Besuch bei den Nord-Berliner Immenfreunden

Nadja hatte mich schon vor einer ganzen Weile per E-Mail kontaktiert. Irgendwie war sie über das Imkerforum auf mich aufmerksam geworden, bzw. auf meinen Wohnort. Und nachdem wir uns sehr nett auf elektronischem Wege darüber ausgetauscht hatte, womit und wie jeder so imkert, hat sie mich zum Treffen der “Nord-Berliner Immenfreunde” eingeladen – einem neuen, zwanglosen Zusammenschluss von Imkern aus Nord-Berlin und Umgebung, der sich regelmäßig treffen und über Bienen reden möchte.

Nachdem ich das erste Treffen aus Zeitgründen versäumt hatte, gab Nadja nicht auf und lud mich auch für die nachfolgende Veranstaltung ein. Jetzt passte alles und so trafen man sich gestern in einem jugoslawischen Restaurant in Wittenau zum netten Erfahrungsaustausch.

Was für mich herausstach, im Vergleich zu meinen Vereinstreffen: Die Runde ist mit 12 – 15 Anwesenden so übersichtlich, dass man tatsächlich die Gelegenheit hat, sich fachlich auszutauschen und in ein Gespräch zu kommen. Bei Vereinstreffen ist es ja oftmals so, dass viel Zeit für administrative Fragen des Vereins drauf geht, und die Runden so groß sind, dass ein imkerliches Fachsimpeln so gar nicht mehr möglich ist. Also beschränkt man sich i.d.R. auf einen Vortrag mit anschließender Fragerunde.
Was mir gestern auch gut gefallen hat: Alle Ansichten und Meinungen wurden wohlwollend zur Kenntnis genommen. Unter Imkern werden ja oft verbitterte Debatten darüber geführt, wie man ein Problem denn nun “richtig (!)” löst, und oftmals fällt es Teilnehmern an solchen Diskussionen schwer, andere Lösungswege als den eigenen zu akzeptieren. So war es gestern aber nicht – jeder war für die Meinungen der anderen aufgeschlossen, was ich als sehr angenehm empfunden habe.

Was ich auch sehr positiv finde: Man wird einen Kurs für Neuimker anbieten.
Die Termine stehen bereits, die Dozenten und die Stände für die praktischen Arbeiten sind alle organisiert. So etwas ist bei mir im Verein derzeit undenkbar. Insofern kann man mit Fug und Recht behaupten, dass den Machern hinter den Nord-Berliner Immenfreunden wirklich daran gelegen ist, die Imker-Community voranzubringen, und man mit einer entsprechend hohen Motivation da herangeht.

Ein nicht unerheblicher Teil des gestrigen Abends ging allerdings auch hier für Administratives drauf: Es galt einen Namen zu finden und Fragen nach einer gemeinsamen Kasse (und einem entsprechenden Beitrag) zu klären. Am Ende stand zumindest nach Abstimmung der Name fest: “Nord-Berliner Immenfreunde”.
Mein Bauchgefühl sagt mir, dass da ein neuer Imkerverein im Werden ist.

Meine eigenen Hoffnungen, weswegen ich dort gestern hingegangen bin, sehen wie folgt aus: Ich suche immer noch eine Gemeinschaft von Imkern, mit denen man sich intensiv fachlich austauschen kann, und mit denen man dann auch gemeinsam praktisch Zusammenarbeiten kann.
Mein Beispiel dafür: Wenn sich 5 Imker zusammenschließen, und eine Zuchtgruppe gründen, ihr Material sichten und dann gezielt selektieren und nachziehen, prüfen und erneut selektieren, dann könnte man vielleicht einen lokalen Ökotypus herausarbeiten, der in Nord-Berlin und Umgebung gut funktioniert.
Für so ein Projekt suche ich noch Anschluss, und vielleicht kann das ja hier gelingen – man wird sehen.

Falls ein stiller Mitleser Interesse hat, zu diesem Zusammentreffen dazu zustoßen, so möge man mich bitte über die Kontaktdaten im Impressum kontaktieren.

Varroa – Reinvasion von innen

Ich grübele immer noch darüber nach, warum ich mitunter so viele Milben in den Völkern hatte, trotz Totaler Brutentnahme.

Eine Erklärung lieferte schon 2009 Rudi Maurer, als er sein Rechenmodell der Reinvasion von innen vorstellte.

Bei geht es im Wesentlichen um folgende Annahme: Jungvölker, Völker mit TBE oder Kunstschwärme haben eine leicht verlängerte Brutzeit. Mit der verlängerten Brutzeit können etwas mehr Milbenweibchen zur Reifung gelangen. Mit jedem Brutzyklus entstehen dadurch mehr Milbennachkommen als gewöhnlich, welche ihrerseits im nachfolgenden Zyklus mehr Nachkommen erzeugen können.

So können von Juli bis Oktober erstaunliche Milbenpopulationen entstehen.

Für mich klingt das erst einmal nach der plausibelsten Erklärung, die ich derzeit für das beobachtete Phänomen habe.

YouTube Kanäle über die Imkerei – Simon Hummel

Last but not least, der unvergessene Simon Hummel.

Ich weiss nicht mehr, welches Video es war, das ich zuallererst von Simon Hummel gesehen hatte, aber in jedem Fall hatte ich noch keine Bienen.

“Was geht der denn so grob mit den Bienen um?!”, empörte ich mich, und befand: Der sollte besser keine Bienen haben!

Tja. Ich hatte zwar keine Ahnung, aber auf jeden Fall eine starke Meinung.

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YouTube Kanäle über die Imkerei – Immelieb.de

Der Meister höchstselbst, seine Heiligkeit, Sankt Gerhardus Liebigus der I.
Der Dr. Liebig macht eben, was der Dr. Liebig so macht: Seine Betriebsweise propagieren, und das seit vielen, vielen Jahren auch nahezu unverändert (Stichwort: Never change a running System!) – und warum auch nicht? – es funktioniert ja für viele ganz ausgezeichnet.
Der bereits vorgestellte Kanal von FranziBee zeigt eine klassische Liebig-Schülerin bei der Arbeit. Ein anderer Kanal, auf den ich noch zu sprechen kommen werde, zeigt das ebenfalls, wie das geht, das “Einfach imkern”.

Der Liebig hat etwas sehr Hilfreiches getan, nämlich zu einer Zeit, als die Imkerei langsam wieder an Fahrt aufnahm, eine Handreichung anzubieten, welche mit relativ einfachen Rezepten den Jungimker durchs Jahr führt.
Der Liebig ist nicht unumstritten. Mancher hält ihn für einen Büttel der PSM Lobby, andere verteufeln seine Starrköpfigkeit, nach der nur seine Betriebsweise die einzig richtige ist (flankiert von seiner rechten Hand, Pia Aumeier, die viel Nachwuchs ausbildet und ebenfalls eine – nennen wir es der Höflichkeit halber mal – “stark vorgefasste Meinung” hat).
Richtig ist aber auch, dass Starrköpfigkeit und das Symptom, nur die eigene Betriebsweise für die einzig “Wahre” zu halten, der Liebig nicht exklusiv gepachtet hat. Vielmehr ist das ein Narrativ für die Imkerei an sich: Rechthaberei und Unbelehrbarkeit.

In diesem Sinne: Der Liebig macht gute und lehrreiche Videos. Die sollte man gesehen haben, auch dann, wenn man eine andere Betriebsweise vorzieht.