2019.13 Futterteig füttern und Kalkbrut

Die Ableger müssen jetzt alle mit Futterteig klarkommen. Der Vorteil: Bei Futterteig ist die Wahrscheinlichkeit für Räuberei deutlich geringer als bei Flüssigfutter. Der Nachteil: Vielleicht gar keiner, vielleicht regt aber auch Futterteig nicht so stark zum Brüten an wie dünnes Flüssigfutter, weil dieses einen Nektarfluss simuliert? Ich werde es wohl herausfinden müssen.

Ich habe ein Kalkbrut-Problem: Ein zweites Wirtschaftsvolk hat eine deutliche Anzahl an Kalkbrutmumien und bei der Hälfte der Begattungsableger, die mittlerweile alle legende Königinnen haben, habe ich auch welche gefunden.
Mein erstes KB-Volk, welches ich umgeweiselt habe, sah bei der letzten Durchsicht besser aus, die Symptome scheinen verschwunden zu sein (toitoitoi). Jetzt ist aber ein weiteres Wirtschaftsvolk dazugekommen, welches am gleichen Stand steht wie die Begattungsableger.
Die Frage ist: Habe ich durch verunreinigte Werkzeuge die Sporen in meinem Bestand verteilt? Sind die Fälle unabhängig voneinander aufgetreten? Haben die Königinnen in den BGE die Sporen mitgebracht? Ist die Kalkbrut durch die Drohnenseite eingebracht worden?
Die Literatur zum Thema Kalkbrut ist sehr dünn, die Behandlung scheint mit Umweiselung ausreichend zu sein, große Hygienemaßnahmen scheinen kaum notwendig (klar, Stockmeißel reinigen, Beuten grob reinigen – nichts im Vergleich zur AFB), aber ich bin verunsichert, wie ansteckend das eigentlich ist.
Insgesamt habe ich das Gefühl, dass die Literatur dem Thema eher entspannt gegenüber steht.

Ich beobachte das jetzt noch, bis die ersten Brutsätze der neuen Königinnen geschlüpft sind. Und wenn das Brutbild nicht besser wird, bin ich gezwungen, hart durchzugreifen und mit dem Daumen zu selektieren.
Viel Arbeit dieses Jahr dann ganz für die Katz…

2019.12 Honig noch nicht reif, Fangwaben und Ablegerpflege

Die Linde ist durch, die Stockwaagen stagnieren nicht nur, sie nehmen leicht ab. Also hätte ich gerne den Honig geernet und habe überall eine Spritzprobe durchgeführt sowie das Refraktometer ausgepackt. Ergebnis: Der verdeckelte Honig war in Ordnung, der unverdeckelte Anteil war zu feucht. Allerdings waren noch zu viele Waben unverdeckelt, sodass ich die Ernte aufgeschoben habe.

Anfang der Woche habe ich bei den TBE Völkern die Fangwabe entnommen und aus diesen einen Sammelbrutableger gebildet, samt einer der Königinnen, die ich dieses Jahr habe begatten lassen.
Warum eine begattete Königin in einen vermeintlich milbenbelasteten Ableger?
Wenn es sich um ein intaktes Volk samt Königin handelt – also um ein weiselrichtiges Volk – dann sind die anwesenden Bienen viel eher geneigt, in der Kiste zu bleiben und sich keine neue Heimat zu suchen. Das wiederum verhindert, dass die Bienen die Milben am Stand verteilen.
Allerdings werde ich diese Einheit auch demnächst mit Ameisensäure behandeln müssen…

Ich habe jetzt alle Ableger und Begattungseinheiten an einem Standort zusammengezogen, um mir die Ablegerpflege zu erleichtern.
Ich werde bis Oktober schauen, was sich zu überwinterungsfähigen Einheiten berappelt, und was nicht, und dann entsprechend vereinigen.
Die BGE, die ich schwächer gebildet habe, hängen auch trotz begatteter Königin deutlich hinterher. Am besten sehen die Einheiten aus, die ich aus DNM 1.5 Brutwaben gebildet hatte. Hier ist einfach genug Bienenmasse vorhanden, die pflegen kann.

