Allgemeine Gedanken in der Rückschau auf 2021

Ich will mir mal ein paar Minuten Zeit nehmen, ein paar aktuelle Gedanken zusammenzufassen, die mich hinsichtlich meiner Imkerei gerade umtreiben.

Im wesentlichen geht es dabei um eine Fokussierung auf die wesentlichen Dinge.

Man kann nicht alles auf einmal machen

Ich habe dieses Jahr, wie auch schon 2020, sehr viel unterschiedliche Themen auf einmal angepackt: Umstellung auf Dadant, Aufbau einer Wanderimkerei, Aufzucht von Königinnen, Selektion (sprich: Beurteilung von Königinnen).

In diesem Frühjahr habe ich das erste Mal erfolgreich überwinterte Mini Plus in das Frühjahr geführt. Dabei habe ich schnell lernen dürfen, dass die Vielzahl an Mini Plus Kisten mehr Arbeit gemacht haben, als die Wirtschaftsvölker, welche gewandert wurden. Allein die Schwarmkontrollen bei M+ sind ausgesprochen mühsam.

Irgendwann habe ich die Mini Plus dann in Begattungseinheiten aufgeteilt, aber auch das hat ziemlich viel Arbeit gemacht, weil man nicht einfach die Zargen herunternehmen und auf Böden stellen kann, sondern die Waben schon passend zueinander sortieren muss.

Das ist alles nicht wirklich schlimm, aber es kann – je nachdem, wie viele M+ Türme und zargen man aufteilen will – reichlich Arbeit machen.

Begattungseinheiten bedeutete aber in meinem Fall auch, dass ich die passenden Königinnen vorher dazu aufziehen wollte. Dazu brauchte ich aber auch ein Pflegevolk und überhaupt bewertetes Zuchtmaterial, und vor allem einen sehr exakten Terminkalender.

Das Aufziehen von Königinnen ist keine Raketentechnik, man kann sich das anlesen und mit etwas Übung schnell hinbekommen. Allerdings verzeiht das Ziehen von Königinnen keine Termin-Schluderei. Man muss bestimmte Dinge zu bestimmten Zeitpunkten einfach erledige – Ende der Durchsage.

Mich hat das gestresst. Die Miniplus, die Königinnen aufziehen, das Einweiseln, der ganze Kram.

Eine andere Sache, die mich fertig macht, ist die ganze Fahrerei.

Wenn man seine Völker wandert, dann fährt man irgendwie nur durch die Gegend. Ich habe da aber keinen Bock drauf, in der Saison hunderte von Kilometer abzureissen, um Schwarmkontrollen bei meinen Völkern zu machen.
Das Management der Völker, wie ich es bisher betreibe, zieht sehr viel Betüddelung der Völker durch den Imker nach sich.
Je länger ich das mache, um so weniger Bock habe ich darauf. Und wenn man erst mal mit den alten Hasen spricht, stellt man fest, dass es denen nicht anders geht. Die haben nur einfach eine andere Strategie bei ihren Völkern gewählt.

Die Fahrerei hört ja bei den Schwarmkontrollen nicht auf.
Ich habe aktuell sehr viel Diesel dafür verfahren, meine Völker aufzufüttern und im September noch einmal nachzubehandeln. Das war vom Zeitaufwand auch nur leistbar, weil ich nicht so viele Völker habe. Im Grunde ist das aber auch nicht wirtschaftlich, wenn man jede Woche 2-4 KG füttert und dafür dann 5-8 Mal Sirup nach kippt.

Wenn ich die Anzahl an Stunden, die ich pro Volk in diesem Jahr investiert habe, kennen würde, würde ich mir sicherlich an den Kopf fassen und mich fragen, warum ich den Honig eigentlich nicht gleich verschenke. Ökonomisch macht das vermutlich alles keinen Sinn.

Aber so langsam fange ich an, auch die Wirtschaftlichkeit in den Blick zu nehmen, und zu überlegen, wo ich straffen kann, wo ich effizienter werden könnte.
Ich habe schließlich immer noch das Ziel, einen Grad an Wirtschaftlichkeit zu erreichen, wo ich meine Stundenzahl im Bürojob verringern und der Imkerei zuschlagen kann, ohne nennenswerte finanzielle Einbußen zu haben. Aber davon bin ich aktuell wirklich weit entfernt – wenn man denn meine Arbeitszeit einrechnet.

Effizienz

Natürlich ist das alles ein Hobby, und Hobbies messen sich nicht an Effizienz oder Stundenertrag, sondern in Spaß und Erholung, in Oi-Stress-Einheiten.

Aber andererseits ist es auch Teil des Spaßes, das Geld (und die eigene Zeit) nicht nur zu versenken, sondern anhand von Kennzahlen beispielsweise auch nachvollziehbar eine Art “Gewinn” zu erwirtschaften. Bis zu 30 Völker ist man gegenüber dem Finanzamt im Bereich der Liebhaberei, aber das Objekt der Liebhaberei, die Bienen und die Fürsorge für sie, kann allein schon “Gewinn” sein, wenn man sieht und spürt, dass es ihnen gut geht.

Ein Teil von Effizienz ist, Bienen so viel wie nötig und so wenig wie möglich zu stören. Wenn man hier eine gesunde Balance erzielt, dann nutzt man einerseits die Zeit für das Hobby sehr effizient, andererseits leben die Bienen weitestgehend unbehelligt vom Menschen in den Tag hinein, was insgesamt dem Tierwohl förderlich sein sollte.

Meine Gedanken rund um dieses Thema landen früher oder später auch immer wieder bei Bob Binnie, der mal sagte: “Wir managen unsere Bienen so, dass sie zu Beginn der Haupttracht ihren Höhepunkt erreichen”
Bob ist Erwerbsimker und hat ein Unternehmen mit 2000 Völkern und diversen Angestellten. Der hat keine Zeit für Kaspereien. Was man von ihm lernen kann, ist etwas über Effizienz.

Sein Trick, der auch für Ian Steppler und andere Erwerbsimker exakt genau so funktioniert, ist eine Völkerführung, die proaktiv zur richtigen Zeit im richtigen Maß schröpft, dass sie nicht schwärmen, aber zu Beginn der Haupttracht dann wieder voll da sind.

Das ist wirklich nichts Neues, aber der Punkt ist, dass man verstanden hat, wann, wie und welchem Umfang die Völker zu schröpfen sind, dass es genau zum richtigen Zeitpunkt wieder passt. Dafür muss man seine Bienen und die Umwelt, in der sie leben, so gut kennen, dass man die Triggerpunkte kennt.

Die letzten Jahre habe ich immer versucht, das Schröpfen zu vermeiden, haben doch die Kollegen immer gesagt, man kann eine Königin nur dann beurteilen, wenn man sie machen lässt. Wie entwickelt sich das Volk? Wie gut ist die Schwarmträgheit? Wer schröpft, verfälscht das Ergebnis!

Ich sehe das ein, da steckt viel Wahres hinter. Aber es befriedigt mich nicht. Um die Schwarmträgheit zu beurteilen, muss ich auch regelmäßig kontrollieren, andernfalls stimmen die Daten nicht.
Ein Buckfastzüchter meinte zwar mal, man solle einfach zwei Jahre lang alles schwärmen lassen, was schwärmen will, danach hätte man schwarmträge Bienen, aber irgendwie bringe ich das auch nicht übers Herz.

