Erste Beprobung im Rahmen des Bienenmonitorings

Heute hatte ich den ersten Besuch des zuständigen Imkers vom LiB Hohen Neuendorf an meinem Bienenstand.
Gemeinsam haben wir 10 Völkern Bienen entnommen (rund 300 Bienen pro Volk) und Futterkranzproben gezogen, welche nun im Institut ausgewertet werden.

Es wird der Varroabefall gemessen, als auch ein ausführlicher Virenstatus erstellt.
Im Jahrenlauf wird mein Stand 3 mal besucht und beprobt, plus Honiganalysen und Bienenbrotproben.
Ich werde zu allen Tests auch die Ergebnisse erfahren, ausgenommen der Bienenbrotprobe. Warum ausgerechnet hier die Prüfergebnisse nicht bekannt gegeben werden, ist nicht bekannt.

Als Prüfvölker habe ich ausschließlich diesjährige Ableger ausgewählt, die nächstes Jahr Teil meiner “Sustainable Apiary” Betriesweise a la Michael-Palmer werden sollen.
Diese Völker werden am Stand ganzjährig verbleiben und laufen alle auf DNM, was die Vergleichbarkeit für den Imker vom Institut vereinfacht.

Die heute beprobten Völker waren auch alle in meinen VarroMed Tests. Vielleicht ergeben sich hier noch interessante Ergänzungen.

2019.20 Abräumen

Am Tag der Deutschen Einheit habe ich noch einmal alle Völker durchgesehen, Futterstatus geprüft, zwei Völker miteinander vereinigt, Futterzargen runter geräumt und teilweise noch einmal mit VarroMed behandelt.

Ich habe Völker 3 oder 4 Völker, bei denen ich jeweils eine DWV Biene gesehen habe.
Für mich ist das ein absolutes Alarmzeichen, was den Varroastatus betrifft.
Bei einigen Völkern habe ich die vedeckelte Brut geöffnet, damit die Bienen diese ausräumen, und habe heute Abend diese Völker (hoffentlich brutfrei) noch einmal mit OXS behandelt.
Bei meinen Durchsichten habe ich bei Volk 4, eines meiner ersten Völker, 8-10 Nachschaffungszellen gefunden. Damit ist die vorletzte 2017er Königin wohl verschwunden, warum auch immer. Volk 4 hat dann einen Tag später eine neue Weisel bekommen, wobei dieses Volk zu der Gruppe der Varroa-Problemvölker gehört.

Einen Großteil meiner Völker habe ich jetzt in den Winter geschickt. Ich werde alle noch einmal wiegen, damit ich den Winter über den Gewichtsverlauf beobachten kann, aber ansonsten sollte bis zur Restentmilbung im Winter nichts mehr passieren.

Es gibt noch ein paar Kandidaten, bei denen ich nach dem Ende der Varroa-Notbehandlung entscheide, ob da etwas vereinigt und zusammengelegt wird. Es gibt Königinnen, bei denen die Varroabelastung niedriger ist als bei anderen, obwohl die Königinnen alle die gleichen Startvoraussetzungen hatten. Hier werde ich wohl noch einmal selektieren. Das muss aber bis Mitte Oktober erledigt sein. Insgesamt bin ich mit der Behandlungssituation dieses Jahr sehr unzufrieden.
Mein VarroMed Test war ein absoluter Reinfall, und ich arbeite gerade an der Auswertung und einen entsprechenden Artikel für diese Seite. Ich rechne diesen Winter das erste mal mit einer Reihe von varroabedingten Völkerverlusten – und folgerichtig denke ich jetzt schon über ein angepasstes Varroakonzept nach.

Insgesamt möchte ich langsam fertig werden. Die Saison war lang und arbeitsintensiv, und mir geht auch langsam die Puste aus. Ich freue mich schon auf den Winter – ein Satz, der mir vor der Imkerei so nie über die Lippen gekommen wäre…

Teilnahme am Deutschen Bienenmonitoring

Ich habe heute einen Anruf vom Bieneninstitut Hohen Neuendorf bekommen: Ab Oktober nimmt meine Imkerei am Deutschen Bienenmonitoring teil.