Das Bienenjahr neigt sich dem Ende zu, und man denkt schon wieder viel an den Winter.
Anfang Juli.

2019.11 Totale Brutentnahme – TBE

Alle Wirtschaftsvölker, die bisher keine TBE hatten, waren dann am Freitag an der Reihe. Dabei wurde ein Teil der Völker testweise auf 10er Dadant umgewohnt, der Rest von DNM auf DNM 1,5.

Warum jetzt schon eine TBE?

Hätte ich nicht jetzt die TBE vorgenommen, wäre aus terminlichen Gründen das nächste Zeitfenster erst Ende Juli gewesen. Ich möchte aber, dass Ende Juli bereits eine fitte, gesunde, möglichst gering varroabelastete Bienengeneration zur Verfügung steht, die ab Ende Juli die Winterbienen erbrütet und aufzieht. Daher hatte ich keine andere Wahl, als jetzt eine TBE mit Fangwabe vorzunehmen, also die Varroa ohne jede Form von Säuren zu dezimieren.

Entstanden sind eine Reihe von Brutscheunen, die ich Mitte der Woche über Absperrgitter beweiseln will, indem ich jeweils ein Kieler Begattungskästchen über Spundloch aufsetze.
Die Idee: Ich lasse die ersten 5 Tage die Brutscheunen nachschaffen und Bienen aus den Brutwaben schlüpfen, ohne das ich etwas unternehme. Weil ich 14 Tagen nach Bildung der Brutscheunen die restliche, verbliebene verdeckelte Brut entnehmen und die Brutscheunen mit OXS behandeln möchte, ohne das verdeckelte Brut übrig bleibt, packe ich nach 14-9 Tagen (9 Tage wegen der Verdeckelungszeit) – sprich nach 5 Tagen, die Weiseln mit den Begattungskästchen auf den Sammelbrutableger.
Dabei soll die Königin samt Gefolge das begattungskästchen nach unten, in einen großen Brutraum verlassen und dort anfangen, Eier zu legen. Sie kann aber durch das Absperrgitter nicht nach unten, zur schlüpfenden Brut und dort legen. So gibt es dann 14 Tage nach Bildung zwar in einer Zarge frische offene Brut, aber nach Entnahme der darunterliegenden Brut aus den Sammelbrutableger, keine verdeckelte Brut mehr – dafür aber viele geschlüpfte Jungbienen.
Die ganze Mannschaft wird dann auf eine Zarge zusammengefasst, was hoffentlich eine ausreichend starke Belegschaft für den Winter ergibt, plus einen milbenarmen Status, wenn im Brutfreien Zustand behandelt worden ist.

So sieht zumindest bisher der Plan aus.
Am 5. Tag werde ich vor Aufsetzen der Königin schon mal unten nach Nachschaffungszellen schauen und diese ggf. brechen. Das Gleiche wiederhole ich dann am 9. Tag nach Bildung noch einmal, wobei ich hoffe, dass durch das Vorhandensein einer Weisel die Versuche der Nachschaffung abgebrochen werden.

Wird die Königin nicht abgemurkst?

Ich hoffe nicht – denn schließlich gebe ich sie nicht alleine bei, sondern mit ihrem kompletten Hofstaat. Außerdem kann sie dauerhaft legen, und bleibt damit für ein Volk ungemein attraktiv.

Was sonst noch?

Die Line knattert zumindest an einem Standort sehr vielversprechend – vorausgesetzt, die Volksstärke stimmt.
Mein zweiter Standort, wo die Linden vielleicht 150 Meter Luftlinie entfernt stehen, ist eine ziemliche Enttäuschung. Insgesamt wird das eine sehr durchwachsene Veranstaltung werden.

