YouTube Kanäle über die Imkerei – Dirk Unger

Ich könnte ja mal die einzelnen YouTube Kanäle vorstellen, die ich im Laufe der Zeit schätzen gelernt habe. Ich könnte doch mal beschreiben, worin sich der jeweilige Kanal so auszeichnet, was mir der Kanal gebracht hat und warum. Das wäre doch schön, so etwas mal aufzuschreiben und den Machern für ihre Arbeit zu danken. Das klingt doch nach einer guten Idee.
Aber vor allem klingt es nach einer aufwendigen Idee…
Aber sei es drum. Ich versuche es mal.

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7 Tage nach der Restentmilbung

Ich habe heute den Milbenfall meiner Völker nach der Restentmilbung mit Oxalsäure ausgewertet – und was soll ich sagen?!
Es lief fast wie erwartet.

Es gibt drei Ausreisser nach oben, ein paar Völker, die deutlich unter dem Durchschnitt liegen, und den Rest an Einheiten, die irgendwie in der Mitte liegen.

Ein Volk werde ich sehr wahrscheinlich verlieren, und ich bin noch etwas ratlos, woran das liegt.
Das ist ein Volk, bei welchem ich Ende Juni mit der TBE (Totale Brutentnahme) gearbeitet habe, plus anschließender Oxalsäure-Sprühbehandlung im brutfreien Zustand.
Das ist eines jener Standardverfahren, welche den Varroadruck zuverlässig senkt und die Anzahl der Milben im Volk nachhaltig senkt.
Weiterhin startet so ein Volk dann auf frischem Wabenwerk, baut ein tolles Brutnest auf und sollte der Theorie nach viele gesunde Winterbienen erbrüten können.
Tatsächlich hat sich das Volk dann stark entwickelt. Im August, September war die Kiste voll mit Bienen, und mein Varroa-Checkup mit dem CO2 Tester erbrachte keine Auffälligkeiten. Die Futterabnahme stimmte auch – selbiges wurde zügig abgenommen und verstaut.
Also eigentlich ein Zustand, bei dem man sich als Imker keine Gedanken machen müsste.
Tja, bis Dezember.
Anfang Dzember habe ich mal eine Windel untergeschoben, um den Milbenfall zu prüfen, und zu meinem großen Schrecken fielen da 3 Milben pro Tag, und die sichtbare Traube, wie sie sich auf der Unterlage durch Gemüll abzeichnete, war sehr, sehr klein.

Heute hat es sich dann bestätigt: Es sind mehr als 400 Milben gefallen, die Traube ist in der Darstellung auf der Windel nicht größer geworden und das sind Anzeichen, dass das Volk es nicht über den Winter schaffen wird.

Worin der hohe Milbendruck zum jetzigen Zeitpunkt begründet ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht hat das Volk im Oktober ein schwaches Volk in der Nachbarschaft gefunden und ausgeräubert. Dann haben sie mitunter viele Milben mit in den Stock gebracht. Vielleicht haben sich fremde Bienen aus einem benachbartem Stock, der zusammengebrochen ist, erfolgreich eingebettelt, samt ihrer Varroen, oder vielleicht hat meine Behandlung einfach nicht so gut funktioniert wie erhofft.

Insgesamt macht mich dieser Befund etwas ratlos.
Was kann ich als Imker tun, wenn ich nach bestem Wissen handele, aber es trotzdem nicht reicht?
Ich hänge noch an jedem Volk, und gerade bei diesem tut es mir leid: Sie sind das Bürgerhausvolk, eine Art Repräsentant für die Bienen in unserem Ort, sie sind friedliche Bienen, die gut Honig bringen und nicht schwärmen vollen.
Solche wünscht man sich. Und es ist ärgerlich, dass ich das nicht hinbekommen habe. 