Das bedeutet, dass drei Mal pro Jahr (Frühjahr, Sommer, Herbst) das Institut 10 Völker umfangreich beprobt und auswertet. Diese Auswertungen betreffen den Varroabefall, Untersuchungen auf Nosema und diverse weitere Virenerkrankungen, Tracheenmilben und Amerikanische Faulbrut. Weiterhin wird mein Honig analysiert, mit etwas Glück kann ich auch für eine schmale Zuzahlung eine Sortenbestimmung bekommen.

Insgesamt wird ein Teil meines Bestandes umfangreich einer regelmäßigen Untersuchung unterzogen, der auch insbesondere hinsichtlich Zuchtauswahl vielleicht weiterhelfen kann.

Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass mein Anmeldung zu diesem Programm so schnell erhört werden würde – denn wenn ich es richtig verstehe, sind in den neuen Bundesländern nur insgesamt 25 Imkereien in diesem Programm.
Umso größer war meine Freude über diesen Anruf.

Es wird auf jeden Fall spannend und erhellend, mit dem LiB Hohen Neuendorf zusammenzuarbeiten.

2019.18 Erste Vergleiche VarroMed und Oxalsäure

Zur Zeit verbringe ich sehr viel zeit mit Milben zählen und behandeln. Das erste Mal verwende ich VarroMed, nachdem insbesondere in sozialen Medien und Foren immer mehr positive Erfahrungsberichte auftauchen.

Was ich bisher beobachte, stimmt mich nachdenklich, ob VarroMed wirklich effektiv funktioniert. Aber zu endgültigen Aussagen ist es viel zu früh.

Es fallen recht wenige Milben nach einer VarroMed Anwendung

Insbesondere im Vergleich zu einer OXS-Sublimation fallen nach einer VarroMed Behandlung recht wenige Milben, wobei man natürlich anmerken muss, dass ohne eine exakte Feststellung der Milbenlast in den zu vergleichenden Völkern Aussagen bezüglich der Effektivität schwer zu treffen sind – wo im Zweifel wenig Milben drin sind, wird im Zweifel auch wenig fallen. Trotzdem vergleiche ich aktuell eine Reihe von gleichstarken Völkern mit einem vermuteten sehr ähnlichem Befall, welche sich hinsichtlich OXS und VarroMed sehr voneinander unterscheiden.

Aber da muss ich noch mehr Daten sammeln, bevor ich das weiter aufarbeiten werde.

Wie läuft es mit dem Pollenfutterteig?

Ich habe eine Reihe selbstgemachter Pollenfutterteigpakete in die Völker gegeben – jeweils zwischen 250 und 350 Gramm.

Fast alle Völker haben den Futterteig gut angenommen. Manche hatten alles schon restlos aufgefuttert, andere hatten noch etwas übrig behalten.

Aufgefallen ist mir bei allen ein oberflächlicher grüner Schimmelbefall auf dem Wachspapier. Dieser Befall war aber wirklich nur oberflächlich. Hat man das Papier abgezogen, war der Teig darunter tadellos, auch die Innenfläche des Papiers.
Ich überlege, ob es daran liegen könnte, dass sich Kondenswasser auf dem Papier niederschlägt und dann zu der Schummelbildung führt.

Ich kann nicht feststellen, dass sich am Brutverhalten so kurzfristig etwas geändert hätte. Die Frage ist auch eher, ob die Winterbienen besser mit Fettreserven ausgestattet werden, als nur bei einer reinen Sirupgabe. Aber dazu sind die kleinen Teigrationen auch einfach zu wenig.

Brutnester bei den Begattungsablegern

Ich habe zwar nur noch in einem BGA Kalkbrutmumien (und werde da die Weisel kurzfristig ersetzen), aber auch fast alle anderen BGA mit Königinnen, die ich selber habe begatten lassen, zeigen lückige Brutnester, die mir nicht gefallen.

Ich habe drei normale Brutwabenableger, die sich eigene Königinnen gezogen haben, die weitaus schönere, geschlossenere Brutnester nach wie vor anlegen, und die aus unterschiedlichen Herkünften stammen. Gleiches gilt für die begatteten Königinnen, die ich dieses Jahr gekauft habe. Die haben zwar keine großen Brutnester – was auch nicht zu erwarten war, weil die Ableger sehr klein waren – aber diese sehen in sich geschlossen aus.

