Die tatsächliche Wirksamkeit von Oxalsäure

Einer Oxalsäurebehandlung wird ein sehr hoher Wirkungsgrad zugeschrieben. So gibt der Mellifera e.V. die Wirksamkeit bei 97,3% an. Ich persönlich habe immer größere Zweifel an dieser hohen Wirksamkeit.

Warum das so ist, will ich nachfolgend erläutern.

Behandlung mit Oxalsäure bei Brutfreiheit – trotzdem viele Milben!

Ich habe seit längerer Zeit erhebliche Zweifel an dem hohen Wirkungsgrad einer einmaligen Oxalsäurebehandlung bei Brutfreiheit, denn nach meinen Erfahrungen mit der Totalen Brutentnahme und einer einmaligen Behandlung mit OXS bei Brutfreiheit im Juli, zeigten fast alle Völker vergleichsweise hohe Milbenzahlen bereits im September, erst recht dann nach der Winterbehandlung im November oder Dezember. Ich hatte Völker, die wurden Mitte Juli wie genannt behandelt, zeigten dann aber im Oktober einen phoretischen Milbenbefall von drei bis fast sechs Prozent, was ausgesprochen hoch erscheint.
Da ich diese oder ähnliche Beobachtungen von dem ersten Jahr mit TBE und OXS mache, sind mit der Zeit erhebliche Zweifel an einer Wirksamkeit der OXS von >90% gewachsen.

Diese Zweifel wurden gestützt von den Milbenkennzahlen der Brutsammler, welche die befallene Brut bei der TBE bekommen haben, und dann, nachdem diese Brut vollständig geschlüpft war, ebenfalls mit OXS behandelt wurden.
Diese Völker, die mit einer sehr hohen Milbenlast gestartet sind, haben allesamt einen extrem hohen Milbenfall mit der Winterbehandlung gezeigt, obwohl auch sie eine längere Brutpause im August hatten und obwohl auch hier die Anzahl der Brutzyklen, welche zum erstarken der Milbenpopulationen hätte führen können, überschaubar gewesen sind.

Wie kommt das?

Viele Milben = unsachgemäße OXS Anwendung?

Man kann bei der OXS Behandlung nicht viel falsch machen: Es muss Brutfreiheit herrschen, die Flugbienen sollten möglichst alle zu Hause sein.
Also behandelt man in den Abendstunden, und rund 21 Tage nachdem die Königin entfernt wurde, oder eben bevor die neuen Waben wieder verdeckelte Brut aufweisen, bzw. ältere, noch unverdeckelte Larven. Das ist nicht weiter kompliziert, da gibt es nicht zu viele Fehlerquellen.
Insofern kann man eine unsachgemäße Behandlung weitestgehend ausschließen – jeder Imker, der sich etwas mit der Materie beschäftigt hat, wird eine entsprechende Behandlung hinbekommen – auch aus diesem Grund ist das Verfahren ja letztlich zugelassen worden.

Test im Februar – kleine Blockbehandlung

Es gibt Völker, die haben schon bei der Winterbehandlung gezeigt, dass sehr viele Rest-Milben vorhanden waren.
Da diese Völker mit einiger Wahrscheinlichkeit für die Honigproduktion nicht taugen werden, wurden sie an den warmen Tagen Ende Februar, abermals mit Oxalsäure behandelt. Angesetzt wurde ein kleiner Block von drei Mal, alle zwei Tage.

Die Anzahl der Völker war sehr überschaubar, insofern sind die Daten unzureichend für wirklich valide Aussagen. Aber sie zeigen in eine bestimmte Richtung.

Die behandelten Völker waren zum Zeitpunkt der Behandlung nahezu brutfrei. Es gab kleine Flächen verdeckelter Brut, wenn überhaupt. Allerdings hatte der strenge Frost die Tage zuvor das Brutgeschäft offensichtlich zum Erliegen gebracht und es kam gerade erst wieder in Gang. Insofern herrschten fast perfekte Behandlungsbedingungen.

Es gab Völker, bei denen fielen nach der 1. Behandlung ~20 Milben und nach der 2. Behandlung nur noch 2-4 Milben. Hier schien die Wirkung der ersten Behandlung ausreichend gewesen zu sein.
Allerdings zeigten 2/3 der Testvölker eher einen Verlauf von 1. Behandlung: ~40 Milben, 2. Behandlung: ~20 Milben, 3. Behandlung : ~5 Milben.

Hätte die erste Behandlung >90% der Milben getötet, dann hätten nicht im Laufe der weiteren Behandlungen fast noch einmal genauso viele Milben fallen dürfen, wie nach der ersten Behandlung. Tatsächlich möchte man meinen, dass die erste, sowie die weiteren Behandlungen jeweils nur zwischen 50 und 60% der vorhandenen Milben erwischt hätten.

Wirksamkeit von 50-80%?

Ich habe keine ausreichende Zahl valider Daten! Aber mein Eindruck ist, dass die Wirksamkeit der Oxalsäure bei Brutfreiheit irgendwo zwischen 50 und bestenfalls 80% schwankt. Das würde zumindest die Ergebnisse des obigen kleinen Tests erklären, als auch, warum nach einer TBE mit einmaliger OXS Behandlung noch so viele Milben im Volk sind, dass die Population im September bereits wieder gut messbar wird.

