2021.6 – Das ist doch kein Frühling!

Deutschlandweit das gleiche Bild: Kalt, regnerisch und windig. Folgerichtig bleiben die Honigräume leer.
Ich habe seit Februar rund 60 KG Futterteig in die Völker gesteckt, ein Ende ist Stand heute nicht in Sicht. Es kommt nichts rein, und auch wenn es etwas regnet, hier und da, so ist es insgesamt doch zu trocken.

Über das Anpassen den Brutraumes

Ich versteige mich jetzt zu einer waghalsigen These: Man kann den Brutraum nicht zu eng anpassen.
Meine Beobachtung in diesem Frühjahr legt nahe, dass ein zu enges Anpassen des Brutraums nicht möglich ist, so lange das Schied umlaufen werden kann.

Hat eine Königin den vorhandenen Platz zur Gänze bebrütet, wird sie einfach hinter das Schied laufen und dort weiter stiften.
Hängt man diese Brutwaben dann vor das Schied, dann sind auch diese zwei Wochen später vollständig bebrütet.
Das gilt zumindest für Kaltbau – bei Warmbau kann es sein, dass dies so nicht funktioniert.

Ich habe im Februar pauschal alle Völker auf 3 Brutwaben Dadant geschiedet. Mitte April hatten die schwachen Völker diesen Brutbereich noch nicht ganz in Beschlag genommen, bauten aber eine feine, wohl strukturierte Brutnestanordnung. In den starken Völkern hatte die Königin bereits das Schied umlaufen und ein bis zwei zusätzliche Waben angefangen zu bebrüten. Daher wurde das Schied entsprechend versetzt. Anfang Mai sind jetzt auch diese Waben Holz auf Holz bebrütet.

Die Königinnen umlaufen scheinbar das Schied erst, wenn der angepasste Brutbereich vollständig mit Brut belegt ist, allerdings dann auch recht zuverlässig – wenn es sich um Kaltbau handelt. Bei Warmbau habe ich beobachtet, dass Königinnen dann damit begonnen haben, Zellen doppelt zu bestiften.

Was auch eindeutig zu sehen ist: Sobald es etwas wärmer wird, tragen die Bienen das Futter in den Brutnestbereich. Gerade im Februar oder März glänzen dann die Zellen wie bei frisch eingetragenem Nektar, rund um das Brutnest, wobei die Stockwaage anzeigt, dass von außen nichts eingetragen wird.

Also auch bei einem stramm angepassten Brutnest ist die Futterversorgung sichergestellt, solange es zumindest kurze Zeitfenster gibt, in denen die Bienen Futter umtragen können.

Viele Verluste bei den Kollegen

Ich hatte durch den Völkerverkauf viel Kontakt mit Imkerkollegen. Es scheinen sich zwei Hauptgründe für massive Völkerverluste herauszukritallisieren:

Die Varroabehandlung mit Ameisensäure erfolgte in 2020 zu spät. Es war zu lange zu heiß, sodass viele ihre AS Behandlung in den September geschoben hatten, und damit zu spät kamen.

Der zweite Grund klingt interessanter, ist aber womöglich auch noch etwas unsicher: Die Völker haben zu früh aufgehört zu brüten.
Mangels Nektar- und insbesondere Polleneintrag waren viele Völker bereits Ende August aus der Brut und fingen anschließend auch nicht mehr damit an. Diese Völker waren dann der Meinung, sie hätten ihre Winterbienen bereits Anfang September fertig, im Unterschied zu den jeweils gebildeten Ablegern, welche länger brüteten und dann auch erfolgreich über den Winter kamen.

Diese (Alt-)Völker waren im Januar alle noch da, klappten dann aber im Februar weg. Wenn die Theorie stimmt, waren diese Bienen im Februar sechs, sieben Monate alt und zu schwach, um dem erneuten massiven Kälteeinbruch standzuhalten.

Ich selber habe das nicht beobachtet, was aber auch daran liegen kann, dass durch die TBE im Juli noch eine ganze Weile so etwas wie Brutstimulation herrschte.

Test des Heuvel Varroakonzeptes

Ich habe mir eine Flasche VarroMed und eine Packung Apivar geordert, um an einer kleinen Zahl Völker das Heuvelsche Konzept der “fetten Biene” zu testen, so wie er es in seinem Buch beschreibt.

Ich werde berichten.

2021.2 – Völker verkaufen

Mein Postfach brennt. Ich habe vergangenes Wochenende eine Annonce geschaltet, dass ich Bienenvölker abzugeben habe.
Innerhalb von 12 Stunden lagen Reservierungen für alle verfügbaren Völker vor, und auch danach ließ der Strom an Interessenten nicht nach. Ich habe jetzt eine ziemlich lange Warteliste und ich werde nachher die Ausschreibung aus dem Netz nehmen.

Für mich war es das erste Mal, dass ich im Frühjahr Völker angeboten habe. Bisher habe ich immer allen Überschuss genutzt, um meine Imkerei zu vergrößern. Aber dieses Jahr soll der DNM Krempel raus, alles soll auf Dadant umgestellt werden: Daher trenne ich mich auch von allen Bienen, die in DNM Kisten stecken.

Mich hat die Resonanz völlig überrascht. Hätte ich gewusst, wie hoch der Bedarf ist, hätte ich letztes Jahr mehr Ableger erstellt. Ich hatte genug Ressourcen und das Wissen habe ich mittlerweile auch. Aber nachdem ich im Sommer und Spätsommer keine Ableger verkauft bekommen habe, und kaum jemand auf meine Anzeigen antworten wollte, war ich skeptisch, was mit den vielen Völkern im Frühjahr hätte werden sollen.
Jetzt weiß ich es: Aktuell habe ich Anfragen in einem Umfang von rund 80 Völkern – die ich natürlich nie und nimmer bedienen könnte.

Bitte keine Kunstschwärme!

Die Leute wollen Bienen. Entweder haben sie Verluste zu verzeichnen, oder sie wollen expandieren. Und scheinbar ist der hiesige Markt bereits leer gefegt. Anders kann ich mir die große Nachfrage nicht erklären.

Jetzt treibt mich die Sorge um, dass die vielen unbefriedigten Kaufinteressenten auf das Internet und Segnungen des freien europäischen Binnenmarktes zurückgreifen und Kunstschwärme aus Italien kaufen könnten.

Da fällt einem dann gleich das Stichwort “Kleiner Beutenkäfer” ein, und mit jeder LKW Fuhre an Kunstschwärmen oder Königinnen aus Italien, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass da ungebetene Gäste mit eingeschleppt werden.

Man kann nur appellieren: Kauft keine Kunstschwärme im April. Die kommen immer von südlich der Alpen, die sind immer gefährlich!

Wir Imker müssen alle deutlich mehr vermehren!