Ich befürchte fast, ich kann den Großteil dieser bei mir am Stand begatteten Zuchtweiseln verwerfen.
Das gilt interessanterweise auch für jene 3 Zuchtweiseln, die ich an einem anderen Standort habe begatten lassen, wo es keine Kalkbrut gab. Auch hier sind die Brutnester lückig, eine der drei ist bereits still umgeweiselt worden.
Im Ergebnis sind von 15 gekauften Weiseln 13 begattet worden, eine wurde später umgeweiselt und von den 12 verbleibenden zeigen etwa 8 ein unbefriedigendes Brutbild.

Was die Ursachen betrifft, kann ich nur spekulieren. Vielleicht doch noch Kalkbrut, auch wenn man keine Mumien findet? Fehlbegattungen? Zu schwaches Volk?

Die Volksstärke ist meist nicht mal kritisch, die Einheiten haben in der Regel an Bienenmasse zugenommen. Vermutlich hätte ich mich vor einem Jahr daran noch nicht einmal gestoßen. Aber mitterweile habe ich eben einfach noch ganz andere Brutbilder gesehen, um bei diesen Königinnen zufrieden zu sein.

Trotzdem werde ich versuchen, so viele wie möglich testweise über den Winter zu nehmen, werde aber auch hier und da noch tauschen und zusammenlegen.

Warum Königinnen in Abhängigkeit zur Volksstärke beurteilt werden müssen

Vorgeschichte

Eine 2017er Königin samt Gefolge war im September 2018 nicht so stark wie gewünscht, obwohl das Volk den Sommer über gut dagestanden hatte. Die Gründe dafür waren vielfältig. Der Winter 2018/2019 lief dann so lala, und das Volk winterte schwach aus.
Es kam im Frühjahr nicht so richtig in Schwung und dann fand ich zur Schwarmzeit immer wieder Schwarmzellen und war schon kurz davor, die Königin zu entsorgen.

Kurz vor einer Umweiselung ging mir dann in einem starken Volk die Königin verloren, und als Notnagel sollte dann diese 2017er Königin herhalten. So vereinigte ich dann beide Einheiten, und plötzlich hatte diese Königin ein sehr großes Gefolge um sich.

Hatte sie es im Frühjahr und Frühsommer nicht geschafft, mehr als eine DNM 1,5 Wabe mit Brut zu belegen, so bestiftete sie jetzt innerhalb kürzester Zeit 5-6 große Waben, und legte ein tadellos geschlossenes und gesundes Brutnest an, und auch Schwarmzellen gehörten der Vergangenheit an.

Kaum hatte sie einen großen Hofstaat zugewiesen bekommen, konnte sie zeigen, was in ihr steckt., und das war nicht wenig.

Die Hauptstory – wie ich fast Jungköniginnen grundlos selektiert hätte

Bevor ich die seltsame Wandlung der 2017er Weisel bemerkte, hatte ich unbegattete Königinnen erhalten und begatten lassen.
Unmittelbar nach der Begattung legte fast jede dieser Weiseln los und stiftete in wenigen Tagen 2-3 Brutwaben voll. Ich war sehr zufrieden und ließ die Damen machen.

Zwei Wochen später dann eine erste Ernüchterung: Alle Königinnen hatten ihr Brutnest auf zwei Waben eingeschränkt, die dritte Wabe war ausgeräumt worden, teilweise war das Brutnest lückig und auch Kalkbrutmumien waren zu finden.

Die Bienen, die bei Bildung der Begattungsableger mitgegeben worden waren, alterten zusehends und starben weg, wurden aber mehr als ersetzt durch die ebenfalls mitgegebene Brut. Als die Königin begattet war, und zu stiften begann, war alle Brut geschlüpft. Und so waren die Kisten zu Beginn angenehm mit Bienen gefüllt, während das Brutgeschäft zunächst gut startete, um dann doch nicht so richtig in Gang zu kommen.