Irgendwer schrieb mal, die Biene müsste zur Betriebsweise passen, und das finde ich einen guten Ansatz.
Mir würde es reichen, wenn ich mit meinen Bienen durch schröpfen ein reproduzierbares Ergebnis erzielen kann (schwärmen nicht), und die Königinnen danach trotzdem wieder ein trachtreifes Volk aufbauen können. Jetzt müsste ich nur noch austarieren, wie viel genau im Schnitt geschröpft werden müsste, um zu 90% das Schwärmen zu verhindern, ohne die spätere Trachtreife zu torpedieren.
Das ist nicht einfach, aber wenn ich am Ende einmal schröpfe, und ansonsten die Völker ohne weitere Nachschau an ihren Wanderplätzen stehen lassen kann, dann wäre mir echt geholfen.
Es gibt diese Betriebsweisen, aber die funktionieren eigentlich nie nach Rezept, sondern leben immer sehr von der Erfahrung des Imkers im Zusammenhang mit der individuellen Biene und der umgebenen Landschaft.

Natürlich würde es mir reichen, wenn ich eine Biene hätte, die absolut schwarmträge ist, aber im Moment schreckt mich noch der Weg dahin, daher die Überlegungen, den passenden Kompromiss zu finden.

Ein anderes Thema ist die Aufzucht eigener Königinnen und der ganze Apparat darum.

Ich mag das wirklich sehr gerne – umlarven, pflegen lassen, der Schlupf der Königinnen. Das ist eines der schönsten Dinge in der Imkerei.

Aber ich merke, dass das nicht in mein Zeitmanagement passt, ohne das es mich stresst.

Die naheliegende Lösung ist, dieses Thema auszulagern.

Lösungen

Und so ist es ausgesprochen passend, dass ich in einem Zuchtverband Mitglied bin und Züchter in diesem Zuchtverband Völker brauchen, in denen F1 Töchter getestet werden können.

So zeichnet sich für das kommende Jahr eine Lösung ab, die darin besteht, dass ich für zwei Züchter des Landesverbandes der Buckfastzüchter MV Königinnen teste. Diese schicken mir unbegattete Weiseln zu, die ich dann standbegatten lasse um sie später als Wirtschaftsköniginnen zu testen. Meine Aufgabe dabei ist die Bewertung nach den Richtlinien des GdeB, woraus man Rückschlüsse auf die Erbfestigkeit der Zuchtmütter schließen kann.

Bezüglich Wanderung und Schwarmkontrollen werde ich folgerichtig auch einen vorhersehbaren Weg wählen: Ich werde mit Beginn der Schwarmzeit schröpfen, starke Ableger erstellen und anschließend das Wühlen in den Völkern bis zur TBE einstellen.
Der Umfang des Schröpfens wird sich finden müssen, aber was dann schwärmt, schwärmt dann eben. Ziel muss es sein, den Index “Zeit/Volk” so zu gestalten, dass die Völker ausreichend betreut, gepflegt und behütet werden, ohne dabei mehr als nötig zu stören.
Ich bin mittlerweile mit meiner Erfahrung an einem Punkt angekommen, wo ich denke, dass dies ein gangbarer Weg ist.
Es darf ab Mitte Mai dann nur noch darum gehen, Honigräume zu geben, ggf. zu ernten und die Völker an einen neuen Standplatz zu fahren, bis Mitte Juli die Varroabehandlung in Form einer TBE erfolgt.

Was das Füttern betrifft, hat es sich bewährt, nach einer TBE dünn und oft zu füttern. Verdünnter Sirup oder Zuckerwasser 1:1 regt den Bautrieb der Bienen an, was gerade unmittelbar nach einer TBE wichtig ist. Man hat eben nur ein enges Zeitfenster, Bienen dann noch Waben ausbauen zu lassen, und es scheint auch so, dass eine verdünnte Futtergabe ein Volk stärker zur Aufzucht von Brut ermutigt, als bereits invertierter, lagerungsfähiger Sirup, der von den Bienen nur noch abgelegt und verdeckelt werden muss.

Daher ist es nach einer TBE unvermeidlich, Völker öfters einen Besuch abzustatten.
Aber ab Mitte, Ende August muss ich einfach deutlich schneller deutlich mehr Futter in die Völker bekommen, und mich nicht mehr mit kleinen Futtergaben verkünsteln.

Ein Problem ist eine mögliche Reinvasion von Varroamilben, wofür ich keine langfristige Lösung habe.
Wenn im September der Milbenbefall zu hoch ist, kann man bei passendem Wetter auf Ameisensäure zurückgreifen, aber das Problem ist eindeutig, dass die Abhängigkeiten zu Temperaturen und Luftfeuchtigkeit zu hoch sind, dass im September dazu mitunter schon ein passendes Zeitfenster fehlen kann.
Auch empfinde ich Ameisensäure als Quälerei für die Bienen, und verfolge eigentlich den Ansatz, auf ihren Einsatz grundsätzlich zu verzichten. Aber die Möglichkeiten sind eben begrenzt, wenn man im September zu viele Milben im Volk hat.

Es gibt sehr viele Stellschrauben in meiner Imkerei, die ich anfassen kann, um effizienter mit meiner Zeit und den Bienen umzugehen.
Ein Aspekt, der mich an der Imkerei so fasziniert, ist die Tatsache, dass es nie langweilig wird, und Bienen wie der berühmte Kaninchenbau bei Alice im Wunderland sind: Wenn man einmal den Kopf hineingesteckt hat, wird man immer tiefer hinein gezogen.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich das wirklich will, aber ich überlege, ab kommenden Jahr meine Zeit, die ich in die Imkerei stecke, zu erfassen, um dann am Ende des Jahres Kennzahlen zu haben, um daraus dann Rückschlüsse zu ziehen, wo es eventuell klemmt.

Ich weiss, das klingt alles ziemlich irre.

Imkerforumstreffen – Outdoor Version

Vergangenes Wochenende bin ich nach Bad Karlshafen gefahren, um am ersten IFT in der Outdoor Version teilzunehmen.

Das Imkerforum ist ja eine fast immer lustige Gemeinschaft von Imkern, die sich Online anpöbeln und beschimpfen, aber immer wieder auch nette Dinge miteinander unternehmen.

Es hat mittlerweile Tradition, das man sich im März zum sogenannten IFT in der Nähe von Fulda trifft, und dort eine kleine, feine Konferenz abhält, bei der die Beiträge und Vorträge aus den Reihen der Forumsmitglieder requiriert werden. Das ist immer sehr unterhaltsam, manchmal auch etwas schräg aber selten langweilig. Auch das Programm drumherum, welches hauptsächlich aus Essen, trinken und Honig oder Bier verkosten besteht, sorgt immer dafür , dass Menschen sich mal in Echt begegnen, die sich sonst nur virtuell kennen. Das schafft dann Kontakte oder Verbindungen, die sich unmittelbar im Anschluss positiv auf den Umgang miteinander auswirken. Wer einmal zusammen gefeiert hat, wird sich im Forum nicht mehr so schnell an die Gutgel gehen.

Nun ist Corona-bedingt dieses Jahr das IFT im März ausgefallen, nachdem es 2020 noch auf dem letzten Drücker stattfinden konnte, aber so richtig wollte sich niemand damit abfinden, dass es gar kein IFT geben sollte.

Also wurde spontan eine Idee geboren, welche es ermöglichte, trotz Corona zusammen zu kommen: Das Open Air IFT!
Das Wesensmerkmal des Outdoor IFT ist, dass es keine Vorträge geben sollte, und das der Teilnehmerkreis übersichtlich bleiben würde. Statt Vorträge würden wir gemeinsam eine Kanu Tour unternehmen, ergänzt um Grillabende und Lagerfeuer.