Meine wahnwitzige These ist: Die Winterverluste werden aufgrund der Klimakatastrophe zunehmen. Milde Winter, zu heiße Sommer mit zu schlechter Pollenversorgung, schwache Winterpopulationen, höhere Anfälligkeit für Viruserkrankungen, zu wenig fortschrittliches Varroamanagement.

Es erscheint daher sinnvoll, an alle, die es können oder wollen, zu appellieren, deutlich mehr Völker als für den eigenen Bedarf anzulegen, zu überwintern und im Frühjahr auf den Markt zu werfen. Damit der Bedarf des Marktes aus regionalen Bienenbeständen gedeckt werden kann.

Gleichzeitig würde ich mir wünschen, dass bei Institutsfortbildungen noch mehr auf die Betriebsweise der großzügigen Völkervermehrung gesetzt würde. Die Jungimker sollten gleich mit einem Konzept vertraut gemacht werden, dass man immer doppelt so viele Völker vorhalten sollte, wie man eigentlich haben möchte. Dann kann man Winterverluste ausgleichen und ggf. noch Überschuss an notleidende Kolleg:innen abgeben.

Nur die brauchbaren Völker verkaufen!

Ich werde nur verkaufen, was ich auch selber kaufen würde.
Entsprechend wird der Bestand an verkaufsfähigen Völkern sich noch reduzieren. Was nicht taugt, wird aufgelöst, zu neuen Ablegern verarbeitet und damit neu gestartet.

Ich schaffe es nicht, Anfängern irgendeinen Mist zu verkaufen, der ein paar Bienen und eine legende Königin hat.
Auch kann ich die Frage, die mir oft gestellt wird, nicht seriös beantworten: “Wie stark sind denn die Völker?”

Die Durchlenzung steht uns noch bevor. Ich weiß nicht, wie die Völker danach aussehen werden. Aber die eine oder andere Kiste wird schon noch wegfallen.

Ich habe bei manchen Anfragen den Eindruck, man will Bienen shoppen, und erwartet ein bestimmtes, konkretes Produkt. Und ich sehe auch, dass manche Kollegen in ihren Anzeigen das nur allzu gerne versprechen: “Starke Völker!”, “leistungsstark!”, “sanftmütig!”
Mir ist schleierhaft, wie man das jetzt versprechen kann. Ich weiß noch gar nicht, ob meine 2020er Königinnen wirklich leistungsstark sind. Die haben noch keine Honigsaison hinter sich. Und nur weil die Mutter einen prima Stammbaum hat, sagt das erst einmal wenig über die Töchter.
Sanftmut muss sich auch erst beweisen. Satte Völker sind das eine. Wie verhalten sich Kisten, wenn sie eine wochenlange Trachtpause durchstehen müssen? Wie verhalten sie sich Ende Juli, wenn die Räubereisaison beginnt? Bienen sind Lebewesen, ihre Eigenschaften unterliegen einer Vielzahl von Parametern.

Ich tue mich schwer, den Leute eine Art Kaufhaus-Ware zu versprechen. Wenn ich dieses Jahr Königinnen aus dem VSH Material nachziehe, werde ich das den Kunden nicht mitgeben. Von mir bekommen die nur eine Buckfast F1. Wenn man dem Käufer sagt, “hier, da steckt auch VSH Genetik drin”, dann habe ich Sorge, dass da das Varroamanagement drunter leidet, weil beim Käufer falsche Erwartungen geweckt wurden.

Ich denke manchmal, ich bin da auch kein guter Geschäftsmann.
Ich kann den Anfängern vermutlich jedes windige Volk für viel Geld verkaufen. Aber ich bekomme das nicht hin.
Ich hoffe also einfach, dass die Völker noch alle gut durchs Frühjahr kommen, und ich dann ein paar Leute glücklich machen kann.

Trotzdem muss man das mit der gezielten Völkeraufzucht zwecks Frühjahrsverkauf mal etwas näher betrachten. Und ich würde an dieser Stelle einfach jedem empfehlen, über den eigenen Bedarf hinaus zu vermehren.

Achso: Und verschenkt Völker wenn nur an Freunde oder Bekannte. Nehmt Geld dafür. Es sind Lebewesen, und dem Käufer sollte es das auch Wert sein – sonst respektiert er weder eure Arbeit, noch die Bienen.

2020.21 – Varroa, Lehren aus dem Betriebsjahr 2020

Einführung

Es folgt ein längerer Text, der darüber berichtet, wie sich die Varroasituation in meinem Völkern im Laufe des Sommers, Herbstes und Winter entwickelt hat, und welche Rückschlüsse daraus für künftige Varroastrategien zu ziehen sind.

Schon zu Beginn der Datenanalyse zeigte sich, dass die Völker nur bedingt miteinander vergleichbar sind und der Gesamtbestand in unterschiedliche Kategorien zerfällt. Es bot sich an, die Völker in Gruppen einzuteilen.
Es gibt unterschiedliche Völkertypen, die unterschiedlich behandelt, bzw. betrachtet werden müssen, was im Folgenden näher erläutert werden wird.
Ein Problem: Ich habe Völker teilweise unterschiedlich behandelt, auch dann, wenn sie zum gleichen Typus gehören.
Allerdings eröffnet mir dies auch Vergleichsmöglichkeiten, auf die in der Folge genauer eingegangen werden wird.

Motivation

Durch eine fortwährende Analyse der Varroazahlen in meiner Imkerei, im Kontext der Behandlungsmethoden, soll ein Weg gefunden werden, möglichst effektiv die Varroapopulation zu kontrollieren. Ziel ist es, gesunde und starke Völker in und durch den Winter zu führen, damit zur Frühtracht ausreichend starke Völker zur Verfügung stehen.

Bekannte Behandlungskonzepte funktionieren, das Rad muss nicht neu erfunden werden, aber gleichzeitig muss das eigene Handeln der eigenen Betriebsweise und der örtlichen Situation angepasst werden. Es gibt keinen Waschzettel, der nur abgearbeitet werden muss, um perfekte Ergebnisse zu bekommen.

Aktuell bin ich mit dem Zustand meiner Völker weder im Winter, noch im Frühjahr wirklich zufrieden. Daher hilft nur eine genauere Betrachtung der angewandten Behandlungsmethoden und der daraus resultierenden Völkerstärken bei Ein- und Auswinterung, um daraus dann andere, angepasste Herangehensweisen zu entwickeln.