Ich fing also an, an den Königinnen zu zweifeln. War die Genetik nicht gut? Waren die Aufzuchtbedingungen nicht in Ordnung gewesen? War etwas bei der Begattung schief gelaufen? Auch das Brutnest gefiel mir nicht – zu lückig, zu ungleichmäßig.

Aber weil ich nicht so recht wusste, wie ich damit umgehen sollte, habe ich die Kisten machen lassen, und nichts unternommen.

Die Entwicklungsdynamik im Volk

Beide Geschichten haben gemeinsam, dass es jeweils ein Massewechsel geben musste, bei dem alte gegen neue Bienen ersetzt wurden. Bei der 2017er Weisel war es die reguläre Frühjahrsentwicklung (Winterbienen gehen, nach einer langen Brutpause, während eine neue Generation aufgezogen wird), bei den Jungweiseln war es der Verschleiß der Bienen, die dem Ableger beigegeben wurden. Auch hier musste eine zunehmend alternde Bienengeneration einen Neuaufbau bewerkstelligen.

In beiden Fällen läuft die Dynamik ähnlich: Nach einer längeren Unterbrechung wird neue Brut angelegt, ohne dass junge Bienen parallel schlüpfen würden.
In Summe nimmt die Volksstärke also ab, weil mehr Bienen sterben (Wert X), als neue Bienen geboren werden (Wert 0). Es dauert 21 Tage, bis die erste Brut schlüpft und zur Verstärkung herangezogen kann. Zunächst schlüpfen aber weniger Bienen, als wegsterben, zumal während dieser 21 Tage die Zahl der brutpflegenden Bienen kontinuierlich abnimmt. In der Folge stehen anteilig zum Brutumfang immer weniger Ammenbienen zur Verfügung, als notwendig wären, und so wird das Brutnest auf das Machbare eingeschränkt.

Da Ammenbienen mehr als eine Brutzelle pflegen können, wird mehr Brut gepflegt, als Bienen vorhanden sind, aber es gibt offenbar dieses eine Verhältnis von “Anzahl Ammenbienen zu Anzahl Brutzellen” – und dieses Verhältnis entwickelt sich zunächst ungünstig für den Brutumfang.

Ich nenne diesen Moment für mich die Pflegebienendepression – wenn die Königin mehr legt, als die Ammenbienen pflegen können, worauf sie sich dafür entscheiden, schon bestiftete Brutzellen wieder leerzuräumen.

Handgemalt: Brut- und Bienenentwicklung in einem Begattungsableger

Es kommt aber der Moment, an dem Jungbienen schlüpfen, und da mehr Brut gepflegt wurde, als Bienen im Volk sind, kehrt sich die Entwicklungsdynamik irgendwann um, die Anzahl der Bienen nimmt wieder zu.

Es schlüpfen mehr Bienen, als wegsterben, dadurch entsteht ein Überschuss, der es ermöglicht, das Brutnest auszudehnen – also mehr Brutzellen zu pflegen – worauf sich jetzt eine Art Schneeballeffekt einstellt.

Meiner Beobachtung nach dauert es etwa 6 Wochen mit Beginn der Eilage, bis ein Volk das Brutnest wieder auf die ursprüngliche Größe ausgedehnt hat und die Anzahl der Bienen höher ist, als zum Zeitpunkt der Ablegerbildung.

Beobachtung: Jetzt auch erst änderte sich das Brutbild und wurde geschlossener (Kalkbrutmumien verschwanden interessanterweise irgendwann zwischen 1. und 2. Brutsatz, wofür mir aber bisher keine wirklich plausible Erklärung einfallen mag).

Königinnen, welche die Pflegebienendepression überwinden, bzw. überwunden haben, werde ich auf jeden Fall mit in den Winter nehmen.

Pflegebienendepression vs. Königinnendepression

Es gibt aber einzelne Ableger, die stagnieren auf niedrigem Niveau – vgl. auch die blaue Linie in der Grafik. Hier wird zwar gebrütet und gepflegt, aber netto nimmt die Zahl der Bienen ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr zu.
Sechs Wochen nach Beginn der Eilage sollte sich die Entwicklungsdynamik ins Positive verkehrt und die Volksstärke zugenommen haben.
Ist das nicht der Fall, würde ich eher von einer Königinnendepression sprechen.
Diese Königinnen scheinen es nicht zu schaffen, ein ausreichend starkes Volk aufzubauen. Über die Ursachen kann ich nur spekulieren, aber jene Begattungsableger, die in der Vergangenheit so ein Verhalten zeigten, und die ich mit über den Winter genommen habe, blieben immer auch hinter den anderen Völkern zurück.