Nehmen wir eine Milbenpopulation von 50 Milben im Februar, dann sind das etwa 1600 Milben im Juli.
Geht man davon aus, dass die Entnahme der Brut etwa 80% der Milben entnimmt, dann blieben noch rund 320 Milben zurück.
Das ist immer noch eine sehr hohe Anzahl an Milben.
Würde die einmalige Behandlung mit OXS tatsächlich 97% der Milben töten, blieben gerade einmal 10 Milben zurück, von denen noch einmal welche einen natürlichen Tod sterben würden, bis die Brut so weit entwickelt ist, dass eine Reproduktion startet.
Bei 10 Milben Startpopulation im Juli, schaffen die Milben bis September vielleicht zwei Verdoppelungen – dann wären im September ~40 Milben im Volk.

Keine meiner Messungen bestätigte einen derart niedrigen Befall meiner Völker im September! In der Regel war immer ein deutlich höherer Befall zu vermuten, der sich dann, im Rahmen des DeBiMo im Oktober meist bestätigte, wenn der phoretische Befall gemessen wurde.

Praktischer Rückschlüsse

Man muss zwischen zwei Typen von Völkern unterscheiden: Jenen Völkern, denen die Brut entnommen wird, und den Brutsammlern, welche die ganzen Verseuchten Waben aufnehmen.

Bei jenen Völkern, welchen die Brut entnommen wird, kann man einen Behandlungsschritt zwischenschalten, indem man eine Wabe mit möglichst viel offener Brut im Volk belässt, und diese nach 9 Tagen entnimmt. Diese Fangwabe wird eine erhebliche Anzahl an Milben fangen. Wenn man dazu noch 2-3 Tage nach der TBE eine Oxalsäurebehandlung mit einbaut, dann sollte der Milbenbefall in dieser Kombination deutlich tiefer gedrückt werden, als mit nur einem der beiden Schritte. Möglicherweise ist das Ergebnis hier schon hinreichend befriedigend, und die Zahlen haben sich im September noch nicht wieder so erholt.

Bei den Brutsammlern muss man einen anderen Aspekt berücksichtigen:

Die Brutsammler haben nicht nur einen Großteil der Milben eines Volkes mit im Gepäck, sie haben auch noch für zumindest einen ganzen Vermehrungszyklus der Milbe die notwendige Bienenbrut dabei.
Anders ausgedrückt: Wenn ein Brutsammler 1200 Milben mitnimmt (also etwa die 80% der Gesamtpopulation), dann schlüpfen in den kommenden Tagen Milben, die dann auch noch offene Brut vorfinden, in der sie einen weiteren Vermehrungszyklus starten können.
In den Brutsammlern findet also zunächst einmal eine weitere Milbenvermehrung statt, abgesehen davon, dass alles, was an eigentlich gesunder Bienenbrut noch da ist, auch gleich noch parasitiert werden kann.
Das muss erhebliche Auswirkungen auf de Brutsammler haben.

Eigentlich müsste man ab Tag 1 damit beginnen, den Brutsammlern die Milbenlast von den Schultern zu nehmen, damit die nachschlüpfenden Milben keinen weiteren Schaden anrichten können.
Eine Variante könnte sein, gleich mit einer Ameisensäurebehandlung zu beginnen, eine weitere könnte sein, Oxalsäure im Block zu verwenden.

Unterbleibt eine Behandlung bis zur Brutfreiheit gänzlich, dann befinden sich drei Wochen nach Bildung der Brutsammler mehr Milben im Volk als zum Zeitpunkt der Bildung.
Wenn jetzt eine einmalige OXS Behandlung nur mit vielleicht 70% wirkt, bleiben hunderte Milben als neue Startpopulation zurück. Wenn dann die Winterbehandlung auch nicht besser wirkt, ist die Startpopulation im Frühjahr so hoch, dass bereits im Sommer eine ernste Gefahr für die betroffenen Völker im Verzug ist.

Reichlich Varroaschäden im Spätsommer

Ich habe im vergangenen Spätsommer etwa 10% der Völker durch Varroaschäden verloren. Ich hatte also sehr wohl Verluste, allerdings nicht erst im Winter, sondern schon deutlich davor, weil ich einfach rechtzeitig Problemkandidaten erkannt und aufgelöst habe.

Ich gehe jetzt davon aus, dass die Ursache dafür in einer zu hohen Startpopulation der Milben im Frühjahr zu suchen ist.
Das waren bisher die höchsten Verluste meiner Imkerlaufbahn, und ich vermute, dass sich die Milbenpopulationen immer ein kleines Stück besser erholen konnten, weil die Oxalsäure immer etwas weniger wirksam war, als von mir angenommen. Dadurch war in den meisten Fällen zwar das Überleben der Völker zunächst gesichert, allerdings das Überleben der Milbenpopulation ebenso. Diese konnten sich von Saison zu Saison etwas besser erholen, bis es bei einzelnen Völkern zu einem Kipppunkt kam.

Ich denke, ich werde dieses Jahr meine Strategie etwas anpassen müssen.

2021.2 – Völker verkaufen

Mein Postfach brennt. Ich habe vergangenes Wochenende eine Annonce geschaltet, dass ich Bienenvölker abzugeben habe.
Innerhalb von 12 Stunden lagen Reservierungen für alle verfügbaren Völker vor, und auch danach ließ der Strom an Interessenten nicht nach. Ich habe jetzt eine ziemlich lange Warteliste und ich werde nachher die Ausschreibung aus dem Netz nehmen.