Völkertypen

Damit der Leser und ich eine gemeinsame Ausgangsbasis haben, folgt eine kurze Erläuterung der Terminologie, was die einzelnen Völkertypen betrifft:

  • Wirtschaftsvolk, mit Notbehandlung: Ein Bienenvolk, welches das ganze Jahr über als Honigvolk geführt und im Juli mit einer TBE behandelt wurde. Im September erschienen mir der tägliche, natürliche Milbenfall als zu hoch, sodass eine Notbehandlung erfolgte.
  • Wirtschaftsvolk, ohne Notbehandlung: Ein Bienenvolk, welches das ganze Jahr über als Honigvolk geführt und im Juli mit einer TBE behandelt wurde. Hier war jedoch der natürliche Milbenfall im September so gering, dass eine Notbehandlung als nicht notwendig erachtet wurde.
  • Ableger: Ein Bienenvolk, welches Ende Mai, oder Anfang Juni mit zwei Brutwaben gebildet wurde, unter Zugabe einer unbegatteten Königin oder einer schlupfreifen Zelle. Bei Brutfreiheit wurde mit OXS behandelt. Anfang August wurde 1 Streifen Bayvarol ins Brutnest gehängt.
  • Brutsammler: Ein Volk, welches aus den Brutwaben jener Wirtschaftsvölker entstand, die einer TBE unterzogen wurden. Auch hier erfolgte eine Behandlung bei Brutfreiheit, Anfang August.
  • DeBiMo Völker: Ich nehme am Deutschen Bienenmonitoring teil. Ein Teil meiner Völker wird also regelmäßig genauer untersucht, und mir später die Ergebnisse entsprechend zur Verfügung gestellt.
    Ich habe also einen Anteil an Völkern, zu denen mir genauere Daten vorliegen, als zu anderen.

Durchführung und Zeitpunkt der TBE

Die TBE wurde von Mitte bis Ende Juli durchgeführt.
Die Völker wurden i.d.R. auf Mittelwände gesetzt, nach 4-7 Tagen erfolgte eine Behandlung mit Oxalsäure. Bei einem Teil der Völker wurde die OXS gesprüht, bei einem anderen Teil wurde auf eine alternative Methode zurückgegriffen.

Die entnommenen Brutwaben wurden als Brutsammler zusammengestellt, nach 9 Tagen wurden die Nachschaffungszellen gebrochen und und unbegattete Weiseln dazu gegeben.
Nach 21 Tagen erfolgte eine alternative Oxalsäurebehandlung im brutfreien Zustand.

Wenn Völker mit Oxalsäure behandelt wurden, dann immer im brutfreien Zustand.

Das überraschend schlechte Ergebnis der DeBiMo Völker

Mit der Übermittlung der Testergebnisse durch das LIB Hohen Neuendorf wurde klar, dass dieses Jahr die Varroabehandlung nicht gut gelaufen war:

Wie sich zeigte, hatten 40% der Völker zwischen Juli und Oktober einen höheren phoretischen Befall entwickelt – obwohl zwischen den Probeentnahmen eine TBE und eine OXS Behandlung lag. 50% hatten einen phoretischen Befall von >1%, ein Volk (Nr. 19), hatte seinen phoretischen Befall trotz TBE und OXS mehr als verfünffacht!

Eigentlich hätte der Befall deutlich geringer ausfallen sollen (und hatte es im vergangenen Jahr auch getan), insofern war eine genauere Analyse der Aufzeichnungen des aktuellen Jahres angezeigt.

Was bedeuten diese Zahlen für das aktuelle Varroakonzept, außer dass es nicht ausreichend ist? Wo sind Anpassungen vorzunehmen?

Notbehandlungen im September

Es gab eine Reihe von Völkern, die bei einer Probe mittels Varroawindel einen zu hohen Milbenfall zeigten. Dabei handelte es sich fast ausnahmslos um Wirtschaftsvölker.

Diese Völker sollten eigentlich einer Blockbehandlung mittels OXS unterzogen werden, wobei die dafür notwendige Hardware nach der zweiten Behandlung kaputt ging.
Daraufhin wurde kurzfristig auf Bayvarol umgestiegen, und den betroffenen Völkern 1 Bayvarolstreifen ins Brutnest gehangen – Ausnahmen erhielten 3 Streifen.

Jene Völker, deren Milbenfall Anfang September augenscheinlich unauffällig war, wurden keiner Behandlung im Herbst unterzogen.

Oxalsäure sprühen und Oxalsäure alternativ verabreichen, Methode wirken unterschiedlich gut

Die Wirtschaftsvölker wurden mittels TBE brutfrei gemacht. Anschließend folgte eine Behandlung mit Oxalsäure.
Dabei wurde die OXS unterschiedlich verabreicht:
Ein Teil wurde mit OXS besprüht, ein anderer Teil wurde mit einer alternativen OXS-Applikation behandelt.

Beide Gruppen waren im September nicht zu gleichen Teilen bei den behandlungswürdigen Völkern vertreten, vielmehr hatte eine der beiden Gruppen den größeren Anteil Völker, die zu viele Milben fallen ließen.

OXS sprühenOXS alternativ verabreichen
Notbehandlung notwendig84
keine Notbehandlung notwendig28
Verteilung behandlungswürdiger Völker im September auf die Behandlungsmethode bei Brutfreiheit

Das Sprühen von OXS scheint im direkten Vergleich schlechter zu wirken. Anders ist der höhere Milbenfall der entsprechenden Völker im September nicht zu erklären.

Allerdings führte dies dazu, dass diese Völker noch einmal behandelt wurden, während die alternativ behandelten so gut aussahen, dass eine weitere Behandlung nicht notwendig zu sein schien.
Im Dezember zeigten sich dann die Auswirkungen der unterbliebenen Behandlung.

Milbenfall im Dezember nach Restentmilbung

Alle Völker wurden im Dezember der gleichen Art von Restentmilbung mittels Oxalsäure unterzogen.
Nach 7 Tagen wurden die auf die Windel gefallenen Milben gezählt und ein Tagesmittel errechnet und zum Vergleich herangezogen.

Um die vier Gruppen (WV mit und ohne Notbehandlung, Ableger und Brutsammler) miteinander vergleichen zu können, wurde für jeden Typ ein Durchschnitt des Milbenfalls pro Tag über alle Völker eines Typs gebildet.

Welcher Volkstyp hat im Dezember durchschnittlich wie viele Milben pro Tag fallen lassen?

Die gute Nachricht: Die Ableger, alle einmal im Mai, Juni brutfrei behandelt, sowie Anfang August um 1 Bayvarol-Streifen ergänzt, haben im Schnitt nach der Restentmilbung wenig Milben fallen lassen. Es gibt Ausreißer, aber im Großen und Ganzen war der Milbenfall nach der Winterbehandlung sehr gering.

Ganz anders sieht es bei den Brutsammlern aus.
Diese Völker, mit Brutwaben aus der TBE der Wirtschaftsvölker gebildet, hatten einen extrem milbenreichen Start. Der Milbendruck wurde durch eine einmalige OXS Behandlung zwar so weit gemindert, dass eine Einwinterung möglich war, allerdings verblieben noch überdurchschnittlich viele Milben in den Völkern.