Wie passt das mit der 2017er Königin zusammen?

Die o.g. 2017er Königin litt eher unter einer Pflegebienen- als unter einer Königinnendepression. Das zeigte sich eindeutig, als ich die Zahl der zur Verfügung stehenden Ammenbienen drastisch erhöht habe.

Aber eigentlich hätte sich das Volk ja aus eigener Kraft erholen müssen, um die Königin als Grund auszuschließen, oder?

Ja, aber ich glaube, hier verfälschten mehrere Faktoren die Volksentwicklung im Vergleich zu einem Ableger:

  • Die Pflegebienen waren Winterbienen, und damit sehr alt.
  • Das Volk zeigte im Februar Anzeichen von Ruhr.
  • Als später Schwarmzellen auftraten, wurde es geschröpft.
  • Als die Schwarmzellen weiterhin auftraten, wurde eine TBE vorgenommen.

Damit ließ sich diese Königin nicht sauber beurteilen. Höchstens die erhöhte Schwarmneigung gibt einen Hinweis darauf, dass eine Umweiselung angezeigt sein könnte (je nachdem, welche Betriebsweise und Philosophie man bevorzugt).

Fazit

Ich war und bin auf der Suche nach Kriterien, neue Königinnen bewerten zu können.
Im ersten Jahr kann man weder Schwarmträgheit noch Honigertrag heranziehen.
Was man aber zur Beurteilung berücksichtigen muss:

  • Sanftmut (nach 6-8 Wochen sind nur noch Arbeiterinnen der neuen Königin vorhanden),
  • Wabenstetigkeit,
  • Brutbild, Anzeichen von Brutkrankheiten,
  • quantitative Volksentwicklung.

Nach diesen Kriterien werde ich dann im September die Begattungsableger aus dem Juni beurteilen und entsprechend Selektieren.

Wichtig war für mich, zu verstehen, wie es sich mit den Abhängigkeiten von Königin zum Volk und Volk zur Königin verhält, welche Mechaniken dort wirken, und wie das bei einer Beurteilung der Weiseln zu berücksichtigen ist.
Eine Königin bleibt unter ihren Möglichkeiten, wenn die Volksstärke nicht passt, andererseits stagniert ein Volk, wenn die Königin dauerhaft nicht ausreichend legt.

Das entscheidende Auswahlkriterium dabei ist für mich, ob eine Königinnen-Volksgemeinschaft es schafft, binnen 6 Wochen die Pflegebienendepression zu überwinden und quantitativ zu wachsen.

2019.17 Varroa Status – so sieht es derzeit aus

Ich arbeite immer noch an einem Varroakonzept, welches zu mir und meiner Betriebsweise passt.
Da ich immer noch an meiner Betriebsweise arbeite, meine Imkerei dieses Jahr wieder enorm gewachsen ist und mein Erfahrungsschatz entsprechend mit wächst, ist alles ständig im Wandel. Und das gilt auch für mein Varroamanagement.

Völker mit TBE (Totale Brutentnahme)

Das Konzept der TBE ist ein sehr Schlüssiges. Allerdings halte ich mittlerweile den Zeitpunkt für entscheidend.
Ich habe meine TBE wieder Ende Juni durchgeführt (21.6. und 22.06.)
Da noch Honigräume auf den Völkern verbleiben mussten, habe ich dieses mal nur mit einer Fangwabe gearbeitet. Diese Fangwaben habe ich dann neun Tage später voll verdeckelt entnommen und daraus einen weiselrichtigen Sammelbrutableger gebildet, der mit Ameisensäure behandelt worden ist.
Die TBE-Völker selber wurden mit keiner Säure behandelt, sondern eben nur mit Fangwabe.