Michael Palmer erklärt die Vermehrung von Königinnen

Michael Palmer ist ein US-amerikanischer Berufsimker, der gerne Vorträge hält.
Unter anderem hat er einen interessanten Vortrag zum Thema “Königinnenvermehrung” gehalten, der beschreibt, wie man sogenannte “Bienenbomben” baut, die top-Königinnenzellen anziehen, und große, kräftige Weiseln heranreifen lassen. Sein Herangehensweise geht im Grunde auf Bruder Adam zurück…

Aber seht selbst:

Amtsveterinär lässt Bienenvölker töten

In Berlin Reinickendorf musste ein Imker seine 10 Völker abtöten, nachdem bei 2 Völkern die Amerikanische Faulbrut nachgewiesen werden konnte. 8 Völker waren nachweisbar gesund, aber es erfolgte trotzdem eine Anordnung der Abtötung durch den Amtstierarzt.
Diese Entscheidung wurde gerichtlich bestätigt.

Das von dieser Verfahrensweise ausgehende Signal ist verheerend, da es Regelungen gibt, wie in solchen Fällen mit der Situation umzugehen ist, und wie ein betroffener Stand  saniert werden kann.
Die unsachgemäße Entscheidung des Amtstierarztes, bestätigt im Eilverfahren durch zwei Gerichtsinstanzen, wird bei Imkern zu der Erkenntnis führen, dass ein freiwilliges AFB-Monitoring gesamte Bestände gefährdet, wenn ohne weiteres auch gesunde Völker abgeschwefelt werden müssen, sobald das BA Reinickendorf Kenntnis von Laborergebnissen bekäme.
Ein weiteres Problem: Scheinbar hat die Bezirksverwaltung noch nicht verstanden, dass man mit dieser Maßnahme nur ein Symptom bekämpft, aber keineswegs die Ursache. Es ist nicht bekannt, dass man seitens des Amtstierarztes alle notwendigen Anstrengungen unternimmt, den Seuchenherd, die Infektionsquelle zu finden.

Alles in allem ein Desaster, welches vermeidbar gewesen wäre, wenn in der Bezirksverwaltung entweder die entsprechende Fachkunde vorhanden gewesen wäre, oder man Fachleute zurate gezogen hätte.

Jetzt gilt es, die Landes- und Bezirkspolitik darauf aufmerksam zu machen, dass es einheitliche Standards in der Bekämpfung von Bienenseuchen geben muss, und dass dazu für alle verbindliche Regelungen und Maßnahmen gefunden werden – gemeinsam mit Fachleuten, und nicht mit überforderten Amtstierärzten.

Stellungnahme des Imkervereins Reinickendorf e.V.

Link zur Petition

Zusetzen einer unbegatteten Weisel

Ich habe im Sommer eine unbegattete Zucht-Königinn geschenkt bekommen und selbige in einen Ableger gegeben, dem ich kurz zuvor alle Nachschaffungszellen gebrochen hatte.
Wie man sehen kann, fallen die Reaktionen der Arbeiterinnen freundlich aus, manche beginnen sogleich mit der Fütterung (und kein Verknäulen, Beißen, Hauen und Stechen)

Erfahrungen mit Online Händlern für Imkereizubehör

Ich kaufe den Großteil meiner Hardware tatsächlich im Internet. Das ist doof, weil man eigentlich seine lokalen Händler  unterstützen sollte, aber meist passen meine Arbeitszeiten nicht mit den Öffnungszeiten der Imkerbedarfsläden zusammen.
Wir haben hier im nördlichen Berlin zwei Läden, auf die man zurückgreifen kann:
Zum einen ist das Apis Pro in Hohen Neuendorf, zum anderen Beekeepers24 in Spandau.

In beiden Geschäften wird man gut beraten, allerdings hat Beekeepers24 die deutlich umfassendere Auswahl an Produkten vorrätig.
Apis Pro unterstütze ich zwar immer wieder gerne mit Spontaneinkäufen, aber viele Dinge, die ich benötige, sind oftmals nicht vorrätig und müssten erst bestellt werden (meist bei Holtermann), was dann erfahrungsgemäß länger dauert, als wenn man es selbst ordert.
Am Ende lande ich also regelmäßig im Internet, und bestelle da.
Tja.

Ich werde nachfolgend nur über jene Händler schreiben, bei denen ich schon selbst gekauft habe, oder eine konkrete Kaufabsicht hege.
Natürlich gibt es viel mehr Onlineversender, die Auswahl ist recht groß, und so ist die nachfolgende Aufzählung alles andere als vollständig.