Auffällig ist der Unterschied zwischen Wirtschaftsvölkern mit und ohne Notbehandlung im September.
Kurz gesagt: Ohne Notbehandlung fielen 3 mal so viele Milben wie mit – die Notbehandlung macht einen signifikanten Unterschied bei der Anzahl der Milben, die noch mit in den Winter gehen.

Betrifft Wirtschaftvölker mit einer Notbehandlung
Betrifft Wirtschaftsvölker ohne Notbehandlung

Fazit TBE

Eine TBE mit nachgeschalteter OXS Behandlung reicht nicht aus, um auf eine Behandlung im September gänzlich verzichten zu können.

Es gibt scheinbar eine signifikante Reinvasion (von innen), welche die Milbenzahl in die Höhe treibt. Insbesondere an den eng überwachten DeBiMo Völkern ist erkennbar, dass eine TBE samt Oxalsäurebehandlung mitunter nicht ausreicht, die Milbenzahl dauerhaft wirksam zu senken, wenn 40% einen höheren phoretischen Befall nach der TBE als vor der TBE aufweisen.

Brutsammler

Dieser Völkertyp braucht nach der ersten brutfreien Behandlung später eine nachgelagerte Nachsorge (bspw. im September), wenn man nach einer Restentmilbung möglichst milbenarm ins neue Jahr starten möchte.

Ursache für den überdurchschnittlichen Befall muss die vergleichsweise hohe Konzentration an befallenen Zellen in den Brutwaben sein, welche am Ende einer Bienensaison in den Wirtschaftsvölkern vorhanden sein dürften.

Hier liegt auch der Unterschied zu den zeitig im Jahr gebildeten Ablegern.

Die TBE alleine ist kein Allheilmittel gegen die Varroamilbe, auch nicht in Kombination mit einer Behandlung bei Brutfreiheit mittels Oxalsäure.

Weiterhin hat die TBE auch praktische Grenzen, bei denen eine Verwendung dieser Methode keinen Sinn mehr macht. Vgl. dazu auch: [1][2]

Fazit Ableger

Ableger, im Frühjahr gebildet und brutfrei behandelt, bauen scheinbar bis zum Herbst, Winter nur eine geringe Milbenlast auf – von wenigen Ausnahmen abgesehen.

Das erscheint auch logisch: Zu einem Zeitpunkt gebildet, als der Spender selbst kaum Milben hat, ist die Startpopulation an Milben sehr klein. Mit einer effektiven Behandlung bei Brutfreiheit, sinkt der Befallsgrad noch einmal deutlich.

Bis die neue Königin so richtig in Brut gegangen ist, und damit auch die Milbe groß in die Vermehrung einsteigen kann, ist der Sommer schon weit fortgeschritten.
Somit fehlt es den Milben sowohl an Individuen, Brutzellen als auch Brutzyklen, um bis zum Winter starke Populationen aufzubauen.

Die Entnahme von Brutwaben scheint jedoch bei den Brutspendern kaum zu einer signifikanten Verzögerung in der Entwicklung der Varroapopulation zu führen.

Fazit Bayvarol

Die Datenlage ist zu dünn.
Bayvarol scheint gut zu wirken, wenn 2-3 Streifen in ein Brutnest gehangen werden.
Bei kleineren Einheiten, wo nur ein Streifen gegeben wird, sind die Ergebnisse sehr unterschiedlich.
Bei den Ablegern sehen alle gut aus, bis auf zwei Einheiten. Alle wurden gleich behandelt, aber zwei fallen durch sehr hohe Zahlen auf.

Noch auffälliger ist es bei den Mini Plus Einheiten, die eingewintert wurden:
Alle wurden zur gleichen Zeit im Jahr gebildet, gleich geführt und gleich mit jeweils einem Bayvarol Streifen behandelt: 50% sind in Ordnung, 50% sind zu stark mit Milben belastet, wenn man der Windel nach der Restentmilbung trauen kann.

Mein vorläufiges Fazit wäre: Bayvarol kann helfen, im August, September noch einmal die Populationsentwicklung der Milben zu stören. Aber das kann auch schief gehen.

Fazit Varroa Managment insgesamt

Ich habe dieses Jahr Völker durch die Varroa verloren. Diese Völker wurden schon im August, September aufgelöst, aber nur, um das Kahlfliegen vorweg zu nehmen.

Hier kam die TBE zu spät, die Völker waren zu stark vorbelastet.
Daraus ergibt sich eine erste Schlussfolgerung für ein angepasstes Varroamanagement:

Früher, genauer hinsehen

Hätte, hätte, Fahrradkette – hätte ich, wie geplant, im Frühjahr und Frühsommer genauer hingesehen – beispielsweise mit einer Alkoholwaschung – hätte ich überdurchschnittlich stark belastete Völker identifizieren und rechtzeitig behandeln können.
Zwar wären diese dann für die Honigproduktion ausgefallen, aber das wäre nebensächlich gewesen.

Vor einer TBE den phoretischen Befall bestimmen

Von manchen Völkern muss man keine Brutwaben in die Brutsammler stecken.
Ich habe noch keine Vorstellungen, wo man Grenzwerte setzen kann, aber der Point Of No Return kann auch schon erreicht sein, bevor man ein katastrophales Brutbild zu Gesicht bekommt.
Vielleicht wäre es ein experimenteller Ansatz, vor der nächsten TBE den phoretischen Befall zu bestimmen, und dann Brutsammler aus jenen Brutwaben mit gleichem Befallsgrad zu bilden, und deren Entwicklung zu vergleichen.

Mehr Ableger, Kunstschwärme bilden

Ich habe dieses Jahr meine Vermehrung vor allem auf die Brutsammler der TBE gestützt.
Wenn ich mir die Ableger und Schwärme ansehe, die ich im Mai, Juni gebildet habe (bilden musste – wenn im Baum), dann stehen diese so viel besser da, dass die Überlegung nahe liegt, hier doch ein größeres Augenmerk auf die Ablegerbildung zu richten.

Ich habe durch die Stockwaagen auch gelernt, dass wir eine Trachtlücke haben, die von Anfang, Mitte Mai bis Mitte Juni reicht.

Aus imkerlicher Sicht wäre es sinnvoll, zu Beginn dieser Trachtlücke überschüssige Bienen “zu ernten” und zu Kunstschwärmen zu verarbeiten, bevor die Völker selber die Bienenmasse der Trachtsituation anpassen.

Ergänze, erhöhe ich meinen Bestand auf diese Art, muss ich im Spätsommer weniger Brutsammler in der TBE bilden und kann mehr Brutwaben einschmelzen.

VarroMed im September?

Nach meinem negativen Urteil aus [3] über VarroMed mag meine folgende Einlassung nahezu peinlich sein, aber:
Die Völker, die im September 2019 mit VarroMed behandelt worden sind, hatten im DeBiMo Screening im Oktober allesamt sehr niedrige Varroa Werte. Das galt auch für Völker, die mit einer alternativen Oxalsäureapplikation behandelt wurden.