Und so kam es dann auch.
Was auf dem IFT passiert, bleibt auf dem IFT – so der alte Wahlspruch, aber ein paar Dinge kann man ja doch berichten.

Bad Karlshafen ist eine wirklich schöne Stadt, und der Campingplatz zieht sich an einer Biegung der Weser am Ufer entlang. Am Freitag Abend sind dann nach und nach alle Teilnehmer eingetrudelt, Namen, die man nur aus dem Forum kannte, konnten jetzt realen Personen zugeordnet werden. Das ist immer einer der besten Momente auf so einem Treffen.

Natürlich sitzt man dann, wenn die Zelte aufgebaut sind, fix beieinander, kurze Zeit später läuft der Grill und das Lagerfeuer brennt, und der Abend startet in den gemütlichen Teil.
Und es mag auch niemanden überraschen, dass man ganz viel über die Bienen, die Imkerei und vor allem über andere Imker redet, und so die Zeit im Nu verfliegt.

So gab es am Freitag Abend, wie auch den Tag darauf, wackere Gestalten, die bis 4 Uhr Morgens durchgehalten haben, während ich schon lange selig schlummernd im Bett lag.

Am Samstag früh sind wir dann zu einer Kanu Tour abgeholt worden, welche 17 Kilometer von Bad Karlshafen entfernt die Diemel hinauf begann und zurück zur Diemel Mündung führte.
In rund 7 Stunden sind wir dann in Kanadiern den Fluss hinab gefahren, mussten die Boote ein paar mal aus dem Wasser holen und über Land schleifen, um Wehre zu umgehen, musste durch kleine Stromschnellen rudern und bei all dem am besten nicht ins Wasser fallen.
Das alles war sehr aufregend und ausgesprochen unterhaltsam, und vor allem landschaftlich wirklich toll.
Am Samstag Abend dann musste der Grill wieder angefeuert werden, ebenso das Lagerfeuer, denn so eine Kanu Tour macht hungrig. Und so wiederholte sich der Vorabend, mit endlosen Gesprächen über Bienen und der Imkerei und den anderen Imkern, und es gab wieder Leute, die bis 4 Uhr nachts durchgehalten haben, während ich schon lange schlummerte.

Am Sonntag war dann alles schon wieder vorbei, und nach einem entspannten Frühstück machten sich alle Teilnehmer auf den Heimweg.

Es war auch diesmal wieder schön, bekannte Gesichter wiederzutreffen und neue Gesichter kennenzulernen. Uns allen hat das Zwanglose gefallen, das Kanufahren und das Lagerfeuer. Und Zelten und Campingplatz hat auch etwas von Abi-Abschlussfahrt, und so hatten alle Anwesenden Spaß und anschließend den festen Willen, zum nächsten regulären IFT nach Fulda zu kommen – dann wieder im März.

2021.8 – Full Swing!

Jetzt geht es wieder drunter und drüber, und alles passiert auf einmal. Wie jedes Jahr.
Es ist toll.

Brutnester nicht mehr verhonigt

Ich war ja entsprechend verunsichert, als mit Einsetzen des Rapses trotz angepasstem Brutraum plötzlich selbiger ohne Ende verhonigt war.
Das Ende vom Lied: Die Bienen haben da ordentlich aufgeräumt und alles nach oben geschafft und wohl einfach etwas Anlauf gebraucht, um die Organisation nach oben besser hin zu bekommen.
Allerdings hatte das auch alle Rapsvölker in die Schwarmstimmung gedrückt.
Bei den Buckfast Kös war es dann aber so (Stand vor 6 Tagen), dass nach einmal Zellen brechen Schwarmstimmung auch wieder vorbei zu sein schien. Ob das so geblieben ist, werde ich diese Woche rausfinden.

Miniplus Türme als Zeitfresser

Die Mini Plus Türme sind echte Zeitfresser – will man das Schwärmen verhindern, ist die einfachste Variante, die Türme zu einzelnen Begattungseinheiten mit jeweils einer Zarge aufzuteilen. Allerdings brauche ich gar nicht so viele Begattungseinheiten auf einmal.
Also habe ich einen Teil als Begattungseinheiten aufgeteilt, den Rest aber weiter geführt.

Damit die Türme nicht abschwärmen, habe ich sie einmal großzügig geschröpft. Ein weiteres mal habe ich Zellen gebrochen, später noch einmal. Aber man übersieht in einem Mini Plus Zargenturm, der voller Bienen ist, dann doch eine Zelle. Und schon hängen die im Baum.
Ich muss über das Mini Plus Thema noch mal nachdenken. Mitunter haben die Türme mehr Arbeit gemacht, als die eigentlichen Wirtschaftsvölker.

Schwarmköniginnen vs. Buckfast-Zuchtköniginnen

Um es kurz zu machen: Die Schwarmköniginnen von letztem Jahr sind alle toll über den Winter gekommen und haben starke Völker aufgebaut. Deswegen sind die auch mit in den Raps gekommen.
Trotzdem hängen sie in der Sammelleistung deutlich hinterher und der Schwarmtrieb ist merklich ausgeprägter.
Man merkt den Buckfastköniginnen an, dass da Zuchtarbeit drinne steckt. Aber das habe ich auch immer bei den Carnica F1 von Züchtern so gesehen.
Apropos Zucht:

Zuchtauswahl: Meine Zuchtmütter sind jetzt vorausgewählt

Ich habe am Freitag alle Stockkarten ausgewertet und mich am Ende für zwei Zuchtmütter entschieden.
Jetzt passiert nichts anderes, als dass ich von diesen jeweils nachziehen und die Töchter dann zur Annaburger Heide auf die Belegstelle fahren werde. Dort steht eine Schwesterlinie der Drohnenlinie von letztem Jahr, und somit hoffe ich, einfach etwas Konstanz in den Zuchtstoff zu bekommen.

Als Zuchtmütter habe ich jene ausgewählt, die im Raps nicht in Schwarmstimmung geraten sind, und die trotz Raps friedlich waren. Dazu aber später noch 1-2 Worte.

Unterm Strich habe ich letztes Jahr 23 Königinnen begattet von der Annaburger Heide nach Hause gebracht. Von diesen 23 sind 21 aus dem einen oder anderen Grund durchgefallen, eingegangen, umgeweiselt worden, sodass zwei Kandidatinnen übrig geblieben sind, die ein relativ homogenes Bild über alle Leistungsmerkmale und über die Zeit gezeigt haben.

Ich habe bereits von zwei weiteren Königinnen umgelarvt, und teste deren F1.
Auch das sind zwei aus jenen 23 genannten Zuchtmüttern – allerdings habe ich die “nur” in Miniplus bewertet, ohne Stockkarte, und rein nach Intuition. Diese beiden waren immer friedlich, ruhig und hatten eine gute Frühjahrsentwicklung. Auch sind die Miniplus eher stiefmütterlich im letzten Sommer gegen die Varroa behandelt worden, und trotzdem sahen die gut aus. Aus der ersten Serie sind schön güldene Weiseln geschlüpft, die jetzt ihrer Begattung harren, eine zweite Serie reift derzeit im Brutschrank.
Das sind F1 Tests, um damit indirekt die Mütter zu testen.