Bienenweber:
Bienenweber ist neben Holtermann vermutlich einer der Größten am Markt.
Bestellung und Lieferung klappt dort, wie eigentlich bei allen, mit denen ich bisher zu tun hatte, anstandslos.
Die Preise sind für Deutschland normal, aber ich kaufe aktuell hier gerade Flachzargen, weil die etwas günstiger sind als bei der Konkurrenz.
Mir fehlen dort spezielle Produkte wie Thermoschiede, und die Hohenheimer-Holzbeuten-Böden finde ich doof, weil die Kunststoff-Bodengitter haben, die nicht hitzebeständig sind, und die Windel aus labbriger MDF Platte besteht. Aber grundsätzlich ist das alles okayes Material, was man dort kaufen kann (soweit ich das zu beurteilen vermag).

Holtermann:
Ich habe dort zwei Wanderböden im Abstand von zwei Monaten gekauft. Beide Wanderböden sehen auf den ersten Blick zwar gleich aus, aber wenn man genauer hinsieht, stellt man fest, dass die jeweils völlig anders zusammengeschraubt worden sind, aus ganz anderen Leisten.
Ich habe Holzzargen, da rosten die Schrauben, bei anderen Zargen ist das nicht der Fall. Selbstredend sind das alles Zargen von Holtermann, alles Zargen des gleichen Typs, nur aber zu unterschiedlichen Zeiten gekauft (aber alle innerhalb von 9-12 Monaten).
Das ist etwas, was ich als Kunde nicht gut finde. Ich möchte eigentlich eine gleichbleibende Qualität erwarten können.
Mitunter ist Holtermann aber auch eine Apotheke für Imkerbedarf (was aber grundsätzlich für nahezu alle Händler in Deutschland gilt).
So kostet eine Nicot Futterzarge 19,90€. Wenn man dann feststellt, dass die gleiche Futterzarge in Frankreich bei Icko nur 8,90€ kostet, und dazurechnet, dass Holtermann in Margen kauft, wo die noch deutlich weniger bezahlen werden, dann ist das schon ganz schön frech. Gewinne sollen ja sein, keine Frage, aber ein Preisaufschlag von weit über 100% ist schon heftig.
(wenn man das Nicot Zuchtzubehör mal preislich zwischen Holtermann und Icko vergleicht… Halleluja!)
Holtermman liefert aber schnell und zuverlässig, das Angebot ist riesig, Thermoschiede haben die auch und die Böden sind mit Edelstahlgitter.
Man kann mit denen problemlos Geschäfte machen, aber ich wünschte, die würden bei den Holzwaren auch auf die Details achten, und die Qualitätsstandards ihren Preisen anpassen.

Bienen-Geller:
Ich habe erst einmal dort bestellt, und das lief ganz unproblematisch.
Ein Imker aus dem Raum Köln sagte mal zu mir “Der Geller geht die Extra-Meile für mich”. Dazu kann ich nichts sagen, aber wenn man die Nicot Futterzarge als Maßstab nimmt, dann ist der Geller günstiger als der Holtermann – zumindest in dem Punkt.
Ich werde jedenfalls künftig dort öfter mal die Preise vergleichen.

Icko:
Entweder man versteht Französisch, oder man benutzt Google Translate, dann klappt auch die Bestellung.
Letztlich habe ich dort mein Nicot Zubehör gekauft. Wenn man nur eine entsprechend umfangreiche Bestellung aufgibt, rechnen sich die Transportkosten von ca. 25€ recht schnell.
Die Lieferung klappte auch hier ohne Probleme, und für alles, was mit Nicot zu tun hat, ist man hier auf der preiswertesten Seite.

Hivewatch:
Hivewatch verkauft nur Stockwaagen.
Und weil ich so ein technikbegeisteter Jungimker bin, habe ich mir unvernünftigerweise zwei Stockwaagen plus Sendestation gegönnt.
Und das habe ich nicht bereut.
Hivewatch ist mir sehr entgegen gekommen, was den Preis und den Support betrifft, die Betreuung war sehr persönlich, und man merkt, dass das noch ein junges Unternehmen im Wachstum ist.
Das Produkt selbst funktioniert bisher einwandfrei.
Wenn man ein Interesse an Stockwaagen hat, würde ich das Produkt empfehlen.