Ich habe Anfang der Woche eine Kontrolluntersuchung unter Zuhilfenahme von Oxalsäure durchgeführt und jetzt – 2 Monate nach der TBE – feststellen müssen, dass dabei zwischen 45 und 90 Milben pro Tag gefallen sind (wohlgemerkt nach OXS, nicht der natürliche Milbenfall!).
Das hat mich überrascht: Der Milbenfall nach OXS deckt sich im Ergebnis nicht unbedingt mit meinen CO2 Tests!

Begattungsableger

Die Begattungsableger habe ich Ende Mai gebildet, Anfang Juni beweiselt und Mitte Juni bei Brutfreiheit (naja, Stifte gab es schon) mit OXS behandelt.
Laut stichprobenartiger CO2 Tests sind diese Einheiten unauffällig.
Allerdings scheint es mir geboten, hier auch noch einmal einen OXS-Kontrollversuch zu starten, und sei es nur bei ein bis zwei Einheiten.

Update 26.06.

Das stimmt so nicht ganz: Eine schlichte Messung des natürlichen Milbenfalls mit Windel brachte eine Reihe Kandidaten zutage, die über dem Grenzweet von 4 Milben/Tag liegen. Andere Eingheiten sind aber auch laut Windel unauffällig.

Brutwabenableger aus dem Mai

Diese sahen bisher laut CO2 Tests auch gut aus. Allerdings kann das eigentlich nicht sein. Wurden diese zwar Mitte bis Ende Mai brutfrei mit OXS behandelt, so lagen jedoch sehr viele Brutzyklen zwischen der Behandlung und jetzt, sodass es reichlich Gelegenheit für die Milbe gab, sich zu vermehren.
Auch hier will ich eine Kontrollbehandlung mit OXS durchführen und den anschließenden Milbenfall zählen. Ich habe den Verdacht, dass diese Völker stärker belastet sind, als der CO2 Test es mir anzeigt.

Update 26.06.

Nach der Kontrollbehandlung fielen Milben, die sich um den Grenzwert von 50 Milben/Tag bewegten. Ein Ableger, der nur mit Windel beurteilt wurde, sieht hingegen unauffällig aus.

Unbehandelter Ableger: 10% befallene Brut

Ich habe einen Begattungsableger bewusst nicht behandelt. Dieser Ableger, auch Ende Mai aus Brutwaben von Wirtschaftsvölkern gebildet, auch Anfang Juni beweiselt, war ein Anschauungsobjekt.

Er wurde am 23.7. einmal mit OXS behandelt, allerdings unter Vorhandensein geringer Anteile an verdeckelter Brut.
Diese (mit Absicht verspätete) Behandlung hat nicht ausgereicht, den Milbenbefall ausreichend zu reduzieren. Kurz darauf traten die ersten Fälle von DWV zutage, die Anzahl an Bienen nahm zusehends ab, das Brutnest war löchrig.

Mitte August habe ich dann eine TBE vorgenommen (nicht um den Ableger zu retten, sondern ihn für eine Auflösung vorzubereiten) und die Brutwaben auseinander gepult.

Der Befall der Brutzellen durch Milben lag bei etwas über 10 %.

Im September wäre die Kiste leer gewesen.

“Ich habe kaum Milben, das ist kein Milbenjahr!”

Das lese ich derzeit immer wieder, bspw. im Imkerforum. Allerdings deckt sich das nicht mit meinen Beobachtungen.

Richtig ist, dass auf den Windeln kaum Milbenfall zu sehen ist. Dort liegen jene Völker, bei denen ich eine Windel drunter geschoben habe, deutlich unter den Grenzwerten. Wenn man aber genauer hinsieht, dann findet man auch mehr Milben, als einem lieb ist.
Zwar sehen meine Völker, wenn man Brut und Bienen betrachtet, unauffällig aus (keine DWV Bienen, keine großen Lücken im Brutnest, keine ansitzenden Milben), aber die Milben sind bereits wieder da – trotz TBE.

Ich habe daher die Befürchtung, dass es sich bei dem “ist kein Milbenjahr!” um einen fatalen Irrtum handeln könnte.