Full Swing

Diese Woche steht an:

  • In Begattungseinheiten Zellen brechen und Zellen stecken,
  • Königinnen für den Verkauf vorbereiten,
  • Völker kontrollieren, Wassergehalt messen, fluchten.
  • Ernten und schleudern.
  • Drohnenwaben ernten und zu einem Drohnensammelableger zusammenstellen.
  • Neue Serie umlarven,
  • dafür einen Starter erstellen,
  • am Wochenende mit Miniplus und dem Drohnensammler zum Zuchtgruppentreffen fahren und dort die Weiseln künstlich besamen lassen.

Klingt gar nicht so viel, aber ich habe eine DINA4 Seite voll geschrieben mit Details, damit ich nicht irgendwo irgendetwas vergesse.

Es läuft also alles wieder auf Vollgas, und es geht jetzt erst richtig los.

2021.5 – Wann geht es denn jetzt endlich los? *UPDATE*

Herr Schiffer in Aufruhr

Herr Schiffer hat meinen Artikel gelesen und unter anderem deshalb ein Video auf YouTube online gestellt. Ich wünschte, er hätte meinen Artikel auch gelesen. Anders kann ich mir nicht erklären, dass er auf einen Artikel, der ihm Verschwörungstheorie-Unsinn vorwirft mit Verschwörungstheorie-Unsinn antwortet (kurz zusammengefasst: Herr Dr. Spiewok und ich haben eine gemeinsame Geheimoperation am Laufen, des Herrn Schiffers guten Ruf zu zerstören, damit wir weiterhin in Berlin und Umland unserem ausbeuterischen Bienen-Business nachgehen können).

Er hat jetzt eine Reihe Videos angekündigt, in denen er aufklären wird:

Intrigen sind jedoch nur wirksam, solange diese unaufgedeckt bleiben! Daher haben wir den Beenature-News-Channel “Beespiracy” gegründet und werden ab sofort mit maximaler Transparenz über diese und weitere Vorgänge aufklären!

Sehen sie selbst, mit welchen Methoden gegen mich persönlich und den derzeit einzigen Verein auf dem europäischen Festland vorgegangen wird, der Honigbienen bedingungslosen Artenschutz zukommen lässt. 

https://www.artgerechte-bienenerhaltung.de/beespiracy.html

Tja.

Das Wetter

Ich will nicht zu sehr klagen, immerhin regnet es auch immer wieder, und das ist gut. Aber irgendwie habe ich Sehnsucht nach Frühling und Sonnenschein.

Es ist dauerhaft bewölkt, die Temperaturen klettern selten mal auf 12-15 Grad, morgens ist es noch empfindlich frisch.

Die Bienenvölker hängen hinterher. Einerseits doof, aber andererseits zeigen jetzt bestimmte Herkünfte, wenn sie mit dieser Situation besser umgehen können. Und da ich ja noch Zuchtmütter auswählen muss, ist das vielleicht gar nicht so schlecht.

Aber trotzdem: Mein Gemüt sehnt sich nach Sonnenschein und Wärme.

Die niemals endende ToDo-Liste

Ich erspare es jetzt mir und dem geneigten Leser, alles aufzuführen, aber so eine ToDo Liste in der Vorbereitung läuft irgendwie niemals leer.
Aktuell verkaufe ich alles auf DNM, und so leert sich der Bienenstand und auch die nicht mehr benötigte Hardware geht nach und nach weg, aber gleichzeitig muss ich dann aufräumen und Sachen neu sortieren. Außerdem sind noch unzählige Mittelwände einzulöten und ach, irgendwelcher Krempel zu erledigen, den ich schon wieder vergessen habe.
Ich habe auch schon so viel Krempel erledigt, dass ich mir auch nicht mehr merken kann, was ich schon alles gemacht habe.

Ein Kreuz!

Winterverluste?

So gut wie keine. Nominell eigentlich gar keine, aber es gibt Völker, die sind zu schwach, um von “gut ausgewintert” zu sprechen.
Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich meine Winterausfälle einfach nur vorgezogen, und bereits spätestens im Oktober alles aufgelöst, was mir problematisch erschien.
Ansonsten hätte ich etwa 10% Verlust gehabt. Das entspricht der Zahl jener Völker, die ich nicht eingewintert habe, weil es sinnlos gewesen wäre.

Das jetzt etliche Völker schwach aussehen, hat auch etwas mit der Einwinterung zu tun, und mit den Varroabelastungen übers Jahr gesehen. Ich muss meine Aufzeichnungen endlich mal mit dem Zustand der Völker vergleichen, ob sich daraus Erkenntnisse hinsichtlich Zusammenhänge ergeben, die ich bisher übersehen habe. Aber irgendwie ist ja jetzt auch wieder Saison.

UPDATE: Zustand der Völker

Ich sag’s wie’s ist:
1 Drittel sind ok, 1 Drittel sind so, dass es zur Robinie klappen wird, 1 Drittel ist so traurig, dass ich froh bin, wenn es zur Linde was wird.

Aber wie sagte Imkerfreund Jörg: Abwarten, die berappeln sich schon noch.

2021.4 – Alle aus der Brut

Ich möchte das gerne für mich und das kommende Jahr dokumentieren:
Angepasster Brutraum mit Thermoschied hin oder her – die Bienen sind in den kalten letzten drei Wochen aus der Brut gegangen.

Auch die Berichte anderer Imker aus dem ganzen Bundesgebiet zeigen, dass es dort ähnlich war. Auch die frenetischen Wärmebrett-Thermoschied-Freunde plus die Segebergerbeute-Styro-Fraktion berichten gleichlautend, dass ihre Bienen das Brutgeschäft in der Zeit eingestellt haben.

Vielleicht ist es ja so, dass der angefangene Brutsatz noch gut zuende gebracht werden konnte, denn auch ich habe eine ganze Reihe Jungbienen im Volk gesehen. Aber der Brutumfang wurde auf keinen Fall gehalten und erst mit den wärmeren letzten Tagen sind wieder größere Flächen bestiftet worden.

Auch der Raps hat noch mal die Luft angehalten, wie es aussieht. Der liegt auch noch am Boden. Der Landwirt, dessen Rapsschläge ich anwandern will, geht davon aus, dass der Raps Ende April erst in Vollblüte geht. Ist also noch etwas Zeit für die Bienen, sich zu berappeln.

Was sonst noch?

Meine Todo Liste schmilzt nur langsam ab. Immerhin ist der Schleuderraum jetzt fast so, wie ich ihn mir gedacht hatte. Fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten.

Ich warte immer noch auf die Beutenlieferung der Bergwiesenimkerei, damit ich auch dort noch das Holz streichen kann, und auch endlich die Mittelwände eingelötet werden können. Hoffentlich wird das noch bis Ende der Woche etwas.

Ansonsten versuche ich gerade, meine alte DNM Hardware zu verkaufen, plus einen Siebkübel.

Dabei habe ich ein bemerkenswertes Phänomen festgestellt: Wenn man “Nur Abholung” reinschreibt, gibt es ausschließlich Anfragen, die in etwa wie folgt klingen: “Wenn du verschickst, würde ich den nehmen” – manchmal klingt das auch so, als wenn ich auch noch dankbar sein sollte, dass man wenigstens so gnädig ist, den Siebkübel per Post entgegen zu nehmen. Leute, ich weiss, welch lächerlich niedrigen Preis ich für das Teil aufgerufen habe – wenn ihr nicht hier her kommen könnt, dann kauft einen beim Imkerversandhandel eurer Wahl. Ich behalte das Ding auch einfach, wenn ich ihn nicht zu meinen Bedingungen los werde.

