durchlaufen lassen – die Gefahr von Wabenbruch ist zu groß.
Stattdessen muss man mit viel Gefühl und Geduld manuell langsam die Drehzahl der Schleuder erhöhen. Dann bekommt man die Waben auch durch, ohne das es Wabenbruch gibt. Ich muss aber an dieser Stelle darauf hinweisen, dass mein Schleuderkessel einen Durchmesser von 90 cm hat. Bei kleineren Radialschleudern macht es meines Erachtens keinen Sinn, große Waben reinzustecken.

Ansonsten: Wir haben den Schleuderraum auf bis zu 35 Grad aufgeheizt. Der Rapshonig ließ sich so völlig unproblematisch verarbeiten, auch wenn uns mitunter recht warm war.

Zu guter Letzt: Wir haben etwas weiter außerhalb ein Grundstück gefunden, welches es uns erlaubt, die Imkerei langfristiger und größer zu planen, als das bisher der Fall war. Wir sind gespannt, wie sich das alles in den kommenden Jahren entwickeln wird. Aber der Weg zur Nebenerwerbsimkerei ist eingeschlagen.

2020.7 Alles wiederholt sich

Es hat geregnet, endlich einmal. Aber bisher konnten die Bienen das noch nicht in Nektar ummünzen. Aber vielleicht sollte ich doch darüber schreiben, was die vergangene Woche in der Imkerei los war…

Königinnen machen

Ich habe diese Woche einen Anbrüter aufgesetzt und getestet, umgelarvt und diese Larven dann 16 Stunden anziehen lassen. Anfänglich war ich skeptisch, um das alles gelungen ist, aber letztlich sind 2/3 der Zellen angenommen worden. Im Moment stecken noch 20 Zellen im Pflegevolk und werden dann hoffentlich am Mittwoch in den Inkubator gesteckt.

Währenddessen warte ich darauf, dass die ersten Zellen fertig werden. Der Inkubator brummt seit letzter Woche brav vor sich hin und hält konstant Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Morgen Abend bereite ich dann die ersten Mini Plus Kisten vor, welche die Zellen dann aufnehmen sollen.

Mein Plan sieht vor, bis Ende Mai jeden Freitag Zellen anzusetzen, am 29. Mai dann mit Zuchtstoff. Diese Königinnen, die daraus hoffentlich schlüpfen, sollen dann auf die Belegstelle Anaburger Heide gefahren werden. Da bin ich dann mal wirklich gespannt, was dabei herauskommt.

Ableger machen

Für die o.g. 2. Serie habe ich gestern Ableger erstellt, 9 Tage vor Steckend er Zelle. Dafür habe ich meine Raps-Völker um Brutwaben und Bienen erleichtert.

Es ist überflüssig zu erwähnen, dass ich damit meine Tracht schmälere und man aus ökonimischer Sicht so etwas nicht machen sollte, aber es ging halt nicht anders. Dieses Jahr will ich unterschiedliche Konzepte zur Vermehrung ausprobieren, und da steht dann der reine Hoinigertrag etwas im Hintergrund.

Völkerkontrolle

Außerdem habe ich alle Völker durchgesehen, schwarmtriebigen Völkern durch TBE, Zellen brechen oder Königinnenableger die Reiselust verdorben.

Ich bin mir noch nicht sicher, welche Maßnahme zur Schwarmverhinderung sich am Besten in ein wirtschaftliches Konzept meiner Imkerei eingliedert. Dem Volk mit dem Königinnenableger werde ich vielleicht eine meiner Zellen stecken…

Insgesamt ist es eine arbeitsreiche Zeit gerade, aber ich lerne schon wieder mit Druckbetankung, und bisher – toi toi toi – läuft es soweit ganz gut.

Nur bei den Ablegern muss ich Eventuell noch einmal nachsteuern – möglicherweise habe ich die zu schwach gebildet.

2020.6 Erste Königinnen angesetzt und Schwarmstimmung

Da ist sie also wieder – jene Jahreszeit, in der die Bienen die Koffer packen und abhauen wollen. Die Schwarmzeit ist da.

Letztes Wochenende, bei der letzten Durchsicht, waren 10% der Völker in voller Schwarmstimmung (Schwarmzellen, voll mit Gelee Royale), oder hatten erste Stifte in Weiselnäpfchen gesetzt. Dabei ist aufgefallen, dass die Völker mit den ältesten Königinnen die ersten sind, die auf gepackten Koffern sitzen.

Also werde ich, sollte die Schwarmlaune anhalten, nächstes Wochenende Königinnenableger bilden, und die Völker ihre neuen Weiseln ausbrüten lassen. Aber Obacht: Jeweils pro Kiste nur eine Zelle stehen lassen, sonst kann es doch noch zu Nachschwärmen kommen!

