Warum Königinnen in Abhängigkeit zur Volksstärke beurteilt werden müssen

Vorgeschichte

Eine 2017er Königin samt Gefolge war im September 2018 nicht so stark wie gewünscht, obwohl das Volk den Sommer über gut dagestanden hatte. Die Gründe dafür waren vielfältig. Der Winter 2018/2019 lief dann so lala, und das Volk winterte schwach aus.
Es kam im Frühjahr nicht so richtig in Schwung und dann fand ich zur Schwarmzeit immer wieder Schwarmzellen und war schon kurz davor, die Königin zu entsorgen.

Kurz vor einer Umweiselung ging mir dann in einem starken Volk die Königin verloren, und als Notnagel sollte dann diese 2017er Königin herhalten. So vereinigte ich dann beide Einheiten, und plötzlich hatte diese Königin ein sehr großes Gefolge um sich.

Hatte sie es im Frühjahr und Frühsommer nicht geschafft, mehr als eine DNM 1,5 Wabe mit Brut zu belegen, so bestiftete sie jetzt innerhalb kürzester Zeit 5-6 große Waben, und legte ein tadellos geschlossenes und gesundes Brutnest an, und auch Schwarmzellen gehörten der Vergangenheit an.

Kaum hatte sie einen großen Hofstaat zugewiesen bekommen, konnte sie zeigen, was in ihr steckt., und das war nicht wenig.

Die Hauptstory – wie ich fast Jungköniginnen grundlos selektiert hätte

Bevor ich die seltsame Wandlung der 2017er Weisel bemerkte, hatte ich unbegattete Königinnen erhalten und begatten lassen.
Unmittelbar nach der Begattung legte fast jede dieser Weiseln los und stiftete in wenigen Tagen 2-3 Brutwaben voll. Ich war sehr zufrieden und ließ die Damen machen.

Zwei Wochen später dann eine erste Ernüchterung: Alle Königinnen hatten ihr Brutnest auf zwei Waben eingeschränkt, die dritte Wabe war ausgeräumt worden, teilweise war das Brutnest lückig und auch Kalkbrutmumien waren zu finden.

Die Bienen, die bei Bildung der Begattungsableger mitgegeben worden waren, alterten zusehends und starben weg, wurden aber mehr als ersetzt durch die ebenfalls mitgegebene Brut. Als die Königin begattet war, und zu stiften begann, war alle Brut geschlüpft. Und so waren die Kisten zu Beginn angenehm mit Bienen gefüllt, während das Brutgeschäft zunächst gut startete, um dann doch nicht so richtig in Gang zu kommen.

Ich fing also an, an den Königinnen zu zweifeln. War die Genetik nicht gut? Waren die Aufzuchtbedingungen nicht in Ordnung gewesen? War etwas bei der Begattung schief gelaufen? Auch das Brutnest gefiel mir nicht – zu lückig, zu ungleichmäßig.

Aber weil ich nicht so recht wusste, wie ich damit umgehen sollte, habe ich die Kisten machen lassen, und nichts unternommen.

Die Entwicklungsdynamik im Volk

Beide Geschichten haben gemeinsam, dass es jeweils ein Massewechsel geben musste, bei dem alte gegen neue Bienen ersetzt wurden. Bei der 2017er Weisel war es die reguläre Frühjahrsentwicklung (Winterbienen gehen, nach einer langen Brutpause, während eine neue Generation aufgezogen wird), bei den Jungweiseln war es der Verschleiß der Bienen, die dem Ableger beigegeben wurden. Auch hier musste eine zunehmend alternde Bienengeneration einen Neuaufbau bewerkstelligen.

In beiden Fällen läuft die Dynamik ähnlich: Nach einer längeren Unterbrechung wird neue Brut angelegt, ohne dass junge Bienen parallel schlüpfen würden.
In Summe nimmt die Volksstärke also ab, weil mehr Bienen sterben (Wert X), als neue Bienen geboren werden (Wert 0). Es dauert 21 Tage, bis die erste Brut schlüpft und zur Verstärkung herangezogen kann. Zunächst schlüpfen aber weniger Bienen, als wegsterben, zumal während dieser 21 Tage die Zahl der brutpflegenden Bienen kontinuierlich abnimmt. In der Folge stehen anteilig zum Brutumfang immer weniger Ammenbienen zur Verfügung, als notwendig wären, und so wird das Brutnest auf das Machbare eingeschränkt.

Da Ammenbienen mehr als eine Brutzelle pflegen können, wird mehr Brut gepflegt, als Bienen vorhanden sind, aber es gibt offenbar dieses eine Verhältnis von “Anzahl Ammenbienen zu Anzahl Brutzellen” – und dieses Verhältnis entwickelt sich zunächst ungünstig für den Brutumfang.

Ich nenne diesen Moment für mich die Pflegebienendepression – wenn die Königin mehr legt, als die Ammenbienen pflegen können, worauf sie sich dafür entscheiden, schon bestiftete Brutzellen wieder leerzuräumen.

Handgemalt: Brut- und Bienenentwicklung in einem Begattungsableger

Es kommt aber der Moment, an dem Jungbienen schlüpfen, und da mehr Brut gepflegt wurde, als Bienen im Volk sind, kehrt sich die Entwicklungsdynamik irgendwann um, die Anzahl der Bienen nimmt wieder zu.

Es schlüpfen mehr Bienen, als wegsterben, dadurch entsteht ein Überschuss, der es ermöglicht, das Brutnest auszudehnen – also mehr Brutzellen zu pflegen – worauf sich jetzt eine Art Schneeballeffekt einstellt.

Meiner Beobachtung nach dauert es etwa 6 Wochen mit Beginn der Eilage, bis ein Volk das Brutnest wieder auf die ursprüngliche Größe ausgedehnt hat und die Anzahl der Bienen höher ist, als zum Zeitpunkt der Ablegerbildung.

Beobachtung: Jetzt auch erst änderte sich das Brutbild und wurde geschlossener (Kalkbrutmumien verschwanden interessanterweise irgendwann zwischen 1. und 2. Brutsatz, wofür mir aber bisher keine wirklich plausible Erklärung einfallen mag).