Allerdings ist VarroMed sehr einfach einzusetzen, auch dann, wenn man mal keine Stromquelle oder eine Schutzmaske zur Hand hat.
Für schwach befallene Völker scheint VarroMed ausreichend zu wirken, und wäre damit eine gute Alternative zu dem ebenfalls teuren Bayvarol, welches aber meiner Erfahrung nach weniger zuverlässiger wirkt, als VarroMed.

Es wäre betrieblich ein Leichtes, im September, wenn man letzte Checks an den Völkern macht, einfach noch zwei, drei Mal mit der VarroMed Flasche rüber zu gehen, auch dann, wenn die Einheiten auf Außenstände stehen.

Und jetzt?

Ich fasse die diesjährigen Erkenntnisse für mich so zusammen:

  • Ableger und/oder Kunstschwärme bilden, um auf die Brutsammler aus der TBE nicht angewiesen zu sein.
  • Ab Ende April den phoretischen Milbenfall messen. Bernhard Heuvel beschreibt eine einfachere Methode, wo er mit dem Stockmeißel Brutzellen aufkratzt, und nach befallenen Zellen sucht. Wie geht das? Gibt es da Bildaterial?
  • Bei einem phoretischen Befall von >3% behandeln, auch wenn das schon im Mai oder Juni der Fall sein sollte.
    Eingreifen, bevor ein irreparabler Schaden auftritt.
    Und wie sagte Liebig immer so treffend: “Nur wer beobachtet, weiß bescheid”
  • Vor einer TBE in jedem Fall den phoretischen Befall ermitteln, und nur aus den schwächer befallenen Völkern Brutwaben zu sammeln. Stärker befallene Völker geben ihre Brutwaben direkt in den Wachsschmelzer.
  • TBE Wirtschaftsvölker brutfrei behandeln, aber im September dann einer Nachbehandlung unterziehen.
  • Für Brutsammler gilt das Gleiche.
  • Im September Völker noch konsequenter zusammenlegen.

Hat der Heuvel recht?

Bernhard Heuvel sagt in einem Vortrag: Wir kümmern uns die ganze Zeit nicht um die Varroa, aber dann im Sommer, müssen wir mit allem, was wir haben, drauf schlagen. Sinnvoller ist es, früher einzugreifen!

Er schlägt unter anderem vor, im Februar einmal mit VarroMed über die Völker zu gehen, um die Entwicklungsdynamik gleich zu Saisonbeginn zu stören.
Ich weiß nicht, ob das tatsächlich einen so großen Unterschied macht. Dafür sind meine Zweifel in VarroMed zu groß, zumal es nicht in die verdeckelte Brut wirkt.

Allerdings finde ich seinen Vorschlag, mittels Brut-aufkratzen jederzeit schnell einen aussagekräftigen Eindruck über die Milbenbelastung zu erhalten, sehr interessant.
Alkoholwaschung gehen schnell, erfordern aber doch einen Mehraufwand, welchen ich oftmals auch meide.
Seine Variante ließe sich schnell in die reguläre Durchsicht einbauen. Und mit validen Informationen ließen sich begründete Entscheidungen treffen.

Das neue Bienenjahr wird nicht langweilig werden.
Manchmal dreht sich bei mir alles zu sehr um die Milbe, da gerät die Biene fast in den Hintergrund. Aber vielleicht geht es aktuell noch nicht anders, weil ich noch auf der Suche bin, nach der Betriebsweise, wo die Milbe in Schach und die Biene möglichst bienengemäß gehalten wird, und ich betrieblich alles unter einen Hut bekomme.

Vielleicht kann der gemeine Leser ja etwas dabei herausziehen.

Links

[1] https://stadtrandhonig.de/2020/09/16/2020-16-vorlaeufiger-bericht-zur-varroasituation-2020-und-zur-tbe/

[2] https://stadtrandhonig.de/2020/10/30/2020-18-ueberlegungen-zu-einem-geaenderten-varroa-konzept/

[3] https://stadtrandhonig.de/2019/10/07/varromed-feldversuch-und-auswertung/

2020.19 – Arbeiten im Herbst

Ich rühre Honig und fülle diesen ab. Wenn ich das nicht mache, baue ich das Bienenhaus etwas um.
Die Hinterbehandlungsbeuten sind verkauft, die Holzwand ist verschlossen und nach unten gezogen. Wo einst die Hinterbehandlungsbeuten standen, kommen ab nächstes Jahr Ablegerkästen samt Bienen rein.

Das klingt alles nicht sonderlich aufregend (ist es auch nicht), aber arbeitsreich ist es trotzdem – trotz Honigrührer.

Mein ganzer Schleuderraum bietet noch sehr viel Potential für Verbesserungen. Insbesondere Hebetechnik ist ein großes Thema. Ich merke, dass bei den Mengen Honig, die dieses Jahr durch meine Imkerei laufen, Hebetechnik sehr schnell ein sehr wichtiger Aspekt wird, weil da immer auch die eigene Gesundheit eine Rolle spielt. Einen 25 KG Eimer hebt man eben nicht so einfach auf Schulterhöhe, um ihn in das Rührfass oder einen Melitherm zu kippen – das ist viel zu unsicher, zu wackelig und schlichtweg Wahnsinn für Rücken oder die Schultern.
Insofern brauche ich auch hier wieder Hilfsmittel, um alleine effizient arbeiten zu können.
Ich denke, als erstes benötige ich einen Scherenhubtisch, um den Abfüllbehälter mit dem Melitherm drauf hoch und runter lassen zu können: Runter, wenn ich den Melitherm befüllen will, hoch, wenn der durchgelaufene Honig portionsweise abgelassen und ins Rührfass umgeschüttet werden muss.

Das sind alles Dinge, die einem zu Beginn einer Imkerei nicht klar sind, um die man aber nicht herum kommt, wenn man plant, langfristig mehr Honig zu produzieren als man selbst oder Tante Frida essen kann.
So viel dazu.

An den Bienen ist aktuell nichts zu tun. Erst im Dezember werde ich mich mit der Restentmilbung im Winter befassen, allerdings wartet man derzeit noch vergeblich auf Frost, um sicher gehen zu können, dass die Völker auch brav aus der Brit gehen.
Wir werden uns wohl mittelfristig auf Winter ohne Frost einrichten müssen, und damit unsere Behandlungskonzepte gegen die Varroammilbe überdenken.

Ansonsten: Ich plane, im Frühjahr etliche Völker zu verkaufen – alles auf DNM oder DNM 1.5, mit Beute samt Zubehör.
Wenn das also jemand hier lesen sollte – Reservierungen nehme ich entgegen unter stadtrandhonig [at] mailbox.org. Sind alles Carnica F1, keine Landrasse.

2020.12 – Zurück von der Belegstelle

Am Freitag bin ich nach Sachsen-Anhalt gefahren, um meine Begattungseinheiten von der Belegstelle Annaburger Heide zu holen.