Noch ein Volk mit Kalkbrut!
Ich habe ein weiteres Volk mit Kalkbrut am Stand ausgemacht. Auch hier muss ich umweiseln. Ich weiss nur noch nicht so genau, wann ich das mache, aber vermutlich erst nach der Linde.
Das ganze ist sehr ärgerlich und auch irgendwie beunruhigend, weil die Symptomatik erst so verspätet aufgetreten ist.

Kalkbrut ist eigentlich etwas fürs Frühjahr. Jetzt, bei diesen warmen Temperaturen, ist es eher ungewöhnlich. Aber es kann sogar sein, dass beide Völker miteinander verwandt sind… leider sind da meine Aufzeichnungen zu umgenau.

Jedenfalls steht vorm Urlaub noch eine Menge Arbeit an…

2019.10 Begattungsquote, die Linde kommt und doch wieder Hektik

Vor zwei Wochen hatte ich ja eine ganze Reihe unbegatteter Königinnen vom Züchter in Begattungseinheiten eingeweiselt. Jetzt galt es, den Begattungserfolg zu prüfen. Und siehe da: Bis auf zwei Einheiten, sind alle Königinnen in Eilage gegangen.

Ob die Begattungen auch erfolgreich waren, sehen wir dann in einer Woche.
Jedenfalls habe ich im Zuge der Kontrolle alle Königinnen, die ich finden konnte, auch gezeichnet und die Völkchen mit Oxalsäure gegen die Milbe behandelt.

Die Linde…

Die Stockwaagen zeigen derzeit dezent nach oben. Die starken Völker bringen 1,5 bis 3 KG Nektar pro Tag nach Hause, je nach dem. Es gibt auch durchschnittliche Völker, die bringen überhaupt kein Plus, da muss ich eher noch zufüttern – und das mit Zuchtköniginnen von der Belegstelle! (Woraus man lernen kann: Es kommt sehr auf den Züchter an, was geht…)

Das Bürgerhaus Volk macht Kummer

Die Königin ist weg, das Volk jedoch nicht. Also ist da auch nichts geschwärmt.
Warum die Königin weg ist, kann ich nicht sagen. Aber es gab eine fehlbegattete, sehr kleine Jungweisel.
Ich habe jetzt das Volk verstellt, und an die alte Stelle ein anderes Volk gesetzt. Wenn die Flugbienen alle in das neue Volk eingezogen sind, werde ich das alte Völk auflösen.

Schade drum – ich fand die Königin super – bis dieser massive Schwarmtrieb ausgebrochen ist und sich nicht mehr bändigen liess.

Kalkbrut Volk umgeweiselt

Ich habe von einem unserer Vereinszüchter eine begattete Weisel erworben, und mit dieser ein Volk umgeweiselt, welches kalkbrütig ist.

Dabei habe ich mich an die Vorgaben zur Umweiselung gehalten, die der Züchter mir gegeben hat:

  • Alte Königin acht Tage vor Termin käfigen und zwischen die Wabengassen hängen.
  • Nach 8 Tagen die alte Könign herausnehmen, zwei Stunden warten und dann die Neue Königin im Ausfresskäfig dazusetzen.
  • 10 Tage nicht an die Kiste gehen.
  • Vor den Eingang ein ASG nageln – dann erkennt man am Gitter, wenn die abgestochene Kö dort vor liegt.

Bisher liegt keine tote Weisel mit grünem Punkt vorm Eingang. Die 10 Tage sind nich nicht rum, und ich hoffe einfach, dass es gut gegangen ist.