Bergwiesenimkerei
Hier habe ich noch nicht gekauft.
Aber die Bergwiesenimkerei wurde mir ausdrücklich empfohlen, wenn man Dadantbeuten einsetzen möchte.
Entgegen der Informationen auf der Webseite, bauen die auch 10er Dadant, und wenn man den Meinungen der Kunden glauben schenken mag, dann bauen die fast Möbelstücke, anstatt einfacher Beuten.
Der Preis ist dabei absolut konkurrenzfähig.
Aber ich werde das kommendes Jahr mal ausprobieren.

2-Königinnen Betriebsweise – Ein Vortrag von Bernhard Heuvel

Der Bernhard Heuvel ist so ein Imker, der scheinbar alles einmal selber ausprobieren muss, und am Besten alles auf einmal.
Das finde ich sehr sympathisch, da erkenne ich mich wieder.
Er war lange Zeit als geschätztes Mitglied beim imkerforum.de zugange, hat sich aber irgendwann von dort zurückgezogen (was viele sehr bedauert haben, da er immer sehr viel Hilfreiches zu schreiben wusste) und jetzt kann man ab und an Vorträge von ihm live sehen, und ab und an auch auf YT finden.
Der nachfolgende Vortrag beleuchtet etwas, das ich gerne mal ausprobieren möchte, nämlich Völker mit zwei Königinnen zu führen, und damit Schwächlinge doch noch sinnvoll zu verwerten.
Klingt marktradikaler, als es gemeint ist…

Restentmilbung im Dezember, und ein Krisenvolk

Heute stand die sogenannte Restentmilbung der Völker auf dem Programm.
Sinn der Übung ist es, die Anzahl der Varroamilben so weit zu senken, dass das Volk mit minimalster Milbenlast in das kommende Frühjahr starten kann.

Zum Einsatz kommt gelöste Oxalsäure, welche mit vor Beginn der Anwendung mit Zucker versetzt wird.
Diese Mischung wird dann per Spritze auf die Bienentraube geträufelt.
Die Bienen putzen sich dann die Zuckersäurelösung gegenseitig aus dem Fell, nehmen dabei zum einen etwas von der Säure auf, was dann tödlich auf die saugende Milbe wirkt, zum anderen wirkt die Säure auch als Kontaktgift über die Haftlappen der Milbenfüsse, wo die Säure in den Körper der Milbe diffundiert.

Das ist das in Deutschland zugelassene Standardverfahren.
In Österreich, der Schweiz und anderswo kann man auf die Oxalsäureverdampfung zurückgreifen.
Dabei wird Oxalsäurepulver so weit erhitzt, dass es in gasförmigen Zustand übergeht und auf den Oberflächen im Volk und der Beute sich als feinster Staub niederlegt.
Während den Bienen dabei nichts passiert, diffundiert auch hier die Säure über die Milbenfüsse in die Milbe, übersäuert und tötet sie letztlich.

Es gibt Untersuchungen, dass es sich dabei um das bienverträglichste Vorgehen handelt, welche zu einer guten Auswinterung führt, während obige Methode die Lebenszeit der Einzelindividuen im Stock senkt, weil der Darmtrakt geschädigt werden kann.

Zu unseren Völkern: Der Großteil hat einen sehr guten Varroastatus, wie es aussieht.
Ausgerechnet das Volk am Bürgerhaus, welches mehr oder weniger mit Publikum im kommenden Sommer geführt werden sollte, hat einen viel zu hohen Milbenfall, und auch die Volksstärke ist bedenklich klein.
Das ist insofern bemerkenswert, weil das Volk nach Lehrbuch behandelt wurde und im September bei der CO2 Test-Methode unauffällig war und einen starken Eindruck machte.
Was dieses Volk von den anderen unterscheidet: Es wird nicht so eng überwacht wie die anderen, weil es abseits und alleine steht, und der Weg dorthin immer mit einem Umweg verbunden ist.

Jetzt kann man nur abwarten, und hoffen.