Königinnen, welche die Pflegebienendepression überwinden, bzw. überwunden haben, werde ich auf jeden Fall mit in den Winter nehmen.

Pflegebienendepression vs. Königinnendepression

Es gibt aber einzelne Ableger, die stagnieren auf niedrigem Niveau – vgl. auch die blaue Linie in der Grafik. Hier wird zwar gebrütet und gepflegt, aber netto nimmt die Zahl der Bienen ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr zu.
Sechs Wochen nach Beginn der Eilage sollte sich die Entwicklungsdynamik ins Positive verkehrt und die Volksstärke zugenommen haben.
Ist das nicht der Fall, würde ich eher von einer Königinnendepression sprechen.
Diese Königinnen scheinen es nicht zu schaffen, ein ausreichend starkes Volk aufzubauen. Über die Ursachen kann ich nur spekulieren, aber jene Begattungsableger, die in der Vergangenheit so ein Verhalten zeigten, und die ich mit über den Winter genommen habe, blieben immer auch hinter den anderen Völkern zurück.

Wie passt das mit der 2017er Königin zusammen?

Die o.g. 2017er Königin litt eher unter einer Pflegebienen- als unter einer Königinnendepression. Das zeigte sich eindeutig, als ich die Zahl der zur Verfügung stehenden Ammenbienen drastisch erhöht habe.

Aber eigentlich hätte sich das Volk ja aus eigener Kraft erholen müssen, um die Königin als Grund auszuschließen, oder?

Ja, aber ich glaube, hier verfälschten mehrere Faktoren die Volksentwicklung im Vergleich zu einem Ableger:

  • Die Pflegebienen waren Winterbienen, und damit sehr alt.
  • Das Volk zeigte im Februar Anzeichen von Ruhr.
  • Als später Schwarmzellen auftraten, wurde es geschröpft.
  • Als die Schwarmzellen weiterhin auftraten, wurde eine TBE vorgenommen.

Damit ließ sich diese Königin nicht sauber beurteilen. Höchstens die erhöhte Schwarmneigung gibt einen Hinweis darauf, dass eine Umweiselung angezeigt sein könnte (je nachdem, welche Betriebsweise und Philosophie man bevorzugt).

Fazit

Ich war und bin auf der Suche nach Kriterien, neue Königinnen bewerten zu können.
Im ersten Jahr kann man weder Schwarmträgheit noch Honigertrag heranziehen.
Was man aber zur Beurteilung berücksichtigen muss:

  • Sanftmut (nach 6-8 Wochen sind nur noch Arbeiterinnen der neuen Königin vorhanden),
  • Wabenstetigkeit,
  • Brutbild, Anzeichen von Brutkrankheiten,
  • quantitative Volksentwicklung.

Nach diesen Kriterien werde ich dann im September die Begattungsableger aus dem Juni beurteilen und entsprechend Selektieren.

Wichtig war für mich, zu verstehen, wie es sich mit den Abhängigkeiten von Königin zum Volk und Volk zur Königin verhält, welche Mechaniken dort wirken, und wie das bei einer Beurteilung der Weiseln zu berücksichtigen ist.
Eine Königin bleibt unter ihren Möglichkeiten, wenn die Volksstärke nicht passt, andererseits stagniert ein Volk, wenn die Königin dauerhaft nicht ausreichend legt.

Das entscheidende Auswahlkriterium dabei ist für mich, ob eine Königinnen-Volksgemeinschaft es schafft, binnen 6 Wochen die Pflegebienendepression zu überwinden und quantitativ zu wachsen.

2019.17 Varroa Status – so sieht es derzeit aus

Ich arbeite immer noch an einem Varroakonzept, welches zu mir und meiner Betriebsweise passt.
Da ich immer noch an meiner Betriebsweise arbeite, meine Imkerei dieses Jahr wieder enorm gewachsen ist und mein Erfahrungsschatz entsprechend mit wächst, ist alles ständig im Wandel. Und das gilt auch für mein Varroamanagement.

Völker mit TBE (Totale Brutentnahme)

Das Konzept der TBE ist ein sehr Schlüssiges. Allerdings halte ich mittlerweile den Zeitpunkt für entscheidend.
Ich habe meine TBE wieder Ende Juni durchgeführt (21.6. und 22.06.)
Da noch Honigräume auf den Völkern verbleiben mussten, habe ich dieses mal nur mit einer Fangwabe gearbeitet. Diese Fangwaben habe ich dann neun Tage später voll verdeckelt entnommen und daraus einen weiselrichtigen Sammelbrutableger gebildet, der mit Ameisensäure behandelt worden ist.
Die TBE-Völker selber wurden mit keiner Säure behandelt, sondern eben nur mit Fangwabe.

Ich habe Anfang der Woche eine Kontrolluntersuchung unter Zuhilfenahme von Oxalsäure durchgeführt und jetzt – 2 Monate nach der TBE – feststellen müssen, dass dabei zwischen 45 und 90 Milben pro Tag gefallen sind (wohlgemerkt nach OXS, nicht der natürliche Milbenfall!).
Das hat mich überrascht: Der Milbenfall nach OXS deckt sich im Ergebnis nicht unbedingt mit meinen CO2 Tests!

Begattungsableger

Die Begattungsableger habe ich Ende Mai gebildet, Anfang Juni beweiselt und Mitte Juni bei Brutfreiheit (naja, Stifte gab es schon) mit OXS behandelt.
Laut stichprobenartiger CO2 Tests sind diese Einheiten unauffällig.
Allerdings scheint es mir geboten, hier auch noch einmal einen OXS-Kontrollversuch zu starten, und sei es nur bei ein bis zwei Einheiten.

Brutwabenableger aus dem Mai

Diese sahen bisher laut CO2 Tests auch gut aus. Allerdings kann das eigentlich nicht sein. Wurden diese zwar Mitte bis Ende Mai brutfrei mit OXS behandelt, so lagen jedoch sehr viele Brutzyklen zwischen der Behandlung und jetzt, sodass es reichlich Gelegenheit für die Milbe gab, sich zu vermehren.
Auch hier will ich eine Kontrollbehandlung mit OXS durchführen und den anschließenden Milbenfall zählen. Ich habe den Verdacht, dass diese Völker stärker belastet sind, als der CO2 Test es mir anzeigt.