Früher hatte ich immer das Gefühl, ich müsste mich entschuldigen, wenn ich für irgendetwas Geld nehme, das mit den Bienen zu tun hat. Mittlerweile hat sich das radikal geändert. Wer für meinen Honig, meine Königinnen, meine Völker oder gebrauchte Hardware kein oder nur wenig zahlen will, muss eben woanders kaufen.

Es steckt zu viel meiner Zeit und meines Geldes in den ganzen Dingen, da habe ich nichts zu verschenken.

Über Strategien in dieser Imkerei

Auf Instagram kam die Frage nach meinen Investitionen auf, und das hat mich darüber nachdenken lassen, wie ich das dem kleinen Publikum hier vor Ort erklären könnte.

Es gibt, drei Strategien, die ich im Moment auf dem Zettel habe: Eine kurzfristige, eine mittelfristige und eine langfristige Strategie. Und vielleicht erläutere ich das mal ganz grundsätzlich, wo die Reise einmal hingehen soll – zumindest auf dem Blatt Papier.

Kurzfristige Strategie

Die kurzfristige Strategie bezieht sich auf diese Saison, auf das Jahr 2021.
Meine kurzfristigen Ziele sind eigentlich recht einfach: Alles, was nicht Dadant oder Mini Plus ist, verkaufen und die Imkerei auf ein einheitliches Maß umstellen. Dazu gehören auch ausschließlich flache Honigräume, Dickwaben für eine bessere Entdeckelung, einheitliche Beuten mit einheitlichen Deckeln, Bodenschieberr, Fluglochkeilen, Fütterern, etc. pipapo.

Dazu werde ich alles an Völkern verkaufen, was jetzt nicht auf Dadant oder MIni Plus sitzt (von zwei Ausnahmen abgesehen, aber das ist jetzt nebensächlich).
Damit wird sich mein Völkerbestand praktisch halbieren und mich auf eine etwas geringere Völkerzahl als vergangenes Jahr zurückwerfen.

Da aber auch wieder vermehrt werden wird, da am Ende durch die TBE auch wieder späte Ableger erstellt werden, wird sich der Bestand zum Jahresende hin auch wieder aufblähen, diesmal dann aber nur noch mit einem Maß.

So hoffe ich, irgendwann im Herbst 2021 30 kommende Wirtschaftsvölker einwintern zu können, um damit dann ab 2022 zu arbeiten. Hier und da vielleicht noch ein wenig Reserve, aber im großen und ganzen wird es das dann gewesen sein.

Mittelfristige Strategie

Die kommenden Jahre möchte ich dann bei rund 30 Wirtschaftsvölkern bleiben. Das Augenmerk soll dann auf das Optimieren der Betriebsweise, der Honigbe- und verarbeitung sowie auf dem Vertrieb und der Ertragssteigerung liegen, bei gleichzeitig optimierten Arbeitsabläufen.

Ich weiss, ich weiss, für ein Hobby klingt das alles wenig “hobbymäßig”, sondern eher nach sehr viel Business – da kommt einfach ein paar mal zu oft das Wort “optimieren” in der einen oder anderen Form drin vor.

Aber für mich ist das gerade ein Teil des Spaßes an der Sache: Wenn man den durchschnittlichen Honigertrag pro Volk steigern kann, dann ist das eine objektive Metrik über die Fertigkeiten als Imker in seiner Gesamtheit. Und irgendwie juckt es mich da. Da kommen so unterschiedliche Teilbereiche zusammen, wie Zucht, Betriebweise, Verständnis für die Bienen und ihre Bedürfnisse.
Da lässt sich viel lernen, bevor man einen Gedanken daran verschwenden muss, noch mehr Bienen anzuschaffen. 30 Völker langfristig erfolgreich durch das Jahr zu bringen, ist Herausforderung genug.
Zunächst.

Langfristige Strategie

Wenn man 30 Völker routiniert im Griff hat, und auch den Honig, welchen diese produzieren, zu einem fairen Preis verkauft bekommt, kann man darüber nachdenken, die Völkerzahl zu steigern.

Langfristig habe ich schon den Traum, als Nebenerwerbsimker irgendetwas bis 70 Völker zu stemmen, und dabei so viel Umsatz zu generieren, dass ich in den Sommermonaten beispielsweise in meinem Bürojob Stunden reduzieren kann und die Imkerei hier den Einkommensverlust auffängt. Dazu muss aber meine Erfahrung noch ein paar Jahre wachsen und reifen.

Hat auch alles viel mit Privilegien zu tun

So ein langfristiges Ziel ist wichtig, wenn es darum geht, die eigenen Investitionen zu planen. Aber diese Investitionen muss man auch erst mal aufbringen können.

Ab und an kommt die Frage, ob ich da nicht ganz schön viel Geld in die Imkerei stecke, und tatsächlich kann ich das nicht abstreiten.
Die Imkerei ist für mich ein sinnvoller Zeitvertreib, etwas, das glücklich macht, Zerstreuung schafft und von den Unbillen des Alltags ablenkt.
Die einen fliegen einmal im Jahr mit der gesamten Familie irgendwo nach Übersee, die anderen stellen sich neue Schleudertechnik in den Schleuderraum. Jeder hat halt etwas anderes, worauf er sich auf lange Sicht freuen kann.

Aber das hat natürlich auch viel mit Privilegien zu tun. Man muss sich ein Hobby auch erst mal leisten können. Für viele Menschen ist das unerreichbarer Luxus, und Imkerei als Hobby ist großer Luxus.

So gesehen habe ich aber auch den Ehrgeiz, dass sich diese Investitionen auch irgendwann einmal rentieren – dass es nicht nur Geld-zum-Fenster-rauswerfen ist. Ich will das Geld nicht einfach nur raus ballern, weil ich es mir gerade leisten kann. Es muss später auch wieder etwas rein kommen, und dann sich selbst tragen und auch die getätigten Ausgaben irgendwann wieder einspielen. Dann nimmt mir das ein wenig das Gefühl, einfach nur einem dekadenten Zeitvertreib nachzugehen.
Bei meiner langfristigen Strategie muss ich Steuern zahlen, dann ist das mit der Liebhaberei auch vorbei. Aber das finde ich okay. Wenn es so weit rund läuft, ist das auch in Ordnung.

Aber eben aus diesem Grund macht es keinen Sinn, jetzt zurückhaltend zu investieren. Was ich jetzt beschaffe, muss letztlich der langfristigen Strategie dienen können. Es erscheint sinnfrei, von einer 4 Waben Schleuder auf eine 6 Waben Schleuder zu wechseln, oder einen Kaptarlift ohne Hänger zu beschaffen. Auch das Geld für 5 Doppelsiebe wäre rausgeschmissen, wenn man am Ende doch einen Vorfilter braucht.

Dann halt lieber richtig.

2021.3 – Bald geht es ja wieder los, aber es ist noch gar nicht alles fertig

Aktuell stehen folgende Dinge immer wieder auf der Tagesordnung: Sachen aus Holz bauen, Mini Plus füttern, Honiggläser etikettieren, Zargen streichen und Mittelwände einlöten.

Holzbauten

Aktuell baue ich aus Holzresten kleine Paletten, welche später als Unterlage für die Beuten dienen. Letztes Jahr hat sich das ganz gut bewährt, weil auch beim Wandern so unter jedem Volk ein Raum entsteht, unter welchen die Luft zirkulieren kann. Außerdem ist es nicht so dramatisch, wenn man keinen Beutenständer dabei hat – die Völker kann man auch auf den Boden stellen und trotzdem ist etwas Platz nach unten.