Vorher hatte ich noch schnell ein paar Transportvorrichtungen für Mini Plus Beuten gebaut, was dann vor Ort das Verladen deutlich erleichtert und zu einer guten Ladesicherung geführt hat. Aber da steckten auch wieder vier Abende Arbeit drin, die vorher nicht eingeplant waren.

Die 26 Einheiten habe ich dann zu unserem neuen Imkereigelände gefahren und dort aufgestellt, um dann am Sonntag den Begattungserfolg zu prüfen. 22 von 26 sind in Eilage, eine Königin ist zwar da, aber diese hing bei Abholung unter der Beute, umgeben von einer Traube Bienen, und hatte noch nicht richtig anfangen können zu brüten.

Manche Königinnen hatten schon verdeckelte Brut, andere noch offene, aber insgesamt sah das Ergebnis besser als erhofft aus.

Verflug

Bei der Durchsicht der BGE ist mir folgendes aufgefallen:
Ich hatte eine reine Carnica Begleitmannschaft den Königinnen mitgegeben – alle Bienen hatten das Carnica Grau, ohne Ringe.
Nach den 14 Tagen Belegstelle war ein Viertel bis ein Drittel der Damenschaft rot geringelt.
Obwohl die BGE alle in Einzelaufstellung stehen, die Beuten selbst sehr unterschiedlich in Form und Farbe sind, betteln sich sehr viele Fremde Bienen in die kleinen Kistchen ein.

Für mich war das ein Augenöffner, insbesondere hinsichtlich der Implikationen bei der Verbreitung von Krankheiten an einem Stand.

M+ sichern

Ein Tipp: Wenn man mit neuen M+ auf Reisen geht, sollte man die Rähmchen mit Pinwand-Nägeln fixieren. Andernfalls rutschen sie etwas herum oder auseinander, und der Beespace stimmt dann nicht mehr, was sich nach zwei Wochen dann mitunter unangenehm zeigen kann.

Ableger platzen immer noch

Ich habe meine Ableger inseriert, aber niemand will sie derzeit kaufen. Ich schätze mal, alle haben selber genug Bienen, und niemand möchte welche kaufen.

Also muss ich die jetzt alle irgendwie aufheben und über den Winter bringen und dann im Frühjahr verkaufen.
Nach einem Winter sollte der Bedarf an Völkern in der Regel höher sein als jetzt…

Was allerdings komisch ist: Wenn man Buckfast Ableger hat, dann wollen das alle kaufen. Warum eigentlich?

Hatte ich geschrieben, dass ich alles, was nicht Dadant und Mini Plus ist, abgeben und verkaufen möchte?

2020.11 – Belegstelle, Ableger platzen und Linde

Linde

Die ersten Linden sind zwar aufgegangen, aber die Stockwaagen zeigen kaum Zunahmen. Letztes Jahr verhielt es sich genau so, und ich hoffe jetzt einfach, dass sich der Nektar noch einstellen wird. Regen ist jedenfalls gefallen, auch in relevanten Mengen.

Durchsichten mit Problemen

Nachdem die Robinie an fast allen Standorten komplett ausgefallen ist, aber ich an den meisten Standorten zufüttern müssen.
Zuvor friedliche Völker sind auf einmal recht biestig. Was ich in den vergangenen Tagen gestochen worden bin, geht auf keine Kuhhaut.

Eine meiner besseren Ertragsvölker hat seine Königin verloren – warum auch immer. Hier musste jetzt eine frische Schwarmkönigin als Überbrückung herhalten. Diese hatte, als zweite Nachschwarmkönigin, nicht mehr viel Belegschaft in der Kiste, aber einen unbändigen Legedrang, und das Ertragsvolk keine Weisel mehr, sodass ich jetzt beide vereinigt habe, in der Hoffnung, dass die noch Ertrag bringen.

Neue Serie

Heute geht vermutlich eine neue Serie an Königinnen an den Start. Diesmal wieder von der bereits genannten Carnica Zuchtmutter.

Eigentlich wollte ich dazu einen Adamstarter basteln, aber da fehlte bisher die Zeit, und jetzt starten wir die Serie in einer weisellosen Hinterbehandlungsbeute. Ob das etwas wird, kann ich nicht sagen, aber schauen wir mal.

Rückstau

Ich komme im Moment mit vielen Dingen nicht so richtig hinterher.
Ich muss zum Beispiel an unserem neuen Standort noch Beutenständer bauen, vorerst für 20 Mini Plus und für rund 20 Ableger.

Ich habe auch noch 12 Dadant-Beuten, die geliefert worden sind, die kurzfristig gestrichen werden wollen. Außerdem habe ich dazu noch die Rähmchen, in welche Mittelwände eingelötet gehören.

Weil das noch nicht genug ist, müssen noch ein paar hundert Kilo Honig abgefüllt und etikettiert werden – wobei mir für zumindest eine Sorte noch ein Etikett fehlt.

Es fehlt auch noch ein “Firmen”-Schild für das neue Imkereigrundstück, außerdem muss ich den schon fertigen Honig ausliefern.

Weil das noch nicht genug ist, müssen die ältesten Ableger in normale Beuten umziehen und erweitert werden – die platzen gerade aus allen Nähten. Die jungen Königinnen wollen einfach legen, auf Teufel komm’ raus.

Belegstelle

Am Freitag habe ich 26 Einheiten auf die Belegstelle Annaburger Heide gefahren.
Ich bin wirklich gespannt, was dabei raus kommt, werde das Ergebnis aber erst in zwei Wochen erfahren. Das sind, wie erwähnt, Buckfast Königinnen, deren Drohnen nächstes Jahr für die Oie vorgesehen sind. Auch die Verpaaarung ist interessant, eine Rüppel-Herkunft mit wohl sehr guten VSH Werten. Also mal abwarten, was dabei raus kommt.

TBE voraus

In 4 Wochen steht die TBE an. Da kommt dann noch mal eine richtige Arbeitsspitze, die sich aber bei den Auswinterungsergebnissen immer wieder bezahlt macht.

Im Moment schlaucht es etwas. Ich bin froh, wenn es wieder etwas ruhiger wird. Und ich denke im Moment, dass ich nächstes Jahr die Anzahl der Wirtschaftsvölker halten, und nicht erweitern will. Erst einmal lernen, so viele Kisten effektiv zu managen. Dann kann man weitersehen.

2020.10 – Mehr Frühlingshonig

Schleudern!

Am Wochenende haben wir ein weiteres Mal geschleudert, um Honigräume leer zu bekommen, bevor die Linde los geht.
Vermutlich werden wir aber kommendes Wochenende noch eine Runde zwischenschieben, um Robinie zu ernten. Insgesamt lief das Frühjahr eher durchwachsen – gerade der Raps hat nicht so viel gebracht, wie erhofft.