Unbehandelter Ableger: 10% Befall

Ich habe einen Begattungsableger bewusst nicht behandelt. Dieser Ableger, auch Ende Mai aus Brutwaben von Wirtschaftsvölkern gebildet, auch Anfang Juni beweiselt, war ein Anschauungsobjekt.

Er wurde am 23.7. einmal mit OXS behandelt, allerdings unter Vorhandensein geringer Anteile an verdeckelter Brut.
Diese (mit Absicht verspätete) Behandlung hat nicht ausgereicht, den Milbenbefall ausreichend zu reduzieren. Kurz darauf traten die ersten Fälle von DWV zutage, die Anzahl an Bienen nahm zusehends ab, das Brutnest war löchrig.

Mitte August habe ich dann eine TBE vorgenommen (nicht um den Ableger zu retten, sondern ihn für eine Auflösung vorzubereiten) und die Brutwaben auseinander gepult.

Der Befall der Brutzellen durch Milben lag bei etwas über 10 %.

Im September wäre die Kiste leer gewesen.

“Ich habe kaum Milben, das ist kein Milbenjahr!”

Das lese ich derzeit immer wieder, bspw. im Imkerforum. Allerdings deckt sich das nicht mit meinen Beobachtungen.

Richtig ist, dass auf den Windeln kaum Milbenfall zu sehen ist. Dort liegen jene Völker, bei denen ich eine Windel drunter geschoben habe, deutlich unter den Grenzwerten. Wenn man aber genauer hinsieht, dann findet man auch mehr Milben, als einem lieb ist.
Zwar sehen meine Völker, wenn man Brut und Bienen betrachtet, unauffällig aus (keine DWV Bienen, keine großen Lücken im Brutnest, keine ansitzenden Milben), aber die Milben sind bereits wieder da – trotz TBE.

Ich habe daher die Befürchtung, dass es sich bei dem “ist kein Milbenjahr!” um einen fatalen Irrtum handeln könnte.

VarroMed Tests voraus

Ich höre und lese immer mehr über VarroMed. Die bisherigen Erfahrungen, von denen ich höre, klingen allesamt positiv. Ich wäre daher normalerweise auch positiv, dass VarroMed ein super Produkt sein könnte, wenn ich nicht Frau Dr. Rademacher im Ohr hätte, die bei einer Fortbildung – auf das Produkt angesprochen – meinte, sie hätte keine Idee, wie und warum das wirken sollte. Allerdings musste VarroMed ein europäisches Zulassungsverfahren durchlaufen, und so werde ich VarroMed dieses Jahr das erste Mal an einem Stand testen – eben wegen des Zulassungsverfahrens und der positiven Erfahrungen.

Der Grund, warum ich überhaupt einen entsprechenden Test durchführe:
Die Juni-TBE Völker haben mehr Milben, als ich in den Winter mitnehmen und jetzt bei der Winterbienenaufzucht im Volk haben will.
Eine Ameisensäurebehandlung wäre möglich, ist aber zum einen stark wetterabhängig (was VarroMed nicht sein soll), zum anderen eine starke Belastung für das Volk über einen längeren Zeitraum (was keine grundsätzliche Kritik an der AS sein soll).

Ich erhoffe mir, dass die TBE Völker, die ja bereits eben durch die TBE einen Großteil ihrer Milben verloren haben, mit einem Durchgang VarroMed so weit entmilbt werden, dass ein zweiter Durchgang nicht mehr nötig wird. Ein weiterer Grund: Ich schaffe es zeitlich nicht, alle notwendigen Völker mit der dritten (und bienenverträglichsten) Methode – der OXS Bedampfung – zu behandeln (zumal das in Deutschland auch nicht zulässig wäre). Also bleibt Ameisensäure mit dem Nassenheider Verdunster oder der Test mit VarroMed.

Auf dem Papier ist VarroMed schnell und sicher zu applizieren. Wenn es auch noch wirkt, dann wäre das eine Erleichterung in meinem Varroamanagement.

Daher werde ich einen vergleichenden Test vornehmen:
Ein Stand mit Juni-TBE Völkern wird klassisch behandelt, ein anderer Stand mit VarroMed.

Fazit TBE

Die TBE hat Vorteile:

  • Ein Großteil der Milben wird entfernt, egal ob mit Fangwabe oder mit OXS als Nachbehandlung.
  • Die TBE Völker bauen dann allesamt mustergültige Brutnester wie aus dem Lehrbuch.
  • Wabenhygiene ist auch erledigt.

Allerdings scheint es mir, dass bei einer zu frühen Durchführung (also schon Ende Juni) der Effekt der Milbenreduktion bis zum September, Oktober hin verpufft.
Sicherlich: Ohne eine entsprechende Behandlung würden es Völker vielleicht gar nicht bis zum Oktober schaffen. Aber dass eine irgendwie geartete weitere Behandlung notwendig wird, stört mich – zumal ich dann aus Zeitmangel heraus wieder zu organischen Säuren greifen muss, die ich den Bienen gerne erspart hätte.

Ich werde zusehen, nächstes Jahr die TBE vier Wochen nach hinten, auf die letzte Juli-Woche zu schieben.

Dann erspare ich mir (und den Bienen) hoffentlich jede weitere Behandlung vor der Restentmilbung im Dezember.

Ultrabee Pollen Futterteig Rezept(e)

Ich habe mir die Tage einen 25 KG Sack UltraBee Pollensubstitut aus UK bestellt.
Man kann das als Pulver füttern, aber ich möchte es als Futterteig verwenden.

Drauf gekommen bin ich durch Randy Oliver, der diverse “Pollen Subs” getestet hat, und dabei UltraBee am Besten abschnitt.
Pollen-Futterteig ist insbesondere im Frühjahr interessant, wenn in der Kiste gebrütet wird, aber von draussen noch nicht viel rein kommt. Allerdings darf der Nutzen in unseren Breitengraden auch gerne angezweifelt werden, weil man meist sagt, dass es hier immer ausreichend natürlichen Pollen gibt.