Außerdem habe ich noch einen Ständer für das Klärfass und den Honigrührer gebaut, welcher im besten Fall hoffentlich die halbe Tonne Gewicht zu tragen imstande ist.

Beuten streichen

Alles mit Mini Plus und Ablegerkästen ist mittlerweile gestrichen, es fehlen noch die Honigräume und die Brutzargen.

Aber zum einen sind noch gar nicht alle Kästen geliefert worden, zum anderen hat das Wetter auch nicht mehr gepasst – es war einfach zu kalt.

Aber da warten noch 60 Honigräume und ein gutes Dutzend Bruträume.

Honiggläser etikettieren

Ehrlich gesagt ist das eine Arbeit, die mir immer schwer fällt. Leichter ist es, wenn man eine konkrete Bestellung vorliegen hat, dann ist es ungleich leichter, mich zu motivieren.
Aber ich liebäugle ständig mit einer entsprechenden Maschine, wobei diese so teuer sind, dass sich das alles bei weitem nicht lohnt.

Ich will auch noch ein paar Eimer aus dem Lager durch das Melitherm jagen und rühren und abfüllen. Da hält sich mein Antrieb auch sehr in Grenzen.

Mittelwände einlöten

Ein paar hundert Mittelwände habe ich schon fertig eingelötet. Damit das nicht zu öde ist, netflixe ich mich dabei so durch.

Was sich als hilfreich erwiesen hat. ist der Wärmeschrank. Hier kann ich die Mittelwände auf 30 Grad vorwärmen, was Wachsbruch vorbeugt und die Mittelwände schön glatt in die Rähmchen einbringen lässt.

Leider sind auch hier noch ein paar Hundert voraus.

Mini Plus füttern

Das Futter in den Mini Plus ist etwas knapp, und so lege ich immer etwas Teig auf, wenn ich draußen bin und das Wetter passt. Am nächsten Tag ist es dann schon wieder weg. Die haben jetzt richtig Appetit, und man muss wirklich aufpassen, dass die einem nicht vor den Augen verhungern.

Schönes Wetter könnte ich auch noch einmal gebrauchen

Ich habe zwar die Brutnester schon geschiedet, aber ich habe das ohne ziehen von Brutwaben erledigt. Ich weiß also aktuell nicht, ob alle Königinnen in Ordnung sind. Aber das würde ich schon gerne mal herausfinden, damit ich weiß, wie viele Ersatz-Königinnen ich aus den Mini Plus holen muss.

Aber wie es aussieht, muss man sich noch etwas gedulden.

In diesem Sinne…

Diese Crazy North Americans!

Ich wollte schon immer mal etwas über meine Eindrücke schreiben, die ich über die Erwerbsimkerei in Nordamerika gewonnen habe.

Meine “Wissens”-Quelle dafür ist – nahezu einzig und allein: YouTube.
Das ist so seriös und allumfassend, was soll da schon schief gehen?!

Die machen alles größer!

Das Erste, das einem ins Auge fällt, ist die Tatsache, dass die alles zwei Nummern größer aufziehen.
Während man hier mit “ein paar hundert” Völkern zweifelsfrei ein Berufsimker sein wird, gibt es dort auch “Sideliner” (Nebenerwerbsimkereien), die in diesen Größenordnungen laufen.
Die richtigen Erwerbsimker, die haben dann irgendetwas ab 1500 Völker aufwärts.

Das ist genau die Gruppe YouTube Imker, deren Treiben ich mir besonders gerne anschaue – vermutlich weil das so weit weg ist von dem, was ich so mache.

Das sind dann so Leute wie Ian Steppler oder Bob Binnie oder Mike Palmer.
Ian Steppler lebt in Manitoba, Kanada und ist nicht nur Imker, sondern auch Teil eines großen landwirtschaftlichen Familienbetriebes. Bob Binnie, ein grauhaariger, etwas älterer Herr, der Kenny Rogers der Beekeeping-Szene, mit einer sonoren Stimme, hat seinen Betrieb in Georgia, während Mike Palmer, gefühlt noch etwas älter, in Vermont arbeitet.

Alle drei haben gemeinsam, dass sie sehr offen darüber reden, was sie so machen, und wie sie es machen, und wenn man selbst eine kleine Hobbyimkerei betreibt, dann muss man sich wundern, wie so eine Imkerei organisiert sein kann, wenn es ums Geld-verdienen geht.

Das für uns verkopfte Deutsche seltsam anmutende an diesen Typen ist die hemdsärmelige Herangehensweise an das ganze Thema “Beekepping” – die machen halt, und zwar immer in groß und größer.

Die machen Sachen, da bebt die deutsche Imker-Community innerlich!

Wenn man 1500 Hives (Beuten) für den Winter klar machen muss, dann hat man keine Zeit für Faxen. So wird man bei diesen Herrschaften vergeblich nach so Sperenzien wie Totale Brutentnahme suchen, oder dass die drei Mal mit Formic Acid (Ameisensäure) antanzen, um den Milben zu Leibe zu rücken.

Die hauen im Zweifel Apivar Strips (Amitraz) in die Kisten, und gut ist. Der Ian Steppler in Canada macht das im April, wenige Wochen, bevor die Honey Supers (Honigräume) rauf kommen. Mike Palmer haut seine Strips im Spätsommer in die Kisten, und das ist sein einziges Treatment (Behandlung) im ganzen Jahr. Oxalic Acid (Oxalsäure) macht für ihn keinen Sinn, denn wenn man in den US of A OA (Oxalic Acid) gibt, dann verdampft man es (OA Vapor) – was dort völlig legal ist – aber in Vermont, wo der Mike Palmer seine Bienen hat, wird es im Winter so kalt, dass der Dampf nicht durch den eng sitzenden Cluster (Traube) dringt.
Bob Binnie nimmt auch Amitraz, verdampft aber auch. Der hat dafür 4 ProVap 110 und Angestellte, die dann an einem Bee Yard ausschwärmen und alle Völker behandeln.
Blockbedampfung ist dort legal – man hat sogar Untersuchungen dazu gemacht:

Randy Oliver berichtet im aktuellen American Bee Journal, dass bei einer Bedampfung alle 7 Tage die Zahl an Milben in einem Volk nicht sinkt – erst bei kürzeren Behandlungszyklen alle 3 Tage, kommt es zu einem merklichen Effekt, sprich: Eine Reduzierung der Milbenpopulation – wenn denn noch Brut vorhanden ist.

Bob Binnie jedenfalls geht immer auf Nummer sicher. Er nimmt lieber die doppelte Menge OA, als die empfohlene Dosis, und er “never had any Issues with that”

Solche Untersuchungen wären in Deutschlang undenkbar: “Aber der Arbeitsschutz!”, erst recht so experimentelles Zeug wie Randy Olivers Untersuchungen zu Extended Release Oxalic Acid – also eine langsame, kontinuierliche Abgabe von Oxalsäure via eines Schwammes.

Die meisten füttern ihre Völker mit Eimern, sogenannten Bucket Feedern. Gibt es hier auch zu kaufen, sind aber scheinbar eher selten im Einsatz.
Dort bietet es sich an, denn diese Nordamerikaner haben alle Lits (Deckel), die ein Feeding Hole (Loch zum Füttern, im Deckel) haben, wo die Eimer einfach umgedreht drauf gestellt werden.
Dass es dort auch windig ist, ist denen egal – an Anfang sind die Eimer schwer, am Ende sind sie von den Bienen festgeklebt. Und wenn mal einer wegfliegt, ists auch nicht schlimm.

