Ergänzende Hinweise zur Totalen Brutentnahme

Die Totale Brutentnahme ist ja eine probate und zuverlässige Vorgehensweise, Varroamilben aus einem Bienenvolk zu entfernen. Es gibt aber diverse Details, die jeweils unterschiedliche gehandhabt werden. Beispiele für solche Details sind der Zeitpunkt der Durchführung und die Fütterung nach der TBE sowie die Oxalsäurebehandlung.

Ralf Sester, von der Imkerei Sester, hat nun im Imkerforum seine Vorgehensweise wie folgt beschrieben (und ich möchte das hier in erster Linie für mich dokumentieren):

  • TBE Ende Juli
  • Eine Brutwabe mit möglichst viel offener Brut im Brutnest belassen

Bis hier ist es eigentlich Standard. Aber:

  • Gleich am Tag der TBE 9 KG Sirup geben (geht auch unverdünnt)
  • Nach 5-6 Tagen die Brutwabe entfernen und mit OXS behandeln. Die Brutwabe dient nicht primär als Fangwabe, sondern dazu, das Brutnest zu zentrieren.
  • Auf jeden Fall eine Brutwabe verwenden, und keine Leerwabe. Diese würde nur mit Futter voll getragen und zu einer Dickwabe ausgezogen werden.
  • Nach den genannten 5-6 Tagen, wenn die BW entfernt und mit OXS behandelt wird, noch einmal 5 KG Sirup geben.
  • Anschließend das Volk 3 Wochen in Ruhe lassen.
  • Völker, die nach den genannten 3 Wochen kein schönes, neues Brutnest aufgebaut haben, werden umgeweiselt.

Charmant finde ich die 3 Wochen Ruhephase. Das entlastet das Zeitmanagement enorm. Ich hätte mich vorher nicht getraut, so viel Futter auf einmal zu geben, wegen einschnüren des Brutnestes durch den Sirup. Aber die Bienen schaffen wohl Platz für Brut, vermutlich erst recht, wenn man sie drei Wochen machen lässt, ohne weitere Futtergaben.

Ein Zitat, dass ich in dem Zusammenhang auch wichtig finde:

Wichtig ist mir, das die Waben ausgebaut sind, bevor durch die TBE die Mannschaftsstärke einbricht. Die erstarken dann zwar schnell wieder, aber bauen dann längst nicht mehr so willig. Je mehr die am Anfang bauen, desto besser, finde ich. Das Brutnest schafft sich dann schon den nötigen Platz.

https://www.imkerforum.de/forum/thread/65525-waben-ausbau-im-hr-effektiv-gestalten/?postID=642793#post642793

Der ganze Faden ist interessant, auch wenn es eigentlich um das Ausbauen von Honigräumen gehen sollte.

Wie bekommt man große, fette Weiselzellen?

Gerade im Netz gefunden und vielleicht nützlich für mich:
4 Tage vor dem Umlarven eine Brutwabe mit jüngsten Larven und Eiern geben, damit die Pflegebienen in Fütterstimmung kommen.

Meiner einer benutzt ja ein Pflegevolk vielleicht ein Mal, oder im Abstand von 2-3 Wochen ein weiteres Mal, und da verhalten sich die Pflegebienen irgendwann passiver, als wenn sie die ganze Zeit hindurch pflegen müssen.
Deswegen den Pflege-, Fütterungstrieb 4 Tage vor dem Umlarven wieder anschubsen, in dem man Brut reinhängt, die gefüttert werden will.

Link: http://doorgarden.com/2011/11/07/simple-honey-bee-queen-rearing-for-beginners/

PS: Am Umlarvtag muss diese Wabe dann aber wieder raus 🙂

CO2 Tester, Vergleich September und Anfang Oktober

Ich habe letztes Jahr sehr unterschiedliche Werte bei CO2 Tests Anfang September und Anfang Oktober gemessen und darauf im Imkerforum den Sachverhalt geschildert und nach Rat gefragt.

Hier hat sich ein wirklich gehaltvoller, interessanter Austausch entwickelt.

Ich halte das hier für mich fest, weil ich jenen Faden völlig verdrängt hatte und mich durch das Forum wieder darauf stoßen lassen musste…

“Die Biene, ein politisches Tier”

Günter Friedmann ist ein Demeter Imker aus Süddeutschland, der hier einen interessanten Vortrag hält, darüber wie ein Imker über das Bienensterben denkt, und wie man die Landwirtschaft, die wir so gerne kritisieren, ändern könnte, um ökonomische Interessen der Landwirte einerseits und die allgemeinen ökologischen Interessen andererseits miteinander versöhnen zu können…