Nichtsdestotrotz will ich das mal austesten, und zwar schon jetzt, an meinen Ablegern.
Ich will mal 4-8 Ableger hernehmen, die nach Status der Brut kategorisieren und dann Pärchen bilden, von denen jeweils ein Volk Pollen-Futterteig bekommt, während das Kontrollvolk nichts zusätzlich erhält.

Jedenfalls suche ich derzeit noch Futterteigrezepte.
Das Erste stammt von Michael Palmer. Das Öl dient insbesondere dazu, den Teig auch über längere Zeit geschmeidig zu halten und vor Austrocknung zu bewahren:

New recipe…
I use a cement mixer now and make a larger batch than I can in a bucket
17 lb hot water
42 lb sugar
6 cups vegetable oil
25 lb dry sub I use Ultrabee…already has lemongrass

This mix doesn’t harden as Beepro with sugar did. The oil helps. Still, I sandwich it between waxed paper.

https://www.beesource.com/forums/showthread.php?279264-Need-recipe-for-pollen-patties-using-Bee-Pro&p=1597209#post1597209

This recipe makes approximately 5.25 lbs of pollen patties.
Ingredients:
2.6 lbs sugar
1 pound of HOT (boiling) water
1/4 cup of oil (vegetable, corn, canola, etc)
1.7 lb UltraBee pollen substitute
Add sugar and HOT water to mixing bowl, add oil, then as it mixes slowly add the pollen substitute. Mix well and store in an airtight container.

https://www.youtube.com/watch?v=BxBdt3llNdk

Ein Wochenende in Franken – Maden pulen und Milben zählen für die gute Sache

Das Wochenende vom 9. August an habe ich in der Nähe von Nürnberg in Franken verbracht, auf Einladung des LV Buckfastimker Bayern e.V, die dieses Jahr wieder freiwillige Helfer rekrutiert haben, ihnen bei der VSH Auszählung ihrer aktuellen Zuchtköniginnen zu helfen.

VSH Auszählung – worum geht es?

Vereinfacht gesagt: Es wird versucht, Bienen zu züchten, die ohne Behandlung durch den Menschen mit der Varroamilbe zurecht kommen.

Fachchinesisch: Durch Selektion, Einfachdrohnbesamung, künstlicher Infektion von Prüfvölkern mit Milben und anschließendem Auswerten der Brut und der Milbenentwicklung, lassen sich Königinnen finden, deren Arbeiterinnen die Milbenreproduktion in einem Maße stören, dass die Milbe sich nicht mehr ausreichend vermehren kann, und die Völker so überleben können.
Dabei wird hart auf das Merkmal “VSH – Varroa-Sensitive-Hygiene” selektiert (auch mithilfe von SDI – single drone insemination), um dieses möglichst zu isolieren – unter Außerachtlassung aller anderen wünschenswerten Merkmale.

Wie läuft das grundsätzlich ab?

Es werden gezielt Linien angepaart, von denen man einen hohen VSH Wert erwartet. Die Anpaarung läuft über künstliche Besamung, um Herr über die Genetik zu sein. Es gibt also eine definierte Mutter, und deren Tochter (die zu prüfende Königin) wird mit dem Sperma eines Drohns einer ausgewählten anderen Königin “betankt”. Die zu prüfende Königin, die in ihrer Spermatheka jetzt definierte Chromosomensätze spazieren trägt, legt jetzt Töchter, von denen man bestimmte Eigenschaften erwartetn bzw. erhofft.

Ob sie diese Erwartungen erfüllen, galt es an diesem Wochenende herauszufinden.

Was jetzt in einem Absatz relativ kurz und knapp beschrieben werden kann, ist in Wahrheit ein unglaublicher Aufwand:

  • Zu einem definierten Zeitpunkt müssen hunderte von Prüfkandidatinnen “fertig” sein, denn die werden alle an einem Wochenende künstlich besamt.
  • Es müssen hunderte von Königinnen künstlich besamt werden, und dafür ,üssen aus den Drohnenlinien die entsprechenden, vitalen Drohnen bereit sein.
  • Nach der künstlichen Besamung müssen die Königinnen legen, und ein eigenes Völkchen aufbauen.
  • Frühestens nach 9 Wochen, wenn es nur noch Töchter der Königin aus der künstlichen Besamung gibt, also die Genetik im Volk definierbar ist, wird jedes Prüfvolk mit einer definierten Menge an Milben infiziert.
  • Also müssen zu einem festen Termin tausende von Milben aus Völkern “gewonnen”, grob abgezählt und in die Prüfvölker gegeben werden.
    Dies geschieht mittels Puderzucker und sehr großen Schüttelbechern – ähnlich der Puderzuckermethode.
  • Und dann folgt das Wochenende der Wahrheit: Zwischen der künstlichen Infektion und der Auswertung muss ein festgelegter Zeitraum vergehen, bevor eine Auswertung stattfinden kann.

Und der richtige Zeitpunkt für diese Auswertung war das vergangene Wochende.

Was für ein Aufwand!

Mit den Vorbereitungen an den Königinnen ist es ja nicht getan!
Eine ganze Gastwirtschaft wird für dieses Event hergerichtet. Ein Saal, in dem sonst lokale Rockkapellen Konzerte geben, werden Tische aufgebaut und mit Binokularen bestückt. Über dreißig davon sind vorhanden.

Die Organisatoren haben für die anreisenden Helfer Hotels und Pensionen gebucht und sich um die Verpflegung gekümmert, Arbeitsunterlagen und Formulare vorbereitet, Einweiser und Helfer organisiert und ausreichend Platz für Autos und hunderte von Miniplus Kästen geschaffen. Aus dem Landesverband allein sind schon so viele Helfer anwesend, dass man spüren kann, mit welchem Ernst und Ehrgeiz hier an die Sache herangegangen wird.

Es gibt die “Experten”, Projektteilnehmer, die über reichlich Erfahrung verfügen und neue Teilnehmer wie mich einweisen und unermütlich die immer gleichen Fragen wieder und wieder beantworten.