Für mich war es das erste Mal, dass ich im Frühjahr Völker angeboten habe. Bisher habe ich immer allen Überschuss genutzt, um meine Imkerei zu vergrößern. Aber dieses Jahr soll der DNM Krempel raus, alles soll auf Dadant umgestellt werden: Daher trenne ich mich auch von allen Bienen, die in DNM Kisten stecken.

Mich hat die Resonanz völlig überrascht. Hätte ich gewusst, wie hoch der Bedarf ist, hätte ich letztes Jahr mehr Ableger erstellt. Ich hatte genug Ressourcen und das Wissen habe ich mittlerweile auch. Aber nachdem ich im Sommer und Spätsommer keine Ableger verkauft bekommen habe, und kaum jemand auf meine Anzeigen antworten wollte, war ich skeptisch, was mit den vielen Völkern im Frühjahr hätte werden sollen.
Jetzt weiß ich es: Aktuell habe ich Anfragen in einem Umfang von rund 80 Völkern – die ich natürlich nie und nimmer bedienen könnte.

Bitte keine Kunstschwärme!

Die Leute wollen Bienen. Entweder haben sie Verluste zu verzeichnen, oder sie wollen expandieren. Und scheinbar ist der hiesige Markt bereits leer gefegt. Anders kann ich mir die große Nachfrage nicht erklären.

Jetzt treibt mich die Sorge um, dass die vielen unbefriedigten Kaufinteressenten auf das Internet und Segnungen des freien europäischen Binnenmarktes zurückgreifen und Kunstschwärme aus Italien kaufen könnten.

Da fällt einem dann gleich das Stichwort “Kleiner Beutenkäfer” ein, und mit jeder LKW Fuhre an Kunstschwärmen oder Königinnen aus Italien, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass da ungebetene Gäste mit eingeschleppt werden.

Man kann nur appellieren: Kauft keine Kunstschwärme im April. Die kommen immer von südlich der Alpen, die sind immer gefährlich!

Wir Imker müssen alle deutlich mehr vermehren!

Meine wahnwitzige These ist: Die Winterverluste werden aufgrund der Klimakatastrophe zunehmen. Milde Winter, zu heiße Sommer mit zu schlechter Pollenversorgung, schwache Winterpopulationen, höhere Anfälligkeit für Viruserkrankungen, zu wenig fortschrittliches Varroamanagement.

Es erscheint daher sinnvoll, an alle, die es können oder wollen, zu appellieren, deutlich mehr Völker als für den eigenen Bedarf anzulegen, zu überwintern und im Frühjahr auf den Markt zu werfen. Damit der Bedarf des Marktes aus regionalen Bienenbeständen gedeckt werden kann.

Gleichzeitig würde ich mir wünschen, dass bei Institutsfortbildungen noch mehr auf die Betriebsweise der großzügigen Völkervermehrung gesetzt würde. Die Jungimker sollten gleich mit einem Konzept vertraut gemacht werden, dass man immer doppelt so viele Völker vorhalten sollte, wie man eigentlich haben möchte. Dann kann man Winterverluste ausgleichen und ggf. noch Überschuss an notleidende Kolleg:innen abgeben.

Nur die brauchbaren Völker verkaufen!

Ich werde nur verkaufen, was ich auch selber kaufen würde.
Entsprechend wird der Bestand an verkaufsfähigen Völkern sich noch reduzieren. Was nicht taugt, wird aufgelöst, zu neuen Ablegern verarbeitet und damit neu gestartet.

Ich schaffe es nicht, Anfängern irgendeinen Mist zu verkaufen, der ein paar Bienen und eine legende Königin hat.
Auch kann ich die Frage, die mir oft gestellt wird, nicht seriös beantworten: “Wie stark sind denn die Völker?”

Die Durchlenzung steht uns noch bevor. Ich weiß nicht, wie die Völker danach aussehen werden. Aber die eine oder andere Kiste wird schon noch wegfallen.

Ich habe bei manchen Anfragen den Eindruck, man will Bienen shoppen, und erwartet ein bestimmtes, konkretes Produkt. Und ich sehe auch, dass manche Kollegen in ihren Anzeigen das nur allzu gerne versprechen: “Starke Völker!”, “leistungsstark!”, “sanftmütig!”
Mir ist schleierhaft, wie man das jetzt versprechen kann. Ich weiß noch gar nicht, ob meine 2020er Königinnen wirklich leistungsstark sind. Die haben noch keine Honigsaison hinter sich. Und nur weil die Mutter einen prima Stammbaum hat, sagt das erst einmal wenig über die Töchter.
Sanftmut muss sich auch erst beweisen. Satte Völker sind das eine. Wie verhalten sich Kisten, wenn sie eine wochenlange Trachtpause durchstehen müssen? Wie verhalten sie sich Ende Juli, wenn die Räubereisaison beginnt? Bienen sind Lebewesen, ihre Eigenschaften unterliegen einer Vielzahl von Parametern.