Außerdem habe ich letzten Freitag eine erste Serie mit Königinnen angesetzt, die heute Abend in den Brutkasten überwechseln wird, denn heute sollten die Zellen verdeckelt sein.

Diese erste Serie, aus der hoffentlich 7 Prinzessinnen schlüpfen werden, muss dann meine M+ starten. Immerhin habe ich 15 M+ Kisten, die dieses Jahr allesamt in Betrieb genommen und zur Weiselvermehrung herangezogen werden sollen. Und dann waren da ja noch die 12 Apideas…

Eigentlich wollte ich nur ein, zwei Testserien aufziehen, bevor es Ende Mai nach Norddeutschland geht, um Zuchtstoff zu holen. Aber jetzt hat das Umlarven so viel Spaß gemacht, dass ich beschlossen habe, jeden Freitag eine Serie zu starten.

Übermorgen starte ich dann eine Serie für meine Ableger, die dann am Sonntag gebildet werden müssen, damit dann vor Schlupf dieser Serie rechtzeitig Nachschaffungszellen gebrochen und schlupfreife Zellen eingesetzt werden können.
Die Ableger werden ich aus den Völkern im Raps bilden, denn dabei handelt es sich um die Völker, die ich ins Deutschen Bienenmonitoring gegeben habe, und die eigentlich nur zur Bienenproduktion und nicht so sehr zur Honigproduktion vorgesehen waren (und die jetzt aber doch Honig machen sollen…)

Der Zeitplan ist schon wieder ziemlich auf Kante genäht, zumal vermutlich die Völker im Raps demnächst geschleudert werden müssen. Der Eintrag war bisher zwar überschaubar, aber trotzdem muss der Raps rechtzeitig aus den Waben, damit wieder Platz für die Robinie vorhanden ist.

Nach der Ernte müssen die Rapsvölker dann rechtzeitig zur Robinie zurück an ihren Heimatstand.

Apropos Raps und Schwarmstimmung: Keines der Rapsvölker war in Schwarmstimmung, sondern nur jene, die Obstblüten und anderen Kleinkram anfliegen können. In den Rapskisten stecken nur junge Königinnen aus dem letzten Jahr, und vermutlich ist ein Geheimnis von schwarmträgen Völkern neben der Genetik auch das Alter der Weisel.

Ansonsten: Eigene Königinnen ziehen kann süchtig machen!

2020.5 – Der dürre Raps

Die gute Nachricht zuerst: Das korrigieren der Bruträume war scheinbar keine vergebene Liebesmüh, die Brutnester haben sich bei fast allen recht kompakt entwickelt. Und Schwarmstimmung war noch nirgends festzustellen, lediglich zwei Völker hatten Spielnäpfchen.

Am Wochenende, nachdem die Völker rund 5 Tage im Raps gestanden hatten, waren die Honigräume mitunter noch leer, bestenfalls vorsichtig angetragen. Ich kann nicht sagen, dass der Raps eine Massentracht ist, und jetzt warte ich ab, was noch passiert.
In jedem Fall zollt die Trockenheit ihren Tribut, und während die Welt sich um Corona kümmert, und wir zurecht allesamt diesbezüglich in Sorge sind, so schreitet etwas weiter voran, wogegen es einst keine Impfung, kein Social Distancing und keinen Lockdown geben wird: Der Klimawandel.
Eine der belastenden Nebenwirkungen an einer Imkerei ist der Umstand, dass man vor dem Klimawandel nicht die Augen verschließen kann – er ist allgegenwärtig bei der Pflege der Bienen, und der fortschreitenden Zerstörung jener Umwelt, in der sie normalerweise leben.

Vermehrung startet

Ich möchte zum Wochenende hin eine erste Serie an Königinnen ansetzen. Dabei geht es nicht darum, wirklich gute Weiseln zu ziehen, sondern sich handwerklich der Materie zu nähern, umzularven, Pflegevölker zu erstellen, den Inkubator zu testen – kurz gesagt: alle notwendigen Aspekte einer sauberen Königinnenvermehrung zu üben, bevor es dann Mitte/Ende Mai ernsthaft losgehen soll.

Ich recherchiere im Moment noch, wo ich guten Zuchtstoff mit Pedigree herbekomme, welcher dann als Grundlage eigener bescheidender Zuchtbemühungen dienen kann. Immerhin will ich damit auf eine Belegstelle fahren und diese Weiseln als Prüfkandidatinnen durch das nächste Jahr führen. Es gibt ein paar Optionen, und wie immer ist es die Qual der Wahl.

Insgesamt habe ich drei bis vier Serien geplant, und ich bin sicher, ich werde mich hoffnungslos übernehmen…