VarroMed Tests voraus

Ich höre und lese immer mehr über VarroMed. Die bisherigen Erfahrungen, von denen ich höre, klingen allesamt positiv. Ich wäre daher normalerweise auch positiv, dass VarroMed ein super Produkt sein könnte, wenn ich nicht Frau Dr. Rademacher im Ohr hätte, die bei einer Fortbildung – auf das Produkt angesprochen – meinte, sie hätte keine Idee, wie und warum das wirken sollte. Allerdings musste VarroMed ein europäisches Zulassungsverfahren durchlaufen, und so werde ich VarroMed dieses Jahr das erste Mal an einem Stand testen – eben wegen des Zulassungsverfahrens und der positiven Erfahrungen.

Der Grund, warum ich überhaupt einen entsprechenden Test durchführe:
Die Juni-TBE Völker haben mehr Milben, als ich in den Winter mitnehmen und jetzt bei der Winterbienenaufzucht im Volk haben will.
Eine Ameisensäurebehandlung wäre möglich, ist aber zum einen stark wetterabhängig (was VarroMed nicht sein soll), zum anderen eine starke Belastung für das Volk über einen längeren Zeitraum (was keine grundsätzliche Kritik an der AS sein soll).

Ich erhoffe mir, dass die TBE Völker, die ja bereits eben durch die TBE einen Großteil ihrer Milben verloren haben, mit einem Durchgang VarroMed so weit entmilbt werden, dass ein zweiter Durchgang nicht mehr nötig wird. Ein weiterer Grund: Ich schaffe es zeitlich nicht, alle notwendigen Völker mit der dritten (und bienenverträglichsten) Methode – der OXS Bedampfung – zu behandeln (zumal das in Deutschland auch nicht zulässig wäre). Also bleibt Ameisensäure mit dem Nassenheider Verdunster oder der Test mit VarroMed.

Auf dem Papier ist VarroMed schnell und sicher zu applizieren. Wenn es auch noch wirkt, dann wäre das eine Erleichterung in meinem Varroamanagement.

Daher werde ich einen vergleichenden Test vornehmen:
Ein Stand mit Juni-TBE Völkern wird klassisch behandelt, ein anderer Stand mit VarroMed.

Update 26.06.

Nach den letzten Tests sind jetzt vorerst 13 Völker in der VarroMed Behandlung.
Bei Wirtschaftsvölkern, die in 6 Tagen weniger als rund 150 Milben fallen lassen, wird die Behandlung nicht fortgeführt (bei Ablegern, je nach Größe bei einem Milbenfall von 40-90 Milben in 6 Tagen). Ansonsten geht es nach 6 Tagen in eine zweite Behandlungsrunde.
Ich bin auch gespannt, was mit der Brut passiert.

Fazit TBE

Die TBE hat Vorteile:

  • Ein Großteil der Milben wird entfernt, egal ob mit Fangwabe oder mit OXS als Nachbehandlung.
  • Die TBE Völker bauen dann allesamt mustergültige Brutnester wie aus dem Lehrbuch.
  • Wabenhygiene ist auch erledigt.

Allerdings scheint es mir, dass bei einer zu frühen Durchführung (also schon Ende Juni) der Effekt der Milbenreduktion bis zum September, Oktober hin verpufft.
Sicherlich: Ohne eine entsprechende Behandlung würden es Völker vielleicht gar nicht bis zum Oktober schaffen. Aber dass eine irgendwie geartete weitere Behandlung notwendig wird, stört mich – zumal ich dann aus Zeitmangel heraus wieder zu organischen Säuren greifen muss, die ich den Bienen gerne erspart hätte.

Ich werde zusehen, nächstes Jahr die TBE vier Wochen nach hinten, auf die letzte Juli-Woche, zu schieben.

Dann erspare ich mir (und den Bienen) hoffentlich jede weitere Behandlung vor der Restentmilbung im Dezember.

Ultrabee Pollen Futterteig Rezept(e)

Ich habe mir die Tage einen 25 KG Sack UltraBee Pollensubstitut aus UK bestellt.
Man kann das als Pulver füttern, aber ich möchte es als Futterteig verwenden.