TIL (Things I learned)

  • Kieler Begattungskästchen darf man nicht zu großzügig, aber auch nicht zu geizig befüllen. Zu viele Bienen führen entweder zum Verbrausen oder zu unbeherrschbarem Wildbau, zu wenig Bienen zu einem schlechten Begattungsergebnis. Insgesamt überzeugt mich auch das Konzept mit den Holzoberträgern nicht. Wenn Begattungskästen, dann entweder Ableger im Standmaß oder Mini+
  • Selbst die unbegatteten Königinnen vom Uwe Eichholz hatten einen größeren Hinterleib als die begattete Weisel vom Vereinszüchter. Jetzt, begattet, sind die Eichholz-Königinnen richtig dicke Brocken. Züchter ist also nicht gleich Züchter, wobei die Ergebnisse hinsichtlich Volk noch ausstehen. Groß muss ja nicht gut sein, und klein nicht automatisch schlecht.
  • Man merkt beim Prüfen einer Begattungseinheit ziemlich schnell, ob das mit der Begattung geklappt hat oder nicht: Macht man die Kiste auf, und alles bleibt ruhig und unbeeindruckt sitzen, ist es wohl gut gegangen. Fliegen aber Bienen nervös auf, rennen rum und es wird etwas “brummiger” in der Luft, stehen die Chancen gut, dass da die Königin verloren gegangen ist.
    Es hilft ungemein, wenn man >10 Einheiten hat und der Reihe nach kontrolliert. Dann bekommt man schnell ein Gefühl für Unterschiede im Verhalten.
  • Je mehr Völker, desto mehr Erfahrung in kürzerer Zeit. Das ist alles sehr spannend und aufregend zur Zeit – aber auch anstrengend. Ich bin mir nicht ganz sicher, was überwiegt, aber ich merke, wie der Erfahrungsschatz schnell stark wächst. Und das fühlt sich gut an – auch wenn ich dieses Jahr schon öfters als zuletzt auf die Nase gefallen bin und Dinge schief gelaufen sind.
  • Wenn man bei Edeka 50 KG Zucker kauft, gucken alle komisch.

Was ansteht

Jetzt, vorm Sommer, sollen die Ableger alle zum Bienenhaus zurück gebracht werden, damit ich dort eine einheitliche Jungvolkpflege machen kann.
Dazu kommt am Wochenende die TBE der restlichen Wirtschaftsvölker, woraus sich wieder Sammelbrutableger ergeben. Dabei will ich gleichzeitig 2-3 Einheiten auf 10er Dadant umwohnen.
Das alte Bürgerhausvolk muss noch aufgelöst werden, ebenso eine fehlgeschlagene Begattungseinheit, wobei ich überlege, denen einfach zwei offene Brutwaben zuzuhängen und zu warten, was passiert.

2019.9 Alles etwas ruhiger… abwarten

Das vergangene Wochenende war deutlich ruhiger. Die erste Ernte ist eingebracht, abgefüllt, etikettiert und im Laden, die Begattungsableger haben alle ihre Königinnen bekommen und die Völker stehen jetzt da, wo sie hin sollten.

Also musste ich nur kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Dazu gehört:

Schwarmstimmung?

Das Internet ist voll von Berichten, dass Völker abschwärmen. Bei mir ist derzeit relative Ruhe. Alles, was Schwarmstimmung oder zu viele Milben hatte, wurde einer Brutentnahme unterzogen, ein Volk, welches sich nicht vom Bauen von Königinnenzellen abbringen lassen wollte, schien erst weisellos, bis ich gestern dann eine Jung-Königin im Volk gesehen habe, die auch schon Stifte gelegt hat. Mal abwarten, was daraus wird – abgeschwärmst sind die jedenfalls nicht, dafür ist die Kiste zu voll.

Abwarten

Ich sitze wie auf Kohlen, und hoffe, dass mit den Begattungen der Jungweiseln alles glatt geht. Diese stecken jetzt eine Woche in ihren Kisten, und ich weiss aktuell nichts über den Zustand…

Der Züchter dieser unbegatteten Königinnen hat mir zu einer 14 tägigen Ruhezeit geraten, und da halte ich mich auch dran (abgesehen davon, dass ich geprüft habe, ob die Käfige leer sind, und siehe da: Eine Königin war noch nicht ausgefressen, weil der Futterteig eingetrocknet war!)
Im Internet liest man ja derzeit furchtbare Dinge über dürftige Begattungserfolge von Königinnen, aber ich werde versuchen, mich nicht zu sehr verrückt zu machen.