Ich tue mich schwer, den Leute eine Art Kaufhaus-Ware zu versprechen. Wenn ich dieses Jahr Königinnen aus dem VSH Material nachziehe, werde ich das den Kunden nicht mitgeben. Von mir bekommen die nur eine Buckfast F1. Wenn man dem Käufer sagt, “hier, da steckt auch VSH Genetik drin”, dann habe ich Sorge, dass da das Varroamanagement drunter leidet, weil beim Käufer falsche Erwartungen geweckt wurden.

Ich denke manchmal, ich bin da auch kein guter Geschäftsmann.
Ich kann den Anfängern vermutlich jedes windige Volk für viel Geld verkaufen. Aber ich bekomme das nicht hin.
Ich hoffe also einfach, dass die Völker noch alle gut durchs Frühjahr kommen, und ich dann ein paar Leute glücklich machen kann.

Trotzdem muss man das mit der gezielten Völkeraufzucht zwecks Frühjahrsverkauf mal etwas näher betrachten. Und ich würde an dieser Stelle einfach jedem empfehlen, über den eigenen Bedarf hinaus zu vermehren.

Achso: Und verschenkt Völker wenn nur an Freunde oder Bekannte. Nehmt Geld dafür. Es sind Lebewesen, und dem Käufer sollte es das auch Wert sein – sonst respektiert er weder eure Arbeit, noch die Bienen.

2020.8 Hochsaison

Die letzten Tage waren vollgepackt mit Arbeit, daher auch die Verzögerung bei den Postings.

Wir sind immer noch damit beschäftigt, die Wohnung meiner Mutter aufzulösen, während die Bienensaison auf Hochtouren läuft. Zwischendurch haben wir den Raps und die Obstblüte geschleudert und ein Teil der Völker aus dem Rap zurück gewandert.
Außerdem ist eine weitere Serie mit Königinnen in der Mache, diesmal Töchter von einer gekörten Carnica Zuchtmutter.

Raps – naja…

Der Rapsertrag blieb hinter meinen Erwartungen zurück. Hatte ich im Vorfeld gehofft, 15-20 KG Raps pro Volk zu ernten, so waren es am Ende nicht einmal 10 KG und Volk. Allerdings hat sich hier auch eine alte Imkerweisheit bewahrheitet: Wandere nur mit den stärksten Völkern!

Ich hatte alle Monitoring-Völker mitgenommen, egal wie stark oder schwach diese aus dem Winter gekommen waren. Und tatsächlich haben die Stärksten auch einen Ertrag um 15 KG eingesammelt, während der Schnitt dann von den Schwächsten nach unten gezogen wurde (manche haben gerade mal einen halben Honigraum mit Mühe voll bekommen).

Neue Schleudertechnik

Mit dem Raps- und der Obstblütenhonig wurde dann auch das erste Mal die große Radialschleuder eingesetzt.

Das Schleudern von Flachzargen in einer großen Radialschleuder ist ein Traum. Mit 42 Rähmchen beladen schickt man 3 1/2 Zargen in einem Rutsch durch das System, womit sich richtig gut Strecke machen lässt.

Ergänzend hatten wir einen Siebkübel beschafft, um die Menge an Honig, die mit einem Durchgang fällig wird, auch schnell weg zubekommen. Dabei ist uns schnell aufgefallen, dass der untergestellte Kübel sehr schnell so schwer wird, dass man ihn am Ende kaum heben kann, um ihn leerlaufen zu lassen. Also wurde die Taktik kurzfristig geändert: Der Siebkübel wurde aufgebockt, dass ein 25 KG Eimer drunter passte, und unter die Schleuder wurde ein weiterer 25 KG Eimer gestellt, ohne jedes Sieb.
War der Eimer unter der Schleuder voll, wurde er in den Siebkübel umgefüllt. Die Siebe im Kübel verstopften nicht, und so lief der Honig relativ schnell und gut vorgefiltert in den finalen Eimer.
Auf diese Weise entstand nirgends ein wirklicher Engpass, wenn es darum ging, den Honig aus der Schleuder gesiebt in einen Eimer zu bekommen.
Der Engpass war die Entdeckelungsgeschwindigkeit und die Aufbewahrungsmöglichkeiten für entdeckelte Rähmchen. Hier gibt es noch Verbesserungsbedarf.

Ein Problem bei der Schleuderung sind ganze DNM Rähmchen. Diese kann man nicht mit dem automatischen Schleuderprogramm durchlaufen lassen – die Gefahr von Wabenbruch ist zu groß.
Stattdessen muss man mit viel Gefühl und Geduld manuell langsam die Drehzahl der Schleuder erhöhen. Dann bekommt man die Waben auch durch, ohne das es Wabenbruch gibt. Ich muss aber an dieser Stelle darauf hinweisen, dass mein Schleuderkessel einen Durchmesser von 90 cm hat. Bei kleineren Radialschleudern macht es meines Erachtens keinen Sinn, große Waben reinzustecken.

Ansonsten: Wir haben den Schleuderraum auf bis zu 35 Grad aufgeheizt. Der Rapshonig ließ sich so völlig unproblematisch verarbeiten, auch wenn uns mitunter recht warm war.

Zu guter Letzt: Wir haben etwas weiter außerhalb ein Grundstück gefunden, welches es uns erlaubt, die Imkerei langfristiger und größer zu planen, als das bisher der Fall war. Wir sind gespannt, wie sich das alles in den kommenden Jahren entwickeln wird. Aber der Weg zur Nebenerwerbsimkerei ist eingeschlagen.