Königinnen!

Am 29. Mai war ich in Lübeck, Zuchtstoff holen. Von 50 Larven haben es 29 in den Brutschrank geschafft, als verdeckelte Zellen, welche (hoffentlich) übermorgen schlüpfen werden. Am Wochenende gehts dann auf die Belegstelle. Dafür muss ich aber noch reichlich Begattungseinheiten aus dem Hut zaubern…

Ansonsten sind haben die meisten Ableger jetzt eine legende Königin, und der Unterschied dieser Königinnen im Vergleich zu Nachschaffungsköniginnen ist relativ offensichtlich: Sie geben gleich richtig Gas.

Drei Wochen nach Stecken der Zellen hatten bis auf eine alle schon drei Waben großflächig belegt, teilweise schon verdeckelt, die vierte Wabe war in Arbeit.

Wärmeschrank!

Ich habe Rapshonig, der sehr schön fest geworden ist. Und damit ich den ins Glas bekomme, muss ich ihn auftauen.

Nun hätte ich einfach einen Einweckautomaten kaufen können, aber tatsächlich habe ich im Netz eine einfachere Alternative gefunden: Einen alten Kühlschrank, eine temperaturgesteuerte Steckdose und ein kleiner Heizradiator.

Mit diesen drei Zutaten bastelt man buchstäblich in 10 Minuten einen Wärmeschrank, der einwandfrei funktioniert.

Ich werde dazu mal bei Gelegenheit eine kleine Anleitung schreiben, bzw. die Komponenten vorstellen.

Abfüllen!

Wir wollen diese Woche auch abfüllen.
Das passiert etwas aus der Not heraus: Füllen wir nicht ab, werden wir die Honigeimer bei der Lindenernte schmerzlich vermissen.

Außerdem haben wir Kunden, die in den Startlöchern stehen und Honig brauchen.
Wir werden dieses Jahr dabei ein interessantes Sortiment haben:

  • Frühtracht mit viel Raps
  • Obstblüte, geimpft mit etwas Raps (und dann hoffentlich schön streichzart, cremig)
  • Obstblüte ungeimpft (also eher flüssig)
  • Robinie (klopft auf Holz, dass das noch etwas wird)
  • Linde (toi toi toi), wenn es den klappt

Wir haben jetzt eigene Etiketten am Start – insgesamt entwickelt sich also unser kleines Franchise 🙂

Hinterbehandlungsbeuten!

Aus Gründen lerne ich gerade die Arbeit mit klassischen DDR Hinterbehandlungsbeuten, allerdings auf Kuntsch.

Ich sage mal so: Es ist wieder etwas ganz anderes. Und es ist so etwas wie Brauchtumspflege.

Noch mal zu dem Ablegern…

Ich bin mir nicht sicher, ob ich jetzt schon Ableger verkaufen soll, oder ob ich so viele wie möglich über den Winter nehme und im Frühjahr verkaufe.
Im Moment geht mir aber der Platz und vor allem die Kisten aus.

Ich glaube, ich inseriere welche.

2020.7 Alles wiederholt sich

Es hat geregnet, endlich einmal. Aber bisher konnten die Bienen das noch nicht in Nektar ummünzen. Aber vielleicht sollte ich doch darüber schreiben, was die vergangene Woche in der Imkerei los war…

Königinnen machen

Ich habe diese Woche einen Anbrüter aufgesetzt und getestet, umgelarvt und diese Larven dann 16 Stunden anziehen lassen. Anfänglich war ich skeptisch, um das alles gelungen ist, aber letztlich sind 2/3 der Zellen angenommen worden. Im Moment stecken noch 20 Zellen im Pflegevolk und werden dann hoffentlich am Mittwoch in den Inkubator gesteckt.

Währenddessen warte ich darauf, dass die ersten Zellen fertig werden. Der Inkubator brummt seit letzter Woche brav vor sich hin und hält konstant Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Morgen Abend bereite ich dann die ersten Mini Plus Kisten vor, welche die Zellen dann aufnehmen sollen.

Mein Plan sieht vor, bis Ende Mai jeden Freitag Zellen anzusetzen, am 29. Mai dann mit Zuchtstoff. Diese Königinnen, die daraus hoffentlich schlüpfen, sollen dann auf die Belegstelle Anaburger Heide gefahren werden. Da bin ich dann mal wirklich gespannt, was dabei herauskommt.

Ableger machen

Für die o.g. 2. Serie habe ich gestern Ableger erstellt, 9 Tage vor Steckend er Zelle. Dafür habe ich meine Raps-Völker um Brutwaben und Bienen erleichtert.

Es ist überflüssig zu erwähnen, dass ich damit meine Tracht schmälere und man aus ökonimischer Sicht so etwas nicht machen sollte, aber es ging halt nicht anders. Dieses Jahr will ich unterschiedliche Konzepte zur Vermehrung ausprobieren, und da steht dann der reine Hoinigertrag etwas im Hintergrund.

Völkerkontrolle

Außerdem habe ich alle Völker durchgesehen, schwarmtriebigen Völkern durch TBE, Zellen brechen oder Königinnenableger die Reiselust verdorben.

Ich bin mir noch nicht sicher, welche Maßnahme zur Schwarmverhinderung sich am Besten in ein wirtschaftliches Konzept meiner Imkerei eingliedert. Dem Volk mit dem Königinnenableger werde ich vielleicht eine meiner Zellen stecken…

Insgesamt ist es eine arbeitsreiche Zeit gerade, aber ich lerne schon wieder mit Druckbetankung, und bisher – toi toi toi – läuft es soweit ganz gut.

Nur bei den Ablegern muss ich Eventuell noch einmal nachsteuern – möglicherweise habe ich die zu schwach gebildet.

2020.6 Erste Königinnen angesetzt und Schwarmstimmung

Da ist sie also wieder – jene Jahreszeit, in der die Bienen die Koffer packen und abhauen wollen. Die Schwarmzeit ist da.

Letztes Wochenende, bei der letzten Durchsicht, waren 10% der Völker in voller Schwarmstimmung (Schwarmzellen, voll mit Gelee Royale), oder hatten erste Stifte in Weiselnäpfchen gesetzt. Dabei ist aufgefallen, dass die Völker mit den ältesten Königinnen die ersten sind, die auf gepackten Koffern sitzen.

Also werde ich, sollte die Schwarmlaune anhalten, nächstes Wochenende Königinnenableger bilden, und die Völker ihre neuen Weiseln ausbrüten lassen. Aber Obacht: Jeweils pro Kiste nur eine Zelle stehen lassen, sonst kann es doch noch zu Nachschwärmen kommen!

Außerdem habe ich letzten Freitag eine erste Serie mit Königinnen angesetzt, die heute Abend in den Brutkasten überwechseln wird, denn heute sollten die Zellen verdeckelt sein.