Wenn die Einheiten erfolgreich begattet worden sind, müssen alle einer ersten Varroabehandlung unterzogen werden.

Arbeit steht also noch genug bevor – die Ruhe wird nur kurz währen…

2019.8 Jetzt muss nur noch die Linde mitspielen

Wir haben Samstag Abend Nacht die restlichen Völker in die Linde gefahren und am Sonntag wurde dann gemeinsam mit Mutter abgefüllt und etikettiert.
Durch die eher enttäuschende Ernte fiel hier aber der Arbeitsaufwand überschaubar aus.

Oma etikettiert mit Sorgfalt und Hingabe Honiggläser…

Im Unterschied zum letzten Jahr, haben wir dieses Mal auch 250er Gläser abgefüllt.
Die eine Hälfte der Ernte steckt jetzt also in den kleinen Gläsern, die andere Hälfte kommt die Tage in die großen Gläser.

Die letzte Hoffnung auf Honig ist und bleibt die Linde. Aber ich fürchte, es ist alles viel zu trocken.

Das ganze Thema “Klimawandel” ist für mich viel präsenter, seitdem ich so eine Art Landwirt und somit auf das Wetter angewiesen bin.

Ansonsten lief die Durchsicht ohne große Probleme – keine Völker aktuell in Schwarmstimmung. Allerdings gefallen mir die zwei Völker nicht, die ich einer TBE unterzogen habe: Hier fällt der Ausbau der Waben und das Bestiften durch die Königin etwas zu zögerlich aus. Das wird vermutlich an der mangelnden Tracht liegen…

2019.7a Futterteig!

Ich habe mich entschlossen, den Völkern jetzt Futterteig aufzulegen. Die Trachtlücke zieht und zieht sich hin, möglicherweise bis zur Linde.

Und Bienenvölker dürfen niemals hungern.

Umzüge

Ich habe angefangen, die Wirtschaftsvölker in die Linde zu fahren.
Mein armer Rücken 😉

2019.7 Alles ein wenig viel gerade

Am Sonntag Abend hatte ich dann gepflegt die Nase voll: Warum tue ich mir das alles nur an? Und das sogar freiwillig!?

Dem voraus gegangen war ein Wochenende voller Bienen, Beuten, Schleudern und Dinge durch die Gegend schleppen, fahren, transportieren. Von Freitag Nachmittag bis Sonntag Abend ging es in einer Tour:

  • Völker durchsehen, weil Schwarmstimmung,
  • Völker einer TBE unterziehen, weil zu viele Varroen,
  • Honigernte vorbereiten, indem Bienenfluchten eingelegt wurden,
  • Schleuder und Geschirr aus dem Lager nach Hause fahren, Küche halb umräumen, um Platz für die Schleuder und die hygienischen Voraussetzungen zu schaffen,
  • Begattungsableger bilden,
  • Begattungsableger zum Begattungsplatz fahren,
  • Honig ernten,
  • mit Mutter und dem Lütten gemeinsam entdeckeln und schleudern,
  • Schleuder reinigen, Entdecklungsgeschirr reinigen,
  • Küche reinigen…
Schleudern…

Als im am Sonntag Nachmittag eine Stunde lang auf dem Fussboden rumrobbte, um die Klebereste der Malerfolie, die ich aus hygienischen Gründen ausgelegt hatte, mit Terpentin zu lösen, und mein Kopf langsam aber sicher zu explodieren drohte, hatte ich ernsthafte Zweifel daran, dass das alles so eine gute Idee ist.
Zu allem Überfluss ist die Frühjahrsernte schlechter als erwartet ausgefallen.
Und so lag ich Sonntag Abend, mittlerweile waren durch die Terpentindämpfe auch noch Übelkeit dazu gekommen, müde und desillusioniert auf der Couch.