2020.7 Alles wiederholt sich

Es hat geregnet, endlich einmal. Aber bisher konnten die Bienen das noch nicht in Nektar ummünzen. Aber vielleicht sollte ich doch darüber schreiben, was die vergangene Woche in der Imkerei los war…

Königinnen machen

Ich habe diese Woche einen Anbrüter aufgesetzt und getestet, umgelarvt und diese Larven dann 16 Stunden anziehen lassen. Anfänglich war ich skeptisch, um das alles gelungen ist, aber letztlich sind 2/3 der Zellen angenommen worden. Im Moment stecken noch 20 Zellen im Pflegevolk und werden dann hoffentlich am Mittwoch in den Inkubator gesteckt.

Währenddessen warte ich darauf, dass die ersten Zellen fertig werden. Der Inkubator brummt seit letzter Woche brav vor sich hin und hält konstant Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Morgen Abend bereite ich dann die ersten Mini Plus Kisten vor, welche die Zellen dann aufnehmen sollen.

Mein Plan sieht vor, bis Ende Mai jeden Freitag Zellen anzusetzen, am 29. Mai dann mit Zuchtstoff. Diese Königinnen, die daraus hoffentlich schlüpfen, sollen dann auf die Belegstelle Anaburger Heide gefahren werden. Da bin ich dann mal wirklich gespannt, was dabei herauskommt.

Ableger machen

Für die o.g. 2. Serie habe ich gestern Ableger erstellt, 9 Tage vor Steckend er Zelle. Dafür habe ich meine Raps-Völker um Brutwaben und Bienen erleichtert.

Es ist überflüssig zu erwähnen, dass ich damit meine Tracht schmälere und man aus ökonimischer Sicht so etwas nicht machen sollte, aber es ging halt nicht anders. Dieses Jahr will ich unterschiedliche Konzepte zur Vermehrung ausprobieren, und da steht dann der reine Hoinigertrag etwas im Hintergrund.

Völkerkontrolle

Außerdem habe ich alle Völker durchgesehen, schwarmtriebigen Völkern durch TBE, Zellen brechen oder Königinnenableger die Reiselust verdorben.

Ich bin mir noch nicht sicher, welche Maßnahme zur Schwarmverhinderung sich am Besten in ein wirtschaftliches Konzept meiner Imkerei eingliedert. Dem Volk mit dem Königinnenableger werde ich vielleicht eine meiner Zellen stecken…

Insgesamt ist es eine arbeitsreiche Zeit gerade, aber ich lerne schon wieder mit Druckbetankung, und bisher – toi toi toi – läuft es soweit ganz gut.

Nur bei den Ablegern muss ich Eventuell noch einmal nachsteuern – möglicherweise habe ich die zu schwach gebildet.

2020.6 Erste Königinnen angesetzt und Schwarmstimmung

Da ist sie also wieder – jene Jahreszeit, in der die Bienen die Koffer packen und abhauen wollen. Die Schwarmzeit ist da.

Letztes Wochenende, bei der letzten Durchsicht, waren 10% der Völker in voller Schwarmstimmung (Schwarmzellen, voll mit Gelee Royale), oder hatten erste Stifte in Weiselnäpfchen gesetzt. Dabei ist aufgefallen, dass die Völker mit den ältesten Königinnen die ersten sind, die auf gepackten Koffern sitzen.

Also werde ich, sollte die Schwarmlaune anhalten, nächstes Wochenende Königinnenableger bilden, und die Völker ihre neuen Weiseln ausbrüten lassen. Aber Obacht: Jeweils pro Kiste nur eine Zelle stehen lassen, sonst kann es doch noch zu Nachschwärmen kommen!

Außerdem habe ich letzten Freitag eine erste Serie mit Königinnen angesetzt, die heute Abend in den Brutkasten überwechseln wird, denn heute sollten die Zellen verdeckelt sein.

Diese erste Serie, aus der hoffentlich 7 Prinzessinnen schlüpfen werden, muss dann meine M+ starten. Immerhin habe ich 15 M+ Kisten, die dieses Jahr allesamt in Betrieb genommen und zur Weiselvermehrung herangezogen werden sollen. Und dann waren da ja noch die 12 Apideas…

Eigentlich wollte ich nur ein, zwei Testserien aufziehen, bevor es Ende Mai nach Norddeutschland geht, um Zuchtstoff zu holen. Aber jetzt hat das Umlarven so viel Spaß gemacht, dass ich beschlossen habe, jeden Freitag eine Serie zu starten.

Übermorgen starte ich dann eine Serie für meine Ableger, die dann am Sonntag gebildet werden müssen, damit dann vor Schlupf dieser Serie rechtzeitig Nachschaffungszellen gebrochen und schlupfreife Zellen eingesetzt werden können.
Die Ableger werden ich aus den Völkern im Raps bilden, denn dabei handelt es sich um die Völker, die ich ins Deutschen Bienenmonitoring gegeben habe, und die eigentlich nur zur Bienenproduktion und nicht so sehr zur Honigproduktion vorgesehen waren (und die jetzt aber doch Honig machen sollen…)

Der Zeitplan ist schon wieder ziemlich auf Kante genäht, zumal vermutlich die Völker im Raps demnächst geschleudert werden müssen. Der Eintrag war bisher zwar überschaubar, aber trotzdem muss der Raps rechtzeitig aus den Waben, damit wieder Platz für die Robinie vorhanden ist.