Diese erste Serie, aus der hoffentlich 7 Prinzessinnen schlüpfen werden, muss dann meine M+ starten. Immerhin habe ich 15 M+ Kisten, die dieses Jahr allesamt in Betrieb genommen und zur Weiselvermehrung herangezogen werden sollen. Und dann waren da ja noch die 12 Apideas…

Eigentlich wollte ich nur ein, zwei Testserien aufziehen, bevor es Ende Mai nach Norddeutschland geht, um Zuchtstoff zu holen. Aber jetzt hat das Umlarven so viel Spaß gemacht, dass ich beschlossen habe, jeden Freitag eine Serie zu starten.

Übermorgen starte ich dann eine Serie für meine Ableger, die dann am Sonntag gebildet werden müssen, damit dann vor Schlupf dieser Serie rechtzeitig Nachschaffungszellen gebrochen und schlupfreife Zellen eingesetzt werden können.
Die Ableger werden ich aus den Völkern im Raps bilden, denn dabei handelt es sich um die Völker, die ich ins Deutschen Bienenmonitoring gegeben habe, und die eigentlich nur zur Bienenproduktion und nicht so sehr zur Honigproduktion vorgesehen waren (und die jetzt aber doch Honig machen sollen…)

Der Zeitplan ist schon wieder ziemlich auf Kante genäht, zumal vermutlich die Völker im Raps demnächst geschleudert werden müssen. Der Eintrag war bisher zwar überschaubar, aber trotzdem muss der Raps rechtzeitig aus den Waben, damit wieder Platz für die Robinie vorhanden ist.

Nach der Ernte müssen die Rapsvölker dann rechtzeitig zur Robinie zurück an ihren Heimatstand.

Apropos Raps und Schwarmstimmung: Keines der Rapsvölker war in Schwarmstimmung, sondern nur jene, die Obstblüten und anderen Kleinkram anfliegen können. In den Rapskisten stecken nur junge Königinnen aus dem letzten Jahr, und vermutlich ist ein Geheimnis von schwarmträgen Völkern neben der Genetik auch das Alter der Weisel.

Ansonsten: Eigene Königinnen ziehen kann süchtig machen!

2020.4 – Wartung und Wanderung in den Raps

Am Wochenende habe ich bei den Völkern Futterwaben entnommen und den Brutsitz überprüft. Fazit: Ich musste bei allen Futterwaben entnehmen, und bei fast allen war der Brutraum zu großzügig angepasst. Das habe ich daran festgemacht, dass zu zu viel Pollen und zu viel frischer Nektar ins Brutnest gebracht wurde. So habe ich in der Regel eine Wabe hinter das Schied gerückt und den Brutraum damit verkleinert. Die Pollen-/Nektarwaben sind damit trotzdem noch für die Bienen erreichbar, und somit sind die Ressourcen nicht verschwunden. Wir hatten jetzt prompt zwei Tage, an denen kein Flugwetter herrschte, und jetzt vermute ich, dass diese zwei Tage dazu geführt haben, dass das Brutnest wieder etwas freier geworden ist, Pollen und Nektar verbraucht und damit Platz für die Königin geschaffen wurde.

Die Drohnenrähmchen sind mitunter sehr gut ausgebaut worden, manche Völker haben keinerlei Drohnenbau errichtet. Ansonsten ist von Schwarmstimmung bisher weit und breit nichts zu erkennen, nicht einmal Spielnäpfchen sind angesetzt worden.

Damit sich das ändern kann, habe ich eine Reihe von Kisten in den Raps gewandert.

Meine im Winter selbst gezimmerten Paletten haben dabei recht gut funktioniert – die Beuten standen vergleichsweise sicher auf der Sackkarre.

Der zuständige Landwirt hat mir versprochen, mir vor einer Spritzung bescheid zu geben, bzw. außerhalb der Bienenflugzeiten zu fahren. Ich habe die Kisten auch mit etwas Abstand zum Raps aufgestellt, damit sie zumindest keine direkte Dusche abbekommen können.

Da es wieder einmal sehr trocken ist, bin ich unsicher, ob und wie viel Honig am Ende überhaupt eingetragen wird, zumal die Kisten, die ich hingestellt habe, nicht sonderlich stark sind.

Aber wie schrieb mal jemand im Internet: Raps ist auch eine gute Aufbautracht – und ich werde jetzt mal die Entwicklungsdynamik der Völker im Raps beobachten.

Zucht/Vermehrung

Ich denke, mit der Vermehrung/Aufzucht von Weiseln werde ich erst Anfang/Mitte Mai beginnen. Zur Zeit sind bei mir kaum Drohnen vorhanden und Schwarmstimmung ist keine erkennbar. Insofern warte ich derzeit noch etwas ab.

Es gibt unterschiedliche Strategien, bzw. Herkünfte, die ich dieses Jahr angehen will:

  • Zum einen will ich von meinem “Besten Volk” selber nachziehen. Das hat hauptsächlich damit zu tun, dass ich selber umlarven möchte, das Pflegevolk erstellen und einmal den ganzen Prozess bis zur Begattung selber, mit kostenlosem Material durchspielen möchte. Mit diesen Königinnen will ich Ableger besiedeln, Apideas und Mini+ Völkchen starten.
  • Von einem befreundeten Imker möchte ich von Buckfast-Zuchtmüttern nachziehen, welche dann im Herbst in die eine Hälfte meiner Wirtschaftsvölker eingeweiselt werden soll. Die andere Hälfte der Königinnen muss aus den Herkünften der Belegstelle Kohnert Buche kommen. Es gibt einen Landwirt im Sperrkreis, den ich nächstes Jahr gerne anwandern würde, bei dem die Herkünfte belegstellenkonform sein müssen. Daher die Notwendigkeit einer definierten Herkunft.
    Dazu muss man ergänzen: Die Kohnert-Buche bekommt einen neuen Betreiber, Ansgar Westerhoff. Wenn ich den Zuchtobmann richtig verstanden habe, dann wird man darüber an TOP-SPITZENMATERIAL!111! kommen.
    Das wäre doch sehr schön!
  • Ich habe noch Zugriff auf eine gekörte, künstlich besamte Carnica Herkunft. Von der könnte man ja auch einmal umlarven und noch mehr Ableger damit bestücken.

Dann hätte ich sehr unterschiedliche Vergleichsmöglichkeiten, die mir vielleicht zeigen, was so möglich ist.
Und was die Buckfast-Herkunft betrifft: Zumindest diese Töchter würde ich gerne auf einer Belegstelle begatten lassen.

Der Fokus liegt aber zunächst auf der Aufzucht im Starter/Finisher, mit einem Finale im Brutkasten, um dann als schlupfreife Zellen in Begattungseinheiten zu schlüpfen.
Ich will mich also zunächst auf das schnöde Handwerk konzentrieren, damit ich die schöne Genetik dann nicht durch schlechte Aufzucht verderbe.