Ich habe jetzt ein Projekt fallen gelassen (eigene Königinnen nachziehen), und beschränke mich für den Rest der Saison auf die bereits länger geplanten Vorhaben, sprich: Zuchtköniginnen begatten lassen, die Linde anwandern und einen Teil der Völker auf Dadant umstellen. Sonstige Sperenzien versuche ich zu unterlassen.

Natürlich klappt aber auch bei den geplanten Vorhaben nicht alles wie gedacht: Von den Begattungseinheiten haben sich zwei leergeflogen (vermutlich untaugliche Brutwaben verwendet), die Königinnen wären fast eine Woche zu früh geliefert worden (was mit einem Telefonat und einem beherzten Eingreifen der Züchter-Ehefrau noch einmal verhindert werden konnte), und mittlerweile habe ich auch Zweifel, dass ich genug Bienenmasse zusammenbekomme, um alle Dadant-Kisten schon dieses Jahr zu besiedeln.

Aber trotzdem war bereits 48 Stunden nach dem abendlichen Tiefpunkt die Lust wieder zurückgekehrt. Und so sitze ich jetzt doch hier und warte gespannt auf die Zuchtweiseln, und hoffe, dass ich die alle gut in die Völker und gut begattet bekomme, als Rückrad für das kommende Jahr.

Als Imker verhält man sich manchmal auch nur wie ein Crack-Junkie…

2019.6 Futter wird knapp, Varroa-Monitoring und Vorbereitungen

Die wichtigste Nachricht erreichte mich kurz vor dem Wochenende: Die Königinnenlieferung wird sich um eine Woche verschieben. Also musste ich kurzfristig alles einmal umdisponieren. Aber so ist das in der Imkerei, das gehört einfach dazu.

Das schlechte Wetter im Mai hat dazu geführt, dass viele Völker die Futterreserven aus dem Honigraum verbraucht haben. Mitunter ist da nicht mehr viel vorhanden und jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, überlege ich, ob ich nicht besser Futterteig hätte einlegen sollen. Es kommt nämlich trotz schönem Wetter nicht allzu viel von draussen rein, wenn ich den Stockwaagen trauen darf.
Andererseits hat es bei der letzten Durchsicht bei allen Völkern mächtig aus den Brutwaben getropft – frisch eingetragene Nektar.

Das Problem bleibt trotzdem: Es wird mehr verbraucht, als reinkommt.
Nun kann sich das auch jeden Tag ändern, wenn bspw. die Robinien in der Nachbarschaft doch noch aufgehen und Honig bringen sollten. Aber Gewissheit gibt es nicht – und am Ende, wenn man nicht aufpasst, verhungern die Völker (was teilweise aktuell bei Kollegen schon passiert ist).
Wenn man allerdings Futterteig gibt, besteht Uneinigkeit darüber, ob das nicht zu Verfälschungen im Honig führen kann.

Varroa-Monitoring

Nachdem ich vor einer Woche eine kleine Stichprobe bezüglich Varroa-Befall durchgeführt hatte, und eine Probe durchaus einen zu hohen Wert zutage brachte, habe ich kurzerhand alle Völker untersucht.

Auswaschprobe

Dabei habe ich die Auswachmethode ausführlicher getestet. Der Vorteil: Die Proben sind schnell entnommen, die Auswertung kann später erfolgen. Dadurch kann man die eigentliche Durchsicht fix durchführen. Die Genauigkeit des Ergebnisses gilt als ausreichend valide. Der Nachteil: Man muss dazu 150-300 Bienen töten. Das fällt mir immer noch schwer.

Das Ergebnis war aber zunächst beruhigend. Wo die Stichprobe noch Schlimmes befürchten ließ, waren jetzt alle Völker, bis auf eines, völlig unauffällig (0 phoretische Milben, theoretisch 0 % Befall, was praktisch aber nicht stimmt). Lediglich eines liegt mit 1,3 % leicht über der 1 % Marke.