Nach der Ernte müssen die Rapsvölker dann rechtzeitig zur Robinie zurück an ihren Heimatstand.

Apropos Raps und Schwarmstimmung: Keines der Rapsvölker war in Schwarmstimmung, sondern nur jene, die Obstblüten und anderen Kleinkram anfliegen können. In den Rapskisten stecken nur junge Königinnen aus dem letzten Jahr, und vermutlich ist ein Geheimnis von schwarmträgen Völkern neben der Genetik auch das Alter der Weisel.

Ansonsten: Eigene Königinnen ziehen kann süchtig machen!

2020.5 – Der dürre Raps

Die gute Nachricht zuerst: Das korrigieren der Bruträume war scheinbar keine vergebene Liebesmüh, die Brutnester haben sich bei fast allen recht kompakt entwickelt. Und Schwarmstimmung war noch nirgends festzustellen, lediglich zwei Völker hatten Spielnäpfchen.

Am Wochenende, nachdem die Völker rund 5 Tage im Raps gestanden hatten, waren die Honigräume mitunter noch leer, bestenfalls vorsichtig angetragen. Ich kann nicht sagen, dass der Raps eine Massentracht ist, und jetzt warte ich ab, was noch passiert.
In jedem Fall zollt die Trockenheit ihren Tribut, und während die Welt sich um Corona kümmert, und wir zurecht allesamt diesbezüglich in Sorge sind, so schreitet etwas weiter voran, wogegen es einst keine Impfung, kein Social Distancing und keinen Lockdown geben wird: Der Klimawandel.
Eine der belastenden Nebenwirkungen an einer Imkerei ist der Umstand, dass man vor dem Klimawandel nicht die Augen verschließen kann – er ist allgegenwärtig bei der Pflege der Bienen, und der fortschreitenden Zerstörung jener Umwelt, in der sie normalerweise leben.

Vermehrung startet

Ich möchte zum Wochenende hin eine erste Serie an Königinnen ansetzen. Dabei geht es nicht darum, wirklich gute Weiseln zu ziehen, sondern sich handwerklich der Materie zu nähern, umzularven, Pflegevölker zu erstellen, den Inkubator zu testen – kurz gesagt: alle notwendigen Aspekte einer sauberen Königinnenvermehrung zu üben, bevor es dann Mitte/Ende Mai ernsthaft losgehen soll.

Ich recherchiere im Moment noch, wo ich guten Zuchtstoff mit Pedigree herbekomme, welcher dann als Grundlage eigener bescheidender Zuchtbemühungen dienen kann. Immerhin will ich damit auf eine Belegstelle fahren und diese Weiseln als Prüfkandidatinnen durch das nächste Jahr führen. Es gibt ein paar Optionen, und wie immer ist es die Qual der Wahl.

Insgesamt habe ich drei bis vier Serien geplant, und ich bin sicher, ich werde mich hoffnungslos übernehmen…

2020.4 – Wartung und Wanderung in den Raps

Am Wochenende habe ich bei den Völkern Futterwaben entnommen und den Brutsitz überprüft. Fazit: Ich musste bei allen Futterwaben entnehmen, und bei fast allen war der Brutraum zu großzügig angepasst. Das habe ich daran festgemacht, dass zu zu viel Pollen und zu viel frischer Nektar ins Brutnest gebracht wurde. So habe ich in der Regel eine Wabe hinter das Schied gerückt und den Brutraum damit verkleinert. Die Pollen-/Nektarwaben sind damit trotzdem noch für die Bienen erreichbar, und somit sind die Ressourcen nicht verschwunden. Wir hatten jetzt prompt zwei Tage, an denen kein Flugwetter herrschte, und jetzt vermute ich, dass diese zwei Tage dazu geführt haben, dass das Brutnest wieder etwas freier geworden ist, Pollen und Nektar verbraucht und damit Platz für die Königin geschaffen wurde.

Die Drohnenrähmchen sind mitunter sehr gut ausgebaut worden, manche Völker haben keinerlei Drohnenbau errichtet. Ansonsten ist von Schwarmstimmung bisher weit und breit nichts zu erkennen, nicht einmal Spielnäpfchen sind angesetzt worden.

Damit sich das ändern kann, habe ich eine Reihe von Kisten in den Raps gewandert.

Meine im Winter selbst gezimmerten Paletten haben dabei recht gut funktioniert – die Beuten standen vergleichsweise sicher auf der Sackkarre.

Der zuständige Landwirt hat mir versprochen, mir vor einer Spritzung bescheid zu geben, bzw. außerhalb der Bienenflugzeiten zu fahren. Ich habe die Kisten auch mit etwas Abstand zum Raps aufgestellt, damit sie zumindest keine direkte Dusche abbekommen können.

Da es wieder einmal sehr trocken ist, bin ich unsicher, ob und wie viel Honig am Ende überhaupt eingetragen wird, zumal die Kisten, die ich hingestellt habe, nicht sonderlich stark sind.

Aber wie schrieb mal jemand im Internet: Raps ist auch eine gute Aufbautracht – und ich werde jetzt mal die Entwicklungsdynamik der Völker im Raps beobachten.