Alles ist mit großem Aufwand perfekt organisiert und eingerichtet, dass wir “Auswerter” ungestört unserer Arbeit nachgehen können:
Brutwaben auseinanderpulen und Milben suchen!

Wonach sucht man?

Kurz gesagt: Man sucht nach Völkern, in denen die reguläre Milbenreproduktion irgendwie gestört oder verzögert abläuft.
Da der Vermehrungszyklus der Milbe immer nach einem bestimmten Schema abläuft, kann man – wenn man das Alter der Bienenpuppen kennt – einen SOLL-IST Vergleich anstellen:
Entspricht der Stand der Milbenvermehrung im Verhältnis zum Entwicklungsstadium der Biene den Erwartungen, oder ist daran irgendetwas anders? Und wenn etwas anders ist, was ist es?
Zum Beispiel kann die Muttermilbe tot in der Zelle liegen, oder die die Anzahl der Nachkommen ist geringer als erwartet, oder es existiert kein Männchen, oder, oder, oder.
Manchmal findet man keine Milben mehr im Volk, obwohl es kurz vorher stark kontaminiert worden ist.

Man kann das Ergebnis des SOLL-IST Vergleich am Ende in einen prozentualen VSH Wert ausdrücken. Dazu füllt der Prüfer einen Bogen aus, in welchem er Zustände standadisiert beschreibt. Diese Standardisierung macht es möglich, eine Excel Tabelle auszufüllen, welche dann einen VSH Wert errechnen kann.

Was macht man als Auswerter/Prüfer?

Man sitzt rund 10 Stunden über ein Binokular gebeugt und sucht auf Brutwaben nach Bienenbrutzellen im richtigen Alter, entnimmt die Puppen und untersucht die Zellen und Puppen auf Milbenbefall. Wenn man Milben findet, untersucht und bewertet man den Zustand des Reproduktionszykluses – gibt es eine Muttermilbe? Eine männliche Milbe? Weibliche Nachkommen, und wenn ja, in welchem Alter? Passt das Bild zum Alter der Biene? In welchem Brutstadium befindet sich die Biene genau? Oder handelt es sich um einen Mehrfachbefall?

Pro Probe werden entweder so viele Zellen mit Puppen im richtigen Alter geöffnet, bis man 10 einfach befallene Zellen gefunden hat, oder 300 Zellen einer Probe – je nachdem, welcher Fall zuerst eintritt.
Dabei öffnet man etwa noch einmal 50-100% Prozent an Zellen zusätzlich, um Zellen im richtigen Alter zu finden.
Man popelt pro Tag also tausende von Zellen auf, zieht Bienenbrut mit einer Pinzette heraus und sammelt Berge von Bienenföten neben sich auf Küchenkrepp.

Durch die Vergrößerung bekommt man eine Sicht auf Bienen und Milben, wie sie einem sonst verborgen bleibt.

Hat man eine Probe fertig, wird der dazugehörige Bogen von einem der Experten noch einmal kritisch überprüft, bevor er dem strengen Zuchtmeister Stefan Luff übergeben wird, der die Datensätze in Exceltabellen klappert.

Kaum ist man mit einer Probe fertig, wird man auch schon losgeschickt, sich die nächste Wabe zu holen um von vorne anzufangen.

Ergebnisse?

Ich habe keine konkreten Zahlen. Allerdings habe ich mitgenommen, dass die VSH Werte der Völker im Schnitt gestiegen sind. Völker, die einen aktuell ermittelten VSH Wert von 75% zeigen, sind schon uninteressant für die weiterführende Zucht. Dafür gibt es genug bessere Königinnen mit höheren Werten.

Insgesamt haben wir wohl über 300 Völker ausgezählt. Natürlich waren da viele Kandidatinnen dabei, die schlechte VSH Werte zeigten, aber insgesamt scheint der Plan aufzugehen, das Merkmal “VSH/SMR” gezielt zu isolieren.

Wenn ich einen Link für eine detaillierte Auswertung bekommen sollte, werde ich diesen nachreichen.

Meine persönlichen Eindrücke

Ich war und bin total überwältigt von der großen Anzahl an Menschen, die sich an diesem Wochenende mit so viel Hingabe und Leidenschaft in diese Arbeit gestürzt haben. Da war ganz viel geballte Kompetenz und Erfahrung vor Ort. Und alle begegneten sich auf Augenhöhe.
Es spielte keine Rolle, ob man Jungimker ist, oder von Außerhalb, oder zum Imkerestablishment vor Ort gehörte – jeder konnte mit jedem ins Gespräch kommen, Erfahrungen austauschen und nach Herzenslust über Bienen und die Imkerei quatschen.
Alleine dafür hat sich die Reise schon gelohnt, ganz zu schweigen von der perfekten Organisation.
Was ich zu Hause oft vermisse, ist dort selbstverständlich: Unterschiedliche Menschen arbeiten an einem gemeinsamen imkerlichen Ziel – in diesem Fall an einer varroatoleranten Biene.
Als ich Bettina am Tag der Abreise zu Bahn fahre, sind wir uns einig: Man müsste eigentlich schon deshalb dort hin ziehen, weil da so viele coole Leute am Imkern sind.

Und? Kommt jetzt die Biene, die ohne Behandlung überlebt?

Mein Wissen, meine Erfahrung reichen nicht aus, um diese Frage glaubhaft beantworten zu können.
Aber:
Es ist manchmal für diese Arbeitsgruppe eine Herausforderung, genug Milben für die künstlichen Infektionen zusammenzubekommen.
Stefan Luff hat mich einmal angeschrieben, als er mitbekommen hat, dass ich ein vermilbtes Volk hatte. Er würde die Milbenschleuder gerne gegen einen Ableger aus der Arbeitsgruppe eintauschen.
Daraus ist letztlich nichts geworden, aber es zeigt, mit welchem Luxusproblem man dort mitunter zu kämpfen hat – nämlich das im Völkerbestand im Umfeld der VHS Zuchtgruppe die Anzahl der Milben sehr gering ist.
Es gibt auch einzelne Völker, die ohne Behandlungen durch den Winter gehen.