Interessant dabei: Eines der getesteten Völker fiel im Januar und Februar mit einem extrem hohen Milbenfall auf. Dieses Volk hatte ein vielfaches an Milben auf der Windel im Vergleich zu allen anderen Völkern. Das ließ Schlimmes erahnen. Allerdings winterte dieses Volk sehr stark aus. Die Probe zeigt nun überhaupt keine Milben an, was ich schon erstaunlich fand. Handelt es sich hier möglicherweise im VSH Genetik?

Das eine Volk, welches bei der Stichprobe einen zu hohen Milbenwert aufwies (3,3%) habe ich einer TBE unterzogen. Die entnommenen Waben, plus Pflegebienen eines schwarmbereiten Volkes, reifen jetzt als Sammelbrutableger zu einem Pflegevolk heran und werden bei Brutfreiheit behandelt…

Vorbereitungen

Anfang Juni sollen jetzt die unbegatteten Königinnen kommen. Daher habe ich das schöne Wetter genutzt und schon einmal die leeren Ablegerkästen mit den passenden Waben und Rähmchen ausgestattet. Dann kann das eigentliche Befüllen am kommenden Wochenende ensprechend schnell gehen.

Ablegerkästen

Es kommt eine Brutwabe und ein paar Extra-Bienen in jeden Kasten und nach 9 Tagen werden alle Nachschaffungszellen gebrochen und die unbegattete Königin hineingehangen. Das wird auf jeden Fall spannend.

Insgesamt war es ein arbeitsreiches Wochenende. Und es ist etwas frustrierend, dass kaum etwas reinkommt und man sich ständig Sorgen machen muss, wie es den Bienen geht, ob sie genug finden, ob man eingreifen sollte. Aber:

Der Imker lebt immer in der Hoffnung.

2019.5 Mehr Schwarmstimmung

Wochenendzeit ist Kontrollzeit.
Es ist nur ein neues schwarmtriebiges Volk dazu gekommen, aber trotzdem muss man alle durchsehen, was nicht leichter wird, wo die Bienenmasse kontinuierlich zunimmt, und die Kisten mit Krabbelfliegetieren voll sind.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Völker etwas stagnieren. Das wäre damit erklärbar, dass die sehr wohl merken, dass nichts von außen reinkommt.
Tatsächlich stagnieren die Gewichtszunahmen, und die meisten Völker haben kaum nennenswerten Eintrag in den Honigräumen.
Es gibt allerdings Ausnahmen: Die stärksten Völker haben tatsächlich bisher einen Honigraum vollgetragen – nur sind das eben nicht so viele.
Die anderen Völker waren gerade dabei, ihre Honigräume zu füllen, als das durchwachsene Wetter dazwischen kam.

Allerdings: Es ist Mai. Es ist normal, dass es im Mai auch mal kälter werden kann – Stichwort: Die Eisheiligen.

Stockwaagenvölker

Königinnen zeichnen

Ich habe noch ein paar Königinnen aus 2018 und sogar aus 2017, die nicht gezeichnet sind, bzw. waren.
Ich hatte immer Probleme damit, mich zu überwinden, die Königinnen abzufangen und zu zeichnen. Das Anpacken am Flügel habe ich immer als schwierig empfunden.
Wenn man nicht drüber nachdenkt und es einfach macht, ist es gar nicht so schwer.
Ich parke die Königin dann in einem Zeichenrohr und markiere sie dann.
Ich bin etwas überrascht, wie leicht mir das plötzlich von der Hand geht.

Warum zeichne ich überhaupt?
Ich bin ein schlechter Königinnenfinder. Aber ich finde es gut, wenn ich sie bei einer Durchsicht mal sehe. Und so eine Zeichnung auf dem Rückenpanzer erleichtert das alles ganz enorm.
Mittlerweile nehme ich die Königin auch auf und versetze sie ein bis zwei Waben, wenn ich Waben zur Kontrolle abschütteln möchte, um Schwarmzellen zu finden und zu brechen.