Zucht/Vermehrung

Ich denke, mit der Vermehrung/Aufzucht von Weiseln werde ich erst Anfang/Mitte Mai beginnen. Zur Zeit sind bei mir kaum Drohnen vorhanden und Schwarmstimmung ist keine erkennbar. Insofern warte ich derzeit noch etwas ab.

Es gibt unterschiedliche Strategien, bzw. Herkünfte, die ich dieses Jahr angehen will:

  • Zum einen will ich von meinem “Besten Volk” selber nachziehen. Das hat hauptsächlich damit zu tun, dass ich selber umlarven möchte, das Pflegevolk erstellen und einmal den ganzen Prozess bis zur Begattung selber, mit kostenlosem Material durchspielen möchte. Mit diesen Königinnen will ich Ableger besiedeln, Apideas und Mini+ Völkchen starten.
  • Von einem befreundeten Imker möchte ich von Buckfast-Zuchtmüttern nachziehen, welche dann im Herbst in die eine Hälfte meiner Wirtschaftsvölker eingeweiselt werden soll. Die andere Hälfte der Königinnen muss aus den Herkünften der Belegstelle Kohnert Buche kommen. Es gibt einen Landwirt im Sperrkreis, den ich nächstes Jahr gerne anwandern würde, bei dem die Herkünfte belegstellenkonform sein müssen. Daher die Notwendigkeit einer definierten Herkunft.
    Dazu muss man ergänzen: Die Kohnert-Buche bekommt einen neuen Betreiber, Ansgar Westerhoff. Wenn ich den Zuchtobmann richtig verstanden habe, dann wird man darüber an TOP-SPITZENMATERIAL!111! kommen.
    Das wäre doch sehr schön!
  • Ich habe noch Zugriff auf eine gekörte, künstlich besamte Carnica Herkunft. Von der könnte man ja auch einmal umlarven und noch mehr Ableger damit bestücken.

Dann hätte ich sehr unterschiedliche Vergleichsmöglichkeiten, die mir vielleicht zeigen, was so möglich ist.
Und was die Buckfast-Herkunft betrifft: Zumindest diese Töchter würde ich gerne auf einer Belegstelle begatten lassen.

Der Fokus liegt aber zunächst auf der Aufzucht im Starter/Finisher, mit einem Finale im Brutkasten, um dann als schlupfreife Zellen in Begattungseinheiten zu schlüpfen.
Ich will mich also zunächst auf das schnöde Handwerk konzentrieren, damit ich die schöne Genetik dann nicht durch schlechte Aufzucht verderbe.

2020.3 – Futterkranz- und Bienenproben ziehen

Das Wochenende brachte laue 14 Grad Celsius und somit konnte ich die für das Bienenmonitoring benötigten Proben einsammeln und dabei auch gleich Futterkranzproben entnehmen.

Futterkranzproben sind fester Bestandteil der Frühjahrsarbeiten, damit ich ein Gesundheitszeugnis bekommen und später ggf. Belegstellen beschicken kann. Außerdem gehört das einfach m.E. zu einer guten imkerlichen Praxis – jeder Imker, egal wie groß oder klein – sollte zumindest einmal im Jahr Futterkranzproben ziehen.

Völker unterschiedlich stark

Die Völker sind sehr unterschiedlich in ihrer Entwicklung. Man sieht deutlich, dass ich letztes Jahr, als ich die Ableger für die unbegatteten Königinnen von Uwe Eichholz gebildet habe, meine Ressourcen ein Stück zu weit gestreckt hatte.

Ich vermute, dass sich die Auswinterungsstärke eines letztjährigen Jungvolkes schon bei der Bildung desselben entscheidet: Die Bienenmasse entscheidet, wie gut die junge Königin ihr Brutnest aufbauen kann, die Jungvolkentwicklung im Mai, Juni und Juli entscheidet, wie viele gesunde Winterbienen ab August aufgezogen werden – wobei hier der Varroastatus des Jungvolkes eine entscheidende Rolle spielt.

Die Wirtschaftsvölker, die mittels TBE (und VarroMed) im Juni (und August, September) behandelt worden sind, sehen OK aus, wobei hier die Königinnen ihre unterschiedliche Qualität zeigen.
Bei den Ablegern ist zu erkennen, dass der Zeitpunkt der Bildung entscheidend war: Völker, die Mitte Mai gebildet worden waren, sehen jetzt besser aus, als jene, die Mitte Juni an den Start gingen. Gegebenenfalls hätten die Völker Mitte Juni deutlich stärker gebildet werden müssen.

Ich hatte Befürchtungen, was die Überlebensrate meiner Völker betrifft, die ich mit VarroMed behandelt hatte. Aber tatsächlich habe ich nur ein Volk unmittelbar verloren, aber nicht durch Varroa, sondern durch eine zu geringe Volksstärke, gefolgt von Futterabriss.
Ich meine aber, dass die TBE/Oxalsäure Völker stärker dastehen, als die TBE/VarroMed Völker. Vielleicht ist ja an der Behauptung etwas dran, dass VarroMed (analog zur geträufelten OXS im Winter) in einer sublethalen Dosis wirkt, welche aber die Lebensdauer der Winterbienen verkürzt, was sich jetzt niederschlägt.

Vorbereitungen für den Raps

Ich habe die dazu auserwählten Völker auf kleine Paletten gestellt, die im Raps nicht nur zum Transport mittels Sackkarre verwendet werden sollen, sondern gleichzeitig als Beutenbock fungieren. Ich hatte die kleinen Paletten zusammengezimmert, als die Familie Anfang Januar auf Skireise war, und mir die Decke auf den Kopf fiel.