Es hängen sehr viele Wenn und Aber bei diesem Projekt im Raum. Das kann alles auch schnell wieder kippen. Aber ich verstehe die bisherigen Erfolge so, dass der sogenannte Proof Of Concept gelungen ist.
Davon ausgehend kann weiter gearbeitet werden. Allerdings braucht es wohl einen langen Atem.
Wenn man bedenkt, dass diese Gruppe erst seit 2015* daran arbeitet, VSH Königinnen zu züchten, dann sind die oben genannten Ergebnisse sicherlich ermutigend. Und ich hatte das Gefühl, dass man dort fest an den Erfolg glaubt.
Folgerichtig würde ich die gestellte Frage, nach der Möglichkeit der varroatoleranten/varroaresistenten Biene, mit Ja beantworten. Ich glaube, dass das funktionieren kann.

*) Das stimmt nicht ganz: Die Grundlagen dazu hat Josef Koller gelegt, der schon seit 20 Jahren auf Varroaresistenz hinzüchtet, und so das Fundament für die jetzigen Arbeiten gelegt hat.

Mein Fazit

Ich bin aus dem Wochenende rausgegangen mit der Motivation, das gezielte Vermehren von Königinnen zu lernen. Zucht kommt dann sicherlich irgendwann von alleine, aber erst einmal das Handwerk lernen.

Und später dann würde ich gerne auch in das Projekt einsteigen, und eigene Königinnen der Prüfung anmelden. Dazu gehört aber viel mehr, als “nur” Weiseln zu ziehen. Das passiert auch nicht von heute auf morgen, aber man muss ja irgendwo anfangen.

Ansonsten war es schön, viele Leute aus dem Imkerforum (wiederzu-)treffen. Es war fast ein kleines IFT. Wir haben zwei tolle Abende verbracht und natürlich auch herzhaft über andere Forumsteilnehmer gelästert 🙂

Kurzum: Wenn Stefan mich haben will, bin ich nächstes Jahr wieder dabei.

Ein paar Detailaufnahmen

Diese Aufnahmen hat mir freundlicherweise Ralf Höling zugeschickt.
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich auf den Landesverband der Bayrischen Buckfastimker verlinken.

Brutstadium 1 – man beachte die Protonymphen auf 9 und 11 Uhr, eine davon ist möglicherweise das Männchen
Brutstadium 1, vermutlich mit Muttermilbe (für eine Tochter ist die schon etwas dunkle)
Ganze Milbenfamilie: am Zellgrund das Männchen, 11 Uhrt die Mutter, 6 und 9 Uhr die Töchter
Milbenfamilie

So arbeite ich mit dem CO2 Tester

Der CO2 Tester ist ein Hilfsmittel zum Bestimmen des Varroabefalls in einem Bienenvolk. Dabei wird die Anzahl der auf den Bienen sitzenden Milben ermittelt, was dann in einen prozentualen phoretischen Befall umgerechnet werden kann, wenn man die Anzahl der Bienen kennt, die man beprobt.
Anders ausgedrückt: Wenn man weiss, dass man 300 Bienen im Tester hat, und aus diesem 3 Milben “extrahiert”, dann entspricht das einem phoretischen Befall = 1%

Vorteile des CO2 Testers

Der eine wesentliche Vorteil: Man hat nach wenigen Minuten Klarheit über den Befall seines Volkes.

Nachteile des CO2 Testers

Der eine wesentliche Nachteil: Es macht mehr Arbeit, eine CO2 Testung durchzuführen, als eine Windel unter ein Volk zu schieben. Es sei denn, der Bienenstand ist durch eine längere Anfahrt zu erreichen – dann ist die Auswertung der Windeln wieder mit viel Aufwand verbunden.

Ambivalentes

Es gibt unterschiedliche Meinungen zu der Aussagekraft des CO2 Testers. Mancher bewertet ihn als nicht zuverlässig genug. Dr. Ralph Büchler kommt aber zu dem Ergebnis, dass der Tester für den Praxiseinsatz gut geeignet ist.

Was wird benötigt?

Das alles wird benötigt
  • Der CO2 Tester, welchen man einmal gewogen haben sollte.
  • Ausreichend CO2 Patronen mit Schraubgewinde.
  • Eine Lupe
  • Einen CO2 Spender – der mitgelieferte hat bei mir sehr schnell den Geist aufgegeben. Findet man u.a. als Fahradzubehör.
  • Ein Notizblock.
  • Eine elektronische Briefwaage (gibt es für wenig Geld).
  • Ein kleines Stück Folie (ca. 20x30cm)

Schritt 0 – Eine kleine Tabelle erstellen

Ich mache mir derzeit eine Tabelle, die etwa folgende Spalten enthält:

  • Datum
  • Volk Nummer
  • Gewicht der Probe
  • (darauf resultierende) Bienen
  • gezählte Milben
  • Prozentualer Befall

Schritt 1 – Probe entnehmen

Man öffnet das Volk, stellt den Tester mit geöffnetem Deckel sowie die Folie in Griffweite und sucht eine passende Wabe.
Ich nehme gerne Waben aus dem Brutnest, wenn ich sicher ausschließen kann, dass die Königin nicht auf dieser Wabe rumläuft. Habe ich die Königin geortet, nehme ich eine Wabe, die zwei Positionen entfernt steckt.

Jetzt entnehme ich diese Wabe, halte sie in einer Hand, lege mit der anderen Hand die o.g. Folie auf die restlichen Oberträger, und prüfe die Wabe noch einmal kurz, ob sie auch offene Brut enthält.
(Ich nehme dazu nicht mehr die Abdeckfolie. Diese war mir immer zu groß und zu unhandlich, um sie mit einer Hand auszubreiten )

Jetzt schüttelt man mit ein, zwei kräftigen Stößen die Bienen auf die Folie, lehnt die Wabe langsam an die Beute, greift ruhig die beiden Enden der Folie und legt die Enden leicht aneinander, sodass eine Art Folienrutsche entsteht.