Zwischenbodenableger

Eines meiner Lieblingsvölker ist in Schwarmstimmung. Die zweite Woche hintereinander haben die schönste Schwarmzellen angelegt.
Als eine Strategie zur Auflösung der Schwarmstimmung habe ich jetzt auf einen Zwischenbodenableger zurückgegriffen. Dabei wird der Honigraum nach unten auf das Bodenbrett gestellt und darüber auf einem zusätzlichen Bodenbrett der Brutraum samt Königin gesetzt.

Der obere Brutraum verliert alle Flugbienen, die durch das untere Flugloch in den jetzt weisellosen Honigraum zurückkehren – in welchem sich ein bis zwei Waben mit jüngster Brut befinden.
Im Brutraum oben erlischt der Schwarmtrieb, weil alle Flugbienen abhanden kommen, unten ist kein Schwarmtrieb mehr vorhanden, weil es keine Königin mehr gibt und erst eine “gebaut” werden muss.

Ich habe diese Methode selbst noch nie ausprobiert, allerdings gehört dieses Vorgehen zu den Standardmethoden der Schwarmverhinderung, insofern musste ich das mal testen.

Oben der Brutraum, gefolgt von einem Zwischenboden (hell mit Flugloch), darunter die beiden Honigräume und der reguläre Boden

Dinge, die nicht funktionieren

Meine Panzertapestockkarte funktioniert nicht.
Hätte ich mir auch denken können, aber das Panzertape löst sich (WHAT?!) und die Schrift bleicht aus.
Trotzdem mag ich das Prinzip, nicht Papierstockkarten zu verwenden, sondern alles beisammen zu haben, Volk und Informationen zum Volk.
Ich gehe jetzt dazu über, die Abdeckfolie, die ja unter dem Blechdeckel steckt, vollzuschreiben.

Viel Arbeit voraus

Ende der Woche muss ich die ersten Ableger überprüfen, ob es dort begattete Königinnen gibt, die gezeichnet werden wollen.
Außerdem muss dann jetzt eine erste Varroabehandlung erfolgen, weil es jetzt keine verdeckelte Brut mehr gibt und alle Milben exponiert sind.

Ich habe am Wochenende mal die Auswaschprobe getestet und dazu zwei Proben mit rund 180 Bienen entnommen.
Das ich die Bienen in den Probebechern ersticken lassen muss, passt mir noch nicht ganz, und ich werde wohl den Gefrierschrank in Betrieb nehmen, um die Bienen durch Kälte ins Jenseits zu befördern, was aus tierethischen Gesichtspunkten vorzuziehen ist.

Insgesamt ist die Methode aber leicht zu rechtfertigen: Die ist zuverlässig hinsichtlich des Analyseergebnisses, sie ist schnell und zeitsparend in eine Durchsicht einzubauen und liefert damit eine qualifizierte Aussage über den Zustand eines Volkes hinsichtlich seiner Varroabelastung.
Das ist Grundlage für jedes weitere verantwortungsvolle Handeln diesbezüglich.
Ich habe nur zwei Proben entnommen, aber eine Probe war mit 3,3% phoretischem Milbenbefall über dem Grenzwert.
Hier muss ich jetzt kurzfristig handeln.

Außerdem zeigt mir dieses Ergebnis, dass ich alle Völker durchtesten sollte.
Dies wird dann in der kommenden Durchsicht erfolgen.

Außerdem:
Ich bekomme Ende Mai einen Sack voll unbegatteter Königinnen.
Für diese muss ich nächstes Wocheende Begattungseinheiten bilden.

Wird also eine hobbyintensive Woche.

Wenn das Wetter mal endlich besser würde, käme auch mal endlich etwas Honig rein…