Jetzt stehen ein paar Völker aus dem Bienenmonitoring-Kontingent bereit, welche in den Raps wandern sollen. Gerade das Anwandern des Raps kann ja für das Monitoringprogramm interessante Daten liefern.

10% mit Weisel-Problemen

Ich hatte erstmalig Königinnenverluste:
2 Völker hatten nach der letzten Durchsicht im Oktober dann noch still umgeweiselt, und diese neuen Königinnen wurde nicht mehr begattet und waren somit drohnenbrütig. Eine weitere Königin war zwar noch da, fing aber nicht mehr an zu legen. Diesem Volk hatte ich über Absperrgitter einen Ableger mit funktionierender Königin aufgesetzt. Kurz darauf war die nicht-legende Königin verschwunden, der Ableger wurde stattdessen in die Kiste gesteckt.

Es ist festzuhalten: Man sollte immer ein paar Reserveköniginnen/Ableger in der Hinterhand haben.

Abwarten

Der ganze Corona Horror macht es mir schwer, mich auf die Bienensaison so richtig zu freuen. Es steht so vieles in den Sternen, die Nachrichten sind so verunsichernd – manchmal frage ich mich, wie man sich um die Bienen sorgen kann, wenn ganze Länder oder Kontinente am Abgrund zu stehen scheinen. Wenn man die Nachrichtenseiten öffnet, dann wird einem Angst und Bange. Man möchte meinen, die Menschheit rast auf den Untergang zu.
Aber wenn ich zu den Bienen gehe, ist das für die Zeit dort, weit weg.

Trotzdem pulverisieren die Ereignisse meine Planung für das Jahr recht gründlich. Mal sehen, was ich retten kann.

Kurze Notiz an mich

  • Am 9. Februar auf wenige Völker Futterteig aufgelegt – Futter war knapp.
  • Der schwächste Ableger, der schon längst hätte tot sein müssen, ist jetzt auch wirklich tot.
  • Alle Völker für Sturm Sabine gesichert. Stand heute standen noch alle.
  • Ich bin immer noch unsicher, wie viele Völker durchkommen. Bin ich aber jedes Jahr.
  • Ich habe 1-2 Sanierungskandidaten. Überlege aber, solche Spielchen nach den Erfahrungen letztes Jahr sein zu lassen.
  • Wenn man die Beute öffnet, die Waben belässt, wo sie sind, und nur von oben rein schaut, ist der Wärmeverlust zu vernachlässigen (gemessen mit der HiveWatch Waage).
  • PS: Mein Mitgliedsantrag für den Landesverband MV ist jetzt auch schriftlich draußen. Wird wohl klappen…

Warten, dass es losgeht

Im Moment passiert nicht so viel in der Imkerei. Ich habe vor kurzem Proben mit Totenfall aus den Test-Völkern gekratzt und zum LIB Hohen Neuendorf geschickt.
Außerdem war ich in der Nähe von Hamburg, beim SMR-Methodentag, und vergangenes Wochenende in Leipzig, beim 5. Mitteldeutschen Buckfastimkertag.
Ich habe dort mit den beiden potentiell für mich infrage kommenden Landesverbänden gesprochen, und anschließend, noch am gleichen Tag, meinen Antrag an den Landesverband Mecklenburg-Vorpommern abgeschickt.

Wenn ich nicht gerade die “Zucht”-Planung für die kommende Saison mache, stehe ich in der Werkstatt. Derzeit baue ich kleine Paletten, die als Beutenständer dienen, aber auch das transportieren der Völker per Sackkarre erleichtern sollen.
Außerdem will ich noch Adapterzargen bauen, in denen ich M+ Rähmchen hängen kann, damit diese, über starke Völker gehängt, ausgebaut und mit Brut belegt werden können. Umgekehrt sollen dann im Herbst die Adapterzargen dazu dienen, unter die Brutzarge gegeben, mit ASG abgetrennt, etwaige Brut auslaufen zu lassen – so man denn das M+ nicht über den Winter führen will.

Außerdem recherchiere ich gerade wegen einer neuen Schleuder. Die alte 4 Waben Tagential macht einfach keine Strecke, wenn man 300-400 Rähmchen ausschleudern will. Und in diese Größenordnung würde ich meine Imkerei gerne bewegen.

In einer Woche lege ich wieder Windeln unter die Völker. Dann werden Milben gezählt und kurz darauf der Versuch mit dem Pollenfutterteig gestartet.
Allerdings bin ich mit dem Kopf hauptsächlich bei der Zucht. Im Sommer soll von guten Herkünften umgelarvt und die Töchter auf eine Belegstelle verbracht werden.

Gelm und die Oie, die von mir präferierten Belegstellen, passen terminlich nicht. Jetzt habe ich mit Ralf Kolbe telefoniert, und bei seiner Belegstelle sieht es terminlich für mich deutlich entspannter aus. Und zu guter letzt machte der Ralf Kolbe am Telefon einen super sympathischen Eindruck, und einen guten Ruf haben seine Bienen sowieso.

Wenn alles klappt (was es nie tut), dann will ich dieses Jahr die Grundlagen für ein solides Buckfast-Fundament in meiner Imkerei legen.