Es werden viele Bienen auffliegen, es fühlt sich alles sehr wuselig und unruhig an, was den Imker zu Hektik verleiten könnte, weil er um die Probenmenge fürchtet. Tatsächlich bleiben aber bei einem ruhigen Arbeiten noch genug Bienen für eine Probe auf der Folie.

Die Folienrutsche benutzt man nun dazu, den Tester zu befüllen. Dabei lasse ich die beiden roten Eichstriche außer acht. Mit der einen Hand halte ich die Folienenden zusammen, mit der anderen fasse ich unter die Folie und “schubse” so die Bienen von der gerundeten Folie in den Tester.

Auch hier wieder muss zügig aber nicht hektisch gearbeitet werden, auch hier werden wieder etliche Bienen den Tester verlassen. Wichtig ist, dass der Plastikdeckel in Griffweite liegt und man den Tester umgehend verschließen kann.

Jetzt ist das Schlimmste geschafft.
Während der Auswertung der Probe kann das Volk noch offen bleiben.

Schritt 2 – Bienen betäuben

Vorher…

Ich stellte den Tester auf einen stabilen, geraden Untergrund. Der untere Deckel muss ebenfalls angebracht sein.
Ich lege einen geraden Stein auf den oberen Deckel, weil dieser von sich aus zu locker sitzt und bei einströmendem CO2 weggepustet werden würde.

Jetzt wird stoßweise CO2 eingelassen, mit kurzen Pausen. Am Anfang passiert nicht viel. Oftmals fallen dann aber die Bienen plötzlich zusammen.

Man gibt so viel CO2 dazu, bis die Bienen wirklich regungslos sind.

Nachher.

Während der Wartezeit von 20 bis 30 Sekunden gebe ich die entnommene Wabe zurück ins Volk und schiebe die Waben wieder zusammen. Die Beute lasse ich aber noch offen.

Schritt 3 – Wiegen!

Diesen Schritt vergesse ich auch ganz gerne. Wenn die Bienen betäubt sind, lassen sie sich einfacher wiegen.

Ich notiere den Wert in der Tabelle, ggf. ziehe ich gleich das Gewicht des Probebehältnisses ab und habe damit das Gewicht der Bienen. Das Gewicht der Bienenprobe in Gramm, geteilt durch 0,1 ergibt dann die ungefähre Anzahl der Bienen.
Diese notiere ich für später ebenfalls.

Schritt 4 – Schütteln

Mittlerweile ist genug Zeit vergangen, und man kann die Bienen schütteln.
Ich schüttele nicht nur vertikal, sondern auch ähnlich wie einen Brandy – im Kreis. Und dann wieder vertikal, auch mal horizontal – einfach sehr gründlich von allen Seiten.

Die Bienen werden dabei schmierig schwarz, koten unkontrolliert ab und sehen danach ziemlich elendig aus. Aber sie leben.

Ich schüttele 15-25 Sekunden.

Schritt 5 – Auszählen

Jetzt kommt der wichtige Teil, wo ich von der Anleitung abweiche, denn ich zähle an unterschiedlichen Stellen, und ich benutzte immer eine Lupe.

Der Bodendeckel – dieser wird als erstes ausgezählt. Milben sind hier gut zu erkennen.

Bodendeckel – Milbe auf 2 Uhr.

Eine Lupe verwende ich deshalb, weil Kotspritzer manchmal keine Kotspritzer, sondern helle, junge Milben sind, welche ich mitzähle.

Sieb, Bodenseite, sowie die unteren Wände – Jetzt suche ich mit der Lupe die Unterseite des Siebes ab, insbesondere die Falz, welche das Sieb hält. Hier rutschen gerne mal Milben runter. Die Wände des Testers werden ebenso abgesucht.

Unterseite – man beachte die geriffelte Falz, welche das Sieb hält.

Raum mit den Bienen, Sieb samt Falz von oben – Auf jener Seite des Siebes, auf welche die Bienen geschlagen werden, bleiben auch gerne Milben hängen, ebenso in der Falz. Daher wird hier alles einmal gründlich abgesucht, und dabei der Becher leicht gedreht, damit die Bienen nach rutschen und den Blick auf alle Bereiche frei geben. Zu dieser Zeit sind die Bienen noch betäubt.

Innenraum ebenfalls begutachten

Alle gefundenen Milben werden zusammenaddiert und in die Tabelle eingetragen.

Nicht vergessen: Die betäubten Bienen wieder vorsichtig zurück ins Volk schütteln.

Schritt 6 – Auswertung

Mit der Anzahl der Bienen und der Anzahl der Milben lässt sich der prozentuale Befall ermitteln (Anzahl Milben / Anzahl Bienen * 100 = p%)

Und dann weiss man im Grunde bescheid.

Grenzwert

Mein Grenzwert liegt bei > 1%. Dabei ist mir die Jahreszeit egal, zu welcher ich messe.
Den Wert habe ich von einem Vortrag mitgenommen, bei welchem es um die Varroatoleranzzucht der bayrischen Buckfastimker ging.

Wenn also ein höherer Befall als 1 % nachgewiesen wird, werde ich tätig, darunter nicht.

2019.14 Nach dem Urlaub ist vor der Honigernte

Kaum sind wir aus dem Allgäu zurück, muss die letzte Urlaubswoche für Imkerliches herhalten…

Ableger nach 2 Wochen ohne Fütterung

Wir waren 2 Wochen im Urlaub, und so mussten die alle Völker alleine zurecht kommen. Das ist natürlich kein Problem, allerdings ist hier bei uns alle Tracht vorbei, und die Völker laufen jetzt auf Reserve.
So habe ich den Honig noch auf den Wirtschaftsvölkern gelassen und den Ablegern Futterteig aufgelegt, damit sie die Zeit gut überstehen.
Das hat auch gut geklappt, allerdings haben alle Königinnen das Stiften deutlich zurückgefahren, obwohl alle Kisten satt Futter in den Waben hatten. Das hat mich etwas erschrocken, aber vielleicht liegt es auch and er Pollenversorgung, denn der Umfang an Pollenreserven ist eher als gering einzuschätzen.
Unmittelbar nach meiner Rückkehr habe ich allen Ablegern einen dünnen Futtersirup (1:1) gegeben, und heute hatte ich das Gefühl, dass in den Ablegern wieder mehr Stifte zu finden sind.
Vermutung: Unabhängig vom vorhandenen Futter im Volk, scheint der Eintrag an neuem Futter einen Reiz zu setzen, der das Brutgeschäft der Königin bestimmt. Wenn frischer Eintrag, nimmt die Legetätigkeit zu, wenn nichts von außen reinkommt, nimmt die Legetätigkeit ab.