Ian Steppler setzt die manchmal sogar rauf, wenns schneit – Flüssigfutter! Bei Schnee!
Wenn man das ins deutscheste Imkerforum schreiben würden – der Blutdruck eines halben dutzend Profiimker mit 20 Völkern würde durch die Decke gehen!
Aber gottlob kennen Ian Stepplers Bienen das Imkerforum nicht – von daher nehmen sie das Futter einfach ab.

Bob Binnie macht etwas Bleiche in seinen selbst angerührten Sugarsyrup, damit der nicht fermentiert. Irgendwer hat das mal im Imkerforum erwähnt – au weia, da war das Kopfschütteln aber groß. Aber auch dem Kenny-Rogers Look-Alike Winner 2019 Bob Binnie wird das herzlich egal sein – der ist schon seit 1980 Erwerbsimker – da sind die meisten Elite-Imker der deutschsprachigen Facebookgruppen noch mit Dreirädern um den Weihnachtsbaum kariolt.

Ian Steppler karrt seine 1500 Völker jeden Oktober in sein Winter-Shed – eine große Halle, die im Sommer Lager- und Schleuderraum ist. Die Halle wird dann verdunkelt und dicht gemacht und konstant auf 5 Grad gehalten.
Darin überwintert dann sein ganzer Bestand, bevor er im März wieder raus gefahren wird. Der Steppler läuft einmal pro Woche durch die Gassen seiner Beutentürme in dieser Halle und fegt die toten Bienen zusammen. Eine ganze Schubkarre voll.
Dabei kommen vermutlich mehr tote Bienen zusammen, als der beste Imker der deutschen Internetszene in Summe lebendig in seinem Bestand haben wird.
Dem Ian ists egal – wenn der sich den Spaß macht und durch die Fluglöcher in die Beuten filmt, dann sieht man überall fette durchhängende Wintercluster.

Raising Queen Bees!

Alle ziehen sich ihre eigenen Königinnen, aber jeder macht es etwas anders.
Mike Palmer verkauft Königinnen – der hat seine Operation darauf ausgerichtet, im Sommer reichlich Weiseln aufzuziehen, und trotzdem Honig zu machen.
Dafür macht der seine Bee-Bombs – etwas, dass man mitunter in Deutschland als Adam Starter kennt (naja, zumindest die Buckfast Züchter *ZwinkerSmily*). Nur baut er die so, dass die auch noch Honig machen.

Ian Steppler macht nur für sich Königinnen, allerdings auch nicht für seinen ganzen Bestand.
Er lässt die Völker machen. Wichtig ist nur, dass die Colonies right on the money sind (Geld bringen). So hat er Kisten, da ist laut Dokumentation eine 2016er Königin drin. Die ist da natürlich nicht mehr drin, aber wenn da eine gute Supersedure Queen legt (Königin aus stiller Umweiselung), ist dem das auch egal. Alles, was nicht performt, wird aufgelöst, oder ein Ableger reingesteckt. Für diese Ableger werden die Königinnen gemacht, alles aus Zuchtmütter aus dem eigenen Bestand.

Die sind im Laufe der Zeit so auf seinen Betrieb angepasst, dass die machen, was sie sollen, und auch auch zur richtigen Zeit. Die legen im Sommer wie Sau, dann werden Splits gemacht (Ableger), später alle Völker auf einen Brutraum eingeengt und dann ge-“supered”.
Er erntet nur einmal pro Jahr, und dann fast ausschließlich Canola Honey (Raps), aber wenn der sagt, dass eine Colony right on the money ist, dann meint der damit so 4-6 Honigräume pro Volk, und zwar Honigräume in Langstroth. Und die sind dann voll mit Bienen.

Bob Binnie arbeitet etwas anders, Mike Palmer auch, aber alle drei haben eines gemeinsam:
Sie wissen exakt, wie sie ihre Bienen führen müssen, damit die genau zur richtigen Zeit die richtige Stärke haben.
Binnie sagt: Bienenvölker müssen ihren Peak 10 days after the main flow starts erreicht haben, und genau so managt er das dann auch. Damit verhindert er Schwärme und garantiert sich volle Kisten.

Es ist ziemlich spannend, diesen Jungs beim Arbeiten zuzusehen. Der Binnie ist so einer, der arbeitet zwar mit Veil (Schleier), und da weiß der deutsche Profiimker natürlich sofort, dass der nix kann, aber man sieht bei jeder Bewegung mit dem Hivetool (Stockmeißel), dass der das schon eine Million mal gemacht hat, dass der Blick in eine Beute mit absolut sicheren Bewegungen verbunden ist. Er weiß auch exakt, warum er macht, was er macht, und wie er es macht. Nichts daran ist einfach nur irgendwie. Aber er hat halt einen Imkeranzug an, und wir alle wissen – wer einen Imkeranzug trägt, ist kein Imker, sondern ein unmännlicher Loser.

Bob Binnie hat übrigens 2020 Breeder Queens (Zuchtmuttis) gekauft – 2 Stück für über 1000$ – und von diesen dann nachgezogen, und großflächig eingeweiselt.
Er hat da gewisse Erwartungen dran, was die können sollen, und das ist schon strange, wenn da einer seinen ganzen Laden mal eben auf etwas ganz anderes umweiselt.

Pollen Patties!

Alle füttern Pollenersatzfutter. Das ist hier ein kaum präsentes Thema, und irgendwie scheint es hier auch keine Notwendigkeit zu geben.
Aber in Manitoba, Canada, oder am Lake Champlain, Vermont sieht das anders aus.
Manlakes UtraBee ist dort das Mittel der Wahl, Pollenfutterteig herzustellen und im Frühjahr und Herbst zu verfüttern. Da das Zeug teuer ist, wird es wohl einen entsprechenden Mehrwert haben, aber es irritiert anfänglich schon, wenn man bemerkt, dass etwas, das dort mandatory (verpflichtend) erscheint, hier absolut keine Rolle spielt.
Vielleicht haben wir hier doch noch ein Pollenangebot, welches weithin intakter ist, als jenes in Nordamerika.

Ende Gelände

Der Crazy Shit an denen ist, dass die so furchtbar unprätentiös daher kommen.
Das sind Zeitgenossen, die machen das seit Jahrzehnten und müssen davon leben. Irgendwann haben sie dieses Youtube entdeckt, und sich gedacht, dass sie etwas zu erzählen haben.

Ian Steppler hat damit angefangen, weil es ihm wahnsinnig schwer fiel, vor Menschen zu reden. Er ist ein schüchterner Typ, aber er sollte immer öfter vor Publikum Talks geben. Um seine Unsicherheit besser in den Griff zu bekommen, fing er an, seinen Imkeralltag mit seinem Smartphone festzuhalten und zu kommentieren.

Bob Binnie hat das Smartphone in die Hand genommen, weil er Ian Stepplers Kanal gefunden hat, und die Art und Weise der Informationsweitergabe so gut fand. Also wollte er auch etwas beitragen und der Community mitgeben.

Alle drei haben Imkereien, die von der Größe im DACH Raum vermutlich eine Seltenheit sein werden. Keiner der drei lässt das raushängen. Sie zeigen, was sie machen, wie sie es machen und warum. Es gibt keine Art von Geheimniskrämerei, wie sie hierzulande vielen Imkern zueigen ist. Es gibt auch kein Fingerpointing oder runter gemache, niemand nimmt für sich in Anspruch, den einzig wahren Weg der Imkerei gefunden zu haben.