Drauf gekommen bin ich durch Randy Oliver, der diverse “Pollen Subs” getestet hat, und dabei UltraBee am Besten abschnitt.
Pollen-Futterteig ist insbesondere im Frühjahr interessant, wenn in der Kiste gebrütet wird, aber von draussen noch nicht viel rein kommt. Allerdings darf der Nutzen in unseren Breitengraden auch gerne angezweifelt werden, weil man meist sagt, dass es hier immer ausreichend natürlichen Pollen gibt.

Nichtsdestotrotz will ich das mal austesten, und zwar schon jetzt, an meinen Ablegern.
Ich will mal 4-8 Ableger hernehmen, die nach Status der Brut kategorisieren und dann Pärchen bilden, von denen jeweils ein Volk Pollen-Futterteig bekommt, während das Kontrollvolk nichts zusätzlich erhält.

Jedenfalls suche ich derzeit noch Futterteigrezepte.
Das Erste stammt von Michael Palmer. Das Öl dient insbesondere dazu, den Teig auch über längere Zeit geschmeidig zu halten und vor Austrocknung zu bewahren:

New recipe…
I use a cement mixer now and make a larger batch than I can in a bucket
17 lb hot water
42 lb sugar
6 cups vegetable oil
25 lb dry sub I use Ultrabee…already has lemongrass

This mix doesn’t harden as Beepro with sugar did. The oil helps. Still, I sandwich it between waxed paper.

https://www.beesource.com/forums/showthread.php?279264-Need-recipe-for-pollen-patties-using-Bee-Pro&p=1597209#post1597209

This recipe makes approximately 5.25 lbs of pollen patties.
Ingredients:
2.6 lbs sugar
1 pound of HOT (boiling) water
1/4 cup of oil (vegetable, corn, canola, etc)
1.7 lb UltraBee pollen substitute
Add sugar and HOT water to mixing bowl, add oil, then as it mixes slowly add the pollen substitute. Mix well and store in an airtight container.

https://www.youtube.com/watch?v=BxBdt3llNdk

2019.16 Alles eklig – Wenn man Futterwaben vergisst

Vorweg: Ich habe keine Fotos gemacht, es war zu widerlich.

Im Frühjahr hatte ich einige Futterwaben übrig und diese mitsamt einem Nassenheider Verdunster und Ameisen in einer ausrangierten Beute geparkt. Die Ameisensäure sollte die Wachsmotten fernhalten.

Das ging eine ganze Zeit lang gut, bis ich den Nassenheider aber benötigte und aus der Beute nahm, selbige wieder verschloss und vergaß.

Die Saison nahm also ihren Lauf und vor kurzem fand ich dann plötzlich auf dem Boden des Lagers eine Pfütze alten Futtersirups, der aus der ausrangierten Beute mit den Futterwaben gelaufen war. Da die Zeit knapp war, konnte ich mich nicht sofort um das Problem kümmern, und so nahm der Umfang der Pfütze noch etwas zu, bis ich das Problem nicht mehr ignorieren und mir die Zeit zur Beseitigung irgendwie aus den Rippen schneiden musste.

Also habe ich die besagte Beute gestern dann geöffnet.

Um es kurz zu machen: Es waren einige Futterwaben in einen Brei aus Maden, Puppen, Gespinst und Wachsmottenkot verwandelt worden, woraufhin der Sirup, nun ohne stützendes Wabenwerk, auf den Boden der Beute und von dort auf den Fußboden gelaufen war.
Die Wachsmotten hatten sich in diesem Habitat gar prächtigst vermehrt und ihren Job erledigt, nämlich Bienenwabenrückstände zu verstoffwechseln.

Was in der freien Natur seine Daseinsberechtigung hat, ist dem Imker ein Graus.

Am Ende habe ich gestern dann rund 4 Stunden geputzt, geschrubbt und mühsam etliche Kilo klebrigen Futtersirup vom Boden entfernt, samt sich windender Wachmottenmaden, alles mehrmals gewischt und getrocknet und wieder gewischt (unnötig zu erwähnen, dass in diesem Lager kein Honig gelagert oder verarbeitet wird), bis alles wieder in Ordnung war.

Manchmal denke ich, ich lerne nur durch Schmerz.