2-Königinnen Betriebsweise – Ein Vortrag von Bernhard Heuvel

Der Bernhard Heuvel ist so ein Imker, der scheinbar alles einmal selber ausprobieren muss, und am Besten alles auf einmal.
Das finde ich sehr sympathisch, da erkenne ich mich wieder.
Er war lange Zeit als geschätztes Mitglied beim imkerforum.de zugange, hat sich aber irgendwann von dort zurückgezogen (was viele sehr bedauert haben, da er immer sehr viel Hilfreiches zu schreiben wusste) und jetzt kann man ab und an Vorträge von ihm live sehen, und ab und an auch auf YT finden.
Der nachfolgende Vortrag beleuchtet etwas, das ich gerne mal ausprobieren möchte, nämlich Völker mit zwei Königinnen zu führen, und damit Schwächlinge doch noch sinnvoll zu verwerten.
Klingt marktradikaler, als es gemeint ist…

Restentmilbung im Dezember, und ein Krisenvolk

Heute stand die sogenannte Restentmilbung der Völker auf dem Programm.
Sinn der Übung ist es, die Anzahl der Varroamilben so weit zu senken, dass das Volk mit minimalster Milbenlast in das kommende Frühjahr starten kann.

Zum Einsatz kommt gelöste Oxalsäure, welche mit vor Beginn der Anwendung mit Zucker versetzt wird.
Diese Mischung wird dann per Spritze auf die Bienentraube geträufelt.
Die Bienen putzen sich dann die Zuckersäurelösung gegenseitig aus dem Fell, nehmen dabei zum einen etwas von der Säure auf, was dann tödlich auf die saugende Milbe wirkt, zum anderen wirkt die Säure auch als Kontaktgift über die Haftlappen der Milbenfüsse, wo die Säure in den Körper der Milbe diffundiert.

Das ist das in Deutschland zugelassene Standardverfahren.
In Österreich, der Schweiz und anderswo kann man auf die Oxalsäureverdampfung zurückgreifen.
Dabei wird Oxalsäurepulver so weit erhitzt, dass es in gasförmigen Zustand übergeht und auf den Oberflächen im Volk und der Beute sich als feinster Staub niederlegt.
Während den Bienen dabei nichts passiert, diffundiert auch hier die Säure über die Milbenfüsse in die Milbe, übersäuert und tötet sie letztlich.

Es gibt Untersuchungen, dass es sich dabei um das bienverträglichste Vorgehen handelt, welche zu einer guten Auswinterung führt, während obige Methode die Lebenszeit der Einzelindividuen im Stock senkt, weil der Darmtrakt geschädigt werden kann.

Zu unseren Völkern: Der Großteil hat einen sehr guten Varroastatus, wie es aussieht.
Ausgerechnet das Volk am Bürgerhaus, welches mehr oder weniger mit Publikum im kommenden Sommer geführt werden sollte, hat einen viel zu hohen Milbenfall, und auch die Volksstärke ist bedenklich klein.
Das ist insofern bemerkenswert, weil das Volk nach Lehrbuch behandelt wurde und im September bei der CO2 Test-Methode unauffällig war und einen starken Eindruck machte.
Was dieses Volk von den anderen unterscheidet: Es wird nicht so eng überwacht wie die anderen, weil es abseits und alleine steht, und der Weg dorthin immer mit einem Umweg verbunden ist.

Jetzt kann man nur abwarten, und hoffen.

Ablegerbienenflug…

Ableger Nr. 1 fliegt was zusammen.
Erstellt wurde dieser aus meinem friedlichsten Volk am Stand.

Mittlerweile gehören die zu den nervigsten Völkern. Da wird wohl kommendes Jahr die Königin den Weg allen Irdischen antreten und ersetzt werden.

Futterverbrauch, gemessen mit der Stockwaage

An einer Stockwaage ist das Großartige, dass man nichts aufmachen, anheben oder kippeln muss, und trotzdem immer Bescheid weiss.
Ich habe ja einen Faible für Daten, und so kommt mir das sehr gelegen, dass bei meinen Stockwaagen die Daten auch noch aufbereitet werden..

Man sieht hier die Graphen zweier Völker, die direkt nebeneinander stehen und zum Ende des Sommers etwa gleich stark waren.
Das eine Volk hat seit Anfang Oktober etwa 2 KG Futter verbraucht, das andere mehr als doppelt so viel (ca. 4,5 KG).
Man muss echt die Augen aufhalten…

Wiegen und putzen…

Heute noch mal alle Völker gewogen. Das ist eine der Routinearbeiten, die ich im Herbst und Winter wiederholt durchführe, um einen Überblick zu haben, wie es um den Futtervorrat der Völker bestellt ist. Festzuhalten ist: Es gefällt mir nicht:
Ich habe genug eingefüttert, zumindest man berücksichtigt, was ich brutto in die Völker gegeben habe.
Aber es ist netto viel weniger angekommen, als mir lieb ist.
Entweder war es Räuberei der Bienen untereinander (wofür es keine Anzeichen gibt), es waren die Wespen, die dieses Jahr in übermäßiger Zahl und übermäßig lange aktiv waren, oder es ist das fortwährende Brutgeschäft aufgrund der warmen Witterung.

Ich werde das Thema Futter diesen Winter genau im Blick behalten müssen, sonst gibt es im Frühjahr böse Überraschungen.

Ansonsten stand das leidige Thema “Altwaben ausschmelzen” an… und ehrlich: Es gibt deutlich schönere Arbeiten in der Imkerei, als das.

Ende Gelände..

Das Bienenjahr geht jetzt wirklich zu Ende:
Die Käseglocke hat die letzten Gläser Honig verkauft, die Bienen sind alle fertig für den Winter und für den Imker bleiben die lästigen Arbeiten, wie Rähmchen reinigen, Wachs klären, Mittelwände gießen…

Das war ein aufregendes und schönes erstes Wirtschaftsjahr…

Regal Käseglocke

Pia Aumeier zeigt, wie mal Altvölker verjüngt

Pia Aumeier macht hier etwas, das ich so nicht machen würde: Sie nimmt eine junge Königin, die es nicht geschafft hat, über den Sommer ein überwinterungsfähiges Jungvolk aufzubauen, und ersetzt mit dieser eine Vorjahres-Königin, scheinbar einfach nur aufgrund des “Alters”.
Jetzt wird es aber einen Grund haben, warum die junge Königin nicht in der Lage war, aus eigener Kraft ein ausreichend starkes Volk aufzubauen, und welche Gründe das auch immer sein mögen: Sie machen nicht viel Hoffnung, dass sie ein starkes Wirtschaftsvolk wird aufbauen können.
Die Natur hätte dieses Volk im Selektionsprozess aussortiert, und auch wenn der Imker nicht immer nach den gleichen Kriterien selektiert, wie es Mutter Natur macht – hier fiel die Wahl eigentlich nicht schwer…