Von daher ist es so angenehm, diesen Leuten, die es wirklich können, aber kein Aufriss darum machen, zuzusehen. Und deswegen kommen einem die Imker hierzulande im Vergleich dazu oftmals überheblich, selbstherrlich und allzu belehrend vor.
Selbst wenn hier einer 100 Völker hat, und meint, alles schon gesehen zu haben, und alles zu wissen – ehrlich Jungs – die 100 macht Bob Binnie mit seinen fast 70 Jahren an einem Vormittag…

2020.15 – Es herbstlt so vor sich hin

Umweiseln

Ich habe damit angefangen, jede Woche ein paar Völker umzuweiseln. Die Alt-Königinnen, die noch gut sind, habe ich teilweise verkauft, teilweise verschenkt (von Privatleuten nehme ich etwas Geld, von gemeinnützigen Projekten, wie einer Schulimkerei, nehme ich keines).

Ich verarbeite jetzt vor allem die Buckfast B3435, die ich dieses Jahr in der Annaburger Heide habe anpaaren lassen. Die müssen dann kommendes Jahr in so etwas wie eine Leistungsprüfung.

Füttern

Ich füttere derzeit, immer kleine Portionen so bis 2,5, 3 KG pro Futtergabe und Volk- einmal pro Woche, und hoffe, so bis Ende September auf das Endgewicht zu kommen.

Da Zeit knapp ist, habe ich aufgehört, selber Zucker anzurühren, und fahre nun jede Woche zu meinem Imkerbedarfsladen und lasse mir 140 KG Futter abfüllen. Insgesamt kotze ich etwas, weil das enorm viel Geld kostet, während da ein paar hundert Kilo Zucker im Lager stehen, aber ich habe meine Zeit gegen mein Geld abgewogen, und da fiel die Wahl zugunsten meiner Zeit.

Erfolgreiche Wachsmottenzucht

Ich löse gerade das alte Kuntsch-Wabenlager auf, bzw. das, was davon noch übrig ist.
In der ganzen Hektik der letzten Wochen fiel das Schwefeln des Wabenlagers aus, und das rächt sich dann durch Wachsmotten, die sich hungrig durch den Wabenschrank gefressen haben.

Mein Dampfwachsschmelzer hat sich schon rentiert. Wenn der erst einmal läuft, dann bekomme ich da ziemlich viele Waben durch, und so leert sich dieser Wabenschrank langsam aber sicher.

Ist der leer, wird er rausgerissen und entsorgt, um Regalen Platz zu machen. Ein Wabenlager in der Form werde ich nicht weiter führen – auch das Schwefeln zur Wachsmottenabwehr finde ich als lästig und unangenehm. Ich werfe Waben lieber in eine verschließbare Kiste vom Baumarkt und lege ein Schwammtuch mit Ameisensäure drauf.

Es gibt Bereiche der Imkerei, die finde ich unangenehm – wachsmottenzerfressene Waben einschmelzen gehört definitiv dazu.

Im gleichen Raum habe ich übrigens auch eine sehr erfolgreiche Wespenzucht: In der Zwischendecke, am Dachfenster, hat sich eine Wespenkolonie erfolgreich eingenistet. Das würde mich alles auch nicht so großartig stören, wenn die wenigstens die Wachsmotten platt gemacht hätten. Und wenn sie nicht den ganzen Raum voll koten würden. So nerven die einfach nur.

Varroa

Es gibt Völker, die haben – nur nach einer kurzen Windelanalyse, jetzt schon wieder zu viele Milben.
Trotz: TBE, OXS nach 10 Tagen.
Ich weiss nicht, was ich davon halten soll. Eigentlich erklärt sich das nur mit Reinvasion, von der aber immer mehr Leute behaupten, dass es die so nicht gäbe. Es gäbe eher eine Reinvasion von innen. Aber ich frage mich, wie viel man bei einer TBE falsch machen muss, damit man den Milbenbefall nicht merklich gesenkt bekommt?!

Ich will am WE da mal genauer nachsehen. Alkohol ist dann das Mittel der Wahl. Und dann mal sehen.

Das große Zusammenfassen!11!

Wenn ich jetzt mit den Futterkanistern über meinen Bienenstand marodiere, bin ich so lange allein mit Füttern beschäftigt, dass ich jedesmal neue Motivation empfinde, im Oktober großzügig Völker zusammenzufassen.

Ich muss das machen. Wenn ich das nicht mache, und schon wieder fast alles überlebt, dann fliegt mir im nächsten Jahr alles um die Ohren.

Natürlich kann man im Frühjahr gut Völker verkaufen, und das will ich auch, aber ich möchte gerne Qualität verkaufen – also nur Völker mit brauchbarer Volksstärke und Königin. Deswegen muss ab Oktober auch selektiert werden. Ich drehe sonst nächstes Jahr durch.

Ach ja, und die Mini Plus fasse ich auch gerade zusammen.
Die Königinnen wandern in Vollvölker, die übrig gebliebenen Zargen werden kleineren Einheiten aufgesetzt. So entstehen mit der Zeit 3-Zargen M+, in denen ich dann Reserveköniginnen über den Winter nehmen will. So der Plan. Das ist ja mein erstes Jahr mit M+, da fehlt mir jedes Gefühl für Futter und Bienenmasse, die man für den Winter benötigt. Aber das wird schon irgendwie…

2020.13 – Absturz

Die letzten vier Wochen hatten es in sich.
Es stand alles an: Honigernte, Totale Brutentnahmen, Oxalsäurebehandlungen, Völker fahren, Völker umwohnen, neue Imkerei einrichten.

Der Arbeitsumfang war stramm, der Zeitplan noch strammer und zwischendurch kam wieder einmal der Moment, wo ich keine Lust mehr hatte, wo ich auch einfach nur erschöpft und kaputt war. So sollte kein Hobby sein.

Ich werde zu gegebener Zeit ausführlicher berichten, aber aktuell stecke ich noch mitten in den Arbeiten für die Wintervorbereitung.
Ich habe neulich mal Völker durchgezählt, und mit den Mini Plus kam ich bei einer Anzahl von etwa 60-70 Kisten raus, in denen Bienen mit einer Königin sitzen. Entsprechend rotiere ich auch gewaltig, das alles gemanaged zu bekommen.

Richtig ist, dass ich die enge Varroakontrolle, die ich angestrebt hatte, zeitlich nicht hinbekommen habe. Die Folge ist, dass ich ein erstes Volk als Varroaschaden – beinahe kahl geflogen – aufgelöst habe.

Das kommende Frühjahr werde ich hoffentlich viele Ableger aus diesem Jahr verkaufen können – ich packe es zeitlich und kräftemäßig nicht, so viele Völker zu führen. Ich weiss jetzt aber auch, wo die Schwachstellen im Betriebsablauf liegen, und ich weiss auch, mit welcher Beute ich künftig weiter arbeiten möchte.

Viele Sachen sollen kommende Saison rausfliegen: Alles mit DNM, Ablegerkästen und Apideas.
Es sollen nur übrig bleiben: 10er Dadant-Kisten, alle von einem Hersteller, Flachzargen für die Honigräume und Mini Plus für die Königinnenaufzucht. Mehr nicht.

Dazu muss noch etwas Hebetechnik her, zwei Klärfässer und vielleicht ein Rührfass, wobei manche Kombinationen nur dann Sinn ergeben, wenn auch eine Honigpumpe dazu kommt. Aber das sind Planungen für den Winter.

Ich muss ein paar hundert Altwaben einschmelzen und bis September noch fast eine Tonne Zucker zu Sirup verarbeiten. Da müssen andere Dinge noch warten…