Honigernte

Mittlerweile haben wir auch den Honig geschleudert.
Da muss mittlerweile die ganze Familie ran. Und so waren wir alle von Mittag an, bis in die Nacht hinein mit entdeckeln, schleudern und putzen beschäftigt. Ohne meine Familie hätte ich das alleine nicht bewältigt. Ich bin so dankbar, dass die hier meine Spinnereien klaglos mitmachen. Sogar die Oma hat tatkräftig mit angepackt.

Kunstschwärme

Bei der Honigernte habe ich noch zwei Kunstschwärme erstellt. Weil ich die Bienen via Bienenflucht vom Honig getrennt hatte, waren die Völker reichlich übellaunig, als ich den Honig ernten wollte, und zusätzlich die Bienentrauben unter den Fluchten zusammenkehren wollte…
Es folgten wilde Attacken und am Ende hatte ich ein gutes dutzend Bienenstiche in Armen, Händen und Beinen. Nächstes Mal dann doch besser gleich im Vollschutz, oder diese Arbeiten nicht zusammen durchführen.
Jetzt sitzen diese Kunstschwärme noch zu Hause in einer dunklen, kühlen Kammer, und warten darauf, in Beuten eingeschlagen zu werden.

Wenn Honig weg, dann Fütterung!

Was jetzt?

Heute fahre ich die Honigräume wieder durch die Gegend und staple die auf Völker zum Ausschlecken.
Wichtiger: Es beginnt die CO2-Testung.
Ich muss wissen, wie der Varroabefall meiner Völker aktuell aussieht. Dazu werde ich aber separat noch etwas schreiben.

2019.13 Futterteig füttern und Kalkbrut

Die Ableger müssen jetzt alle mit Futterteig klarkommen. Der Vorteil: Bei Futterteig ist die Wahrscheinlichkeit für Räuberei deutlich geringer als bei Flüssigfutter. Der Nachteil: Vielleicht gar keiner, vielleicht regt aber auch Futterteig nicht so stark zum Brüten an wie dünnes Flüssigfutter, weil dieses einen Nektarfluss simuliert? Ich werde es wohl herausfinden müssen.

Ich habe ein Kalkbrut-Problem: Ein zweites Wirtschaftsvolk hat eine deutliche Anzahl an Kalkbrutmumien und bei der Hälfte der Begattungsableger, die mittlerweile alle legende Königinnen haben, habe ich auch welche gefunden.
Mein erstes KB-Volk, welches ich umgeweiselt habe, sah bei der letzten Durchsicht besser aus, die Symptome scheinen verschwunden zu sein (toitoitoi). Jetzt ist aber ein weiteres Wirtschaftsvolk dazugekommen, welches am gleichen Stand steht wie die Begattungsableger.
Die Frage ist: Habe ich durch verunreinigte Werkzeuge die Sporen in meinem Bestand verteilt? Sind die Fälle unabhängig voneinander aufgetreten? Haben die Königinnen in den BGE die Sporen mitgebracht? Ist die Kalkbrut durch die Drohnenseite eingebracht worden?
Die Literatur zum Thema Kalkbrut ist sehr dünn, die Behandlung scheint mit Umweiselung ausreichend zu sein, große Hygienemaßnahmen scheinen kaum notwendig (klar, Stockmeißel reinigen, Beuten grob reinigen – nichts im Vergleich zur AFB), aber ich bin verunsichert, wie ansteckend das eigentlich ist.
Insgesamt habe ich das Gefühl, dass die Literatur dem Thema eher entspannt gegenüber steht.

Ich beobachte das jetzt noch, bis die ersten Brutsätze der neuen Königinnen geschlüpft sind. Und wenn das Brutbild nicht besser wird, bin ich gezwungen, hart durchzugreifen und mit dem Daumen zu selektieren.
Viel Arbeit dieses Jahr dann ganz für die Katz…

TIL: Tropendach für Beuten, Stockmeißel reinigen

Tropendach: Man nehme Leisten, oder Klötzer, und lege diese zwischen Holzdeckel und Blechhaube, sodass die Haube etwas Abstand zum Holzdeckel bekommt und nicht unmittelbar aufliegt.

Prompt ändert sich die gestaute Temperatur im darunter liegenden Honigraum.
Bei derzeit deutlich über 30 Grad liegenden Temperaturen ist das wirklich ein Plus.

Stockmeißel reinigen: Geht am Besten mit Stahlschwämmen für Töpfe und Pfannen, zusammen mit warmen Wasser.
Propolis und Wachsreste gehen damit ab im nu.

Vortrag: “Ich rette jetzt die Welt, ich werde Imker!”

Oder: ” Warum man mit Honigbienen die Welt nicht retten kann – und wann es trotzdem sinnvoll ist, Imker zu werden”

Man hat mich gebeten, anlässlich des Kulturbürgerfestes beim Bürgerhaus einen kleinen Vortrag über Bienen zu halten.
Nachdem ich letztes Jahr zu diesem Anlass schon über Bienen geredet habe, möchte ich dieses Jahr über Imker reden.

Warum werden Menschen Imker, und welche guten und schlechte Gründe gibt es, sich Bienen anzuschaffen? Rette ich die Welt, wenn ich Bienen halte, oder ist Imkerei nicht Massentierhaltung?

Wenn man sich mit dem Gedanken trägt, selber Bienenvölker ein Zuhause zu geben, dann kann dieser Vortrag etwas Orientierung geben, was die eigene Motivation betrifft, und ob diese Motivation den Bienen gerecht wird.

Der Vortrag findet statt: Am 16. Juni 2019, 16 Uhr am Bürgerhaus Glienicke Nordbahn.